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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aus Gaming wird Gambling


Florida Man
2017-07-12, 15:19:06
Ist Euch das auch schon aufgefallen? In immer mehr Spielen tauchen Glücksspielelemente auf. Teilweise wirken aktuelle Spiele sogar so, als wäre das Spiel nur die Textur um ein Gerüst wiederkehrender Einnahmen und Glücksspielmechaniken. Über das Thema Beutekisten, in Game-Käufen, Spielwährungen, Echtgeld-Gedöhns etc. haben sich ja schon viele ausgelassen.

Aber das Publisher tatsächlich das ganze Geschäftsmodell umgebaut haben und keine Unterhaltungs-, sondern Glücksspiele verkaufen - das war mir noch nie so ganz bewusst.

Mir ist klar, dass jeder Mensch für seine Taten eigenverantwortlich sein sollte. Mir ist aber auch klar, dass wir Menschen kaum oder keine rationale Entscheidungen treffen (können). Aus diesem Grund finde ich es sehr unfair, dass milliardenschwere Publisher mit der Unterstützung von Verhaltensforschern, Psychologen und Psychiatern ein Geschäftsmodell entwickelt haben, welches viele Menschen nicht verstehen und dem sie daher leicht verfallen.

Diese alte Verbindung zwischen tollen Entwicklern mit krativen Ideen eine Geschichte zu erzählen und Publishern, die sich überzeugen lassen und Geld geben, die gibt es so kaum noch. Einer meiner Kunden arbeitet in dieser Branche und ich habe dort einiges gesehen. Heute geht es nur noch darum, wie man eine Plattform für wiederkehrende Einnahmen generiert, wie man am besten Belohnungsreize im Gehirn steuert und wie man gute Gefühle verkaufen kann. Erst am Ende wird eine Spielidee darauf portiert.

Natürlich ist nicht alles schwarz und weiß, aber der Trend ist klar: Aus Gaming wird Gambling. Da ich persönlich noch nie Freude am Punktesammeln oder Gimmicks wie "Skins", "Archievments" oder anderen "Beuteitems" hatte, wird die Spieleauswahl immer kleiner für mich.

Ich finde diesen Trend äußerst bedauerlich und vermisse die Geschichtenerzähler ohne den ganzen Feature Crap. Wie geht es Euch mit der Entwicklung? Oder empfindet Ihr das ganz anders? Aus meiner Sicht stirbt Gaming gerade.

looking glass
2017-07-12, 15:30:34
Kommt doch wohl hart auf das gespielte an, ich z.B. habe annähernd 450 Spiele bei Steam im Portfolio und keines davon hat einen Ingameshop o.ä..

Oh btw. was haben Achievements mit Gambling zu tun? Achievements sind nur weitere Spielziele auf Metaebene, ob man das macht oder nicht, ist dem Spieler überlassen.

JaniC
2017-07-12, 15:39:01
"Aus Gaming wird Gambling" und "Gaming stirbt gerade" .. man muss nicht jeden Showerthought hier aufschreiben.

downforze
2017-07-12, 16:25:56
Ich hatte vor einem Jahr (nach 10 Jahren mal wieder) Fifa 2015 gekauft und dachte die wollen mich verarschen. Da soll man mit Echtgeld Spieler und Teams kaufen.
Am schlimmsten ist aber der Handheld-Bereich. Unter 200€ im Monat kommt man bei den meisten Spielen nicht mal ins obere Drittel. Da ich geizig bin, spiele ich nirgends im oberen Drittel mit. Früher ging es mal darum sich extra Spielinhalte freizuschalten. Heute geht es nur noch darum sich Vorteile einzukaufen.
Alles bis auf Need for Speed (Fehlkauf, total verbuggt), was ich auf dem Rechner habe, ist mindestens 6 Jahre alt. Anno 1403, Siedler, Command and Conquer, Geheimakte 1-3 und Lands of Lore 2 verursachen bei mir weniger Aggression als die Konsolenportierungen an die Zielgruppe IQ<80 ("You leave the area!!!).

aufkrawall
2017-07-12, 16:32:19
Es gibt für zig Spiele fragwürdige Zusatzinhalte, die man aber nicht kaufen muss, um Spaß zu haben. Case closed, oder?

downforze
2017-07-12, 16:38:45
Irgendwie nicht..

aufkrawall
2017-07-12, 16:40:25
Manche Spielereihen sind halt am Ende, muss man sich mit abfinden. Ist aber nicht so, dass es keine guten Spiele mehr gäbe. Wenn man die ideologischen Scheuklappen ablegt, kann man auch mit einigen F2P-Titeln eine Menge Spaß haben, ohne einen Cent zu bezahlen.

RLZ
2017-07-12, 16:44:12
Podcast zum Thema:
https://www.gamespodcast.de/2017/06/25/runde-116-lootboxen-gluecksspiel-und-pay-to-win/

aufkrawall
2017-07-12, 17:13:27
Im Gegensatz zu reinem Glücksspiel, wo man für Coins etc. bezahlen muss, gibts Lootboxen fast immer durch Spielfortschritt freischaltbar. Daher halte ich den Vergleich direkt dazu für unangebracht.
Was ist schon gefährlich und gehört deshalb reguliert? Der Steam Summer Sale, wo zig Leute ihre Bibliothek vollmüllen mit Spielen, die nie gestartet werden?

x-force
2017-07-12, 17:20:09
Im Gegensatz zu reinem Glücksspiel, wo man für Coins etc. bezahlen muss, gibts Lootboxen fast immer durch Spielfortschritt freischaltbar. Daher halte ich den Vergleich direkt dazu für unangebracht.
Was ist schon gefährlich und gehört deshalb reguliert? Der Steam Summer Sale, wo zig Leute ihre Bibliothek vollmüllen mit Spielen, die nie gestartet werden?

dahinter steht die gleiche potentielle abhängigkeit, wie beim glücksspiel. du bezahlst nur direkt mit deiner zeit, anstatt den umweg über arbeit -> lohn -> spieleinsatz zu gehen.

imo war es nur eine frage der zeit bis sich das auf der breite etabliert.
im grunde gambeln wir schon seit diablo 1 oder früher um gedroppte gegenstände und eigenschaften.

aufkrawall
2017-07-12, 17:27:30
dahinter steht die gleiche potentielle abhängigkeit, wie beim glücksspiel. du bezahlst nur direkt mit deiner zeit, anstatt den umweg über arbeit -> lohn -> spieleinsatz zu gehen.

Ich bezahle nicht mit meiner Zeit, wenn ich Spaß dabei habe.

Cubitus
2017-07-12, 18:18:59
Sehe ich bei meinen Patenkiddies,
hab die Eltern bereits aufgeklärt ;)

Spielmechaniken aus den 90er Jahren, Suchtfaktor und die nicht ausgeprägte Selbstbeherrschung junger Menschen auf den maximalen Geld Profit ausgenutzt.
Ob das in Form von Gewinnspiel-Mechaniken oder Item Buy per Micro-Transaktion erfolgt ist nebensächlich.

Die Spielkultur leidet darunter, ganz klar.
Die jungen Leuts bekommen ein falsches Bild vom Gamen..

Ich finds witzig, damals in meiner Jugend wurden einem die Arcade-Hallen in Deutschland vorenthalten, ich dürfte dann in Griechenland Flippern, NeoGeo und Sega Automaten zocken. Dabei war das so cool, man traf sich dort mit Freunden, jeder schmiss ein paar Runden, hatte ne Challange + einen tollen Abend auswärts mit open End. :)

Und heute geben Kids über 100 Euro im Monat für irgendwelchen virtuellen Krempel aus, hocken alleine rum und verfallen der Sucht.. :rolleyes:

aufkrawall
2017-07-12, 18:30:46
Und heute geben Kids über 100 Euro im Monat für irgendwelchen virtuellen Krempel aus, hocken alleine rum und verfallen der Sucht.. :rolleyes:
Der Satz hätte sicherlich auch schon von deinen Eltern stammen können. Etwas mehr Gelassenheit und eine weniger verklärte Erinnerung wären angebracht.
Btw. haben Kinder keinen PayPal-Account. Wenn die Eltern keinen Plan vom Leben haben, hast du wahrscheinlich noch ganz andere Probleme.

M4xw0lf
2017-07-12, 18:33:51
Einfache Lösung: Finger weg von jeglichem Multiplayerscheiß.
Als echter Nerd vermeidet man sowieso jeglichen menschlichen Kontakt, selbst virtuellen.

Daredevil
2017-07-12, 18:39:33
Früher hätte ich mir vermutlich auch dutzend CS:GO Boxen geholt, aber da musste ich sinnlos Pokemon Karten kaufen. :D

Ich sehe da zwar Risiko, dass Kinder ihr Geld wahllos rausschmeißen, aber nun auch nicht mehr als früher halt auch.

Früher haben wir mit teuren Pokemon Karten Weitwurf gemacht und wer weiter war, gewann beide und heute setzt man ne 50€ AWP eben auf den digitalen Roulette Tisch. So what.

Aber Assi finde ich es trotzdem, weil es eben nur digitaler scheiß ist. Aber ist ja jedem sein eigenes Geld.

x-force
2017-07-12, 18:53:57
Ich bezahle nicht mit meiner Zeit, wenn ich Spaß dabei habe.

das sehen die jungs in der spielhalle sicherlich ähnlich ;)

solange das nicht zum problem wird, ist es ja auch keines, aber es gibt genug leute die z.b. bei wow an der grenze und auch teilweise drüber waren.

Cubitus
2017-07-12, 19:03:49
Der Satz hätte sicherlich auch schon von deinen Eltern stammen können. Etwas mehr Gelassenheit und eine weniger verklärte Erinnerung wären angebracht.
Btw. haben Kinder keinen PayPal-Account. Wenn die Eltern keinen Plan vom Leben haben, hast du wahrscheinlich noch ganz andere Probleme.

Früher war man draußen und erlebte gemeinsam was, sogar der gude Gameboy hatten nen Link Kabel und man saß "unentgeltlich" nebeneinander.

Ich sag nicht das früher alles besser war, ich sag nur das Spielen an sich hatte ,wenn es um Bezahlung ging, einen realen Mehrwert, dass du etwas "erleben" dürftest. Du konntest in den Spielhallen Games Zocken die damals HighEnd waren, saßt dazu noch in nem Cockpit mit Lenkrad oder hattest ne Uzi in der Hand. Heutzutage bezahlst du für ein Weiterkommen im Spiel selber. Mit alten Gameplay Elementen. Wo ist da der Mehrwert!?

Und sorry du hast noch weniger Ahnung von Kindern als ich ;D
Wenns um Sachen geht, welche die eigentlich nicht dürften. Von der Anmeldung im Playstore mit Fake Daten und den Erwerb von Gutschein Karten, mit Bar bzw. dem Taschengeld und die Eltern wissen von nichts, weil null oder mäßig affin in dem Bereich.

Da gehört halt aufgeklärt oder dieses Geschäftsmodell stärker reglementiert bzw. abgeschafft..
Bevor ich Firmen wie Supercell noch mehr Geld in den Rachen werfe, würde ich zu meinem Kind sagen:

Geh doch lieber ins Kino, kauf die ein paar Nikes, oder geh von der Kohle was essen, hast mehr davon.. oder spar auf nen fetten PC.. ;)

Daredevil
2017-07-12, 19:05:03
Spielhalle ist auch nicht mit Ingame Käufen vergleichbar, weil du da entweder einen Vorteil hast, noch kosmetische Änderungen im Real life. :D

Niemand würde sich Skins kaufen, wenn die jemand anderes nicht sehen könnte.

pubi
2017-07-12, 19:17:06
Aber was hat der Erwerb eines Skins mit Gambling zu tun? :|

Daredevil
2017-07-12, 19:17:47
Weil man bei CSGO mit Skins gamblen kann.

THEaaron
2017-07-12, 19:21:29
Früher hat man sich auch lootboxen mit Echtgeld gekauft. Nur konnte man diese dann lediglich in ein Heft kleben.

Ich finde die Entwicklung extrem gut. Die Leute, die für sowas ihr Geld rauswerfen unterstützen den Hersteller und alle die nichts damit zu tun haben wollen profitieren davon. Wo funktioniert das extrem gut? League of Legends, Dota, CSGO, Overwatch, etcpp... also so gut wie alle Multiplayer Giganten.

Ich persönlich habe auch schon mal einen LoL Skin gekauft oder aus Neugier ein bis zwei Lootboxen bei CSGO geöffnet aber das sehe ich auch eher als Unterstützung an. Das sind Spiele, die mir persönlich einen Wert von vielen hundert Stunden Spielspaß geben also bezahle ich mit meiner naiven Neugier einfach das Spiel ab.

Wenn ich dann mal nach 500 Spielstunden 20€ für son' Quatsch ausgegeben habe kann man immer noch nicht von einem schlechten Deal sprechen.

Anders ist das natürlich bei so Freemium Fallen. Das sind tatsächlich Spiele die auf das geringste Maß an Interaktion herabgestuft werden und dann sogar essentielle Features oder aber auch Leben/Continues hinter einer Paywall verstecken.

Hier greift dann natürlich die volle Unaufmerksamkeit der Eltern durch und das Kind poliert die Telefonrechnung. ;)

Cubitus
2017-07-12, 19:29:05
Spielhalle ist auch nicht mit Ingame Käufen vergleichbar, weil du da entweder einen Vorteil hast, noch kosmetische Änderungen im Real life. :D

Niemand würde sich Skins kaufen, wenn die jemand anderes nicht sehen könnte.

Doch ist es, du gibst Geld für ein Erlebnis am Spiel aus..
Und die Beträge ähneln sich. Nur du hast damals mehr "Erlebnis" bzw. Mehrwert gehabt.

Beispiel, Daytona USA. Hatte ich daheim auf dem Mega Drive
Die Arcade Version musstest du mit Credits bezahlen, sah dafür viel besser aus und man saß in einem beweglichem Cockpit mit kompletter Armatur, Sport-sitzen+Handbremse.

Das Spiel war aber prinzipell das Gleiche..
Aber Deutschland meinte, gibts nicht verdirbt unser Jugend.. Und macht süchtig.. Aber 120 Mark für die Cardrige auszugeben, war dann wieder okay..

25 Pfennig umgerechnet kostete damals ein Credit und man konnte damit mindestens 5 Minuten spielen... Für umgerechnet 1 Mark ~20 Minuten, dass wären bei 120 Mark 2400 Minuten, also ca 40 Stunden. Aber nein huu suchtpontezial unsere Armen Kinder. :rolleyes:

Aber Smartphones sind ja heute okay weil Internetz 4.0

Und das Firmen wie Supercell ihre Drecks Diamanten für stolze Preise verscheppern ab 2,50 Euro bis hoch zu 99,90 Euro da sagt niemand was. Das reglementiert niemand.. Aber es ist okay, dass sind hippe Finnen und ihr Spiele verschaffen einem Erleichterung, was erledigt und geschafft zu haben .. und sehen dabei noch so schön bunt aus.. :uhammer:

Daredevil
2017-07-12, 20:02:39
Man spielt und kauft aber nicht um Boxen, damit man die Boxen am Ende hat sondern weil man sie präsentieren möchte.
Der Spielautomaten-Mensch kann nichts präsentieren vor seinen Mitmenschen außer... Geld. Ja gut, das kann man in fette Autos umwandeln. :D
Ist wohl doch ein wenig vergleichbar.

00-Schneider
2017-07-12, 20:18:03
Alles Games, die Lootboxen haben und damit als Glücksspiel gelten sollten automatisch ab 18 freigegeben sein.

Gegen Skins habe ich nichts. Was mich ankotzt, sind Waffen oder sonstige spielerische Vorteile etc. die in Lootboxen sind, und sonst anders nicht zu bekommen sind. Solche Games werden von mir mittlerweile komplett gemieden, auch wenn es nur den Multiplayer-Part betrifft. Game wird dann generell nicht gekauft, auch wenn der Singleplayer-Part gut ist. Werde P2W in keiner Form unterstützen.

Mosher
2017-07-13, 06:20:22
Ist Euch das auch schon aufgefallen? In immer mehr Spielen tauchen Glücksspielelemente auf. Teilweise wirken aktuelle Spiele sogar so, als wäre das Spiel nur die Textur um ein Gerüst wiederkehrender Einnahmen und Glücksspielmechaniken. Über das Thema Beutekisten, in Game-Käufen, Spielwährungen, Echtgeld-Gedöhns etc. haben sich ja schon viele ausgelassen.

Aber das Publisher tatsächlich das ganze Geschäftsmodell umgebaut haben und keine Unterhaltungs-, sondern Glücksspiele verkaufen - das war mir noch nie so ganz bewusst.

Mir ist klar, dass jeder Mensch für seine Taten eigenverantwortlich sein sollte. Mir ist aber auch klar, dass wir Menschen kaum oder keine rationale Entscheidungen treffen (können). Aus diesem Grund finde ich es sehr unfair, dass milliardenschwere Publisher mit der Unterstützung von Verhaltensforschern, Psychologen und Psychiatern ein Geschäftsmodell entwickelt haben, welches viele Menschen nicht verstehen und dem sie daher leicht verfallen.

Diese alte Verbindung zwischen tollen Entwicklern mit krativen Ideen eine Geschichte zu erzählen und Publishern, die sich überzeugen lassen und Geld geben, die gibt es so kaum noch. Einer meiner Kunden arbeitet in dieser Branche und ich habe dort einiges gesehen. Heute geht es nur noch darum, wie man eine Plattform für wiederkehrende Einnahmen generiert, wie man am besten Belohnungsreize im Gehirn steuert und wie man gute Gefühle verkaufen kann. Erst am Ende wird eine Spielidee darauf portiert.

Natürlich ist nicht alles schwarz und weiß, aber der Trend ist klar: Aus Gaming wird Gambling. Da ich persönlich noch nie Freude am Punktesammeln oder Gimmicks wie "Skins", "Archievments" oder anderen "Beuteitems" hatte, wird die Spieleauswahl immer kleiner für mich.

Ich finde diesen Trend äußerst bedauerlich und vermisse die Geschichtenerzähler ohne den ganzen Feature Crap. Wie geht es Euch mit der Entwicklung? Oder empfindet Ihr das ganz anders? Aus meiner Sicht stirbt Gaming gerade.

Steinigt mich, aber ich mag Achievements (in manchen Spielen), da sie die Wiederspielbarkeit erhöhen.

Habe zB gerade nochmal alle Starcraft II - Kampagnen durchgezockt, um alle Achievements zu erhalten.

Liegt aber auch daran, dass sie in diesem Game imho sehr gut designed sind, sprich, man hat nicht das Gefühl, irgendeine Mission jetzt extrem schlampig spielen zu müssen, nur um das Achievement zu erhalten.
Die eigentliche Herausforderung ist, diese Achievements während des normalen Durchspielens auf höchstem Schwierigkeitsgrad zu erhalten.

Über ingame-Käufe, DLCs etc. könnte ich mich aber auch aufregen. Nicht, weil ich nicht bereit bin, insgesamt 70€ oder mehr für 60h spaßige Beschäftigung im SP und weitere X00h im MP auszugeben, sondern weil mich dieses Kalkül irgendwie ankotzt.

Genau wie du habe ich das Gefühl, dass immer mehr gezielt hinsichtlich psychologischer Effekte entwickelt wird.

Solange das irgendwie subtil passiert und ich als Konsument nichts davon mitbekomme, stört mich das nicht, aber diese aufdringliche und plumpe Art einiger moderner Entwicklungen finde ich persönlich beleidigend, da lasse ich mich nicht drauf ein.

Ich neige zwar dann auch dazu, den dummen Konsumenten selbst verantwortlich zu zeichnen, doch eine wirkliche befriedigende Antwort ist das nicht.

Ich bekomme einfach das Bild eines kalten Konferenzraums nicht aus dem Kopf, in dem solche Entscheidungen getroffen werden, allerdings bin ich jetzt schon lange genug in der Produktentwicklung tätig, so dass mir die notwendige Naivität fehlt, zu denken, das wäre nicht überall so.

Am schlimmsten waren bisher Gewinnmaximierungsideen von Medizinern, mit denen wir zusammengearbeitet haben.
Was ich da mitbekommen habe ;D Dagegen sind irgendwelche überteuerten DLCs, ingame-Währungen, pay2win,... die reinsten Engel.

Florida Man
2017-07-13, 07:02:31
Rainbow Six Siege führt Beuteboxen ein:

https://www.computerbase.de/2017-07/rainbow-six-siege-lootbox/

Vader
2017-07-13, 07:36:55
Aktuell spiele ich viel Forza Horizon 3 und bei diesem Spiel ist es mir sehr negativ aufgefallen, wie dort weiteres Geld abgezogen werden soll.
Das Spiel ist so schon sehr teuer, Werbung für teure DLCs ist aber voll integriert und mit einem kostenpflichtigen VIP Pass bekommt man eh schon bessere Autos und im integrierten Glücksrad bekommt man gleich doppelt soviel Geld damit.
Man kann Autos gewinnen, die man erst einzeln oder im Pack kaufen muss, um sie fahren zu können. Schatzkarten kann man kaufen, um Geheimnisse aufzudecken usw.
Das hat alles einen sehr bitteren Beigeschmack, besonders da ich auch die Deluxe Edition von einem Kumpel kenne, die das Spiel um gleich einiges leichter macht (mehr Geld, schnell bessere Autos usw.). Ist wie ein kostenfreies Handyspiel: mit Werbung wird man zugeballert und schneller voran kommt man nur mit klingender Münze.

Leider ein sehr gutes Spiel, das auch ohne Extraausgaben viel Spaß macht - stören tut mich das alles aber trotzdem sehr...

Sven77
2017-07-13, 08:08:55
Rainbow Six Siege führt Beuteboxen ein:

https://www.computerbase.de/2017-07/rainbow-six-siege-lootbox/

Ich mag Siege und mich stört das nicht.. wobei man sich etwas streiten kann das manche Skins einfach dämlich aussehen in einem realistischen Setting (Samurai-Ausrüstung für Montagne :rolleyes:). Die Elite-Skins sind dagegen richtig geil und teuer und wird es auch weiterhin nur zum kaufen gegen Echtgeld geben.

Btw. Beuteboxen sind der einzige Anlass für mich noch Overwatch zu zocken da ich mich da komplett aus dem Competitive zurückgezogen habe.. da bin ich zuwenig Masochist. Jeden Dienstag spielt man seine 9 Wins im Arcade um die Kisten zu bekommen in denen erwartungsgemäß nur Schrott drin ist.. egal ;D

Eddyk
2017-07-13, 09:12:15
Dazu gibts auch einen interessanten Artikel:
https://www.computerbase.de/2017-06/mikrotransaktionen-gesetz/

Meine Meinung: Eine Regulierung wird kommen, früher oder später. Spätestens sobald die Politik etwas für den Wahlkampf braucht oder wenn der erste Extremfall die Runde in der Presse macht.
Ich hoffe nur das dann Gaming nicht als böse abgestempelt wird wie bei der "Killerspiel" Debatte. ;(

Exxtreme
2017-07-13, 09:25:38
Dazu gibts auch einen interessanten Artikel:
https://www.computerbase.de/2017-06/mikrotransaktionen-gesetz/

Meine Meinung: Eine Regulierung wird kommen, früher oder später. Spätestens sobald die Politik etwas für den Wahlkampf braucht oder wenn der erste Extremfall die Runde in der Presse macht.
Ich hoffe nur das dann Gaming nicht als böse abgestempelt wird wie bei der "Killerspiel" Debatte. ;(
Naja, IMHO übertreiben es die Spielehersteller mit dem Gambling aber massiv. Schlimm ist, dass es sowas auch bei Kaufspielen gibt, dass man auch nachträglich zur Kasse gebeten wird.

Wobei mir aufgefallen ist, die MMORPG-Gemeinde hat daraus gelernt und sie lassen sehr viele MMORPGs einfach fallen wenn das P2Win zu offensichtlich wird. Die Nicht-MMORPG-Spieler sind vielleicht nur nicht so weit.

deekey777
2017-07-13, 10:24:39
"Guten Morgen!"

Das Problem ist mindestens 5-6 Jahre alt, nur ist es vielen nicht aufgefallen, weil sie Spiele für iPhone&Co für keine richtigen Spiele halten. Oder die ganzen F2P-Spiele.

Beispiel:
Spiele von Gameloft wie Modern Combat 3/4, Nova 3 oder Wild Blood: Durch Weiterkommen hat man Credits verdient, die man dann für bessere Ausrüstung, bessere Fähigkeiten oder eben Munition ausgeben konnte. Hat man zu wenig eingesammelt, so gab es zwei Möglichkeiten: Man spielt die Level mehrmals durch oder man kauft mit echtem Geld Credits. Bei Wild Blood war der Schwierigkeitsgrad übertrieben hoch, dass man keine andere Wahl hatte, als Level immer wieder durchzuspielen oder gleich gegen echtes Geld teure Creditpakete zu kaufen, Und das waren keine Freemiumspiele, sondern kostenpflichtige Spiele.

Irgendwann wurde Asphalt 8 veröffentlicht. Dort gab es zunächst nur Credits. Mit Fortschritt wurden Autos teuerer und auch das Tuning, nicht aber die erzielten Gewinne. Und im MP-Modus konnte man durch Rennsiege auch nicht reich werden. Irgendwann kamen aber tägliche Events, mit richtem Auto konnte man schnell viel Geld verdienen, was Gameloft auffiel, so dass durch Benzintanks meist zwei-drei Eventrennen absolviert werden konnten, dannach muss der Tank aufgefüllt werden. In der Zwischenzeit kam eine weitere Ingamewährung hinzu (die kann man entweder kaufen oder durch Eventerfolge verdienen). Weil viele ihre Originalfahrzeuge vollgetunet haben, kam eine weitere Tuningmöglichkeit - und damit die verschiedenen Boxen. Und diese Boxen sind pures Glückspiel. Bis auf eine können die Boxen nur mit der zweiten Ingamewährung gekauft werden, was drin ist, hängt vom "Zufall" ab, denn zu oft hatte ich das Gefühl, dass das Spiel weiß, was mir fehlt, so dass eher Schrott kam.

Heutige Forzas und Gears kosten bis zu 100 Mio. Aber der Kaufpreis hat sich seit den letzten zehn Jahren nur geringfügig erhöht. Der Kaufpreis der Standversion ist daher nur Augenwischerei, denn neben ihr steht gleich eine Deluxe-Edition und etwas weiter die Superdeluxe-Edition mit Seasonpass. Oder es gibt gleich einen Seasonpass. Oder man wird DLCs kaufen müssen, um voll dabei zu sein.

Und jetzt kommen noch die Glücksspielboxen hinzu.

MartinRiggs
2017-07-13, 14:52:26
Meine Güte,
jedes Quartal kommt jemand angekrochen und erklärt Gaming für tot:rolleyes:
Es gibt doch schon ewig, wie auch schon gesagt wurde, Gurken die Pay-To-Win sind.
Diese Games kann man aber ignorieren und das sogar noch problemlos.
Ich jedenfalls habe noch mehr als genug Spiele ohne Pay-to-Win in meinen Accounts und es kommen doch auch weiterhin so Perlen wie Far Cry 5, Wolfenstein 2 usw.
Wenn man auf den 111elf Waffenskin verzichten kann dann kommt man auch bei einem Far Cry mit der Standardversion dicke aus.

5tyle
2017-07-13, 15:17:20
Was mich so richtig wundert ist, dass die Gaming-Abzocke bisher nicht völlig ausgewuchert ist und ich frage mich, ob das einfach daran liegt, dass man denkt, dass die Kunden das nicht mehr akzeptieren oder an gesetzlichen Regelungen bzw. der Öffentlichkeitswirkung. Es gibt ja bestimmte Automatismen in Games bzw. Motivatoren und Verstäker, die sich durchaus subtil ausnutzen lassen bzw. dem Kunden unterschieben lassen und bestimmte Zielgruppen sind halt ganz besonders anfällig dafür. Meine Meinung ist ja, dass da irgendwann in ein paar Jahren noch ganz andere Dämme brechen werden, nach dem Motto, ist ja jeder selbst verantwortlich für das was er macht oder aber die unlautere Verknüpfung verschiedener Geschäftsmodelle aufgeweicht wird, also man Dienstleistungen die man nicht will dazukaufen muss oder irgendwelchen Vereinbarungen zustimmen muss die sehr weit ausgelegt werden usw. Da sind theoretisch in Zukunft noch ganz andere Geschäftsmodelle denkbar und das Maximum ist da noch lange nicht ausgereizt. Das hat evtl. auch damit zu tun, dass der Vertrieb auf eine Handvoll Plattformen und Verkäufer begrenzt. Und außerdem, solange es Leute gibt die sowas überhaupt haben wollen, ob Käufer oder Verkäufer, wird das auch irgendwie geliefert werden. Wenn man sich die Gaming-Szene heute so ansieht, da würde es bei so einigen bestimmt unmut hervorrufen, wenn man Abzockmodelle einschränkt, so weit ist es schon, weil man sich dann in der kreativen Freiheit beschnitten sieht oder so.

Florida Man
2017-07-13, 15:32:51
Meine Güte,
jedes Quartal kommt jemand angekrochen und erklärt Gaming für tot:rolleyes:
Es gibt doch schon ewig, wie auch schon gesagt wurde, Gurken die Pay-To-Win sind.
Diese Games kann man aber ignorieren und das sogar noch problemlos.
Ich jedenfalls habe noch mehr als genug Spiele ohne Pay-to-Win in meinen Accounts und es kommen doch auch weiterhin so Perlen wie Far Cry 5, Wolfenstein 2 usw.
Wenn man auf den 111elf Waffenskin verzichten kann dann kommt man auch bei einem Far Cry mit der Standardversion dicke aus.
Ich bin mir nicht sicher, ob Du meinen Beitrag gelesen hast oder ob Du mal ein paar Gedanken zu dem Thema verschwendet hast. Es geht nämlich viel weiter als nur irgendwelche "pay to win"-Banalitäten. Es geht darum, dass Glückspielmechaniken, die aus guten Gründen stark regelmentiert werden, in Videospiele einziehen bzw. andere Modelle mittelfristig verdrängen werden. Es geht darum, dass das Spiel in den Hintergrund rückt und vordergründig versucht wird, durch Stimulanz zwanghaftes Verhalten auszulösen. Es findet eine Verschiebung statt, da nicht mehr das Spiel im Vordergrund steht, sondern die Vertriebsplattform. Kommst Du Dir dabei nicht irgendwie etwas dumm vor?

deekey777
2017-07-13, 16:26:59
Meine Güte,
jedes Quartal kommt jemand angekrochen und erklärt Gaming für tot:rolleyes:
Es gibt doch schon ewig, wie auch schon gesagt wurde, Gurken die Pay-To-Win sind.
Diese Games kann man aber ignorieren und das sogar noch problemlos.
Ich jedenfalls habe noch mehr als genug Spiele ohne Pay-to-Win in meinen Accounts und es kommen doch auch weiterhin so Perlen wie Far Cry 5, Wolfenstein 2 usw.
Wenn man auf den 111elf Waffenskin verzichten kann dann kommt man auch bei einem Far Cry mit der Standardversion dicke aus.

Erstmal: Siehe FOGBANK.

Kennst du The Division oder vergleichbare Spiele? Dort steigst du Level für Level auf, suchst nach Loot oder kaufst bestimmte Gegenstände, wobei diese nicht auf dem höchstmöglichen Level sind, wenn man solche Gegenstände findet oder in einer Schatzkiste findest.

Nehmen wir an:
Damit man im Spiel vorankommt, muss der Spieler dafür sorgen, dass sein Aufrüstungslevel etwas höher ist als der der Gegner und/oder seine Waffen/Ausrüstungsgegenstände zwar auf dem gleichen Level sind, aber besser (wie in The Division: eine goldene Waffe ist besser als eine lila).
Um die Käufer zu melken, wird das System so gestaltet, dass die goldenen Gegenstände nur in speziellen Kisten zu finden sind, die entweder durch Fortschritt erworbene Währung erlangt wird oder gegen echtes Geld gekauft wird.

Und jetzt kommt's:
Man bekommt durch den Kauf einer Kiste nicht einen bestimmten Ausrüstungsgegenstand, sondern dies hängt vom Zufall ab. Der Spieler kann entweder einen supertollen Ausrüstungsgegenstand bekommen oder irgendwelchen Müll, den er schon zehnmal bekommen hat. Und das ist eigentlich Glücksspiel, was hier kritisiert wird.

Oder zusammengefasst:
Es geht nicht darum, dass man für 5 Euro die Rüstung für sein Pferd bekommt, sondern dass man eine Kiste kauft, in der auch die Rüstung für das Pferd sein kann - oder auch nur Pferdeäpfel.

Argo Zero
2017-07-13, 16:36:40
FOGBANK, die letzten Jahre hinterm Mond gewohnt?
Das Geschäftamodell ist schon fast wieder out, weil der Markt übersättigt wurde.
Der Coregamer ist sowieso nicht Zielgruppe, deswegen ging das völlig an mir vorbei. Viel mehr soll das Leute ansprechen, die mit Gaming nix am Hut haben. Bei Coregamern kannst du mit diesem Geschäftsmodell sogar regelrecht unter die Räder kommen als Publisher, weil der Shitstorm vorprogrammiert ist.

deekey777
2017-07-13, 17:02:55
Ich weiß nicht, was du mit Coregamern meinst.
Gears Of War 4 bietet solche "Blindkäufe" an. Und gerade Coregamer sollen durch solche Blindkäufe angesprochen werden, um noch besser aufzusteigen. Da ist das eigene Ego im Mittelpunkt.

Florida Man
2017-07-13, 17:42:26
FOGBANK, die letzten Jahre hinterm Mond gewohnt?
Das geht gerade richtig los.

aufkrawall
2017-07-13, 17:56:55
das sehen die jungs in der spielhalle sicherlich ähnlich ;)

Der Vergleich passt nicht, weil es in der Spielhalle um Glücksspiel allein geht und das dann Selbstzweck ist.

Marodeur
2017-07-14, 08:00:14
Ich frag mich ob die Firmen eigentlich auch ihre Abgaben/Steuern bezahlen wenn sie schon so ein Glücksspiel anbieten? Hmm...

Ich find da gibts auch nicht wirklich was zum schönreden. Ja, es ist oftmals Glücksspiel. Den Fakt kann man ruhig so stehen lassen ohne das man ihn gleich relativieren muss. Oder fühlen sich hier Gücksspielsüchtige "erwischt" und auf den Schlips getreten?

So lang es wirklich nur um Äußerlichkeiten geht hat man das lange tolerieren können. Das da trotzdem Millionen umgesetzt wurden mag einen verwundern aber tangiert hat es einen selbst eher weniger. Die paar "Opfer"... Wo man inzwischen aber auch um gute Ausrüstung "gamblen" kann wirds aber dann doch langsam störend. Und da fragt man sich schon ob die Betreiber eigentlich eine Glücksspiellizenz haben? Und stand davon eigentlich was in den AGB die man eh nicht gelesen hat? Hmm...

Ist auf jeden Fall wieder ein Punkt mehr wo man als Elternteil auch aufpassen muss wie ein Schießhund...