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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : SSD - regelmäßig defragmentieren oder nicht?


Mr_Snakefinger
2014-01-13, 07:28:59
Hallo zusammen,

Habe jetzt zum ersten Mal eine SSD in einem Gerät und bin etwas verunsichert, was das Thema anbelangt.

Ist es wirklich so, dass die SSDs von zu häufigen Schreib- & Lesevorgängen abgenutzt werden und kaputt gehen und man daher auf regelmäßige Defragmentierung (wie beispielsweise die bei Windows per Default eingestellte wöchentliche Optimierung) verzichten sollte?

Danke!


***** EDIT *****

Frage ist jetzt mal allgemein gestellt, unabhängig davon, dass der Vorgang bei einer SSD schon technisch keine Auswirkung auf die Schreib- & Lesegeschwindigkeit haben sollte. Das Ding hat je keinen mechanischen Lesekopf, der hin- und her springen muss, wenn die Daten zu stark fragmentiert sind?!

Rente
2014-01-13, 07:32:34
SSDs müssen aufgrund ihrer Funktionsweise nicht zwingend defragmentiert werden, es bietet quasi keinen Vorteil - darüber hinaus hat häufiges Defragmentieren sicherlich auch negative Auswirkungen, mir ist aber kein Test bekannt.

Seit Windows 7 sollte die Wartung deshalb bei SSDs garnicht mehr laufen (sie sollte sowieso automatisch deaktiviert sein).

Mr_Snakefinger
2014-01-13, 07:49:41
So früh schon eine so schnelle Antwort. :)

Genau, die Sache mit der Funktionsweise hatte ich im Edit ja noch erwähnt.

Der letzte Satz ist aber interessant. Hatte eben auch noch einmal bei Wikipedia gelesen, wo in einem Abschnitt auch auf das Thema eingegangen wird und explizit davon abgeraten wird.

Mehr noch: Es ist ein Artikel von MS verlinkt, der noch weiter geht und empfiehlt, auch Sachen wie Superfetch etc. zu deaktivieren.

Und ja, eigentlich sollte sowas vom OS erkannt und für entsprechende Hardware automatisch deaktiviert werden, aber genau da habe ich so meine Zweifel: Ich habe hier ein Windows 8.1 Tablet, in dem eine SSD steckt, und bei dem ich (eher zufällig) gesehen habe, dass die wöchentliche Optimierung aktiviert war.

Und da stellt sich eher die Frage, wie kritisch das wirklich ist?! Es hat ja nun nicht jeder eine Affinität zu IT und der 0815 Enduser benutzt das Dingen einfach nur und verlässt sich auf das OS und wundert sich auf einmal, dass seine SSD den Geist aufgibt...

Von daher war die Frage etwas doofe gestellt (war noch vor dem ersten Kaffee)... Interessant ist gar nicht mal so die Frage ob man das deaktivieren sollte, sondern eher wie groß die Auswirkungen auf die Lebensdauer tatsächlich sind.

Rolsch
2014-01-13, 08:30:13
Windows hat den Durchblick:

http://www.heise.de/ct/hotline/SSD-Optimierung-unter-Windows-8-2056189.html

Eggcake
2014-01-13, 09:28:57
Genau, Windows erkennt SSDs seit W7 selber. Bei W7 werden sie von der Wartung entfernt, bei W8 und 8.1 werden sie automatisch "getrimmt" anstatt defragmentiert (bleiben also in der Wartung). W8 hate allerdings einen Bug, wobei SSDs trotzdem defragmentiert werden im Laufe der Wartung. Deshalb zur Sicherheit SSDs von der automatischen Wartung entfernen. Mit 8.1 wurde dieser Bug behoben.

Mr_Snakefinger
2014-01-13, 10:54:07
Danke für den heise-Link und die ergänzenden Worte.

Dann kann ich die automatische Optimierung ruhigen Gewissens aktiviert lassen.

In dem Zusammenhang noch eine andere Frage: Unter Win7 konnte man die automatische Defragmentierung ja recht gut planen, sprich: nicht nur einfach wöchentlich/monatlich, sondern man konnte auch einen bevorzugten Tag angeben...

Unter Win 8.1 sehe ich nur noch täglich/wöchentlich/monatlich für die Optimierung. Überseh ich da was? Oder wurde die Funktion, Tag und Uhrzeit festzulegen, wirklich entfernt?

Ronny G.
2014-01-13, 20:35:09
In sachen Haltbarkeit würde mich aber auch mal interessieren wie heiß bei dem Thema gekocht wird?
Wie sieht den z.b. die Lifetime Anzeige von Leuten aus die ihre SSD rege schon über nen Jahr oder so benutzen, wie schnell sinkt diese Anzeige.... was genau zeigt diese den an, woran macht die SSD das fest?
Wir die SSD dabei eigentlich langsamer?

Mischler
2014-01-14, 09:46:07
Um die Haltbarkeit der Flash-Zellen muss man sich bei den heutigen SSDs überhaupt keine Sorgen mehr machen. Die halten länger als man sie jemals verwenden wird. Ich habe hier z.B. eine Crucial m4 mit 256GB und die ist nach über einem Jahr immer noch bei 100%.

Die Haltbarkeit errechnet sich aus den bereits verbrauchten Schreibzyklen im Verhältnis zu den Schreibzyklen, die laut Spezifikation möglich sind.

Air Force One
2014-01-14, 10:22:49
Hat das eig. mal jemand wirklich getestet? also 24/7 die Zellen quälen?

Ronny G.
2014-01-14, 10:27:24
Hat das eig. mal jemand wirklich getestet? also 24/7 die Zellen quälen?


Hatte mal ein paar Hochrechnungen im Netz gelesen, wo stand das man bei normalen Stündlichen Gebrauch pro Tag mit ner SSD auf stellenweiße 80 oder mehr Jahre kommen würde eh die SSD im Eimer wäre ... wie schon hier schon geschrieben wurde ist das Thema Haltbarkeit bei heutigen SSD´s wohl kein Thema mehr...erschrocken war ich trotzdem als ich mich erstmals mit dem Thema SSD beschäftigt hatte und was von beschränkter Lebenszeit gelesen hatte! Gottseidank alles heiße Luft:biggrin:

Air Force One
2014-01-14, 10:49:07
Naja wäre ja doch kein aufwändiges Ding das zu testen oder? So schnell wie die SSD heute sind. bekommt man über 1TB pro Tag schnell hin.
Wäre schon gut zu wissen wie die Ausfallerscheinungen aussehen, falls es welche gibt. Und eben wie lange es dauert.

Eggcake
2014-01-14, 10:52:17
Hat das eig. mal jemand wirklich getestet? also 24/7 die Zellen quälen?

Ja.
Hier:
http://www.xtremesystems.org/forums/showthread.php?271063-SSD-Write-Endurance-25nm-Vs-34nm
und hier:
http://techreport.com/review/24841/introducing-the-ssd-endurance-experiment

Nutzen beide dieselben Tools. Finde den Thread im XS ziemlich aufschlussreich. Wird immernoch weiter gepostet, Startpost wurde aber seit einer Weile nicht mehr aktualisiert. Natürlich ändert sich die Situation mit jeder neuen SSD/NAND-Generation etwas. Generell würde ich mir diesbezüglich aber bei SSDs mit entsprechender Grösse (>=100GB) keine Sorgen machen. Ich meine...das sind wahnsinnige Schreibvolumen. Ich weiss nicht was meine alte Intel hatte, aber die jetzige Samsung 830 256GB hat nach 3500 Stunden Betriebszeit gerade mal ~3TB geschrieben. Und das, obwohl ich sie regelmässig ziemlich voll mache und ganze Spiele rauf und runterkopiere. Also insgesamt würde ich mir 0 Sorgen machen bei Consumer SSDs mit "Consumer-Verhalten". Wenn man etwas spezielleres Verhalten an den Tag legt bzw. man weiss, dass man wirklich massiv viel schreibt, eventuell vorher informieren.

Breegalad
2014-01-14, 11:13:08
Hat das eig. mal jemand wirklich getestet? also 24/7 die Zellen quälen?
c't, ist ne Weile her.
Wimre wurde eine der SSDs sehr langsam, da war sie aber schon jenseits der Spezifikation.
Fazit: nur wer es darauf anlegt, kriegt sie kaputt.

offene Fragen sind:
-Alterung allgemein
-Datenerhalt in stromlosen Zustand

Annator
2014-01-17, 11:14:18
Afaik haben da nur die SSDs mit dem günstigeren NOR Flashs Probleme, weil die nicht so lange halten. Z.B. die Samsung Basics.

bithunter_99
2014-01-18, 13:58:14
also meine SanDisk SDSSDX240GG25 hat momentan 5273 Betriebsstunden hinter sich (Lesevorgänge 6,04 TB, Schreibvorgänge 8,42 TB) und immernoch 100 % lt CrystalDiskInfo

RavenTS
2014-01-18, 17:07:17
Meine alte INTeL X25-M 160 GB hat in knapp 6000 Betriebsstunden rund 5,2 TB Hostwrites gesammelt, d.h. auch nach knapp einem Jahr Dauerbetrieb, keinerlei Ermüdungserscheinungen, d.h. 100% fit!

qiller
2014-01-18, 17:07:48
http://abload.de/img/intel_postville_g2_16t5k6x.jpg (http://abload.de/image.php?img=intel_postville_g2_16t5k6x.jpg)

Kauf/Einsatz seit Dezember 2009 zusammen mit Windows 7 Ultimate. Wurde ganz schön drauf rumgeschrieben, aber mit 9.1TB host writes immer noch weit entfernt vom Ausscheiden.

Defragmentierungs-Dienst ist an (hab ja noch andere Platten im System^^), die SSD aber ausgeschlossen, so wie es sein soll. Superfetch ist ebenfalls an (daher das Ausrufezeichen), Auslagerungsdatei ist auch auf der SSD.

Ich mach mir da überhaupt keine Sorgen. Die SSD läuft seit über 4 Jahren in einem ständig genutzten System (~12-14h jeden Tag) problemlos und ich bin mir sicher, die nächsten 4 Jahre packt sie auch noch (wahrscheinlich aber irgendwann in nem anderen System :>).

mfg Oli

Lyka
2014-01-18, 17:21:05
ich grübele immer wegen der Auslagerungsdatei auf der SSD, ob das nicht den Verfall auf Grund der vielen Schreibvorgänge beschleunigt (?)

PatkIllA
2014-01-18, 17:53:27
ich grübele immer wegen der Auslagerungsdatei auf der SSD, ob das nicht den Verfall auf Grund der vielen Schreibvorgänge beschleunigt (?)
Soviel wird da gar nicht geschrieben. Da die Blöcke auch eher klein sind eignet sich eine SSD da hervorragend.
Wobei ich eh auf dem Standpunkt stehe, dass man zu wenig Speicher hat wenn man durch Einstellungen an der Auslagerungsdatei nennenswert die Performance verändern kann.

qiller
2014-01-18, 19:33:19
Seh ich auch so. Meine Auslagerungsdatei ist auch nur 1GB groß. Gibt ja auch einige die sie ganz abschalten (obwohl MS ja genau das nicht empfiehlt?). Aber wer z.B. nur 4GB Ram hat (ist ja nicht soo ungewöhnlich), da könnte es ja schon öfter mal vorkommen, dass die Auslagerungsdatei verwendet wird. Und in Anbetracht der Real-Tests bei XtremeSystems und Erfahrungswerte von Langzeit-SSD-Usern wär es einfach dumm, die Auslagerungsdatei NICHT auf die SSD zu packen, nur weil man Angst hat, die SSD kaputtzuschreiben.

@Lyka: Guck dir echt mal den Link und den Aufwand den die betreiben an, um SSDs kaputtzuschreiben.

Wir haben hier selber nen VM-Host-Server, in dem ne Desktop-SSD verbaut ist und auf der der Host, ne Domänen-Controller-VM, ne mysql-DB und ne Linux-VM mit nem (kleinen) Squid-Proxy läuft. Sind zwar nurn paar Clients, die hier Zugriffe verursachen, aber auch hier läuft die SSD (übrigens auch ne Intel Postville 160GB) problemlos.

mfg Oli