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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wann ist man links oder rechts eingestellt?


Crushinator
2003-04-13, 19:49:55
Hi,

da ich in den letzten Tagen oft gelesen habe, daß Manche aufgrund ihrer Haltung gegenüber dem Irak-Krieg entweder links oder rechts eingestuft werden, möchte ich Euch mit diesem Thread um Eure Meinungen darüber bitten, wann und vor allem warum man links oder rechts eingestellt ist.

csjunkie
2003-04-13, 20:02:12
Wer gegen Krieg ist, soll angeblich Links, Kommunist und/oder Stalinist sein.
(Das weiss ich aus Foxnews.) :|

Crushinator
2003-04-13, 20:14:41
Aber warum? Daraus könnte man nämlich auch ableiten, daß mehr als 2/3 der deutschen Bevölkerung Links seien, was ich für eine sehr fragwürdige Feststellung halte.

sCu`
2003-04-13, 20:23:40
Originally posted by csjunkie
Wer gegen Krieg ist, soll angeblich Links, Kommunist und/oder Stalinist sein.
(Das weiss ich aus Foxnews.) :|

Totaler schwachsinn.Hab schon viele Demos von Rechten gesehen die gegen den Krieg sind(Oder die halt "Anti-Amerika" waren).

Ich würde es eher so sagen:Alle linken sind gegen den Krieg.Neutrale und Rechte entweder für oder gegen den Krieg.

don_salieri
2003-04-13, 20:25:25
Die Unterscheidung ist typisches schwarz/weiss-Denken à la Bush.

Wenn Angie Ich-Merkel-Garnix nicht so tief in Bushs Hintern gekrochen wäre, würde die CDU wahrscheinlich auch nicht so dramatisch als Kriegstreiberpartei erscheinen. Es war ja schon auffällig, wie sehr sich Edmund Stoiber aus der Debatte herausgehalten hat.

Wenn jemand gegen den Irakkrieg (bzw. gegen Krieg allgemein) ist, kann man ihn sicher nicht als links beschreiben.

Crushinator
2003-04-13, 20:27:20
Heißt das etwa, daß man in diesem Zusammenhang nicht von Links oder Rechts sprechen kann? ???

sCu`
2003-04-13, 20:27:59
Originally posted by don_salieri
Wenn jemand gegen den Irakkrieg (bzw. gegen Krieg allgemein) ist, kann man ihn sicher nicht als links beschreiben.

Ausser er sagt das er links eingestellt ist.Der Rest ist wie oben gesagt entweder für oder gegen den Krieg.

Das heisst das also auch neutrale und rechte Personen gegen den Krieg sein können.

Originally posted by crushinator
Heißt das etwa, daß man in diesem Zusammenhang nicht von Links oder Rechts sprechen kann? ???

Die Linken sind alle gegen den Krieg und der Rest ist für oder gegen den Krieg.Obwohl ich nun nicht weiss ob alle Rechten gegen den Krieg sind.Hab halt schon viele Rechtendemos gesehen die gegen Bush bzw. den Krieg waren.Kann sein das es auch Meinungsverschiedenheiten im Rechten Lager gibt.


PS:Ich wiederhole mich zu oft :lol:

Haarmann
2003-04-13, 21:47:24
Heute wird mit Links und Rechts viel Schabernack getrieben... ähnlich wie mit den Wörtern Rassismus und Antisemit. Es ist z.B. nicht rassistisch, wenn jemand sagt, dass er hier in Europa keine Vietnamesen wünscht. Rassistisch ists, wenn er sagte, dass Vietnamesen dümmer sind als Europäer. Es ist auch nicht antisemitisch, wenn jemand die Politik eines Waschmittelnamens oder das Geschwafel des Michael F. schlecht findet.
Dass nun beim Thema Irak sowohl sogenannt Rechte wie auch sogenannt Linke der gleichen Ansicht sind liegt wohl eher an der Tatsache, dass ein Mensch solche Angriffe gegen harmlose unschuldige Menschen schlecht findet. Viele "Rechte" und viele "Linke" zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie frei denken und gegen diesen seltsamen Staat BRD sind, der mit sich selber Krieg führt.

bill
2003-04-13, 22:19:55
Links und rechts sind veraltete Begriffe aus Zeiten, in denen politische Entscheidungsprozesse sehr viel einfacher waren. Die Gesellschaften waren aufgrund der vielen konkurrierenden politischen Systeme - Monarchie, Demokratie, Kommunismus und Faschismus - stark polarisiert.

Heute dienen die Begriffe links und rechts dem Machterhalt des herrschenden kapitalistischen Systems. Die Kritiker unserer Gesellschaft bekämpfen sich gegenseitig und sind damit politisch einflußlos.

Besonders die eigentlich starke sog. Linke und die "Antifa" verhalten sich schon seit Jahren sehr naiv und tappen in jede Falle. Der Feind ist nicht der mitleiderweckende biersaufende Kahlkopf, aber diese Manipulation wird von der sog. Linken nicht durchschaut.

bill

Crushinator
2003-04-13, 22:31:09
@bill

Ein sehr beeindruckender Beitrag, der sehr bezeichnend für unsere Gesellschaft ist und gleichzeitig zu hoch, um vom "Otto Normal" verstanden zu werden.

csjunkie
2003-04-13, 23:09:29
Originally posted by sCu`
Totaler schwachsinn.Hab schon viele Demos von Rechten gesehen die gegen den Krieg sind(Oder die halt "Anti-Amerika" waren).

So siehts aus!
Aber so ein Blödsinn wird allen Ernstes im amerikanischen Fernsehen verbreitet.
http://193.97.251.26/ramgen/media/tv/panorama/20030327_patrioten.rm

Für manchen amerikanischen Journalisten ist der Krieg sogar eine "Show". :kotz:

Viking-Warrior
2003-04-13, 23:36:10
Wie ist eigentlich die "klassische" Definition von Rechts oder Links.
(In Bezug von politischen Zielen, Mitteln und Vorgehensweisen)

sCu`
2003-04-13, 23:44:27
Originally posted by csjunkie

So siehts aus!
Aber so ein Blödsinn wird allen Ernstes im amerikanischen Fernsehen verbreitet.
http://193.97.251.26/ramgen/media/tv/panorama/20030327_patrioten.rm

Für manchen amerikanischen Journalisten ist der Krieg sogar eine "Show". :kotz:

Die spinnen die amerikanischen Fernsehsender.:lol:

sCu`
2003-04-13, 23:47:59
Originally posted by Wiking-Warroir
Wie ist eigentlich die "klassische" Definition von Rechts oder Links.
(In Bezug von politischen Zielen, Mitteln und Vorgehensweisen)

www.google.de

www.wissen.de


Habe leider kein Internet und kann so nicht nachgucken ;)

Crushinator
2003-04-13, 23:52:49
Originally posted by Wiking-Warroir
Wie ist eigentlich die "klassische" Definition von Rechts oder Links.
(In Bezug von politischen Zielen, Mitteln und Vorgehensweisen) In der Weimarer Republik saßen die konservativen Parlamentarier auf der rechten und die "Kommunisten" auf der linken Seite. Daher sind diese Bezeichnungen entstanden. Heutzutage sind Konservative weiterhin als Rechte in aller Munde und man streitet sich darüber wer alles in die Linke gehört, und ob z.B. auch Leute dazu zählen, für die wirtschaftliche Interessen nicht zu allererst kommen. ;)

DrumDub
2003-04-14, 00:07:03
interessant ist ja gerade hier die globalisisrungskritischen bewegung, mit der sich einen bewegung gebildet hat, in welcher sich politisch und gesellschaftlich alle möglichen gruppen wiederfinden, die einen gepenpol zu einem prozess bilden, der letztendlich in der konsequenz bedeutet, dass es extrem wenigen immer besser geht. hingegen aber mit der großen masse und dem planeten als ganzes geht es bergab, wenn sich diese entwicklung in der selben form fortsetzt. leider ist die vereinnahmung dieser bewegung durch die links- und rechtsextreme gruppen immer noch ein großes problem, da hiermit indirekt oder auch direkt (z.b. schwarzer block in genua) versucht wird die potentiale für eine positive veräderung der gesellschaften dieses planeten zu blockieren...

Schildbürger
2003-04-14, 00:33:38
doch, da gibt es einen Unterschied, allerdings nicht so einfach schwarz/weiss wie manche es gerne hätten!

Die US-Regierung ist bei dem Irak-Überfall rechtsextrem, menschenverachtend und anti-christlich vorgegangen. Warum? - weil sie an die Rasse glauben, bzw. daran, dass die Araber nicht in der Lage sind über sich selbst zu bestimmen, bzw. das nicht zulassen wollen. Diese Art des Rassismus versuchen die immer gerne zu vertuschen mit ihrer Dauer-Show.

Kommunisten sind der extreme Gegenpol:

Die versuchen alle gleichzumachen. Deshalb werden bei Fox-Propaganda alle Kriegs-Gegner als Kommunisten beschimpft.

Es gibt aber auch hier in Deutschland Rechte, die aus vernünftigen Gründen gegen den Krieg sind. Gauweiler z.B. sagt der Krieg sei ein antichristlicher Angriffskrieg. Die Rechtsradikalen hingegen versuchen die Anti-Kriegs-Demos im Osten teilweise zum Rekruting zu nutzen. Denen geht es nicht um die Sache. Bei den Kommunisten ist es genauso. Diese beiden Fantikergruppen würden nämlich, wenn sie Einfluss hätten, genauso einen grausamen Krieg vom Zaun brechen. Das waren sogar die schlimmsten Kriege der Menschheit überhaupt.

csjunkie
2003-04-14, 00:38:29
Originally posted by sCu`
Die spinnen die amerikanischen Fernsehsender.:lol:

Diese widerliche Propagandashow errinnert stark an die Trailer bei Starshiptroopers.:(

modelkiller
2003-04-14, 09:10:42
Was rechts und links in der Politik bedeutet, lässt sich für beide Seiten mit einem Satz beantworten:

Beide haben ein so einseitiges und eingeschränktes Sichtfeld, dass sie die Mitte nicht sehen können.

Peppo
2003-04-14, 09:42:03
Heute wird mit Links und Rechts viel Schabernack getrieben... ähnlich wie mit den Wörtern Rassismus und Antisemit. Es ist z.B. nicht rassistisch, wenn jemand sagt, dass er hier in Europa keine Vietnamesen wünscht. Rassistisch ists, wenn er sagte, dass Vietnamesen dümmer sind als Europäer. Es ist auch nicht antisemitisch, wenn jemand die Politik eines Waschmittelnamens oder das Geschwafel des Michael F. schlecht findet.
Dass nun beim Thema Irak sowohl sogenannt Rechte wie auch sogenannt Linke der gleichen Ansicht sind liegt wohl eher an der Tatsache, dass ein Mensch solche Angriffe gegen harmlose unschuldige Menschen schlecht findet. Viele "Rechte" und viele "Linke" zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie frei denken und gegen diesen seltsamen Staat BRD sind, der mit sich selber Krieg führt.

So sehe ich es auch...


Also, ich kann mich selber irgendwie nicht so richtig einordnen.
Ich bin im Prinzip national eingestellt, doch sind die grundsätzlichen
Ideen der Kommunismus mir nicht fremd.

Bin ich also ein Linksnationalist? Oder besser ein Linkspatriot?


Genauso sind mir die grundsätzlichen Ideen der "rechten" nicht fremd.

Bin ich also ein Rechtsnationalist? Oder Rechtskonservativer?


Demzufolge müßte ich also eher "mitte" sein...
Doch, die heutige politische "mitte" ist einfach nur blind und machen
politik des politiks willen.
Sie sind einfach unfähig, den neuen Herausforderungen entgegenzutreten,
denn sie sind nur noch zerstritten und krampfhaft bemüht "politisch korrekt" zu sein.
Es fehlen einfach die Visionen und die nötigen Staatsmänner, um sie durchzusetzen.

Demnach bin ich auch nicht "mitte"...

Ein Patriot bin ich auf jeden Fall. Für mich heißt, ein patriot zu sein,
mich für mein HEIMAT einzusetzen, auch gegen die Regierung, falls sie gegen das Volk oder,
gegen die interessen der Nation handelt...

Haarmann
2003-04-14, 10:46:02
Peppo

So leid es mir tut, aber Deine Richtung hat nen Namen, allerdings darf man diesen in Deutschland nicht ner Partei vergeben, aber genau das wäre Nationalsozialismus. Mit Hitler stimmte aber bestenfalls noch der Teil National, die Sozialisten hat er alle vertrieben. Die Letzten starben bei/mit Röhm und die ersten gingen schon vor der "Machergreiffung".
Für grakaman hab ich schon der Argentinischen NS erwähnt.

Alle dies mal interessiert

Da ich dies von ner .de Seite hab, isses wohl legal... Sind die sog. 25 Punkte, die damals noch nicht nur von Hitler stammten. Ein Kleiner Kommentar kommt noch dazu von meiner Seite her.


Wir fordern den Zusammenschluß aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechts der Völker zu einem Großdeutschland.

(Selbstbestimmungsrecht der Völker schadet wohl nie, wird nur oft mit Füssen getreten)

Wir fordern die Gleichberechtigung des deutschen Volkes gegenüber den anderen Nationen, Aufhebung der Friedensverträge von Versailles und St. Germain.

(Durchaus legitime Forderung, wenn man die Details von Versailles und St Germain liest)

Wir fordern Land und Boden zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses.

(Auch diese Forderung ist in Anbetracht der Landverluste durch den WK tolerierbar.)

Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksicht auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.

(Erster Satz ist OK - den Rest kann man streichen)

Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutschland leben können und muß unter Fremdengesetzgebung stehen.

(Ist Heute wohl in keinem Staat gross anders)

Das Recht, über Führung und Gesetze des Staates zu bestimmen, darf nur dem Staatsbürger zustehen. Daher fordern wir, daß jedes öffentliche Amt, gleichgültig welcher Art, ob in Reich, Land oder Gemeinde, nur von Staatsbürgern bekleidet werden darf. Wir bekämpfen die korrumpierende Parlamentswirtschaft, eine Stellenbesetzung nur nach Parteigesichtspunkten ohne Rücksicht auf Charakter und Fähigkeiten.

(Eigentlich ne lobenswerte Initiative - Umgesetzt wurde sie nur nie...

Wir fordern, daß sich der Staat verpflichtet, in erster Linie für die Erwerbs- und Lebensmöglichkeiten der Staatsbürger zu sorgen. Wenn es nicht möglich ist, die Gesamtbevölkerung des Staates zu ernähren, so sind die Angehörigen fremder Nationen (Nichtstaatsbürger) aus dem Reiche auszuweisen.

(Brutal gesagt, aber im Keime sollte der eigene Staat sich nunmal um die eigenen Leute und Probleme derer kümmern)

Jede weitere Einwanderung Nichtdeutscher ist zu verhindern. Wir fordern, daß alle Nichtdeutschen, die seit dem 2. August 1914 in Deutschland eingewandert sind, sofort zum Verlassen des Reiches gezwungen werden.

(Das galt wieder mal den "Ostjuden, die so ca alle gleich hassten - Jedwabne in Polen sollte hier ein Anhaltspunkt sein
Dazu müsste man Walter Rathenau (auch Jude, aber Westjude) zitieren... "Asiatische Horden auf märkischem Boden.")

Alle Staatsbürger müssen gleiche Rechte und Pflichten besitzen.

(Irgendwie erinnert mich das an die französische Revolution)

Erste Pflicht jedes Staatsbürgers muß es sein, geistig und körperlich zu schaffen. Die Tätigkeit des einzelnen darf nicht gegen die Interessen der Allgemeinheit verstoßen, sondern muß im Rahmen des Gesamten und zum Nutzen aller erfolgen. Daher fordern wir:

Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens. Brechung der Zinsknechtschaft.

(Das ist radikaler Sozialismus aus meiner Sicht und genau der Punkt wär meiner Meinung nach Zentral. Wurde dementsprechend nie korrekt umgesetzt)

Im Hinblick auf die ungeheueren Opfer an Gut und Blut, die jeder Krieg vom Volke fordert, muß die persönliche Bereicherung durch den Krieg als Verbrechen am Volke bezeichnet werden. Wir fordern daher restlose Einziehung aller Kriegsgewinne.

(Höhö, was Bush dazu meint? Kann ich nur zustimmen)

Wir fordern die Verstaatlichung aller (bisher) vergesellschaften (Trusts) Betriebe.

(Das ginge schon Richtung des Herrn Marx - passierte leider selten)

Wir fordern Gewinnbeteiligung an Großbetrieben.

(Das nennten andere Unternehmenssteuern...)

Wir fordern einen großzügigen Ausbau der Altersversorgung.

(Das ist wohl auch nicht gross von jemandem kritisiert)

Wir fordern die Schaffung eines gesunden Mittelstandes und seine Erhaltung, sofortige Kommunalisierung der Großwarenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende, schärfste Berücksichtigung aller kleinen Gewerbetreibenden bei Lieferungen an den Staat, die Länder oder Gemeinden.

(Macht ev alles etwas teurer, aber wohl gleich teuer und die Leute führen dann nicht wie die Esel weit um einzukaufen)

Wir fordern eine unserem nationalen Bedürfnisse angepaßte Bodenreform, Schaffung eines Gesetzes zur unentgeltlichen Enteignung von Boden für gemeinnützige Zwecke, Abschaffung des Bodenzinses und Verhütung jeder Bodenspekulation.

(Der Teil gegen Spekulation ist immer gut...)

Wir fordern den rücksichtslosen Kampf gegen diejenigen, die durch ihre Tätigkeit das Gemeinschaftsinteresse schädigen. Gemeine Volksverbrecher, Wucherer, Schieber und so weiter sind mit dem Tode zu bestrafen, ohne Rücksichtnahme auf Konfession und Rasse.

(Bestrafen täts auch... und etwas klarer sollte man schon aussagen, was nun was darstellt)

Wir fordern Ersatz für das der materialistischen Weltordnung dienende römische Recht durch ein deutsches Gemeinrecht.

(Den Vorschlag finde ich sehr interessant - das Justizsystem krankt nämlich nicht nur in D)

Um jedem fähigen und fleißigen Deutschen das Erreichen höherer Bildung und damit das Einrücken in führende Stellungen zu ermöglichen, hat der Staat für einen gründlichen Ausbau unseres gesamten Volksbildungswesens Sorge zu tragen. Die Lehrpläne aller Bildungsanstalten sind den Erfordernissen des praktischen Lebens anzupassen. Das Erfassen des Staatsgedankens muß bereits mit dem Beginn des Verständnisses durch die Schule (Staatsbürgerkunde) erzielt werden. Wir fordern die Ausbildung geistig besonders veranlagter Kinder armer Eltern ohne Rücksicht auf den Stand oder Beruf auf Staatskosten.

(Das ist wohl auch ein Punkt, der niemanden auf die Barrikaden ruft)

Der Staat hat für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen durch den Schutz der Mutter und des Kindes, durch Verbot der Jugendarbeit, durch Herbeiführung der körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht, durch größte Unterstützung aller sich mit körperlicher Jugendausbildung beschäftigenden Vereine.

(Klingt für viele nach "Vorwehrdienst", aber ich sehe keine Nachteile für ne Bevölkerung, wenn diese gesund ist... Ich bin im Gegenteil überzeugt, dass diese Massnahme ein Gesundheitsdebakel wie Heute effizient verhindern kann)

Wir fordern die Abschaffung der Söldnertruppe und die Bildung eines Volksheeres.

(War damals Gang und gäbe, dass man die Wehrpflicht hatte - hat Vor- und Nachteile)

Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, daß a) sämtliche Schriftleiter und Mitarbeiter von Zeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, Volksgenossen sein müssen; b) nichtdeutsche Zeitungen zu ihrem Erscheinen der ausdrücklichen Genehmigung des Staates bedürfen. Sie dürfen nicht in deutscher Sprache gedruckt werden; c) jede finanzielle Beteiligung an deutschen Zeitungen oder deren Beeinflussung durch Nichtdeutsche gesetzlich verboten wird und als Strafe für Übertretungen die Schließung einer solchen Zeitung sowie die sofortige Ausweisung der daran beteiligten Nichtdeutschen aus dem Reich. Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausübt, und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.

(Ab "Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl" einfach streichen, den Rest finde ich gut)

Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen. Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden. Sie bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, daß eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.

(Religionsfreiheit, die nicht zum Hass, zur Bekehrung oder zur Tötung anderer Leute aufruft resp andere Leute nicht für Minderwertig erklärt wär da meine Version)

Zur Durchführung alles dessen fordern wir die Schaffung einer starken Zentralgewalt des Reiches. Unbedingte Autorität des politischen Zentralparlaments über das gesamte Reich und seine Organisation im allgemeinen. Die Bildung von Stände- und Berufskammern zur Durchführung der vom Reich erlassenen Rahmengesetze in den einzelnen Bundesstaaten. Die Führer der Partei versprechen, wenn nötig unter Einsatz des eigenen Lebens, für die Durchführung der vorstehenden Punkte rücksichtslos einzutreten.

(Streichen - wir leben nicht mehr im 20en JH und somit muss man den Staat immer an die technischen Möglichkeiten anpassen und ich bin "leider" strenger Fan einer direkten Demokratie)

Wer meine politische Einstellung nun schlecht findet, der soll das tun... Aber ich hab wenigstens eine

Popeljoe
2003-04-14, 10:46:33
Hmm... Nationalist?
Nee, nicht wirklich, wenn dann partiell.
In der ganzen links - rechts Diskussion ist das Prob, dass die sog. "Linken" in einer extremen Identitätskrise sind. Dies bedingt leider auch, dass sich viele total aus der Politk zurückziehen, weil keine eindeutige Haltung bezogen werden kann. Die Auflösung der schwarz/weiß Blöcke bedingt dies.
Viele irritiert auch, dass sie sich plötzlich in einer Situation erwischen, in der sie mit ehemaligen politischen Gegnern einer Meinung sind...
Tatsache ist z.B. dass die jüdischen Siedler rechtsradikale Extremisten sind und meinen die Juden wären Gottes auserwähltes Volk.
Tatsache ist leider auch, dass viele "Linke" sich aus historischen Gründen davor scheuen, die israelische Siedlungspolitik zu kritisieren.
Popeljoe

Schildbürger
2003-04-14, 14:25:16
ne, es gibt eben eindeutige Unterschiede:

ich bin ja auch nicht so politikbewandert, aber was rechte und linke Rhetorik angeht, müsst ihr mal auf den einen Unterschied achten:

rechts = national, je extremer umso rassistischer, d.h. man orientiert sich an den Genen der Menschen und geht davon aus, dass es bedeutende Unterschiede gibt. Stichworte: Herrenvolk, humanitärer Imperialismus, deutsches Blut, usw.

links = international, je extremer umso gleichmacherischer (richtiges Wort fehlt mir), d.h. Kommunisten leugnen genetische und kulturelle Unterschiede völlig. Stichworte: Kulturrevolution, Verstaatlichung von Privateigentum, usw.

Beide Richtungen führen in Reinform zur Katastrophe, wie das letzte Jahrhundert gezeigt hat. Deshalb ist eben die goldene, neue Mitte meiner Meinung nach der richtige Weg. Allerdings nur im Sinne von strickter Anwendung naturwissenschaftlicher Sichtweisen mit im Fall von Deutschland christlicher Ethik. Nur Naturwissenschaften würde auch zur Katastrophe führen, z.B. bei Biotechnologie droht uns Huxleys "Brave New World". Das Wort "Neue Mitte" wird leider vom Blender Schröder missbraucht.

Insgesamt finde ich dass wir hier in Deutschland mal wieder eine kleine französische Revolution bräuchten, hin zu einer verbesserten demokratischen Verfassung. Denn die Korruption und Vetterleswirtschaft ist in unserem Land unerträglich geworden. Die Parteien müssen weg.

AtTheDriveIn
2003-04-14, 14:39:23
Originally posted by Schildbürger
Insgesamt finde ich dass wir hier in Deutschland mal wieder eine kleine französische Revolution bräuchten, hin zu einer verbesserten demokratischen Verfassung. Denn die Korruption und Vetterleswirtschaft ist in unserem Land unerträglich geworden. Die Parteien müssen weg.

Nicht nur in DE.

Wenn es so weitergeht steuern wir bilndlinks in eine Katastrophe.

Radeonator
2003-04-14, 15:02:20
Links gerichtet bedeutet für mich, mehr macht für das Volk und somit mehr Selbstbestimmung.

Rechts gerichtet bedeutet für mich, konservativ und Regierungs Seitig eingestellt zu sein, alles unter dem dokma nur das Wohl das eigenen landes zu wollen.


Da hier nicht nach "Radikal" gefragt war, dürfte das in etwa grob treffen, das ganze hat null mit Hitler/Marx oder sontwem zu tun...

Schildbürger
2003-04-14, 16:41:13
Originally posted by Radeonator
Links gerichtet bedeutet für mich, mehr macht für das Volk und somit mehr Selbstbestimmung.



Das sagt doch jeder - egal ob rechts oder links - egal wie extrem. Die CDU hat dafür ihr Spendensystem - die SPD ihr verdecktes Unternehmensimperium. Letztlich geht es aber nur darum, dass ein gesundes Mass an Macht den Mächtigen abgetreten wird. Das ist hier in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt leider nicht mehr der Fall zum Schaden der Kleinen und des Mittelstandes.

konservativ vs liberal (oder was ist das Gegenteil?)
religiös vs atheistisch
Verstaatlichung vs Privateigentum

Das sind auch Unterscheidungskriterien, aber dann wird es auch schon schwierig bei den Mischtypen. Diese muss man wohl von Fall zu Fall unterscheiden?

Radeonator
2003-04-14, 16:52:39
Es wird ego bezogen gefragt und so wurde von mir geantwortet, was es für mich bedeutet. Das hat rein gar nichts mit der Weltpolitischen Umsetzung zu tun.

diedl
2003-04-14, 17:37:47
Wann ist man links oder rechts eingestellt?

Dass Berliner Landeskriminalamt scheint bei dieser Frage auch so seine Probleme zu haben.

Rechts und links kann man doch verwechseln

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/14606/1.html

mfg diedl

Craig
2003-04-15, 01:59:26
Links und Rechts kommt doch nur von 1848 - Frankfurt Paulskirche. Dort wurden einige Parteien Links angesiedelt, einige Rechts. Klar klssifizieren kann man dies nie.

RAL
2003-04-15, 09:38:46
Originally posted by Haarmann
[..]
Wer meine politische Einstellung nun schlecht findet, der soll das tun... Aber ich hab wenigstens eine

Das ist das klassische Grundgerüst eines faschistischen Staates, der seine Gegner ausrottet, Meinungsfreiheit, Kunst, Individualität, Freiheit unterbindet, um seine absurde Ideologie durchdrücken zu können. Wenn ein Land wie die USA heute faschistische Tendenzen an den Tag legt, weil es sich bedroht fühlt und gleichzeitig militärisch sehr stark ist, so wird ein Staat, der auf solchen Grundsätzen beruht, schon von Innen heraus faschistisch sein. So ein Staat könnte nicht mit der Staatengemeinschaft in der Welt harmonieren und müsste sich darum ständig bedroht fühlen. Die Konsequenz daraus wäre höchstwahrscheinlich sehr unerfreulich für die Menschen, die dort leben müssten. Ganz schell auswandern, sag ich da nur. Und zwar am besten, bevor sie eine Mauer um ihr Staatsgefängnis gebaut haben, um ihre Volksgenossen am Ausreisen zu hindern. Da ist mir unser System mit all seinen Schwächen tausendmal lieber.

Haarmann
2003-04-15, 10:03:34
RAL

Also meinst Du das Grundgerüst das ich gezeichnet habe, oder das Original?
Kannst genauer die Punkte sagen, die Dich nun, den ich mal als Vertreter von "Rechts" einstufe, an diesem System störten?
Wenns geht gerade für Original und Änderung. Bei Unklarheiten in bestimmten Punkten kann ich dazu auch Antworten liefern... Allerdings nur zu meiner Version, da ichs mit dem Gedankenlesen von Toten nicht so hab wie Uriella und Co.

P.S. Ne Indirekte Demokratie, wie in Deutschland (2 Blöcke nur) ist meiner Meinung nach auch faschistisch - denn Du hast (fast) keine Chance ausserhalb dieser 2 Blöcke.

DrumDub
2003-04-15, 11:06:40
interessanter kommentar von göring zum thema krieg:

Later in the conversation, Gilbert recorded Goering's observations that the common people can always be manipulated into supporting and fighting wars by their political leaders:

We got around to the subject of war again and I said that, contrary to his attitude, I did not think that the common people are very thankful for leaders who bring them war and destruction.
"Why, of course, the people don't want war," Goering shrugged. "Why would some poor slob on a farm want to risk his life in a war when the best that he can get out of it is to come back to his farm in one piece. Naturally, the common people don't want war; neither in Russia nor in England nor in America, nor for that matter in Germany. That is understood. But, after all, it is the leaders of the country who determine the policy and it is always a simple matter to drag the people along, whether it is a democracy or a fascist dictatorship or a Parliament or a Communist dictatorship."

"There is one difference," I pointed out. "In a democracy the people have some say in the matter through their elected representatives, and in the United States only Congress can declare wars."

"Oh, that is all well and good, but, voice or no voice, the people can always be brought to the bidding of the leaders. That is easy. All you have to do is tell them they are being attacked and denounce the pacifists for lack of patriotism and exposing the country to danger. It works the same way in any country."

http://www.snopes2.com/quotes/goering.htm

RAL
2003-04-15, 11:14:30
Haarmann,
ich meine das Grundgerüst, nicht deine mehr oder weniger kleinen Änderungen und Bemerkungen, die aber imo grundsätzlich nichts wesentliches am Gesamtbild ändern. Natürlich gibt es hie und da einen Gedanken in diesem Gerüst, der erst einmal ansprechend wirkt. Aber schaut man sich diese Gedanken als Ganzes an, so muss man fragen: Wo sind die Absätze, die die Freiheit des Individuums (unabhängig von Geruch des Blutes oder sonstigen kranken Ideen),
Meinungsfreiheit,
Freiheit zur politischen Aktivität,
Freiheit der Lehre, der Wissenschaften, der Künste,
Recht auf körperliche Unversehrtheit garantieren
...etc.?

Du wirst sie nicht finden und das hat seinen guten Grund. Ganz im Gegenteil findet man hässliche Andeutungen der Ausgrenzung von Individuen und Meinungen. Das kanns ja nun nicht sein.

Man kann und soll immer drüber reden, wo unser System zu ändern und zu verbessern ist. Allerdings sollten grunsätzliche Dinge unantastbar sein. Natürlich auch dann, wenn man zurecht anprangert, dass diese nur Ideale sind, die in der Realität nie vollkommen errecht werden können.

Haarmann
2003-04-15, 15:39:05
RAL

Als Zusatz zu diesem Program musst Du natürlich die Weimarer Verfassung sehen - die war ja auch noch da. Diese galt eigentlich bis zum bitteren Ende und ist auch Heute noch die einzige Verfassung für "Deutschland", die angenommen ist. Finde das eben ne lustige Sache, da das Deutsche Reich nach wie vor mitsammt seiner Verfassung eigentlich existiert und ich als Deutscher der Kategorie RAF oder NPD schon lange mal alternative Wahlen abgehalten hätte.
Ausgrenzend finde ich hier eigentlich nichts, denn auch Heute noch dürfen "Ausländer" weder wählen, noch gewählt werden, jedenfalls nicht in der Schweiz. Das ist also keine wirkliche "Ausgrenzung".
Das ganze jüdische Palaver wiederum streicht man ersatzlos - es ist auch schlicht apolitisch.

Interessant an der Sache ist eigentlich eher, welche Punkte später je verwirklicht wurden und welche nicht. Weiter interessant ist auch wer

Wichtigste Änderung gegenüber Heute müsste sein, dass kein Richter Mitglied in irgendeiner Partei sein darf, denn wenn dies der Fall ist, so ist die Gewaltenteilung de facto nicht mehr gegeben. Merkt man besonders in D deutlich an rund 70'000 Prozessen gegen Andersdenkende jedes Jahr!

DrumDub

Göring hat in der Haft bei Nürnberg und im Prozess noch manche Wahrheit rausgelassen... er war ja ausnahmsweise auch mal "nüchtern", da er keine Drogen mehr bekam. Dafür dürfte wohl seine Unterleibsverletzung wieder Schmerzen verursacht haben.

Viking-Warrior
2003-04-15, 21:37:08
Originally posted by Haarmann
Wichtigste Änderung gegenüber Heute müsste sein, dass kein Richter Mitglied in irgendeiner Partei sein darf, denn wenn dies der Fall ist, so ist die Gewaltenteilung de facto nicht mehr gegeben. Merkt man besonders in D deutlich an rund 70'000 Prozessen gegen Andersdenkende jedes Jahr!


Damit ließe sich aber nur kontollieren, ob diese Richter (Und ich glaube, du meinst auch andere Ämter der judikativen Gewalt) eingetragenes Mitglied einer Partei sind.
Selbst wenn diese Parteizugehörigkeit verboten wäre, würden diese Personen immer noch heimlich mit manchen Parteien/Richtungen sympatisieren.
Fände ich vielleicht sogar besser, wenn die Richter eingetragen wären, und man so schon von vornherein sehen könnte, in welche Richtung sein (politisches) Denken geht, als wenn man es nicht weiß, und dieser Richter es dafür umso offensichtlicher durch seine Äußerungen/Handlungen zeigt.

Craig
2003-04-16, 11:43:35
Wenn ich das (historisches) noch dazu beitragen darf:

Hitler beispielsweise war kein Sozialist. Er war auch kein Nationalsozialist. Er war wenn, Nationalantisemit. Er bedarfte sich nur des Sozialismuses, um die Stimmen der Arbeiter hinter sich zu bekommen. Und ob Hitler "rechts" war? Hitler war selbst Ausländer und seine Anfeindungen gingen nie explizit gegen Ausländer, lediglich gegen "minderwertige Völker".

Möllemann ist ebenso wenig rechts. Er mag ein Rechtspopulist sein, keine Frage. Ob er aber in seiner Grundeinstellung rechts ist, mag ich abstreiten.

Craig
2003-04-16, 11:45:10
edit: doppelt

Haarmann
2003-04-16, 12:23:14
Wiking-Warroir

Das Problem ist, dass Heute Richter fast nur durchs Parteibuch ins Amt kommen und zumeist wohl voll unfähig sind. Das ersieht man schon daran, dass 45% der angefochteten Erstinstanzurteile in 2er Instanz bereits umfallen. Die Richter überlasten das System somit durch ihre Unfähigkeit gleich selber.

Craig

Hitler war wohl nichtmals National... Wie soll er das als Össi auch sein mitten in Deutschland?
Hitler war ein toller Redner und damit hat sichs denne. Politisch war er eigentlich eher auf Seiten der Reichen und Mächtigen anzusiedeln, aber ob das Rechts ist, das weiss ich dann auch nicht wirklich - ich finds jedenfalls nur schlecht. Jedenfalls hat Hitlerismus mit Nationalsozialismus nichts gemeinsam - Meiner Meinung nach natürlich.

Craig
2003-04-16, 12:37:37
Volle Zustimmung Haarmann. Das einzige Potential das Hitler besaß, war dass er super Reden konnte und über ein wenig! (anfangs) militärisches Wissen verfügte. Hitler ging es nie über irgendwelche Strukturen, er überlegte 1919 sogar in die SPD einzutreten, bevor er in die DAP ging.

Aber viele (ungebildete) versuchen heute den Nationalsozialismus mit "rechts" gleichzusetzen - IMO falsch.

Bakunin3
2003-04-16, 12:38:13
Aber wie sieht es mit Göbbels aus?
War der "links"?
Ich finde - ich weiß, das darf man ja kaum sagen - so manche Dinge, die Göbbels gesagt hat, durchaus unterschreibenswert (andere hingegen unglaublich schei...)... aber das gehört vielleicht nicht hier her, noch ist es ein Beweis dafür, daß er "links" (oder rechts) war... letzlich finde ich die Kategorisierung in "rechts" und "links", so bequem sie sein mag, für durchweg veraltet.
Es trifft einfach (nicht erst) heute unsere Welt nicht mehr...

B3

Craig
2003-04-16, 12:45:08
Meine Reden bakunin.

Das krasse Denken von rechts und links stammt ja außerdem aus dem House of Common, oder wars das House of Lords?, naja egal. Dort saßen die Labour-Party links und die konservativen rechts....


Wer eine Vereinfachung des Begriffes haben will kann sagen, dass man "links" ist wenn man gegen den Staat ist - und "rechts" wenn man gegen Ausländer ist. Dies ist die typische und gängige Volksmeinung.


Noch mal zu Goebbels. Wie kommst du denn darauf? Seine Reden waren doch eher immer kommunismusfeindlich und eine reine Hetze gegen Minderheiten? Aus was schließt du genau, dass er "zu Teilen" links sein könnte?

aths
2003-04-16, 12:45:25
Originally posted by Bakunin3
Aber wie sieht es mit Göbbels aus?
War der "links"?
Ich finde - ich weiß, das darf man ja kaum sagen - so manche Dinge, die Göbbels gesagt hat, durchaus unterschreibenswert (andere hingegen unglaublich schei...)... Was wären z.B. Dinge, die du unterschreiben würdest?

Bakunin3
2003-04-16, 12:51:48
Hast mir schon gefehlt, aths... :D

@aths und craig:

"Was verstehen wir unter Plutokratie? Die Plutokratie ist jene Art der politischen und wirtschaftlichen Führung, in der ein paar hundert Familien, die alles andere, nur keine sittliche Berechtigung dazu mitbringen, die Welt beherrschen. Sie beurteilen und behandeln die großen Völkerprobleme nicht nach den Interessen der Völker selbst, sondern ausschließlich nach ihren eigenen Geldsackinteressen. Ihr ganzes Bestreben läuft darauf hinaus, die Völker diesen Interessen dienstbar zu machen. Diese Art von Plutokratie sehen wir heute vor allem in England am Werke. Ihr ist unser neuer sozialer Volksstaat schon aufgrund ihres durchaus kapitalistischen Charakters ein Dorn im Auge. Sie fürchtet, daß er eventuell in der Welt, vor allem in ihrer Welt, Schule machen könnte. Darum hat sie das Reich mit Krieg überzogen. Ihre lügnerische Behauptung, daß Deutschland die Welt erobern wolle, ist nur eine faule Ausrede; was soll diese auch bedeuten angesichts der Tatsache, daß heute größte Teile der Erde von der westlichen, vor allem der englischen Plutokratie beherrscht wird."

Dr. Joseph Goebbels, Zeit ohne Beispiel - Reden und Aufsätze (1939-1941), Seite 248

Klammern wir die Frage nach dem, der den Krieg gewollt hat, einfach mal aus... damit wir nicht vom Thema abkommen... den Rest finde ich - abgesehen von einer unzeitgemäßen Sprache - recht einsichtig...
Und jetzt die Frage: Ist das hier jetzt "links"? Ist das "rechts"?
Paßt die Kategorisierung hier überhaupt noch?

B3

PS: Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich verwende mich nicht für den völkischen Unterton, den der autor hier anschlägt... aber die politisch ediagnose finde ich interessant.

Craig
2003-04-16, 12:56:58
"Ihr ist unser neuer sozialer Volksstaat schon aufgrund ihres durchaus kapitalistischen Charakters ein Dorn im Auge. Sie fürchtet, daß er eventuell in der Welt, vor allem in ihrer Welt, Schule machen könnte. Darum hat sie das Reich mit Krieg überzogen..."

Den ersten Sätzen kann ich zustimmen, diesen jedoch nicht. Was für Konsequenzen musste die Bevölkerung damals tragen, um von diesem sozialen Volksstaat zu profitieren? Sie mussten Massenmorde mitmachen, Einzug zur Zwangsarbeit etc. Da wäre mir eine Plutokratie doch lieber gewesen.

Und Deutschland hat den Krieg "in andere Länder überzogen". Und nicht umgekehrt.

Bakunin3
2003-04-16, 13:03:41
Originally posted by Craig
"Ihr ist unser neuer sozialer Volksstaat schon aufgrund ihres durchaus kapitalistischen Charakters ein Dorn im Auge. Sie fürchtet, daß er eventuell in der Welt, vor allem in ihrer Welt, Schule machen könnte. Darum hat sie das Reich mit Krieg überzogen..."

Den ersten Sätzen kann ich zustimmen, diesen jedoch nicht. Was für Konsequenzen musste die Bevölkerung damals tragen, um von diesem sozialen Volksstaat zu profitieren? Sie mussten Massenmorde mitmachen, Einzug zur Zwangsarbeit etc. Da wäre mir eine Plutokratie doch lieber gewesen.

Und Deutschland hat den Krieg "in andere Länder überzogen". Und nicht umgekehrt.

Vergiß doch mal den Krieg, das ist eine andere Frage... ist das Gesagt nun links oder rechts? Also die "Diagnose"...

Muß jetzt gehen, bin erst heute abend wieder da... bin mal gespannt... ;)

B3

Craig
2003-04-16, 13:09:54
Originally posted by Bakunin3


Vergiß doch mal den Krieg, das ist eine andere Frage... ist das Gesagt nun links oder rechts? Also die "Diagnose"...

Muß jetzt gehen, bin erst heute abend wieder da... bin mal gespannt... ;)

B3

Nun gut. Rein aus dieser Hinsicht würde ich sagen: Links ;). Hast mich also damit überzeugt ;).

bill
2003-04-16, 13:44:58
Originally posted by Haarmann

Hitler war wohl nichtmals National... Wie soll er das als Össi auch sein mitten in Deutschland?


@Haarmann und Craig

Österreicher sind genauso deutsch, im Sinne der Kultur, wie ein Bayer, ein Hamburger oder ein Brandenburger. Österreich war viele Jahrhundete das mächtigste deutsche Land und Heimat der Kaiser. Dass die Menschen heute versuchen sich etwas anderes einzureden ändert nichts an den kulturellen Wurzeln. Nach dem Zusammebruch des Habsburgerreiches wurde Rest-Österreich von den Alliierten explizit verboten, sich dem Deutschen Reich anzuschließen oder sich Deutsch-Österreich zu nennen. Ohne dieses Verbot wäre der Anschluß 1938 überflüssig geworden, denn die Bereitschaft war nach dem 1. WK sehr groß, sich dem DR anzuschließen. Hitler war deshalb mitnichten Ausländer und wurde auch nicht als solcher empfunden.

bill

Craig
2003-04-16, 18:22:05
@Bill

Dies ist mir durchaus bewusst - aber Hitler hatte meiner Meinung nach nichts gegen Ausländer, solange sie ins Weltbild seines Rassenwahns passten.

Thowe
2003-04-16, 20:30:44
Ich persönlich unterscheide Rechts und Links anhand, naja, gewisserweise Gewaltpotential und an der Art der Projizierung.

Jemand der eine Person hasst, der ist für mich Rechts. Jemand der die Taten bewertet und nicht die Person, der ist dann Links einzustufen. Ist vielleicht eher nicht die klassiche Kategorie-Einteilung und vor allem wandern wohl viele Linke dabei in den Rechten Topf.

Jemand der z.B. sagt, das Göring zu hassen wäre, der ist für mich Rechts. Wobei das zu hassen wäre auch z.B. durch "An den ist nicht gutes" etc. erfüllt ist. Wenn jemand nun aber sagt, das Göring das und das getan hat und dieses nicht richtig ist, der wäre nach meiner Einteilung links einzustufen.

Wobei ich persönlich gewisserweise auch Rechts wäre, da ich durchaus noch ab und an den Fehler mache Personen und nicht die Taten bzw. Aussagen zu hassen. Das ist zwar mitlerweile extrem selten und momentan projiziert es sich gewaltig auf "Das Büschlein", aber andererseits habe ich auch Mitleid mit ihm und ich denke er weiss es wirklich nicht besser.

Wenn ich munter Diskussionsteilnehmer nach meinen Schema einodnen würde, dann wäre viele plötzlich auf der Seite wo sie sich nie sehen würden.

Wobei ich hier bewusst das Radikal streiche, wer Radikal ist, da ist es egal ob Links oder Rechts, der hat die Welt nicht verstanden und sollte lieber seine Dummheit als sonst etwas hassen.

Schildbürger
2003-04-17, 01:43:45
??? ich habe doch den Unterschied schon mal erklärt:

Rechte gehen bei ihrer Ideologie davon aus, dass die genetischen Unterschiede bei den Menschen so erheblich sind, dass man Menschen ausgrenzen kann. Linke sagen es gäbe keine nennenswerte Unterschiede, d.h. alle sind gleich (und einige gleicher, bzw. müssen gleich gemacht werden).

Bei Radikalen Ideologen, egal ob rechts oder links erkennt man es sehr gut: im Grunde genommen ist es das Gleiche - nämlich Diskriminierung. Nur die Argumentationsweise kommt jeweils vom anderen Ende der Skala.

Jeder das sich in eine dieser Schubladen steckt, schafft schon die ersten Voraussetzungen in seinem Denken, andere zu diskriminieren.

Haarmann
2003-04-17, 12:41:18
Craig

Goebbels redete am Anfang von der UDSSR als Utopiaversuch etc... Er war also alles andere als gegen einen echten Kommunismus - dass die UDSSR nichts mit seinen Vorstellungen von Utopia zu tun hatte, nachdem durch absichtliche Hungersnöte Millionen Menschen verstarben, muss ich wohl nicht gross betonen.
Quelle dazu sind seine gesammten Tagebücher.

Diese Kriegsschuldfrage ist immer witzig... Dazu ne Frage, die zum Denken anregen sollte. Wieso haben UK und F aufgrund der Garantieerklärung für Polens integrität D den Krieg erklärt, aber der UDSSR nicht?

Bakunin3

Ich denke viele werden diese Sätze nicht in die Ecke stellen wollen... ;)

bill

Das stimmt auch nur zum Teil. Das hat mit der Grossdeutschen Lösung und der Kleindeutschen Variante viel zu tun... Aber stell Dir mal vor, Du sagst nem Schweizer, er sei Deutscher. Da wirst wen ziemlich sauer machen. Sicherlich haben wir Allemannen (oder wie die sich schreiben) als Vorfahren - aber auch nur zum Teil. Vorarlberg wiederum wollte ja schliesslich auch nicht zu D nach dem WK, sondern zur ZH, weil sie hierher sprachlich passten, aber nicht zu AUT passen.

Thowe

Radikal nennt man oft die Gruppierungen, die den Staat revolutionär und nicht evolutionär umgestaltet haben wollen. Ich denke, dass es auf die betroffene Staatsstruktur ankommt, ob dies nun positiv oder negativ zu werten ist.
Einen Radikalen in den USA z.B. kann ich wesentlich besser verstehen, denn einen Radikalen in der Schweiz. Das liegt aber auch an mir, da ich das politische System der Schweiz als weniger schlecht empfinde - von gut hab ich nichts gesagt...

Alle

Ich definierte Rechts immer als für die bestehende Plutokratie und links gegen diese und für einen ausgeglichenen Wohlstand. Witzigerweise sind viele "Rechtsextreme" eben auch gegen diese Plutokratie - bestes Exempel ist und bleibt da für mich RA Horst Mahler (Den Brief an Schröder finde ich köstlich).

Lord Wotan
2003-04-19, 20:58:00
@All

Ein gutes Bespiel für links und rechts ist doch aber Horst Mahler
Erst richtig Links, jetzt richtig rechts, aber in der ganzen Zeit gegen die USA u. Israel. Ist das der zusammenhalt von links und rechts? In 3. Reich waren auch viele erst links und dann rechts.
Jemand hat einmal geschrieben das links und rechts, nur zwei Seiten der selben Münze sind.