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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie stark profietiert der A64 von dc?


Gast
2003-12-11, 16:57:58
hallo,

da sich hier einige leute scheinbar sehr gut mit prozessortechnik
auskennen hätte ich mal ne frage:
wie stark profitiert eigentlich der a64 von dualchannel?
wenn man nämlich die benchmarks zwischen dem fx-51(dc) und dem normalen
a64 3200+ (kein dc) vergleicht fällt auf, dass der a64 zumindest bei
real world anwendungen (also spielen) gar nicht soweit hinten liegt.
(vlg. zb test bei hardtecs4u). man muss ja noch berücksichtigen, dass
der fx-51 mit 200 mhz höher taktet.
ich dachte zumindestens durch den prozessoreigenen speichercontroller
würde die rechenleistung stark mit der bandbreite des speichers
zunehmen. warum kann sich also der fx so wenig vom a64 absetzten?
wird die mehrleistung durch verwendung ven registriertem speicher
aufgefressen oder kommt die bandbreite nur bei bestimmten speicher-
aufwendigen anwendungen zum tragen?
wäre lieb wenn mir jemand diese frage beantworten könnte

BlackBirdSR
2003-12-11, 19:31:02
Original geschrieben von Gast
hallo,

da sich hier einige leute scheinbar sehr gut mit prozessortechnik
auskennen hätte ich mal ne frage:
wie stark profitiert eigentlich der a64 von dualchannel?
wenn man nämlich die benchmarks zwischen dem fx-51(dc) und dem normalen
a64 3200+ (kein dc) vergleicht fällt auf, dass der a64 zumindest bei
real world anwendungen (also spielen) gar nicht soweit hinten liegt.
(vlg. zb test bei hardtecs4u). man muss ja noch berücksichtigen, dass
der fx-51 mit 200 mhz höher taktet.
ich dachte zumindestens durch den prozessoreigenen speichercontroller
würde die rechenleistung stark mit der bandbreite des speichers
zunehmen. warum kann sich also der fx so wenig vom a64 absetzten?
wird die mehrleistung durch verwendung ven registriertem speicher
aufgefressen oder kommt die bandbreite nur bei bestimmten speicher-
aufwendigen anwendungen zum tragen?
wäre lieb wenn mir jemand diese frage beantworten könnte

Man braucht eben (für einen Athlon)gar nicht so viel Speicherbandbreite, wie einem die Industrie verklickern will.
Gerade durch die großen Caches werden viele Speicherzugriffe auch abgefangen.

Für 90% der Anwendungen sind die erreichten 2 oder 2 1/2 GB/s einfach genug. Zumal hier die Zugriffszeit wesentlich wichtiger ist. Und diese nimmt durch Dualchannel hier nicht mehr groß ab.

GloomY
2003-12-12, 02:31:22
Ich würde mal sagen, dass das Verhältnis von vorhandener Bandbreite zur Cache Line Size mittlerweile wieder so gut ist, dass mehr Bandbreite nur bei Streaming-Anwendungen wirklich etwas bringt. Ansonsten bleibt die mehr zur Verfügung stehende Bandbreite einfach ungenutzt und hat quasie kaum einen positiven Effekt.

Früher, als die derzeitigen Prozessoren neu herauskamen (also Athlon Classic bzw. P4 Williamette) und die Bandbreiten der Speicheranbindungen relativ gering waren, war der Speicher selbst bei normalen Anwendungen (d.h. nicht explizit Streaming) tendenziell auch bandbreitenlimitiert. Das war besonders beim P4 der Fall, der (man erinnere sich) mit einfachem SDRAM ausgestattet auf Grund seiner riesigen L2 Line Size von 128 Bytes katastrophal schlecht abschnitt.

Doch das ist lange her. Die Bandbreite hat sich mittlerweile etwa vervierfacht, was eine 128 Byte Line Size durchaus für sinnvoll erscheinen lässt. Der P4 ist nun nicht mehr so bandbreitenlimitiert, wie viele das heute immer noch behaupten.

Mittlerweile halte ich eine Erhöhung der L2 Line Size auf 128 Bytes auch bei AMD (beim Hammer mit DC) durchaus für sinnvoll, denn die zusätzliche räumliche Lokalität sorgt für eine etwas bessere Hitrate, während genug Bandbreite da ist, um die Cache Lines schnell genug zu füllen, ohne dass der RAM durch seine Bandbreite limitiert.

Ergo: Auch ein Athlon64 mit nur einem Speicherkanal ist prinzipiell eine sinnvolle Kombination, was die Bandbreiten angeht. Ich würde aber trotzdem niemandem zum aussterbenden Socket 754 raten...

edit: Große Caches sind nicht umbedingt die Ursache. Die zu cachenden Daten wachsen ja auch mit der Zeit an. Daher bleiben die Hitraten langfristig konstant. Eine plötzliche starke Vergrößerung der Caches (wie z.B. beim Itanium) verringert den Bandbreitenverbrauch zum Hauptspeicher, das liegt bei den normalen Prozessoren aber imho nicht vor.