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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verbraucht das Einschalten einer Glühbirne mehr Strom


Gast
2009-08-28, 23:32:22
als im normalen Betrieb der Glühbirne?


Und wenn ja, warum?

san.salvador
2009-08-28, 23:44:42
Am Anfang muss die Birne ja erst mit Leuchtgas gefüllt werden, das braucht ganz besonders viel Strom.

Zephyroth
2009-08-28, 23:50:32
Ja, das ist richtig. Der Glühdraht hat einen positiven Temperaturkoeffizienten. Im kühlen (=ausgeschalteten) Zustand ist der Widerstand des Glühfadens nur 1/10 dessen, als es im warmen (=eingeschalteten) Zustand der Fall wäre.

Eine 100W-Glühbirne zieht 0.43A im Betrieb, das entspricht einem Widerstand von 530 Ohm. Im kalten Zustand hat diese Glühbirne nur 53 Ohm. Im Moment des Einschalten (bis der Glühdraht auf Temperatur ist) fließt somit der 10-fache Nennstrom, also etwa 4.3A.

Ich hoffe das war einigermaßen verständlich.

Grüße,
Zeph

Pinoccio
2009-08-29, 00:34:01
Zahlen zu Zephyroths Antwort finden sich z. B. hier (http://www.tungsten.com/mtstung.html):

Widerstand bei 20 ºC: 5.5
Widerstand bei @ 2727 ºC: 90.4
Widerstand bei @ 3227 ºC: 108.5
in Nanoohm mal Meter(Die Werte dürften hinkommen, treffen sich gut mit denen durch Rechnung mit linearem und quadratischem Temperaturkoeffizienten)
Zweiteres ist etwa die Temperatur bei einer Glühlampe, letzteres knapp unterm Schmelzpunkt, Halogenlampen liegen dazwischen.

mfg

Jonny1983
2009-08-29, 05:16:24
Im Moment des Einschalten (bis der Glühdraht auf Temperatur ist) fließt somit der 10-fache Nennstrom, also etwa 4.3A.

Was auch einer der Gründe ist warum die Leuchtmittel immer beim Einschalten kaputt gehen.

Goines
2009-08-29, 13:28:02
Wenn man also eine Lampe immer per dimmer anschaltet und langsam hochfährt dürfte die also deutlichst länger halten, oder?

elianda
2009-08-29, 13:47:27
Das hat doch aber andere Gründe.

Die Temperatur ist nicht an jeder Stelle des Glühfadens gleich.
Das hängt z.B. mit leichten Unterschieden in der Dicke des Glühfadens ab, wodurch der Widerstand nicht überall gleich ist.
Die Wärmeankopplung spielt auch eine Rolle, denn irgendwo geht der Glühfaden ja ins Glas bzw. an anderen Stellen wird er durch zwei kleine Drahtschlaufen gehalten. Dort geht natuerlich mehr Wärme verloren und es gibt einen Gradienten.

Nun kommt beim Einschalten das Problem auf, dass man in kürzester Zeit die Temperatur stark erhöht, wodurch thermische Spannungen auftreten. Gerade z.B. an den Haltedrahtschlaufen.
Die Schlaufen sind aber wichtig, weil der Draht sich auch ausdehnt, wenn er heiss wird. Er darf dabei nicht das äussere Glas beruehren.

Nun verdampft auch schon Wolfram an der Oberfläche bevor es die Schmelztemperatur erreicht. Da dampft es natürlich an den heisseren Stellen schneller weg und der Draht wird dort schneller dünner. Das ist eine positive Rückkopplung.

Per Dimmer anschalten hilft bei ein paar Teilproblemen sicher etwas. Günstig wäre die Kurve des Dimmers so einzustellen, dass die Temperatur mit vielleicht 1 K pro Sekunde steigt. Die Kurve ist dann nichtlinear, man vermeidet aber starke thermische Spannungen.
Andere Effekte kann man damit aber nicht umgehen, die sind prinzipbedingt.

Deathstalker
2009-08-29, 14:04:33
da aber deine Glühbirne um die 2700 K erreicht würdest du bei 1 k pro Sekunde doch schon recht lange warten dürfen :)

Da kannst auch gleich eine Nernst Birne verwenden

Gast
2009-08-30, 23:15:22
Und ab wieviel Minuten brennen lassen lohnt es sich dann, die Glühbirne
doch besser gleich nach Gebrauch auszuschalten?


Wenn ich z.b. in den Keller gehe und dann die Glühbirne wegen oben beschriebenen Effekt anlasse und dann erst in 5 h wieder komme, dann ist doch mein Stromverbrauch bestimmt viel höher, als wenn ich die Glühbirne gleich am Anfang wieder ausgemacht und erst nach den 5 h wieder eingeschalten hätte.

Deathstalker
2009-08-30, 23:23:19
Fragen wir anders, wie lange braucht deine Glühbirne bis sie auf voller Helligkeit ist? Solange sie nach dem einschalten "aufdimmt" fließt mehr Strom, ist ihre Helligkeit auf maximum fließt der geringste Strom. und bei 30 Cent pro Birne kannst du schalten so viel du möchtest

Gast
2009-08-30, 23:24:33
Fragen wir anders, wie lange braucht deine Glühbirne bis sie auf voller Helligkeit ist? Solange sie nach dem einschalten "aufdimmt" fließt mehr Strom, ist ihre Helligkeit auf maximum fließt der geringste Strom. und bei 30 Cent pro Birne kannst du schalten so viel du möchtest

Das ist ne ganz normale Glühbirne, gedimmt wird bei mir nichts.

anddill
2009-08-30, 23:29:11
Grob geschätzt dürfte sich ab etwa 1s das Ausschalten lohnen.

Jonny1983
2009-08-31, 21:52:18
Und ab wieviel Minuten brennen lassen lohnt es sich dann, die Glühbirne
doch besser gleich nach Gebrauch auszuschalten?


Wenn ich z.b. in den Keller gehe und dann die Glühbirne wegen oben beschriebenen Effekt anlasse und dann erst in 5 h wieder komme, dann ist doch mein Stromverbrauch bestimmt viel höher, als wenn ich die Glühbirne gleich am Anfang wieder ausgemacht und erst nach den 5 h wieder eingeschalten hätte.

Also bei einer 100W Birne würdest du für die 5h etwa 10cent an Stromkosten zahlen. Wie teuer ist ne Birne? Je 30cent im 3Pack?

Wenn du kein Licht benötigst, lohnt es sich definitiv die Birne wieder auszumachen. Rund 1000h sollte sie mitmachen. Ein und Ausschaltvorgänge sind gar nicht mal so wild. Beipiel Flur oder Badezimmer. Dort macht man ständig an und aus und die halten dennoch bei mir jedenfalls länger als in einem Raum wo sie täglich 6std. an sind(das bedeutet nach weniger als einem halben Jahr hätte man die 1000h überschritten ;D ). Habe gerade aus diesem Grund im Flur und Badezimmer ne normale Birne mit 40W und in den Zimmer Sparlampen mit 23W(kommt mir jetzt nicht mit Quecksilber, ich lasse die ja nicht fallen und lasst mich mit "zu viel blau Anteil und zu wenig rot" in ruhe, wer zum Geier sagt, dass man rot bräuchte? evtl. sind ja normale Birnen schädlich für die Augen und Gesundheit? Vielleicht haben wir deswegen so viele Brillenträger?).

Gast
2009-08-31, 23:13:54
Ja, die Glühbirne ist auch nicht "ungefährlich":

http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/cstuecke/29459/index.html


Kurz gesagt rotes licht kann Kurzsichtigkeit fördern.

Gast
2009-09-01, 01:36:37
evtl. sind ja normale Birnen schädlich für die Augen und Gesundheit? Vielleicht haben wir deswegen so viele Brillenträger?).

Es ist umgekehrt.

Neuste Studien zeigen, daß die Sparlampen für die allgemeine Gesundheit schädlich sind weil sie im Gegensatz zur guten alten Glühbirne kaum dem Farbspektrum des Lichts der Sonne passen.

Bei Glühbirnen ist das anders, die kommen schon eher an das Spektrum der Sonne heran.


Ein schlauer Mensch kauft daher heutzutage nur noch Halogenlampen,
denn die sind so natürlich wie die Sonne und enthalten auch kein Quecksilber oder irgendwelche Transistoren die bei einem EMP sofort kaputt gehen.
Eine Sparlampe übersteht nämlich keinen EMP, wegen den Halbleiterbauelementen, die im Sockel verbaut sind.

Gast
2009-09-01, 01:40:19
Ja, die Glühbirne ist auch nicht "ungefährlich":

http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/cstuecke/29459/index.html


Kurz gesagt rotes licht kann Kurzsichtigkeit fördern.


Das in den Schulen nur Leuchtstoffröhren herumhängen, das wird natürlich unterschlagen.

Gast
2009-09-01, 01:45:25
Mhm ... EMP ... so so. Ja ist denn schon wieder Kalter Krieg?

Jonny1983
2009-09-02, 19:57:19
Neuste Studien zeigen, daß die Sparlampen für die allgemeine Gesundheit schädlich sind weil sie im Gegensatz zur guten alten Glühbirne kaum dem Farbspektrum des Lichts der Sonne passen.

Bei Glühbirnen ist das anders, die kommen schon eher an das Spektrum der Sonne heran....

Und die Studien sind finanziert von? Und Sonnenlicht ist optimal sagst du? Klar wenn du es sagst dann glaub ich dir natürlich.

Mal im Ernst, welches Licht ist denn nun schädlich und welches nicht? Kann man das so genau sagen? Seit über 100 Jahren verwenden wir das "optimale" Licht und was haben wir davon? Oft Brillen vor den Augen? :biggrin: Tumore? :freak: Andere Krankheiten?
Solange das Licht nicht irgendwie flackert, ist mir fast jedes Licht recht, solange es hell genug ist und keine eindeutigen Farben aufweist.
Wenn ich dann noch 50€ im Jahr an Stromkosten sparen kann, um so besser oder? Schon benötigt man auch weniger Kohl, Öl, Uran usw. für die Energieerzeugung, denn das in Energie umzuwandeln ist wohl schädlicher als eine normale Sparlame es sein kann.

RavenTS
2009-09-05, 11:38:41
...
Ein schlauer Mensch kauft daher heutzutage nur noch Halogenlampen,
denn die sind so natürlich wie die Sonne und enthalten auch kein Quecksilber oder irgendwelche Transistoren die bei einem EMP sofort kaputt gehen.
Eine Sparlampe übersteht nämlich keinen EMP, wegen den Halbleiterbauelementen, die im Sockel verbaut sind.

EMP. Verstehe. Wo hat man denn heute mit nem EMP zu kämpfen??

Sicherlich ist die Verordnung nicht so schön, aber es gibt ja noch lange genug Glühbirnen zu kaufen und glaub jedes Leuchtmittel ist besser als im Dunkeln zu sitzen oder mit ner Kerze...

Gast
2009-09-06, 17:41:46
Mhm ... EMP ... so so. Ja ist denn schon wieder Kalter Krieg?

Ein Asteroideneinschlag genügt und schon hast du auch hier einen sehr starken EMP der den des Folgen eines Kalten Krieges um mehrere Größenordnungen übertrifft.

Showtime
2009-09-06, 19:20:05
Ein Asteroideneinschlag genügt

Passiert natürlich ständig und ist daher sehr threadrelevant. Letztens erst saß ich bei meiner Oma im Garten, sie hatte Geburtstag und wir haben gegrillt, da schlägt doch tatsächlich eines der Mistdinger in das Blumenbeet und begräbt den Hund unter sich. Nicht nur, dass es uns die Würstchen von den Tellern gefegt und meine schwerhörige Oma gerufen hat: "Walter, es hat geklopft!", nein, der EMP ließ doch wirklich sämtliche Glühbirnen von Südniedersachsen bis Weißrussland durchknallen. Hat aber eigentlich niemanden beeindruckt, weil wie gesagt, sowas passiert ja ständig ...

Gast
2009-09-06, 22:15:32
Passiert natürlich ständig und ist daher sehr threadrelevant. Letztens erst saß ich bei meiner Oma im Garten, sie hatte Geburtstag und wir haben gegrillt, da schlägt doch tatsächlich eines der Mistdinger in das Blumenbeet und begräbt den Hund unter sich. Nicht nur, dass es uns die Würstchen von den Tellern gefegt und meine schwerhörige Oma gerufen hat: "Walter, es hat geklopft!", nein, der EMP ließ doch wirklich sämtliche Glühbirnen von Südniedersachsen bis Weißrussland durchknallen. Hat aber eigentlich niemanden beeindruckt, weil wie gesagt, sowas passiert ja ständig ...


Na du bist ja auch sicher der, der diese Lampen in die Notbeleuchtung einbaut.