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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ramdisk-Test mit 36 GB Ram und virtuellen Maschinen


PHuV
2011-09-06, 14:36:52
Vorwort:

Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie es wäre, ein zweites Betriebssystem komplett im Ram zu verwenden. In heutigen IT-Infrastrukturen und Hosting-Umgebungen sind virtuelle Maschinen gang und gäbe. Bisher verwendete ich VMs rein beruflich, bin aber mehr und mehr dabei, diese auch privat zu nutzen. Dafür sprechen gewisse Vorteile gegenüber herkömmlicher Arbeitsweise:

Man kann unterschiedliche Programme zu installieren und zu testen, ohne daß das Hostsystem beeinträchtigt und nötig umkonfiguriert wird, das ständige Backup/Recovery-Szenario wird gespart
VMs kann man schnell kopieren, wieder herstellen und auf andere Systeme übertragen
VMs können speziell und nach Bedarf auf einen Anwendungsfall optimieren
Man kann mehrere VMs auf einem Rechner gleichzeitig verwenden, um Netzverhalten, Hostumgebungen, Client-Server-Architekturen zu simulieren.
Man kann eine relativ gut gesicherte und abgeschottete Umgebung aufbauen

Meine Hauptidee war eigentlich, für den Netzzugang und das Surfen eine komplette VM zu verwenden. Sicherheitslücken, Trojaner, Viren, Exploits und Root-Kits, welche durch eine Internet-Verbindung oder anderweitige Installationen eine ständige Gefahr darstellen, wären kein so großes Risiko mehr, wenn die VM einfach nach jeder Sitzung komplett gelöscht und bei Neustart neu verwendet werden würde. Das setzt natürlich eine saubere und virenfreie Umgebung voraus.

Angesichts meiner Frage ob in den 1366 die neuen 8GB-Dimms funktionieren (http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/showthread.php?p=8919653#post8919653), habe ich spontan mal 3x8 GB Dimms geordert und mich mal wieder für einen Ramdisk-Test durchgerungen. Mit luxuriösen 36 GB Ram kann man einiges anstellen. Umfangreiche VMs haben nur den gewaltigen Nachteil, daß die Startzeiten höher als bei einem nativen OS sind. Und dies wollen wir uns mal anschauen, ob die Verlagerung auf SSD und Ramdisk eine Performance-Steigerung ermöglichen können.

Hinweis:

Hier wird ein sehr spezialisierter Anwendungsfall skizziert! Auslagerungsdatei (siehe unten) und Spieleperformance ist hier nicht das Thema! Für die Spielperformance verweise ich auf meinen älteren Test I-Ram und Ramdisk, meine Ergebnisse (http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/showthread.php?t=329090&highlight=i-ram+Ramdisk).

Ausstattung

Gigabyte X58-UD-7, Bios F9a
i7-950, 3,06 GHz
Crucial C300 128 GB, über SATA-III Marvell angechlossen
Festplatte Samsung HD154UI (1397 GB)

Mischbestückung
3 x 4 GB TakeMS TMS4GB364E081139CM
3 x 8 GB A-Data DDR3L 1333G XPG
Insgesamt 36 GB Ram

Software
Windows 7 x64, SP1, frisch installiert, mit allen aktuellen Updates Stand 06.09.2011
VMWare Player (3.1.4 build-385536)
Ramdisk Superspeed 11.5.441 x64 Testversion
Powerarchiver 12.00.59
Acronis TrueImage 2012
AS SSD Benchmark 1.6
Oracle 11g 11.2.0.2 Enterprise Edition
Oracle Sql Developer 3.0.0.4

Betriebssystem der VMs
Oracle Enterprise Linux 6.1
Windows 7 x64, frisch installiert, keine Updates und kein SP1
Jede VM hat 4 GB Hauptspeicher und 2 Prozessoren.

Gestoppt wurde per Sicht und Stoppuhr, also bitte die zugegebenermaßen ungenauen Meßwerte mit Wohlwohlen und Nachsicht zu betrachten.

Bemerkung zu VM-Software

Es wird hier der VMWare-Player verwendet, weil der sich im Alltagsbetrieb stabiler und bedienerfreundlicher erwiesen hat. Oracles VirtualBox (ehemals Sun) hat bei diversen Updates doch Probleme bereitet (VM lief nicht mehr) und die VM-Dateien lassen sich nicht einfach so hin und her kopieren oder einfach übernehmen (z.B. für Windows 7). Dies stellt jedoch keine Wertung über die Qualität der VMs insgesamt dar, sondern mit meiner Präferenzen und Anforderungen.
Hier erst mal die per theoretische Werte:

AS SSD Benchmark 1.6:

http://img695.imageshack.us/img695/939/asssdbenchc300ctfddac12.png (http://imageshack.us/photo/my-images/695/asssdbenchc300ctfddac12.png/)
http://img233.imageshack.us/img233/8635/asssdbenchramdisksupers.png (http://imageshack.us/photo/my-images/233/asssdbenchramdisksupers.png/)

HD Tune 3.50

http://img641.imageshack.us/img641/3910/hdtunebenchmarkc300ctfd.png (http://imageshack.us/photo/my-images/641/hdtunebenchmarkc300ctfd.png/)
http://img13.imageshack.us/img13/5783/hdtunebenchmarksuperspe.png (http://imageshack.us/photo/my-images/13/hdtunebenchmarksuperspe.png/)

Die per Ramdisk ermittelten Werte sehen erst mal imposant aus. Gegenüber einer Crucial C300 werden Lesenwerte Faktor 11, Schreibwerte sogar Faktor 33 erreicht. Bei den 4k-Werten sind beim Lesen immerhin noch ein Faktor 12, beim Schreiben ein doch schon schwächerer Faktor 6 gegenüber der SSD zu beobachten. Bei den 4k-64Thrd-werten schrumpft der Wert auf Faktor 4 beim Lesen und Faktor ~5,7. Die ermittelten Zugriffszeiten von 0,009 ms beim Lesen und 0,017 beim Schreiben sind natürlich ein Traum, was gegenüber einer SSD den Faktor 19 lesend und Faktor 47 beim Schreiben bedeutet.

Die intern verwendete Festplatte dient eigentlich nur zu Backup-Zwecken, und ist mit ca 75 MB/s nicht gerade schnell, sie wird hier nur mal pro-forma aufgeführt.

Benchmarks

Entpacken einer ISO-Datei mit 6,72 GB

Erläuterung
Wer eine größerte IT-Infrastruktur pflegt, ist heute gut beraten, Installations-CDs als ISO-Daten im Netz zentral abzulegen. Diese können dann mit Programmen wie DAEMON Tools oder künftige sogar direkt in Windows 8 (http://www.computerbase.de/news/2011-09/windows-8-kann-iso-images-direkt-mounten/)bearbeitet werden. Hier bietet sich eine Ramdisk förmlich an, die Dateien dort bereits zu entpacken und so eine schnellere Installation zu ermöglichen.
HDD - 4:10 Min
SSD - 1:19 Min
RAM - 0:08 Min

8 Sekunden für das Entpacken einer ISO-Datei auf der Ramdisk ist durchaus imposant. Hier macht sich mit 1:19 Min die Schreibschwäche der C300 stark bemerkbar, was im Allgemeinen eine Schwächen bei den SSDs ist.

Start VM mit Oracle Enterprise Linux 6.1

Erläuterung
Im Prinzip kann hier jede beliebige Linux-Distribution gewählt werden. In meinem Fall verwende ich oft ein Red-Hat-Klone von Oracle, welches gleich eine für Oracle-Datenbanken optimierte Linux-Umgebung bereit hält. Diese kann auch für sogenannte Cluster-Datenbanken in Form von mehreren Knoten oder Rechnern verwendet werden (Oracle RAC). Es wurde die Zeit bis zum Erscheinen des Login-Fensters gemessen.
HDD - 1:45 Min
SSD - 0:24 Min
RAM - 0:21 Min

Hier relativiert sich der Betrieb über die Ramsdisk, sie ist minimal schneller als eine von SSD gestartete VM-Instanz. Ganz abgeschlagen landet hier die Festplatte, weshalb die Verwendung von VMs auf Festplatten keine besondere Freude darstellt.

Windows 7 x64 mit 4GB, reiner Start bis Login

Erläuterung
Hier wurde eine Oracle-Datenbank in einem Windows-System installiert, um das Hostsystem nicht zu belasten, und eine Spielwiese für diverse Tests zu bieten. Bei Fehler oder zerstören der Datenbank Tablespaces kann durch Kopie schneller ein System wieder hergestellt werden als über ein datenbank internes Recovery per RMAN oder per Export/Import mit Datapump. Die Zeitmessung ist von Start der VM bis zum Anzeigen des Login-Fensters.
HDD - 0:34 Min
SSD - 0:23 Min
RAM - 0:23 Min

Hier ist ein Gleichstand zu beobachten. Der Start der VM bis zum ersten Login-Fenster ist bei SSD und Ramdisk gleich. Der Start von Festplatte ist etwas abgeschlagen mit 11 Sekunden mehr.

Windows 7 x64 mit 4GB, reiner Start mit Login

Erläuterung:
Die Zeitmessung ist von Start der VM bis zum Anzeigen des Login-Fensters, Auswahl eines Benutzers ohne Kennwort, bis zur Anzeige des Desktops.
HDD - 1:49 Min
SSD - 1:36 Min
RAM - 1:34 Min

Auch eingeloggt ist der Unterschied zwischen SSD und Ramdisk sehr gering. Selbst der Festplattenstart scheint sich hier stark zu relativieren. Die VMWare benötigt intern mehr Rechenzeit für den Start des virtuellen Desktops, so daß die I/O-Belastung durch Dateizugriffe nicht der entscheidende Bremsfaktor darstellt. Hier legt die VMWare eine deutlich lange Wartepause mit einem schwarzen Bildschirm ein.

Windows 7 x64 mit 4GB, Login erfolgt, und Start Oracle SQL Developer
Erläuterung
Im eingeloggten Zustand wird nur die Anwendung Oracle SQL Developer gestartet, und vom Start bis zur Anzeige der Oberfläche gemessen.
HDD - 1:05 Min
SSD - 0:19 Min
RAM - 0:19 Min

Wiederum ist zwischen SSD und Ramdisk ein Gleichstand erreicht. Sobald eine starke I/O-Belastung durch Dateizugriffe stattfinden, können SSD und Ramdisk wieder ihre Stärken ausspielen. Im Alltagsgebrauch kann die Ramdisk jedoch keine entscheidenden Vorteile herausarbeiten, trotz hoher theoretischer Werte ist sie hier mit der Ramdisk gleich zu setzen.

Nun mal die Werte aus Sicht der VM selbst

VM SSD
http://img269.imageshack.us/img269/7554/asssdbenchvmwarevmwarev.png (http://imageshack.us/photo/my-images/269/asssdbenchvmwarevmwarev.png/)
http://img691.imageshack.us/img691/5374/hdtunebenchmarkvmwarevm.png (http://imageshack.us/photo/my-images/691/hdtunebenchmarkvmwarevm.png/)

Hier findet sich erst mal eine dicke Überraschung: Die Lesewerte fallen um ca. 120 MB/s ab, aber die Schreibwerte sind mit 3 MB/s Unterschied zur nativen Hostmesswert sehr gering aus. Bei den 4k-Werten verliert das Lesen etwa die Hälfte, die Schreibwerte etwa 2,5 zum Hostwert. Auch die 4k-Wert halbieren sich lediglich. Die Zugriffzeiten werden in der VM marginal schlechter als in der nativen Version.

VM Ramdisk
http://img853.imageshack.us/img853/7554/asssdbenchvmwarevmwarev.png (http://imageshack.us/photo/my-images/853/asssdbenchvmwarevmwarev.png/)
http://img638.imageshack.us/img638/5374/hdtunebenchmarkvmwarevm.png (http://imageshack.us/photo/my-images/638/hdtunebenchmarkvmwarevm.png/)

Verglichen mit den nativen Ergebnissen des Hosts fallen die Werte innerhalb der VM gewaltig ab. Lesen/Schreiben ist über den Faktor 3 langsamer, ganz dramatisch hat es die 4k-Werte erwischt, hier verliert man in der VM den Faktor 10. Allein die 4k-Thrd-Werte überraschen, hier ist der Lesewert um 100 MB/s schneller, der Lesewert um den Faktor 3 niedriger als nativ. Die Zugriffszeiten sind ebenfalls ungefähr um dem Faktor 10 niedriger als beim Host.

Letzte Bemerkung:

Das leidige Thema Auslagerungsdatei wurde hier schon oft genug und sehr breit diskutiert. Bisher hat jeder Test gezeigt, daß die Auslagerungsdatei im Alltagsbetrieb bzgl. der Performance keine Rolle spielt, so daß die Auslagerungsdatei hier nicht weiter betrachtet wird.

Bei einem so große Arbeitspeicher werden die Auslagerungsdatei und die hiberfil.sys (Datei für den Ruhezustand) per Default auf die selbe Größe gesetzt wie der Hauptspeicher selbst. Bei 36 GB Ram bedeutet dies 72 GB zusätzlicher Plattenplatz, was für eine 128 GB SSD doch eine erhebliche Platzverschwendung darstellt. Hier lohnt es sich, die Auslagerungsdatei auf ca. 10 GB zu beschränken und die hiberfil.sys mit den als Administrator gestarteten Kommandointerpreter (Start > Ausführen > cmd)

powercfg -h off

abzustellen. Moderne Sicherungstools wie Acronis True Image ignorieren die Auslagerungs- und Ruhezustandsdatei, sie sind in einer Sicherung nicht enthalten.

Fazit:

Für die meisten Tätigkeiten bringen separate Ramdisks keine Vorteile. Nur wer Anwendungen hat, wo eine hohe Belastung des Dateisystems stattfindet (z.B. Bild-, Audiobearbeitung und Videoschnitt viele Undo-Stufen, Dateien entpacken, Suchen, Bearbeiten, Zugriffszeiten, ), spielt eine Ramdisk ihre Stärken aus. Weiterhin bietet sich eine Ramdisk überall da an, wo Dateien nur temporär zur Verfügung stehen müssen, und man das erste Kopieren in die Ramdisk in Kauf nimmt.

Beim konkreten Fall VM in Ramdisk ist das Ergebnis ernüchternd: Eine SSD bietet heute genug Leseperformance, um mit der Ramdisk mitzuhalten. Die Benchmarks in der SSD zeigen ungefähr einen Abfall der Leistung um weniger bis mehr als die Hälfte an, während die Ramdisk-Version teilweise um den Faktor 10 an Performance verliert.

Angesichts der hohen Preise der 8GB-Dimms (für 3x 8GB ca 600 EUR, Stand 06.09.2011 *), lohnt sich die Aufrüstung im Alltagsgebrauch eher nicht. Aktuell kosten 4 GB-Dimms um die 20 EUR, so daß man bei Sockel 1366-Systemen mit 6 x 4 GB bei ca. 120 EUR, und bei 16 GB auf Sockel 1155/1156/AMD-Systemen auf ca. 80 EUR kommt. Ich habe beispielsweise August 2010 ca. 75 EUR pro 4 GB-Dimm bezahlt. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis sind die 8 GB-Dimms definitiv zu teuer. Interessanterweise sind 8GB Full-Bufferd und ECC-Dimms für Server günstiger zu erwerben.

Wer in sein 1155/1156/AMD-System mit 16 GB auf eine Grenze stößt, kommt um die 8GB-Dimms nicht herum. Aktuelle Intel Sockel-1366-Besitzer können hier entspannter mit 24 GB agieren. Interessant wird es mit den kommenden Sockel 2011-Systemen, die aber, nach bisherigen Angaben, wohl nur mit einem Quad-Channel für 4 Dimms kommen werden, und nicht, wie bisher mit 2fach-Ausstattung der Ramsysteme Dual- und Tri-Channel.

Somit ist das Fazit bei den aktuellen 8GB-Dimm-Preisen eindeutig: Lieber heute mit günstigen 4-GB-Dimms aufrüsten, und den Rest des Geldes in eine aktuelle SSD zu investieren. Mit einer SSD und Hauptspeicher von 8-12 GB oder mehr lassen sich mit einem Quad-Core Prozessor gut 2-3 virtuelle Instanzen gleichzeitig bedienen. Hier ist dann eher die fehlende CPU-Leistung als der mangelnde Hauptspeicher das Problem.

Update: Benchmarks der VMs ergänzt.
*Update 05.02.2012
Nicht einmal 5 Monate später kann man ein 16GB Kit mit 2x8 GB DDR3 1333 Dimms für ca 80 EUR erwerben. Das ist Preisverfall von Faktor 5 (!) innerhalb 5 Monate. Ein Vollausbau liegt bei Sockel 1366 nun bei 240 EUR.

HisN
2011-09-06, 14:54:06
Kleine Anmerkung


powercfg -H off

Meines Wissens nach unterscheidet der Windows Commandozeileninterpreter nicht nach Groß/Kleinschreibung

ein

powercfg -h off

Funktioniert genau so.

PHuV
2011-09-06, 14:56:07
Es geht auch ein
powercfg /h
powercfg /H

;), ich hab einfach mal die erst beste Doku genommen. Windows ist ja kein Unix.

iltis2k
2011-09-06, 16:12:47
Interessanter Test, danke.
Die RAM-Disk hat ja deutlich bessere Werte bei den Benchmarks, aber warum ist der Abstand zur SSD so gering? Was limitiert da?

HisN
2011-09-06, 17:13:19
Interessanter Test, danke.
Die RAM-Disk hat ja deutlich bessere Werte bei den Benchmarks, aber warum ist der Abstand zur SSD so gering? Was limitiert da?

Der Prozessor, der die Daten die das Subsystem liefert auch noch verarbeiten muss. In den Zeiten wo die HDD-Led nicht leuchtet werden auch keine Daten transferiert, da ist das System anderweitig beschäftigt :-)

PHuV
2011-09-06, 17:59:15
Interessanter Test, danke.
Die RAM-Disk hat ja deutlich bessere Werte bei den Benchmarks, aber warum ist der Abstand zur SSD so gering? Was limitiert da?

Schau mal auf die Benchmarks der VMs selbst, das wäre eine Erklärung. Zudem darf man nicht vergessen, daß ein kompletter Rechner auf ein Filesystem (!) simuliert wird, und der Host selbst auch Ressourcen benötigt. Interessant wäre es, wenn man VMs direkt ohne ein virtuelles FS installiert, jedoch verliert man dann den Vorteil des verschieben/kopieren/sicherns.

pest
2011-09-06, 19:50:15
Meines Wissens nach unterscheidet der Windows Commandozeileninterpreter nicht nach Groß/Kleinschreibung


natürlich tut er das. nur das programm nicht.

HisN
2011-09-07, 13:31:19
Müsste man zum Start aus der Ramdisk nicht eigentlich die Zeit noch hinzurechnen, die die VM braucht um von der SSD/HDD in die Ramdisk zu wandern?

@pest
Dann ist mir in MS-Zeiten wohl noch kein einziges Programm untergekommen dass darauf reagiert.
Schließlich ist
DIR
DiR
dir
diR

Auch alles das gleiche und wird ausgeführt.

PHuV
2011-09-07, 16:58:42
Müsste man zum Start aus der Ramdisk nicht eigentlich die Zeit noch hinzurechnen, die die VM braucht um von der SSD/HDD in die Ramdisk zu wandern?


So gesehen müßte man sogar die Kopie von HDD auf SSD mit reinrechnen. Kommt sogar praktisch recht oft vor, weil ich mehrere verschiedene Versionen von VMs habe, und die benötigte Version dann erst vorher auf SSD kopiert wird. Da SSD-Platz knapp und teuer ist, muß man hier auch ständig hin und her kopieren. Jedoch macht man das im Normalfall ein Mal und das wars.

Wie im Artikel erwähnt, war ja meine Idee, warum ein OS nicht einfach selbst eine VM in eine Ramdisk erstellt, und somit eine sichere Surf-Grundlage bietet. Solange der Rechner an wäre, würde diese VM ja auch ständig laufen, mit einer einmaligen vorher durchgeführten Kopieraktion.

Jonny1983
2011-09-10, 12:51:37
Deine Werte sehen gegenüber meinen sehr mickrig aus.
http://www.abload.de/img/ramdisku3w7.png (http://www.abload.de/image.php?img=ramdisku3w7.png)

PHuV
2011-09-11, 01:25:26
Deine Werte sehen gegenüber meinen sehr mickrig aus.

Ein Problem war vermutlich die Mischbestückung mit 1,5V-Rams und 1,35V-Rams, zudem habe ich sehr defensiv gehandelt und den Speicher nicht optimiert oder übertaktet, ebenso die CPU nicht. Bei den 4k-64-Thrd-Werte würde ich mal sagen, daß ASS bei Dir schummelt oder lügt, bzw. es sollte vielleicht noch jemand mit einem xxx67-Board + i5-2400-2600 das mal nachstellen.

Was für eine Ausstattung verwendest Du, und wie hast Du Deinen Speicher eingestellt? Hast Du die CPU/Speicher übertaktet? Gerade ein höherer CPU-Takt treibt die seq. Schreib-/Leserate sehr hoch, siehe Beispiel mein Spielerechner:

Core i7-950 3,07Ghz @ 4,2 GHz
3 x GTX 580 mit 263.09
12 GB Ram
EVga 4-Way-SLI
Win7 Ultimate 64
http://img839.imageshack.us/img839/8635/asssdbenchramdisksupers.png (http://imageshack.us/photo/my-images/839/asssdbenchramdisksupers.png/)

Vor allen Dingen, die 1366-Sockel haben Tri-Channel, die aktuellen Sockel 1155 für die Sandy-Bridge nur Dual-Channel! Von dem her kann ich beim besten Willen Deine hohen 4k-64Thrd-Werte nicht erklären.

Das ganze Szenario nun noch mit den etwas besseren Werten halte ich für überflüssig, ich glaube nicht, daß dies die Anwendungswerte in der VM entscheidend verbessern würden, sondern vielleicht noch 1-5 Sekunden rausholen würden.

Zig Tests, u.a.
HT4U - DDR3-Speicher-Roundup (Dual-Channel-Kits) (http://ht4u.net/reviews/2009/ddr3_roundup/index17.php))
HT4U - G.Skill zeigt die Zähne - Ripjaws-Speicherkit im Kurztest (http://ht4u.net/reviews/2009/gskill_ripjaw/index7.php)

haben übrigens auch gezeigt, daß beispielsweise ein Speicher (1333,1600, 1833, 2000) mit höherem Takt zwar deutlich höhere theoretischen Werte liefert, jedoch rein praktisch dies im Spiele- und Anwendungsbetrieb kaum bemerkbar ist.

Jonny1983
2011-09-11, 19:20:04
Was für eine Ausstattung verwendest Du, und wie hast Du Deinen Speicher eingestellt? Hast Du die CPU/Speicher übertaktet? Gerade ein höherer CPU-Takt treibt die seq. Schreib-/Leserate sehr hoch, siehe Beispiel mein Spielerechner:

Mit einem H67 kann man gar nicht übertakten.
Alles läuft hier auf default. Speicher auch, ist 1333er mit langsamen 9-9-9-24 Timings.
Ich habe es allerdings unter WinXp laufen lassen. Ich werden es nochmal unter Win7 laufen lassen und poste es dann.

Pinoccio
2011-09-11, 19:40:00
Danke für den Test. Dass VMs von FEstplatte kein großer Spaß sind, hat wohl jeder schon gemerkt. Gut zu wissen, dass SSDs sie deutlich beschleinigen, aber RAM-Disks kaum ncoh etwas bringen.
Den Effekt, das SSDs den I/O-Flaschenhals der Festplatten praktishc beseitigen und auch bei I/O-lastigen Sachen die CPU wieder stärker eine Rolle spielt, gibt es aj auch beim normalen Programmstart.
Könntest du den Windows 7 x64 mit 4GB, reiner Start mit Login mal mit runtergetaktetem Prozessor (z. B. halber Takt) mal messen?

mfg

FeuerHoden
2011-09-11, 19:57:50
@pest
Dann ist mir in MS-Zeiten wohl noch kein einziges Programm untergekommen dass darauf reagiert.
Schließlich ist
DIR
DiR
dir
diR

Auch alles das gleiche und wird ausgeführt.

Lame?

-t disable writing LAME Tag
-T enable and force writing LAME Tag

:)

PHuV
2011-09-11, 23:47:27
Könntest du den Windows 7 x64 mit 4GB, reiner Start mit Login mal mit runtergetaktetem Prozessor (z. B. halber Takt) mal messen?

Ich habe den Speicher nicht mehr, und mit nur 24 GB Ram schaffe ich es leider nicht, die Win7 x64-VM (ca 22 GB + 4 GB Ram für die VM selbst) zum Fliegen zu bekommen. Die Linux-VM wäre kein Problem, sie ist lediglich 6 GB groß.

Jonny1983
2011-09-12, 07:58:22
Also für ne RAMDISK ist Win7 x64-VM übertrieben.
Wenn du dort einfach nur surfen und hin und wieder ein Programm testen möchtest(das Win7 natürlich nicht dringend voraussetzt), dann wäre XP geeigneter.
Mein virtuelles XP verbraucht <4GB (inkl. Office etc.).
Sowas lässt ich dann auch schneller von der SSD auf die RAMDISK kopieren und starten.
Wenn ich erstmal >20GB auf die RAMDISK kopieren müsste, wo wäre da der Geschwindigkeitsvorteil?

16GB RAM sind zudem für jeden erschwinglich. Bei einer ~120GB SSD wären mir auch >20GB für ein Win7 VM-Image zu schade. Packt man diese auf HDD, dauert es ewigkeiten das Image auf die RAMDISK zu kopieren.

kunibätt
2011-09-12, 18:49:08
Finde das Thema interessant und habe dazu mal eine Frage:
Angenommen ich erstelle mir auf einem "ordinären" W7 eine Ramdisk für ein hypothetisches Programm, was sehr an der I/O Leistung hängt. Inwiefern kastriere ich dann den Speicherdurchsatz von meinen normalen System, wenn ich das Programm in der Ramdisk nicht nutze?

FeuerHoden
2011-09-12, 19:03:38
Ich denke die Systemressourcen werden, wenn von dir nicht anders festgelegt, gleichmäßig entsprechend der Last verteilt.
Du kannst der VM eine niedrigere Priorität geben wenn das Host System den Vorrang haben soll, idlet das Hostsystem hat die VM auch so die volle Bandbreite.

PHuV
2011-09-13, 00:10:11
16GB RAM sind zudem für jeden erschwinglich. Bei einer ~120GB SSD wären mir auch >20GB für ein Win7 VM-Image zu schade. Packt man diese auf HDD, dauert es ewigkeiten das Image auf die RAMDISK zu kopieren.

Heute sicherlicher ja. Wenn ich daran denke, daß bei meinem ersten Ramdisktest (http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/showthread.php?t=329090&highlight=i-ram+Ramdisk) (auf PC-Basis, wohlgemerkt ;) ) die Preise doch noch anders waren (laut meinen Erinnerungen):

10/2006 2 GB DDR2-DIMM 533 ca 250 EUR, für 8 GB insgesamt 1000 EUR
06/2010 4 GB DDR3 DIMM 1333 ca. 150 EUR
08/2010 4 GB DDR3 DIMM noch ca. 75 EUR, 24 GB für 450 EUR
09/2011 8 GB DDR3 DIMM 1333 ca. 200 EUR, 24 GB für 600 EUR

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, was ich für meine erste Aufrüstung 6 x 2 GB DDR3 13333 bezahlt hatte (Weihnachten 2009).

Letztes Jahr waren die 4-GB-Dimms noch richtig teuer, bis sie ab August 2011 richtig tief fielen. Im August 2011 habe ich beispielsweise mit 6 x 4 GB aufgerüstet. Damaliger Preis 450 EUR, heute sind das gerade mal 120 EUR. Und ich habe mich noch damals so gefreut, daß ich noch gewartet hatte, und die Rams plötzlich um die Hälfte billiger waren. :freak:

Finde das Thema interessant und habe dazu mal eine Frage:
Angenommen ich erstelle mir auf einem "ordinären" W7 eine Ramdisk für ein hypothetisches Programm, was sehr an der I/O Leistung hängt. Inwiefern kastriere ich dann den Speicherdurchsatz von meinen normalen System, wenn ich das Programm in der Ramdisk nicht nutze?

Ich würde mal sagen, ganz wenig bis nichts. Eine Ramdisk macht ja nichts anderes, als einen Hauptspeicherbereich als ansprechbares Laufwerk zur Verfügung zu stellen. Es ist eine Art Pseudodevice, welches einen Teil für sich einfach reserviert, und den Hauptspeicher ab Adresse X wegblendet, und exklusiv für die Ramdisk bereithält. Das System merkt vielleicht nicht mal, daß der Speicherbereich beschnitten wurde. Es nutzt - mit vollen Resourcen - den restlichen Speicherbereich. Wenn natürlich viel I/O auf der Ramsdisk läuft, daß würde den Hauptspeicher insgesamt in der Performance beeeinflußen. Aber wenn der Bereich nicht genutzt wird, passiert auch nichts weiter, und es wirkt sich nicht auf den restlichen Bereich aus. Kritisch wird es nur, wenn mehr als das der zur Verfügung stehende Speicher benötigt wird.

misterh
2011-09-13, 04:56:47
nun auch mal von mir

2500k @ 4500mhz
2x4GB DDR3-2000

ka ob das Programm gut ist. hab mit damit getestet

http://s7.directupload.net/images/110913/47sklqgd.jpg

DDR3-2000 @ 800 9-11-9-27
http://s1.directupload.net/images/110913/jvfwjjyw.jpghttp://s1.directupload.net/images/110913/bfoejxg7.jpg

DDR3-2000 @ 1600 9-11-9-27
http://s1.directupload.net/images/110913/og7miwyy.jpghttp://s1.directupload.net/images/110913/gwo242iu.jpg

DDR3-2000 @ 2133 10-12-10-27
http://s1.directupload.net/images/110913/25rhpzrh.jpghttp://s1.directupload.net/images/110913/sb9766n5.jpg

PHuV
2011-09-13, 10:54:19
Ihr sollte als Filesystem bitte NTFS und kein FAT32 verwenden. Damit erklären sich dann die zu hohen 4k-64Thrd-Werte. Als Vergleich gegenüber SSDs taugen dann diese Werte leider nichts.

misterh
2011-09-13, 11:04:43
Nehmt doch als Filesystem bitte NTFS, und kein FAT32. Damit erklären sich dann die zu hohen 4k-64Thrd-Werte. Als Vergleich gegenüber SSDs taugen dann diese Werte nichts.

mit NTFS isses 200mb/s (lesen) und 300mb/s (schreiben) weniger als mit FAT32 und rest gleich.

PHuV
2012-02-05, 00:32:55
Nicht einmal 5 Monate später kann man ein 16GB Kit mit 2x8 GB DDR3 1333 Dimms für ca 80 EUR erwerben. Das ist Preisverfall von Faktor 5 (!) innerhalb 5 Monate. Das ist doch ein sehr drastischer Preisabfall.

Ein Vollausbau liegt bei Sockel 1366 nun bei 240 EUR. Leider gibt ist der günstigste Prozessor Intel Core i7-3820 noch nirgendwo erhältlich, sonst wäre ein solches System mit 64 GB Ram wirklich bezahlbar.