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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rente mit 63


Avalox
2013-12-30, 12:36:15
Irgendwie habe ich mich schon seit bekannt werden gefragt, wo der Pferdefuß an der Rente mit 63 ist.
Zumal noch vor ein paar Jahren der Untergang des Abendlandes prophezeit wurde, wenn das Rentenalter nicht auf 67 Jahre angehoben wird und 70 Jahre als nächster Schritt waren auch schon im Gespräch.

Im nebenbei lesen fand ich das immer schon sekundär kurios, dass ohne eine Änderung der grundsätzlichen Situation mal mir nichts dir nichts, das Rentenalter mit 63 Jahren (bei 45 Jahren Pflichtbeitragsjahren) eingeführt wird.

Nun schreibt die Welt ein paar Hintergründe und es wird klar was dort eigentlich laufen soll.

Der Knacktus ist nämlich, dass scheinbar Hartz 4 Leistungen und lange Arbeitslosigkeiten voll auf die Pflichtbeitragszeiten gerechnet werden.

Sprich die Rentenleistung dieser Verrenteten wird dann aus dem Topf der Arbeitslosenversicherung zahlenden Arbeitnehmern bezahlt. Der H4 Empfänger bekommt dadurch nicht mehr Geld, es zahlt nur jemand anderes, sprich die Arbeitnehmer.

Ein weiterer Aspekt ist es, dass Arbeitnehmer, dann unliebsames(weil teuer) altes Personal mit goldenen Handschlag schon nach aktuellen Stand mit 61 Jahren aus den Unternehmen bekommen kann. Das natürlich auch wieder zu Lasten der Arbeiter/Angestellten eingezahlten Versicherung.

Watson007
2013-12-30, 13:03:36
ich hatte mich auch darüber gewundert dass jetzt die Rente mit 63 kommen soll obwohl uns jahrelang Phrasen wie dem demographischen Wandel gepredigt wurden.

Aber ist das nicht weitgehend egal woraus sie bezahlt werden? Dann eben aus der ALV... Die Sozialkassen in Deutschland machen seit Jahren Milliardenüberschüsse ;)

Ich sehe grundsätzlich nichts negatives an der Absicht, außer dass sie wahrscheinlich hauptsächlich aus PR-Gründen vorgenommen wurde und im Endeffekt sicher nur wenige betreffen wird.

Avalox
2013-12-30, 13:11:58
Aber ist das nicht weitgehend egal woraus sie bezahlt werden?


Natürlich ist es nicht egal.
Es wäre egal, wenn sich alle beteiligen würden.

Diese Zeche sollen aber nur die Arbeitnehmer von ihren Gehalt bezahlen. Die Kosten für diese Sozialhilfe, werden dann monatlich von Gehalt nur der Arbeitnehmer abgezogen.
Es zahlen keine Selbstständigen, keine Freiberufler, keine Beamten, keine Senioren, etc. etc.

Die Hartz 4 Ersatzleistung wird vom Gehalt der Arbeitnehmer bezahlt. Hartz 4 wird gesellschaftlich breiter verteilt.

Mit dieser Entscheidung Rente mir 63, verabschiedet sich ein potenter Teil der Gesellschaft aus der Finanzierung von H4. Das ist der Knacktus. Es ist die Steuersenkung für Hoteliers.


Die Idee gibt es ja schon bei der Neuregelung der Mütterrente, die ja auch nicht von der Gesellschaft als ganzes bezahlt werden soll, sondern als Gehaltsabzug der angestellten Arbeitnehmer finanziert erfolgen soll.

ux-3
2013-12-30, 16:07:36
Natürlich ist es nicht egal.
Es wäre egal, wenn sich alle beteiligen würden.

Diese Zeche sollen aber nur die Arbeitnehmer von ihren Gehalt bezahlen. Die Kosten für diese Sozialhilfe, werden dann monatlich von Gehalt nur der Arbeitnehmer abgezogen.
Es zahlen keine Selbstständigen, keine Freiberufler, keine Beamten, keine Senioren, etc. etc.


Können denn Selbstständige, Freiberufler, Beamte oder Senioren die Rente mit 63 in Anspruch nehmen?

Stormtrooper
2013-12-30, 16:25:16
Können denn Selbstständige, Freiberufler, Beamte oder Senioren die Rente mit 63 in Anspruch nehmen?

Nö.
Hier zB.
http://www.beamtenbesoldung.org/news/82-ruhestand/428-rente-mit-63.html

Avalox
2013-12-30, 16:38:44
Können denn Selbstständige, Freiberufler, Beamte oder Senioren die Rente mit 63 in Anspruch nehmen?

Ja, wenn sie lange genug Hartz 4 bekommen haben neuerdings dann schon. Denn auch diese Personen haben ein Recht auf H4, wenn sie es brauchen.

Ansonsten haben sie kein Leistungsanrecht auf diese Renten Versicherungsleistung, wenn sie diese Versicherung nicht bezahlen.

Rente aus Hartz 4 war schon mal vor dem Verfassungsgericht und der Staat musste aus Steuermitteln nachzahlen und diese Frechheit nachbessern. Das wird dann wohl wieder passieren.

ux-3
2013-12-30, 18:35:43
Widerspricht die Aussage von Avalox nicht dem Link von Stormtrooper? :confused:

Mancko
2013-12-30, 19:01:16
Natürlich ist es nicht egal.
Es wäre egal, wenn sich alle beteiligen würden.

Diese Zeche sollen aber nur die Arbeitnehmer von ihren Gehalt bezahlen. Die Kosten für diese Sozialhilfe, werden dann monatlich von Gehalt nur der Arbeitnehmer abgezogen.
Es zahlen keine Selbstständigen, keine Freiberufler,


Gott sei dank. Die beziehen in der Regel auch keine Rentenleistung. Warum sollten sie dann also bezahlen. Ich werde dafür nicht zahlen wollen. Ich bekomme auch keine Rentenleistung bzw. nur eine sehr sehr kleine. Dürfte vernachlässigbar sein. Ich will sie ehrlich gesagt auch gar nicht haben. Ich kümmer mich selber um meine Rente. Ist mir lieber.


keine Beamten, keine Senioren, etc. etc.


Das Beamtentum gehört abgeschafft. Das ist soziale Hängematte in einer globalisierten Welt ohne den Leistungsdruck den alle anderen haben. Den sollten Beamten auch spüren.

Generell ist das halt ein Wahlversprechen, dass die SPD unbedingt haben wollte. Das wird auf Dauer keinen Bestand haben. Früher oder später wird der Alltag die Politik einholen und in ein paar Jahren wird das Thema wieder kassiert. Bis dahin sind allerdings erhebliche Kosten aufgelaufen, die der zukünftigen Generation fehlen. Ich lehne die Rente mit 63 entschieden ab. 65 / 67 ist ok für mich. Was hier gemacht wird ist Raubbau an zukünftigen Arbeitnehmergenerationen. Deshalb bin ich auch gegen den Generationenausgleich. Die Rentenversicherung sollte vielmehr für jeden einzelnen Fall Geld aus den Beiträgen individuell zurücklegen und nicht immer im hier und heute agieren. Das ist auch besser kalkulierbar und viel transparenter. So wie es läuft kann man ständig irgendwelche ungeplanten und auch versicherungsfremde Dinge zu lassten zukünftiger Generationen tun.

Tyrann
2013-12-30, 19:07:26
Die Rentenversicherung sollte vielmehr für jeden einzelnen Fall Geld aus den Beiträgen individuell zurücklegen und nicht immer im hier und heute agieren. Das ist auch besser kalkulierbar und viel transparenter. So wie es läuft kann man ständig irgendwelche ungeplanten und auch versicherungsfremde Dinge zu lassten zukünftiger Generationen tun.


das würde nur funktionieren wenn es keine Inflation gäbe, denn das Geld was du heute weg legst ist in 30-40 Jahren nicht mehr viel wert.

Wurschtler
2013-12-30, 19:15:49
Der Knacktus ist nämlich, dass scheinbar Hartz 4 Leistungen und lange Arbeitslosigkeiten voll auf die Pflichtbeitragszeiten gerechnet werden.


Wo steht das?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so ist.
Dann würde ja jeder Arbeitnehmer, egal wie lange er arbeitslos gewesen ist, von dieser Regelung profitieren und mit 63 in Rente gehen können.

Wahrscheinlich sind nur ALG1-Empfänger gemeint.
Das wäre auch noch OK, weil das max. 1-2 Jahre sind und nicht unbegrenzt wie bei ALG2. Außerdem werden bei ALG1 Rentenbeiträge bezahlt (=Beitragsjahre), bei ALG2 nicht.

Avalox
2013-12-30, 19:30:41
Wo steht das?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so ist.
Dann würde ja jeder Arbeitnehmer, egal wie lange er arbeitslos gewesen ist, von dieser Regelung profitieren und mit 63 in Rente gehen können.



Nicht jeder, sondern nur diejenigen, welche mit 63 Jahren, 45 Beitragsjahre zusammen haben.

Aber ganz genau, so ist die Idee. Langzeitarbeitslose können(bzw. müssen) dann mit 63 Jahren in die Rente. Sie fallen dann aus der Statistik, der Staat kann sich rühmen die Langzeitarbeitlosigkeit und Altersarbeitslosigkeit erfolgreich bekämpft zu haben, zudem haben sie dann erfolgreich in das Portemonnaie des Arbeitsnehmers gegriffen. Der das überwiegend nicht mal versteht, was da gespielt wurde.


Gott sei dank. Die beziehen in der Regel auch keine Rentenleistung. Warum sollten sie dann also bezahlen. Ich werde dafür nicht zahlen wollen. Ich bekomme auch keine Rentenleistung bzw. nur eine sehr sehr kleine. Dürfte vernachlässigbar sein. Ich will sie ehrlich gesagt auch gar nicht haben. Ich kümmer mich selber um meine Rente. Ist mir lieber.


Was heisst nicht bezahlen wollen?

Hartz 4 Empfänger bekommen ihr Geld, du willst sie wohl kaum verhungern lassen.

Die Frage ist nur, wer bezahl dieses Geld?

Bisher bezahlen es alle, eben aus Steuermitteln.

Zukünftig wird dafür in der o.g. Bedingung in die Börse des Arbeitnehmers gegriffen.

Das gleiche gilt für die Neu-Frühverrentung. Es ist toll, oder auch nicht, dass der Staat Unternehmen dabei unterstützt teures Personal vorzeitig los zu werden und nicht ihr Vertragsrisiko voll zu übernehmen.
Auch dieses soll aber nur zu Lasten der Arbeitnehmer gehen.
Auch die Mütterrente soll zu Lasten der Arbeitnehmer bezahlt werden.

Was hat denn ein Hartz 4 Empfänger sein, oder Mutter sein, mit einem Arbeitsverhältnis zu tun? Nichts, es ist nur einfach.
Alleine will das niemand zahlen, du willst es nicht und die Arbeitnehmer wollen es aber auch nicht.

Wenn die Gesellschaft nun feststellt, dass Hartz 4 Empfänger eine Rente, ohne Abzüge und früher bekommen sollen, dann muss die Gesellschaft auch als ganzes dieses bezahlen.
Wenn die Gesellschaft nun feststellt, dass die Mütter eine Rente bekommen sollen, dann muss die Gesellschaft auch als ganzes diese Rente bezahlen.

Wurschtler
2013-12-30, 19:37:35
Nicht jeder, sondern nur diejenigen, welche mit 63 Jahren, 45 Beitragsjahre zusammen haben.


Und wie soll man das nicht schaffen?

Man muss nur mit 18 begonnen haben zu arbeiten.
D.h. der durchschnittliche Arbeitnehmer mit Berufsausbildung kann mit 63 in Rente gehen.
Nur Studenten gehen leer aus. Außer sie haben nebenbei sozialversicherungspflichtig gejobbt.

Avalox
2013-12-30, 20:01:22
Und wie soll man das nicht schaffen?
Man muss nur mit 18 begonnen haben zu arbeiten.

Ja, nach alten Modell.

Das Ausbildungsmodell orientiert sich immer mehr an der internationalen Norm.
Sprich die betriebliche Ausbildung tritt immer weiter in den Hintergrund.

Nicht umsonst heißt das neue Hochschulmodell Bachelor und Master, wie es auch im angelsächsischen Raum schon lange üblich ist.
Was ja historisch nicht umsonst Geselle und Meister übersetzt heißt. Die Schulausbildung hat dort die Rolle der gewerblichen Ausbildung mit großer Überschneidung schon lange abgedeckt.
Ein Studium ist halt eine allein staatlich Finanzierung des Themas Ausbildung. Während die betriebliche Ausbildung auch vom Unternehmen und seinen Erträgen getragen werden musste, offensichtlich ein Standortnachteil.
Es gibt eines Abitursquote inzwischen bei deutlich über 50%. Es ist also der normale Abschluss und damit eh schon länger als dein Arbeitseintrittsalter.

Da nur noch 8 Jahre Schulzeiten, das bedeutet inkl. Hochschulzeiten, gesamt auf die Rente angerechnet werden, schafft das derjenige nicht mehr bis 63 Jahren unbedingt.
Aber das mit dem 63 Lebensjahr und Rente braucht denjenigen der heute zur Schule geht eh nicht interessieren. Es zielt als Maßnahme auf die heutige Altersarbeitslosigkeit.

Aber zurück zu Hartz 4. Derjenige bekommt ja in der Rente nicht mehr, oder anders Geld. Es kommt nur aus einem anderen Topf, eben den des Arbeitnehmer Portemonnaies.


Die Rentenversicherung sollte vielmehr für jeden einzelnen Fall Geld aus den Beiträgen individuell zurücklegen und nicht immer im hier und heute agieren. Das ist auch besser kalkulierbar und viel transparenter.

Das klappt nicht, weil dann Generation Null keine Rente bekommen hätte.

Das Generationsprinzip ist doch nur eingeführt worden, weil dieses das einzige Prinzip ist, wo diejenigen die nie etwas eingezahlt haben auch eine Rente bekommen können.

Das war in der Nachkriegsgeneration der Fall und heute natürlich auch in der Generation der Rentner aus den Beitrittsgebieten, die ja auch nie was in "die" Rentenkasse eingezahlt haben und trotzdem eine Rente bekommen.

Im Ausland ist es durchaus üblich, dass du aus deinen eigenen Rücklagen die Rente bekommst. Da bekommt der Rentner dann auch viel mehr heraus.

Es gibt ja die tollen Modellrechnungen, nachdem ein durchschnittlicher Arbeitnehmer, mit durchschnittlichen Gehalt, mit durchschnittlich verzinsten Einlagen seiner Rentenbeiträge als Rentner schon vor Jahren als Millionär in die Rente gestartet wäre.
Im heutigen Rentensystem ist von Millionär natürlich nichts zu finden, die Rendite dieser Anlage ist erbärmlich und natürlich wird diese Rendite immer schlechter, je mehr Fremdleistungen von Nichtzahlern aus dieser Einlage beglichen werden.

tobife
2013-12-31, 00:48:05
Warten wir mal etwas ab. Ich gehe davon aus, dass die Rente mit 63 spätestens von der nächsten Regierung wieder gekippt wird, weil es nicht finanzierbar ist.



tobife

Stormtrooper
2013-12-31, 08:17:50
Denke ich auch, nur bis dahin sind imense Kosten aufgelaufen.
Hauptsächlich profitieren tun eh die Ossis, denn die haben ja "alle immer gearbeitet".
Das Schlimme ist mal wieder, man sieht wie blöd manche Menschen sind, die wählen alle möglichen Versprechen.
Irgendwann kommt mal wieder ein Diktator an die Macht, weil die Bevölkerung dies glaubt.

desert
2013-12-31, 09:38:55
Denke ich auch, nur bis dahin sind imense Kosten aufgelaufen.
Hauptsächlich profitieren tun eh die Ossis, denn die haben ja "alle immer gearbeitet".
Das Schlimme ist mal wieder, man sieht wie blöd manche Menschen sind, die wählen alle möglichen Versprechen.
Irgendwann kommt mal wieder ein Diktator an die Macht, weil die Bevölkerung dies glaubt.

Wieso auch nicht, wird ja auch immer gesagt. keine sorge, bezahlen tut das jemand anderer. Da fragt niemand nach. Wenn der Nachbar mehr ausgibt als verdient, wird getuschelt. Hier wird gejubelt. Die Rente mit 63 soll wohl 5-6 Milliarden Euro Mehrkosten im Jahr produzieren. Viel Spass an unsere Kinder, wir hinterlassen euch einen riesigen Berg von Schulden, unsere Generation hat ja schon viel aufgebürdert bekommen, von der "Wirtschaftswundergeneneration" aber wir hinterlassen ihnen, deren schulden und unsere oben drauf. Und das nur weil wir uns was leisten, was für nicht leisten können.

Mancko
2013-12-31, 12:18:45
das würde nur funktionieren wenn es keine Inflation gäbe, denn das Geld was du heute weg legst ist in 30-40 Jahren nicht mehr viel wert.

Deswegen sollte man das Geld auch entsprechend anlegen. Für eine Institution in der Größenordnung mit so viel Geldvolumen und auch noch der Politik im Rücken die die Regeln entsprechend setzen kann ist es kein Problem eine Rendite zu erwirtschaften die ein wenig über der Inflationsrate liegt. Da die Politik auf der anderen Seite auch weiß, welche Schalthebel sie bei den Notenbanken setzt etc. kann die Rentenversicherung auch jeder Zeit darauf reagieren.

Mancko
2013-12-31, 12:25:27
Das klappt nicht, weil dann Generation Null keine Rente bekommen hätte.

Das Generationsprinzip ist doch nur eingeführt worden, weil dieses das einzige Prinzip ist, wo diejenigen die nie etwas eingezahlt haben auch eine Rente bekommen können.

Das war in der Nachkriegsgeneration der Fall und heute natürlich auch in der Generation der Rentner aus den Beitrittsgebieten, die ja auch nie was in "die" Rentenkasse eingezahlt haben und trotzdem eine Rente bekommen.


Das kann sehr wohl klappen nur nicht sofort. Die Politik hätte schon längst damit anfangen sollen das schrittweise zu ändern. Da gäbe es genügend wege das ganze nach und nach umzubauen. Spätestens nach 20 Jahren ist es dann komplett umgebaut. Und was versicherungsfremde Leistungen angeht bin ich bei Dir. Das ist ein Witz. Kann ich es bei der deutschen Wiedervereinigung noch nachvollziehen so ist es mir allerdings völlig schleierhaft wie wir hier Leute aus anderen Ländern aufnehmen können die hier nie arbeiten und nur Geld kosten. Das ganze Thema EInwanderung müsste man schon längst umbauen und zwar nach dem Vorbild von Australien, Neuseeland und Canada. Wer etwas bringt kommt rein und wer nicht der bleibt draußen - Ende! Auch das plündern für andere Wahlgeschenke ist eine Frechheit.

Geist
2013-12-31, 12:37:27
@Mancko

Im Grunde hast du recht, aber die Politik ist in meinen Augen nicht vertrauenswürdig und das nicht erst seit ein Paar Jahren und aus dem Grund bin ich heilfroh, das ich nicht in in dem Rentensystem drinstecke, ich kümmere mich selbst um meine finanzielle Absicherung.

PS: Ich wünsche euch allen einen Guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014.

Mancko
2013-12-31, 15:35:53
@Mancko

Im Grunde hast du recht, aber die Politik ist in meinen Augen nicht vertrauenswürdig und das nicht erst seit ein Paar Jahren und aus dem Grund bin ich heilfroh, das ich nicht in in dem Rentensystem drinstecke, ich kümmere mich selbst um meine finanzielle Absicherung.

PS: Ich wünsche euch allen einen Guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014.

Da geht es Dir wie mir. Ich bin auch draußen und froh darüber. Mein Fall ist für die Rentenversicherung sogar ein Plusgeschäft. In der Privatwirtschaft - vor allem der PKV - bezeichnet man meinen Fall als klassischen Fall mit Stornogewinnen. Sprich es wurde ordentlich eingezahlt aber es muss nur marginal ausgezahlt werden.

Trotzdem finde ich es nicht gut wie hier Arbeitnehmerbeiträge für sinnlose Wahlgeschenke verpulvert werden, wie weiter auf Kosten zukünftiger Generationen die Kassen geplündert werden und wieso nicht endlich mal jemand anfängt dieses System so umzubauen, das es von der Bevölkerungspyramide unabhängiger wird, sprich Rücklagen für jeden Einzelnen Versicherten bildet. Geht nicht von heute auf morgen aber schrittweiser Umbau hätte schon nach der Wiedervereinigung beginnen müssen.

Lokadamus
2013-12-31, 15:51:03
Mal ein Link dazu:
http://www.focus.de/politik/deutschland/widerstand-gegen-rentenplaene-unions-wirtschaftsfluegel-macht-gegen-rente-ab-63-mobil_id_3509344.html

Rente schon ab 61 möglich, da 2 Jahre arbeitslos gemeldet und ab dem 63 geht es eben weiter mit der normalen Rente.
Das ist der Pferdefuß dabei.

Und noch einmal kurz wegen Schulden in Deutschland und dass Schäuble nicht sparen will.
http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE99Q00M20131027
Er setzt einfach darauf, dass die Kaufkraft weiter steigt und die Schulden so von 80% runter auf 60% gehen.
Bezüglich unseres Rentensystem will ich gar nicht erst suchen, wie es mit Handwerkern, Ärzten und Freiberuflern aussieht.

ux-3
2013-12-31, 16:04:50
und wieso nicht endlich mal jemand anfängt dieses System so umzubauen, das es von der Bevölkerungspyramide unabhängiger wird, sprich Rücklagen für jeden Einzelnen Versicherten bildet.

Weil das nicht wirklich möglich ist. Mackenroth-These:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These

Das liegt darin begründet, dass die Leistungen und Güter, die die Rentner benötigen, nur in der Gegenwart durch die Arbeitenden erbracht werden können. Nimmt die Zahl der Arbeitenden und damit die Zahl der angebotenen Güter und Leistungen ab, dann nützt auch kein angespartes Kapital, denn dann steht einem hohen Angebot an Geld ein geringes Angebot an Waren gegenüber.

Kalmar
2013-12-31, 16:21:08
Mal ein Link dazu:
http://www.focus.de/politik/deutschland/widerstand-gegen-rentenplaene-unions-wirtschaftsfluegel-macht-gegen-rente-ab-63-mobil_id_3509344.html

Rente schon ab 61 möglich, da 2 Jahre arbeitslos gemeldet und ab dem 63 geht es eben weiter mit der normalen Rente.
Das ist der Pferdefuß dabei.

Und noch einmal kurz wegen Schulden in Deutschland und dass Schäuble nicht sparen will.
http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE99Q00M20131027
Er setzt einfach darauf, dass die Kaufkraft weiter steigt und die Schulden so von 80% runter auf 60% gehen.
Bezüglich unseres Rentensystem will ich gar nicht erst suchen, wie es mit Handwerkern, Ärzten und Freiberuflern aussieht.

geht das bei normalen arbeitnehmer nicht auch ?

Avalox
2013-12-31, 16:24:12
Weil das nicht wirklich möglich ist. Mackenroth-These:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These

Ach so,

weil Senior das Geld morgen nichts nützt,
kann man auch gleich heute Senioren ohne Geld draus machen?


Ich denke, der Mackenroth wollte dann doch etwas anderes sagen.


geht das bei normalen arbeitnehmer nicht auch ?

Es ist doch für normale Arbeitnehmer.

Es vergünstigt die Kosten für den Arbeitgeber, sein altes Personal loszuwerden.

Wer heute früher auf Rente will, hat erhebliche Abzüge in den Rentenansprüchen.


Rente mit 67 bedeutet für Unternehmern, dass Mitarbeiter mit alten Verträgen, die durchgehend teure Verträge sind, länger im Unternehmen beschäftigen muss, dadurch länger die hohen Kosten hat.

Das Unternehmen wird deshalb bestrebt sein, seine alten Mitarbeiter früher aus den Vertrag zu bekommen. Das Früher kostet dann halt Geld. Geld des Unternehmens in Form von Abfindungen und Geld des Staates in Form von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung.

Legt man das Alter nach vorne auf 63 Jahre, verschiebt sich der Anteil und ein Gutteil der Kosten der Maßnahme (goldener Handschlag mit 61 Jahre), wird dann aus der Rentenversicherung erbracht, was vorher nicht der Fall war.

Lokadamus
2013-12-31, 16:29:39
geht das bei normalen arbeitnehmer nicht auch ?Auf was beziehst du dich?
Jeder kann jederzeit arbeitslos werden und je nach Alter gibt es zwischen 9 (Sperrzeit nicht vergessen) - 18 Monate Arbeitslosengeld 1 und danach Hartz 4.

Unser Rentensystem? Es gibt da irgendwie unterschiedliche Kassen, die je nach Berufsgruppe gefüllt werden und unterschiedlich viel auszahlen. Würde man die alle in eine Kasse einzahlen lassen und gewisse Grenzen bei der Auszahlung machen, würden die Probleme sich verringern.

Mancko
2014-01-01, 12:49:15
Weil das nicht wirklich möglich ist. Mackenroth-These:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These

Das ist Quatsch. Die Volkswirtschaft bei uns automatisiert sich immer mehr und die Produktivität steigt. Muss sie auch, da wir ansonsten im globalen Wettbewerb auf Grund unserer Gehaltsstruktur unter gehen würden. Und zweitens könnten Angebotsengpässe bei uns durch Waren aus dem Ausland ausgeglichen werden. Ganz ehrlich das ist Käse was da drinne steht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und außerdem kann sich die Geburtenrate auch mal wieder ändern und es kommen qualifizierte Einwanderer dazu. Leider wandern in Deutschland primär Leute in das Sozialsystem ein und das ist eine Frechheit. Der 2.WK ist schon lange vorbei. Wir haben keine Verpflichtung diesen Leuten zu helfen. Die sollen sich in ihrem Heimatland helfen lassen.

Watson007
2014-01-01, 13:40:13
Rente mit 67 bedeutet für Unternehmern, dass Mitarbeiter mit alten Verträgen, die durchgehend teure Verträge sind, länger im Unternehmen beschäftigen muss, dadurch länger die hohen Kosten hat.

in der Theorie, in der Praxis werden die Leute doch eh schon in den Vorruhestand gedrängt ;) da gab es auch so tricks.

Ich weiß gar nicht warum hier so ein negativer Tenor herrscht.... bislang sieht es doch so aus: Leute über 50 haben kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt und müssen irgendwie durchhalten bevor sie Rente beziehen können. Ü50er stellt kaum ein Unternehmen neu ein.

bei einer Rente mit 67 hätte ein Mann der mit 63 in Rente gehen muss weil er keine Arbeit mehr findet deutliche Abschläge hinnehmen müssen - gleichzeitig haben die Sozialkassen in Deutschland aber seit Jahren Milliardenüberschüsse. Wo ist also das Problem bei der geplanten Rente mit 63?

bevor man das Rentenalter erhöht hätte man sowieso erstmal die Praxis in den Unternehmen ändern müssen, die halt alte Menschen außen vor lassen.

medi
2014-01-01, 14:23:51
Bevor man das Rentenalter erhöht hätte man sowieso erstmal die Praxis in den Unternehmen ändern müssen, die halt alte Menschen außen vor lassen.

Nein denn die Anhebung des Renteneintrittsalters war nur dazu da eine versteckte Rentenkürzung durchzuboxen. Nicht mehr und nicht weniger. Kein Politiker hat damit gerechnet, dass die Leute dann auch automatisch länger arbeiten würden. Wer arbeiten kann und will oder muss geht auch jetzt schon als Renter noch zusätzlich arbeiten. Da braucht es kein Gesetz dafür.

Watson007
2014-01-01, 14:26:58
Nein denn die Anhebung des Renteneintrittsalters war nur dazu da eine versteckte Rentenkürzung durchzuboxen. Nicht mehr und nicht weniger. Kein Politiker hat damit gerechnet, dass die Leute dann auch automatisch länger arbeiten würden. Wer arbeiten kann und will oder muss geht auch jetzt schon als Renter noch zusätzlich arbeiten. Da braucht es kein Gesetz dafür.

mein Reden ;)

also ist doch die Verkürzung auf 63 eher positiv?

ux-3
2014-01-01, 16:12:41
Und zweitens könnten Angebotsengpässe bei uns durch Waren aus dem Ausland ausgeglichen werden.

Für unsere "Tauschmasse" für diese Waren bleibt es aber bei der Mackenroth These. Denn geschenkt werden wir die Waren auch nicht bekommen.

Poekel
2014-01-01, 19:40:59
Sprich die Rentenleistung dieser Verrenteten wird dann aus dem Topf der Arbeitslosenversicherung zahlenden Arbeitnehmern bezahlt. Der H4 Empfänger bekommt dadurch nicht mehr Geld, es zahlt nur jemand anderes, sprich die Arbeitnehmer.
Ohne mir das genau anzugucken, sollte es eigentlich anders laufen (mit ähnlichen Effekten).

Die Beiträge zur Arbeitlosenversicherungen bedienen die Ansprüche an ALG1, nicht an ALG2. Dieses ist steuerfinanziert. Eine Anrechnung der Zeiten, in der man arbeitslos gemeldet war auf die 45 Jahre sollte dafür sorgen, dass mehr Leute früher Anspruch auf Rente anstatt auf ALG1 bzw. ALG2 erhalten.

Das sollte dazu führen, dass die ALG1-Beitragssätze eher sinken (wer mit 63 Rente beziehen kann, bekommt kein ALG1 mehr) sollten, die Ausgaben für das steuerfinanzierte ALG2 ebenfalls sinken sollten (gibt Rente anstatt ALG2) und die Ausgaben für die Rente steigen sollten.

Nicht die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sollten steigen, sondern die Rentenbeiträge. Da diese ebenfalls nur für die Arbeitnehmer verpflichtend sind, wäre der Effekt natürlich ein ähnlicher evtl. auch um einiges einschneidender.

Ein anderer Effekt wäre natürlich auch, dass man quasi automatisch eine Unterscheidung zwischen Personen mit Studium und Personen mit Ausbildung/ohne Studium, Ausbildung macht. Wer studiert hat, kommt nicht auf die notwendigen Zeiten, wer früh angefangen hat zu arbeiten schon. Ist jetzt die Wahrscheinlichkeit, ALG2 im späteren Alter zu beziehen, in dieser Personengruppe höher, würde das Problem dadurch noch weiter verschärft:

Weniger Ausgaben für ALG2 und damit auch potentiell niedrigere Steuern, erhöhter Druck auf die Rentensysteme und damit potentiell höhere Rentenbeiträge, deren Beitragszahler weniger sind als die Steuerzahler.

Kalmar
2014-01-01, 22:07:46
Problem ist doch auch das die jahresgesamtstundenarbeitsleistung der BRD seit Jahren stinkt und sinkt..

Frage mich warum wir da Zuwanderung brauchen, dass haben wir aber schon im "Fachkräft" Mangel thread zerlegt.

wenn alle in einen topf einzahlen würden ist die Umlagefinanzierte Rente das sicherste System.

Avalox
2014-01-01, 23:47:16
mein Reden ;)

also ist doch die Verkürzung auf 63 eher positiv?

Ne, weil das Kernproblem die Altersarbeitslosigkeit ist, nicht eine zu späte Verrentung.

Die frühere Verrentung belastet das Rentensystem. Sprich die jungen Leute zahlen heute noch mehr und bekommen morgen noch weniger heraus.
Den Vorteil haben die Unternehmen, die sich auf Kosten der Rentenkasse nun früher, bzw. billiger von ihren alten Arbeitnehmern/Altverträglern trennen können.

Hinzu kommt, dass es geplant ist im großen Maßstab Hartz 4 Zeiten als Beitragszeiten zu werten.
Welches die Finanzierung dieses Hartz 4 Ersatz allein zu Lasten der Angestellten/Arbeiter werden lässt. Auch dort heißt es, dass die Jungen heute noch mehr bezahlen und morgen noch weniger erhalten.

Nochmal, es geht nicht darum, dass jemand mit 63 in Rente gehen kann, oder ein Hartz 4 Empfänger im Alter eine Regelzahlung erhält, ohne andauernder Formalität.

Bei Hartz 4 und Altersarbeitslosigkeit handelt es sich um gesellschaftliche Herausforderungen und diese sind nicht allein vom Arbeitnehmer zu tragen.

Haarmann
2014-01-03, 07:28:45
Avalox

Aufn einfachen Nenner gebracht heisst doch Rente mit 63 in dem Fall einfach es wird aus der Lohntüte genommen und den Arbeitgebern in die Gewinntüte geschmissen - wie seit Jahren in der BRD.