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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auszug - Kündigungsfrist verkürzen wegen "Mängel"?


Hatstick
2011-12-12, 11:14:41
Huhu! :smile:

Habe hier vor längerer Zeit mal einen Thread aufgemacht, wo ich Probleme in meiner Wohnung mit einem brummen hatte.
Dieser Brummton kommt 100% aus der Bäckerei hier im Haus.

Die letzten zwei Wochen ist es auch nochmal deutlich schlimmer geworden.
Wir reden hier insgesamt über 10-15h ... am Tag. Mal lauter, mal leiser.
Ab ca. 2Uhr morgens ist es am lautesten, wenn diese Knetmaschinen anspringen.
Ich habe mich vor zwei Wochen entschlossen hier auszuziehen und bin auch fleißig am suchen.

Jetzt ist mir noch eine Idee gekommen.
Kündigungsfrist beträgt drei Monate, muss ich mich jetzt hier eigentlich bei diesem für mich kaum noch auszuhaltenen Problem wirklich daran halten oder gibt es für mich als Mieter irgendwie die Möglichkeit, die Frist zu verkürzen?

Ich werde hier wahnsinnig, Ohrstöpsel ist eigentlich Pflicht und irgendwie kann das hier nicht mehr Sinn der Sache sein.


Danke schonmal,

Hatstick

Stormtrooper
2011-12-12, 11:20:59
Nein,
du kannst höchstens die Miete kürzen.

Knobina
2011-12-12, 11:38:43
Nein,
du kannst höchstens die Miete kürzen.

Genau so! Es sei denn der TS tritt einem Mietverein bei. Die können dort manchmal wahre Wunder wirken, mit ihren Anwälten:freak: Weiß ich aus Erfahrung als Mieter.

Hatstick
2011-12-12, 11:47:09
Ok, danke für die Info! :smile:

Mietkürzung hatte ich jetzt gar nicht auf dem Schirm.
Ich versuche natürlich, so schnell wie möglich hier raus zu kommen.
Als kleines Schmerzensgeld noch drei, vier oder fünf Monate weniger Miete zu zahlen, wäre nicht verkehrt.

Weiß jetzt nur nicht, ob es trotz meiner Meinung nach absolut inakzeptablem Problem ich im Recht bin und die Miete kürzen kann?

Ich wohne jetzt schon acht Jahre hier und ich habe immer schon ab und an ein sehr leises Brummen gehört.
Das hat mich nicht gestört, weil ich dann nicht so lange hier gewohnt hätte.
Allerdings hat es seit ca. einem Jahr ganz stark zugenommen, sowohl von der Zeitspanne als auch von der Lautstärke her.
Es gab Nächte, da war ich kurz davor ins Hotel zu gehen, weil ich nicht schlafen konnte.

Mit dem Bäcker habe ich gesprochen, der hat die letzten Jahre nicht an seinen Maschinen/Lüftung geändert.
Vielleicht hat sich auch die Statik oder was weiß ich hier im Haus geändert.
Ich wohne in der vierten Etage und die Bäckerei ist ganz unten.

Die Frage ist, bin ich im Recht und wenn ja, wieviel kann man die Miete kürzen?
Kann man pauschal ne Aussage treffen oder muss ich mir dafür einen Anwalt nehmen?

Rechtsschutz versichert bin ich nicht und extra einen Anwalt nehmen, würde sich wohl finanziell gar nicht mehr lohnen.
Habt ihr da irgendwelche Anhaltspunkte oder kann man das so pauschal nicht beantworten?


MfG,

Hatstick

sun-man
2011-12-12, 13:49:05
Das "dumme" beim Mietverein ist die Sperrfrist für den Anwalt - und bestehende Probleme werden da in der Regel nicht angenommen. Bin auch in einem und weiß das deswegen ;)

Kenny1702
2011-12-12, 13:56:32
Ohne deinen anderen Thread gelesen zu haben, hast du mal mit deinem Vermieter geredet? Die Behebung des Problems sollte eigentlich auch in dessen Interesse sein.

ux-3
2011-12-12, 14:09:30
Allerdings hat es seit ca. einem Jahr ganz stark zugenommen, sowohl von der Zeitspanne als auch von der Lautstärke her.
Es gab Nächte, da war ich kurz davor ins Hotel zu gehen, weil ich nicht schlafen konnte.



Könnte sein, dass du zu lange gewartet hast.

Commander Keen
2011-12-12, 14:22:03
Könnte sein, dass du zu lange gewartet hast.

Schon, allerdings bedeutet das nicht, dass er nicht immer noch eine Mietkürzung erwirken kann.

Lärmbelästigung ist jedenfalls ein anerkannter Mietminderungsgrund. Wie hoch die ausfällt hängt vom Einzelfall ab. Aus der Hüfte würde ich sagen, wenn das Geräusch über viele Stunden deutlich wahrnehmbar und störend ist müssten da schon gut 30% drin sein. Besser allerdings das ganze mal mit dem Mieterschutzbund o.ä. abklären.

Hatstick
2011-12-12, 15:23:07
Also mit dem Vermieter habe ich schon gesprochen.
Konkrete Lösungsvorschläge hat er nicht wirklich und ich denke, das ist auch allgemein ein kein einfaches Problem.
Könnte mir vorstellen, das es wahrscheinlich sogar ein sehr großer Aufwand ist, dieses Problem zu beseitigen oder eventl. gar nicht mehr zu beseitigen ist. Bin da kein Experte.

Entweder die Bäckerei komplett neu dämmen oder auch diesen Altbau hier aber das sind natürlich Kosten, die nicht ohne sind und ehe das der Vermieter/Bäcker tut, muss wahrscheinlich mehr passieren.
Sprich, der nächste Mieter nach mir beschwert sich auch über dieses Problem, bzw. zieht auch nach einiger Zeit aus.
Dann könnte eventl. was passieren, so meine Schätzung.

Und auf die rechtliche Schiene werde ich nicht gehen.
Da ist die Bäckerei gut aufgestellt (Inhaber gehört die untere Hälfte des Hauses) und selbst wenn ich dann irgendwann mal Recht bekommen sollte, sind wahrscheinlich noch einige Monate mehr ins Land gezogen.

Naja, dann muss ich das irgendwie hier durchhalten und sehen, das ich hier möglichst schnell rauskomme. :mad:

P.S: ... bevor ich nicht Amok laufen und die Bäckerei unten anzünde.

Commander Keen
2011-12-12, 16:58:05
Naja, dann muss ich das irgendwie hier durchhalten und sehen, das ich hier möglichst schnell rauskomme. :mad:

Die Mietminderung kannst du jederzeit durchsetzen. Dafür brauchst du auch keinen Anwalt, es sei denn der Fall landet irgendwann vor Gericht. Aber wenn die Situation so ist wie beschrieben, hast du ja nichts zu befürchten. Im allgemeinen hat man als Mieter in Deutschland zum Glück sehr weitreichende Rechte und muß sich nicht jeden Scheiß bieten lassen.

Also einfach ein Schreiben an den Vermieter aufsetzen, die Mietminderung in % gegenchecken lassen und ab sofort nur noch geminderte Miete überweisen - fertig. Und natürlich trotzdem schnell raus da.

Colin MacLaren
2011-12-12, 17:26:33
Ist das nicht eigentlich auch das Problem des Bäckers, wenn er in einem Wohngebiet nachts Arbeitsgeräusche emmisiert? Bin da aber kein experte, aber erkundige Dich mal in die Richtung.

GSXR-1000
2011-12-12, 19:18:18
Ist das nicht eigentlich auch das Problem des Bäckers, wenn er in einem Wohngebiet nachts Arbeitsgeräusche emmisiert? Bin da aber kein experte, aber erkundige Dich mal in die Richtung.
Wir reden hier immer vom subjektiven Empfinden des TS. Die Lärmempfindlichkeit von Menschen ist extrem unterschiedlich. Und es gibt nicht gerade wenige, die eben auch vom Gesetz oder Gutachtern als normal und zumutbar anerkannte Lärmbelästigungen nicht ertragen.
Ich für meinen Teil würde garnichts machen, solange nicht klargestellt ist, das dieser Lärm tatsächlich über das zumutbare hinausgeht. Und das kann dir im zweifelsfalle nur ein Fachmann sagen. Zum Beispiel müsste dann eben mal konkret der Schalldruck zu diversen Tages- und Nachtzeiten bei geschlossenen Fenstern gemessen werden. Das gibt dann erste Anhaltspunkte.
Selbst für eine Mietminderung ist nicht das subjektive Lärmempfinden messbar.
Wie gesagt: erstmal harte Fakten sammeln bitte, dann um Rat fragen, dann handeln. ALles andere ist sinnlos und reine spekulation.

Quantar
2011-12-13, 08:43:21
Bei mir hat man damals die Kündigungsfrist von 3 auf einen Monat runtergesetzt da ich mich mehrfach (vergeblich) über nervtötendes permanentes Hundegebelle beschwert habe. Allerdings musste dafür auch ein Anwalt her.

Hatstick
2011-12-13, 13:18:20
Also das "Problem" ist, das der Vermieter wirklich sehr nett ist und u.a. auch diverse nötige Renovierungsarbeiten hier im Laufe der Jahre immer sehr schnell zugestimmt und durchgeführt hat.
Fühle mich da irgendwie nicht wohl, ihm gleich ohne Ankündigung die Pistole auf die Brust zu setzen.

Mit dem Bäcker habe ich zwei mal gesprochen und er hat halt laut seiner Aussage nichts in der Bäckerei die letzten Jahre geändert.

Wie gesagt, die rechtliche Schiene gegen den Bäcker fahre ich sowieso nicht, weil ich da mit Sicherheit den kürzeren ziehe und sich das Problem trotz allem nicht relativ schnell erledigt.

Wenn in der Bäckerei nix geändert wurde, dann hat sich eventl. die Statik des Hauses geändert oder was weiß ich.
Das ist halt auch ein ekliges Problem, was denk ich auch wirklich schwierig schnell zu lösen ist oder eventl. gar nicht.

Ich kann eventl. mal mit dem Vermieter auf "Kulanzbasis" sprechen, ob er die Frist vielleicht auf zwei Monate verkürzt.
Ansonsten, jo ich werde hier auf jeden Fall ausziehen.
Denke, das ist dann wohl die einfachste und sinnigste Möglichkeit.
Mieterin unter mir hört es übrigens auch aber deutlich leiser.

Ich bin schon eher der Typ, der seine Ruhe braucht und ich kann z.B. auch nicht vor einem laufenden TV einschlafen aber ständig ein Brummgeräusch ist meiner Meinung nach einfach inakzeptabel.
Gerade, wenn ich nachts auf der Seite schlafe und ein Ohr auf dem Kissen ist, hört man es natürlich noch deutlicher.

Wenn ich das Fenster aufmache und raushöre, höre ich gar nix/kaum was.

Tagsüber kann man es mit einer laufenden Waschmaschine vergleichen.
Nicht superlaut in dem Sinne aber 10h und mehr am Tag, dann nervts irgendwann halt auch.
Man hörts überall in der Wohnung, mal lauter, mal leiser.
Auch sehr leise im Hausflur.

Und es gibt Tage, da muss ich nachts Ohrstöpsel benutzen und selbst da hört man es noch.

Scharf drauf auszuziehen bin ich natürlich nicht aber es geht leider nicht anders.
Vor allem, wird sich dieses Problem wenn überhaupt, wohl nur mit hohen Kosten lösen lassen und naja, eher das der Bäcker/Vermieter ausgibt muss wohl wie im letzten Post wohl noch deutlich mehr passieren, als eine Beschwerde von mir.