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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussion zu: Die AMD-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal 2019


Leonidas
2020-01-29, 18:57:18
Link zur News:
https://www.3dcenter.org/news/die-amd-geschaeftsergebnisse-im-vierten-quartal-2019

Aroas
2020-01-29, 21:42:37
Was hab ich eigentlich 2007/2008 verpasst? Warum hatte AMD zu dieser Zeit so unglaubliche Verluste?
Die miese Bulldozer Zeit kam doch erst viel später.

Gast
2020-01-29, 21:45:23
Die Gewinnzahlen zeigen zudem an, das AMD zweifelsfrei profitabel sein kann – auch ohne Preiserhöhungen etc. Dafür reicht es "einfach" aus, den Umsatz in gewisse Sphären zu steigern, dann mildert sich der Effekt der Fixkosten so weit ab, das nahezu automatisch Gewinne erzielt werden.

Ohne Preiserhöhungen?

Hab ich was verpasst? AMD hat die Preise sowohl bei Grafikkarten als auch bei den CPU gering bis teilweise drastisch erhöht.

AnnoDADDY
2020-01-29, 21:51:41
ATI Kauf War auf jeden Fall dabei.

Gast
2020-01-29, 22:17:14
Was hab ich eigentlich 2007/2008 verpasst? Warum hatte AMD zu dieser Zeit so unglaubliche Verluste?
Die miese Bulldozer Zeit kam doch erst viel später.
Vielleicht die eigene Fab, die dann 2009 ausgelagert wurde.

Berniyh
2020-01-29, 22:34:15
Was hab ich eigentlich 2007/2008 verpasst? Warum hatte AMD zu dieser Zeit so unglaubliche Verluste?
Die miese Bulldozer Zeit kam doch erst viel später.
Die Probleme von AMD begannen aber nicht erst mit der Vorstellung von Bulldozer, sondern mit der Vorstellung der Core Architektur und das war bereits 2006.

Aroas
2020-01-29, 23:22:52
Die Probleme von AMD begannen aber nicht erst mit der Vorstellung von Bulldozer, sondern mit der Vorstellung der Core Architektur und das war bereits 2006.

Das mag ja sein, aber damals konnte AMD sich spätestens mit den PhenomII ja noch recht gut über Wasser halten.
Dennoch ist zu dieser Zeit der größte Einschnitt zu verzeichnen. Viel größer als alles zu Bulldozer Zeiten.

maximus_hertus
2020-01-29, 23:31:08
Das mag ja sein, aber damals konnte AMD sich spätestens mit den PhenomII ja noch recht gut über Wasser halten.
Dennoch ist zu dieser Zeit der größte Einschnitt zu verzeichnen. Viel größer als alles zu Bulldozer Zeiten.

Nope, man war finanziell sehr angeschlagen und der ATI Kauf war viel, viel, viel zu teuer. Das hat so viele Mittel gebunden, dass es AMD fast das Genick gebrochen hat.

2006 war man in einer guten Position, zumindest theoretisch. Hätte man liefern können, wäre der Intel Core 2 "Einschlag" finanziell nicht dramatisch gewesen. MAn musste aber DELL und Co. massiv entäuschen und hat so einiges an vertrauen verspielt.

Die 65nm Fertigung war auch nur suboptimal. Ergo hat man weit geringere Stückzahlen produzieren können als man hätte verkaufen können, dann die mäßige 65nm "Übergangs"-Fertigung und der Sargnagel war dann der Phenom 1 mit dem legendären TLB Bug. Die Kombination aus diesen Faktoren (plus der extrem teure ATI Kauf) hat AMD extrem zugesetzt.

Iscaran
2020-01-29, 23:31:21
Das waren noch Abschreibungen aus dem Kauf von ATI und dem Verkauf der Fabs AFAIK.

Aroas
2020-01-30, 00:06:31
Achja, der TLB Bug... daran erinnere ich mich. Damals ein mega Aufschrei. Heute gibts qausi monatlich neue Berichte zu Sicherheitslücken bei Intel und es interessiert offenbar einen Scheiss.

Effe
2020-01-30, 00:35:45
Was hab ich eigentlich 2007/2008 verpasst? Warum hatte AMD zu dieser Zeit so unglaubliche Verluste?
Die miese Bulldozer Zeit kam doch erst viel später.
Da war die Finanzkrise mit den verblichenen Lehman Brothers. Da ist so ziemlich jeder Konzern und die Weltwirtschaft abgekackt.

Leonidas
2020-01-30, 03:48:19
Was hab ich eigentlich 2007/2008 verpasst? Warum hatte AMD zu dieser Zeit so unglaubliche Verluste?
Die miese Bulldozer Zeit kam doch erst viel später.


Wirtschaftskrise nach Lehman Brothers? Ist auch bei Intel & NV in den Zahlen zu sehen.




Ohne Preiserhöhungen? Hab ich was verpasst? AMD hat die Preise sowohl bei Grafikkarten als auch bei den CPU gering bis teilweise drastisch erhöht.


Ich meinte direkte Preiserhöhungen. Wenn man für ein klar potenteres Produkt (mehr Kerne) mehr verlangt und der Markt dies hergibt, denn meinte ich dies nicht als "direkt Preiserhöhung".

MiamiNice
2020-01-30, 12:48:17
Kann mir mal jemand bitte erklären warum man 4% mehr Umsatz dermaßen abfeiert? AMD hat das bisher schlechteste Ergebnis von allen bisherigen veröffentlichten Geschäftszahlen anderer Tech Firmen hingelegt und es wird als Erfolg gefeiert?
4 von 5 verkauften CPUs da draußen sind von AMD und nur 4% mehr Umsatz?
Ich persönlich habe damit gerechnet das AMD um 30-40% mehr Umsatz macht durch den Verkaufsschlager Ryzen.

Macht auf mich einen sehr negativen Eindruck für das gesamte vergangene Geschäftsjahr.

AnnoDADDY
2020-01-30, 12:59:32
Das letzte Quartal passt doch. Nur dieQuartale davor waren nicht so dolle...

bbott
2020-01-30, 13:12:38
Kann mir mal jemand bitte erklären warum man 4% mehr Umsatz dermaßen abfeiert? AMD hat das bisher schlechteste Ergebnis von allen bisherigen veröffentlichten Geschäftszahlen anderer Tech Firmen hingelegt und es wird als Erfolg gefeiert?
4 von 5 verkauften CPUs da draußen sind von AMD und nur 4% mehr Umsatz?
Ich persönlich habe damit gerechnet das AMD um 30-40% mehr Umsatz macht durch den Verkaufsschlager Ryzen.

Macht auf mich einen sehr negativen Eindruck für das gesamte vergangene Geschäftsjahr.

Es gibt einfach zu viele die eisern an Intel festhalten. Man könnte meinen sie wären mit Intel verheiratet und haben ewige Treue in guten wie in schlechten Zeiten geschoren :freak:

Gast
2020-01-30, 13:48:56
Ich meinte direkte Preiserhöhungen. Wenn man für ein klar potenteres Produkt (mehr Kerne) mehr verlangt und der Markt dies hergibt, denn meinte ich dies nicht als "direkt Preiserhöhung".

In der Halbleitertechnik ist es eigentlich "normal", dass man immer potentere Produkte zum gleichen Preis bekommt, insbesondere wenn Fertigungsfortschritte zur Verfügung stehen.

Wenn man nun das beste Produkt für AM4 in der Ryzen 2xxx und Ryzen 3xxx ansieht, gibt es eine gerade zu exorbitante Preissteigerung auf weit mehr als das doppelte, selbst wenn man den Einführungspreis als Basis nimmt.

Aber selbst wenn du darauf bestehst, dass nur gleiche Kernanzahlen verglichen werden dürfen, ist die Preissteigerung vom besten AM4 8-Kerner von Ryzen 2xxx auf Ryzen 3xxx mehr als nur deutlich.

Bezeichnend für die Situation ist, dass heute immer noch die alten Zen Generationen aus der 2xxx und sogar teilweise aus der 1xxx Serie in den meisten Fällen ein drastisch besseres Preis-Leistungsverhältnis aufweisen als die aktuelle 3xxx Generation.

Und es handelt sich nicht um Abverkaufsware die einfach so günstig ist um die Lager leer zu bekommen, ansonsten wären die entsprechenden CPUs längst vom Markt verschwunden, es handelt sich um reale heutige Marktpreise.

Ryzen 2xxx und Ryzen 1xxx ist aber immer noch gut verfügbar, die werden also definitiv noch produziert.

Die "normale" Preissenkung im Laufe der Zeit ist also durchaus bei Zen angekommen, nur eben nicht bei der aktuellen Generation, die ist sogar deutlich teurer als die Vorgängergeneration zum Launch.

Bei den Grafikkarten sieht es ähnlich aus, die neuen Radeons fügen sich weitestgehend am von Nvidia etablierten höheren Preisniveau ein.

Oder ist irgendwer auf die Idee gekommen, zu sagen, dass Turing die Preise nicht erhöht hat, weil schließlich hat man ja zu den höheren Preisen auch potentere Hardware bekommen?


Sorry, man kann es drehen und wenden wie man will, aber je nach Markt und Sichtweise hat AMD die Preise praktisch überall erhöht, teilweise nur eher gering, teilweise geradezu drastisch.

Wäre mal interessant bei AMD die durchschnittlichen Verkaufspreise pro CPU der letzten Jahre zu wissen, ich bin mir ziemlich sicher, dass diese sich merklich erhöht haben.

Leonidas
2020-01-30, 14:00:00
@ Gast: Ich wollte da nicht besonders sagen. Ich wollte nur sagen, das das organisches Wachstum war und keine gleiche Stückmenge zu 30% Preisaufschlag. Damit kann man schließlich auch 30% mehr Umsatz machen - wenn man seinen Markt im Griff hat.

Hammer des Thor
2020-01-30, 14:03:21
4 von 5 verkauften CPUs da draußen sind von AMD und nur 4% mehr Umsatz?
Ich persönlich habe damit gerechnet das AMD um 30-40% mehr Umsatz macht durch den Verkaufsschlager Ryzen.
.

Wo dann das bitte sehr? Du darfst Mindfactory nicht auf den Gesamtmarkt hochrechnen. Firmenkunden verlangen eben fast nur Intel und nur 7% bei Servern sprechen da eine klare Sprache auch wenn AMD bis auf AVX512 weit überlegen ist. Firmenmanager die die Käufe zu verantworten sind da wohl konservativ!
Es geht doch schon mit Komplett-PC Käufern von Privaten los, die wollen eher Intel wegen dem Namen und dem Ruf, die lesen keine oder kaum IT-Seiten.
Auch die 40% AMD bei Passmark deuten nicht auf 40% AMD in den vorhandenen PCs hin, sondern einfach darauf, dass Leute die sich ihre PCs selber zusammenstellen viel eher und mehr Benchmarken als Komplett-PC-Käufer. Auch glaube ich kaum, dass große Firmen ihren Büro-Angestellten erlauben Benchmarks laufen zu lassen, warum sollten die das überhaupt tun?

Hammer des Thor
2020-01-30, 14:08:20
Wenn man nun das beste Produkt für AM4 in der Ryzen 2xxx und Ryzen 3xxx ansieht, gibt es eine gerade zu exorbitante Preissteigerung auf weit mehr als das doppelte, selbst wenn man den Einführungspreis als Basis nimmt.

Aber selbst wenn du darauf bestehst, dass nur gleiche Kernanzahlen verglichen werden dürfen, ist die Preissteigerung vom besten AM4 8-Kerner von Ryzen 2xxx auf Ryzen 3xxx mehr als nur deutlich.
.

Nö, der R7 1800X hat zu Release 499 Dollar gekostet, Strassenpreis so um die 540 Euro, da ist der 3900X jetzt schon günstiger. Und der 3700X wird in gut einen Jahr denke ich auch nicht viel mehr kosten als der 2700X jetzt da ja der 4700X dann das aktuellste Modell ist!

maximus_hertus
2020-01-30, 14:53:29
Kann mir mal jemand bitte erklären warum man 4% mehr Umsatz dermaßen abfeiert? AMD hat das bisher schlechteste Ergebnis von allen bisherigen veröffentlichten Geschäftszahlen anderer Tech Firmen hingelegt und es wird als Erfolg gefeiert?
4 von 5 verkauften CPUs da draußen sind von AMD und nur 4% mehr Umsatz?
Ich persönlich habe damit gerechnet das AMD um 30-40% mehr Umsatz macht durch den Verkaufsschlager Ryzen.

Macht auf mich einen sehr negativen Eindruck für das gesamte vergangene Geschäftsjahr.

:facepalm::facepalm::facepalm:

Wo fangen wir an?

Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Es gibt nicht nur abfeiern und versagen.


Dann zu den Zahlen: Die MF Zahlen sind möglicherweise ein Indikator für Retail Verkäufe in Deutschlands Online-Shops. Also eine Teilmenge, von einer Teilmenge, von einer Teilmenge, usw..


Server, Notebook, etc. ist da ein anderes Kaliber. Dazu hat man mit nVidia einen extrem starken "Gegner" bei den GPUs.


Es ist geradezu ein Weltwunder, dass AMD überhaupt konkurrieren kann, wenn man sich die finaziellen Möglichkeiten der IT-Konzerne so anschaut.


Wie schon gesagt, man muss nicht immer in die extreme gehen und es werden auch nicht 4% Wachstum abgefeiert. Es wird eher auf das große "Big Picture" geschaut. Da sieht es besser aus als der kühnste Optimist es hätte jemals vorhersagen können. Immer in Relation zu den zur Verfügung stehenden Mitteln.

X-Bow
2020-01-30, 15:06:43
Wo dann das bitte sehr? Du darfst Mindfactory nicht auf den Gesamtmarkt hochrechnen. Firmenkunden verlangen eben fast nur Intel und nur 7% bei Servern sprechen da eine klare Sprache auch wenn AMD bis auf AVX512 weit überlegen ist. Firmenmanager die die Käufe zu verantworten sind da wohl konservativ!

Also ich habe geschäfftlich weder ein Server noch ein Desktio-PC jemals nach "Leistung" ausgesucht sondern immer nach Anforderung der Software welche benutzt werden soll. Das hat mit "konservativ" weniger zu tun.
Z.b. 2014 sollte im damaligen Unternehmen SAP eingeführt werden. Also mit SAP in Verbindung gesetzt was die Hardwareanforderungen sind und ob es mit dem vorhandenen Stand umsetzbar ist. Ergebnis: "Nur Intel oder IBM", Serverseitig wie auch im Desktop war die Vorgabe also wurde das auch so umgesetzt. Da ist egal wer mehr Kerne hat, oder weniger Strom verbraucht etc. Was für Hardware du kaufst sagt die Software welche du benutzen willst.
Aktuelles Beispiel: Es muss eine Spezielle-Bilddatenbank beschafft werden. In den Hardwareanforderungen steh "Akuteller i7 und aktuelle nVidia GPU mit 1GB+ VRAM" Was wurde besorgt? i7 9600 und ne Quadro P400. Ob auch AMD gegangen wäre interessiert hier dann niemand. Wenn eine Software 20k kostet, interessiert es wirklich kein Mensch ob man 500€ oder 1.500€ in die Hardware investiert.
Solange Softwarehersteller nicht explizit AMD vorschreiben oder Empfehlen, wird Intel gekauft.

Ps. Meines wissens ist bei SAP und auch bei Oracle immernoch "Intel/IBM"


Edit: IBM vergessen.

Linmoum
2020-01-30, 15:23:33
Kann mir mal jemand bitte erklären warum man 4% mehr Umsatz dermaßen abfeiert? AMD hat das bisher schlechteste Ergebnis von allen bisherigen veröffentlichten Geschäftszahlen anderer Tech Firmen hingelegt und es wird als Erfolg gefeiert?
4 von 5 verkauften CPUs da draußen sind von AMD und nur 4% mehr Umsatz?
Ich persönlich habe damit gerechnet das AMD um 30-40% mehr Umsatz macht durch den Verkaufsschlager Ryzen.

Macht auf mich einen sehr negativen Eindruck für das gesamte vergangene Geschäftsjahr.Womit du rechnest ist aber irrelevant und hat auch nichts mit der Realität zu tun. Ansonsten wüsstest du sicher, dass Unternehmen bereits immer ein Quartal im Voraus den zu erwartenden Umsatz prognostizieren. Wie kann man da also absurde Zahlen erwarten, die von Anfang an ausgeschlossen sind? Im Übrigen lag der Umsatz sogar leicht oberhalb dessen, was an der Börse vorab erwartet wurde.

Ansonsten keine Ahnung, wie man sich nur darauf versteifen kann, Quartalszahlen bzw. Unternehmen ausschließlich auf den Umsatz zu reduzieren . AMD hat die Schulden in Q4 beispielsweise mal eben fast halbiert - wohlgemerkt im Vergleich zu Q3 2019.

Davon ab wird an der Börse auch weniger der Ist-Zustand honoriert, sondern das, was die Unternehmen mittel-/langfristig erwarten. Gute Quartalszahlen bringen gar nichts, wenn der Ausblick für das Jahr dann schlecht ist.

Mal davon ab, dass der DIY-Markt von allen der kleinste ist. Gerade im Vergleich zu Mobile.

Gast
2020-01-30, 16:02:11
Nö, der R7 1800X hat zu Release 499 Dollar gekostet, Strassenpreis so um die 540 Euro, da ist der 3900X jetzt schon günstiger.

Verglichen wird aber mit dem direkten Vorgänger und das ist der 2700X. Dieser hat zu Beginn 320€ gekostet und kostet jetzt gut verfügbar etwas mehr als die Hälfte eines 3700X bei nur 20% weniger Leistung.

Der 3800X als schnellster 8-Kerner der aktuellen Generation kostet immer noch um die 370€, also deutlich mehr als der schnellste 8-Kerner der Vorgängergeneration jemals gekostet hat.

Gast
2020-01-30, 16:04:07
@ Gast: Ich wollte da nicht besonders sagen. Ich wollte nur sagen, das das organisches Wachstum war und keine gleiche Stückmenge zu 30% Preisaufschlag. Damit kann man schließlich auch 30% mehr Umsatz machen - wenn man seinen Markt im Griff hat.

Dann schreib das auch so.
Es steht da, dass es keine Preissteigerungen gegeben hat. Defakto hat es aber Preissteigerungen geben, die zusätzlich zu den erhöhten Stückzahlen die gemeinsam den höheren Umsatz generieren.

Wieviel davon die höheren Stückzahlen und wieviel die höheren Preise ausmachen kann man denke ich außerhalb von AMD nicht sagen.

Screemer
2020-01-30, 18:08:25
Also ich habe geschäfftlich weder ein Server noch ein Desktio-PC jemals nach "Leistung" ausgesucht sondern immer nach Anforderung der Software welche benutzt werden soll. Das hat mit "konservativ" weniger zu tun.
Z.b. 2014 sollte im damaligen Unternehmen SAP eingeführt werden. Also mit SAP in Verbindung gesetzt was die Hardwareanforderungen sind und ob es mit dem vorhandenen Stand umsetzbar ist. Ergebnis: "Nur Intel oder IBM", Serverseitig wie auch im Desktop war die Vorgabe also wurde das auch so umgesetzt. Da ist egal wer mehr Kerne hat, oder weniger Strom verbraucht etc. Was für Hardware du kaufst sagt die Software welche du benutzen willst.
Aktuelles Beispiel: Es muss eine Spezielle-Bilddatenbank beschafft werden. In den Hardwareanforderungen steh "Akuteller i7 und aktuelle nVidia GPU mit 1GB+ VRAM" Was wurde besorgt? i7 9600 und ne Quadro P400. Ob auch AMD gegangen wäre interessiert hier dann niemand. Wenn eine Software 20k kostet, interessiert es wirklich kein Mensch ob man 500€ oder 1.500€ in die Hardware investiert.
Solange Softwarehersteller nicht explizit AMD vorschreiben oder Empfehlen, wird Intel gekauft.

Ps. Meines wissens ist bei SAP und auch bei Oracle immernoch "Intel/IBM"


Edit: IBM vergessen.
und da muss man sich schlicht ans hirn fassen. x86 ist fucking x86. das das bei den beschaffern noch nicht angekommen ist, zeigt eigentlich nur das da schlicht die falschen leute sitzen.

Gast
2020-01-30, 19:00:28
und da muss man sich schlicht ans hirn fassen. x86 ist fucking x86. das das bei den beschaffern noch nicht angekommen ist, zeigt eigentlich nur das da schlicht die falschen leute sitzen.

Ist es eben nicht.

Wenn eine Software nur auf Intel getestet wird, wird dir der Hersteller die Funktionalität nur auf Intel garantieren.

Und der Kunde wird sicher nicht auf eigene Faust AMD probieren, weil das in der Regel dann eingeschränkten oder gar keinen Support bedeutet.

Funktioniert die Software auch auf AMD? Sehr wahrscheinlich, aber der Hersteller garantiert nicht dafür, und schiebt damit die Verantwortung zum Kunden.

Und so lange die Kunden die Software fleißig kaufen, wird sich der Hersteller auch nicht veranlasst fühlen seinen Testaufwand zu erhöhen nur um auch AMD offiziell zu Supporten.

Wir reden hier von Software die 6 oder gar 7 stellige Eurobeträge kosten, und wenn diese dann um 10% ansteigen weil der Hersteller eben einen erhöhten Testaufwand hat kann die Hardware auf der das läuft gar nicht so viel billiger oder effizienter sein um das auszugleichen.

Und wenn du Software in diesen Größenordnungen verkaufst dann musst du die Funktionalität garantieren, und um das zu können musst du real testen, da kannst du nicht einfach sagen, ich teste nur auf Intel, und AMD ist eh x86 also wird es schon laufen, auch wenn es real in >98% der Fälle so sein wird.

Das bedeutet mehr Hardwareaufwand beim Softwarehersteller, und viel wichtiger mehr Personalaufwand.

Hammer des Thor
2020-01-30, 23:06:36
Verglichen wird aber mit dem direkten Vorgänger und das ist der 2700X. Dieser hat zu Beginn 320€ gekostet und kostet jetzt gut verfügbar etwas mehr als die Hälfte eines 3700X bei nur 20% weniger Leistung.

Der 3800X als schnellster 8-Kerner der aktuellen Generation kostet immer noch um die 370€, also deutlich mehr als der schnellste 8-Kerner der Vorgängergeneration jemals gekostet hat.

Einen 2800X gab/gibt es nicht deshalb kein Vergleich, da den 3700X mit 2700X vergleichen. Bei Integer mag das sein, aber Zen 2 hat pro Takt doppelte Fliesskomma-Performance, besonders AVX(2) ist mit zen 2 viel schneller. Die halbierte AVX Leistung durch 128bit Register, statt 256 bit ist nen Grund warum ich kein Zen 1 kaufen würde. Und ja, Anwendungen die sehr hohe Rechenleistungen nutzen nutzen Fliesskomma, Integer-Programme wie Office können dann nur schneller warten. Auch bedenke den verdoppelten L3 cache.
Der Aufpreis für neuere CPUs war früher sehr viel höher, so haben die aktuell hoch getakteten Intel der gleichen Sorte weit mehr als das doppelte gekostet, z.B. 1200 DM für 266 MHZ wenn 200 MHZ nur 500 DM gekostet haben! Der aktuelle Aufpreis ist also im Vergleich zu früher moderat!

Leonidas
2020-01-31, 03:50:21
Solange Softwarehersteller nicht explizit AMD vorschreiben oder Empfehlen, wird Intel gekauft.


Jo, und daran muß AMD arbeiten. Die Software-Hersteller sollen genauso wie die Spiele-Entwickler "oder"-Angaben liefern: "Core i7 oder Ryzen 7". Danach fängt das an zu laufen.

Aber natürlich braucht dies bannig Zeit. Und vor allem kann AMD erst jetzt damit anfangen. Erst jetzt hat man den Beweis erbracht, mit drei guten Produkt-Generationen hintereinander nicht nur eine Eintagsfliege zu sein.

Screemer
2020-01-31, 07:26:03
Ist es eben nicht.

Wenn eine Software nur auf Intel getestet wird, wird dir der Hersteller die Funktionalität nur auf Intel garantieren.

Und der Kunde wird sicher nicht auf eigene Faust AMD probieren, weil das in der Regel dann eingeschränkten oder gar keinen Support bedeutet.

Funktioniert die Software auch auf AMD? Sehr wahrscheinlich, aber der Hersteller garantiert nicht dafür, und schiebt damit die Verantwortung zum Kunden.

Und so lange die Kunden die Software fleißig kaufen, wird sich der Hersteller auch nicht veranlasst fühlen seinen Testaufwand zu erhöhen nur um auch AMD offiziell zu Supporten.

Wir reden hier von Software die 6 oder gar 7 stellige Eurobeträge kosten, und wenn diese dann um 10% ansteigen weil der Hersteller eben einen erhöhten Testaufwand hat kann die Hardware auf der das läuft gar nicht so viel billiger oder effizienter sein um das auszugleichen.

Und wenn du Software in diesen Größenordnungen verkaufst dann musst du die Funktionalität garantieren, und um das zu können musst du real testen, da kannst du nicht einfach sagen, ich teste nur auf Intel, und AMD ist eh x86 also wird es schon laufen, auch wenn es real in >98% der Fälle so sein wird.

Das bedeutet mehr Hardwareaufwand beim Softwarehersteller, und viel wichtiger mehr Personalaufwand.

Und das das eben bullshit ist ist nun seit wie vielen Jahrzehnten bekannt. Ist ja nicht grad so als würde Software heute noch na am Metall erstellt werden sowie vor 40 Jahren. Die komplette Entwicklung ist Großteils soweit abstrahiert, dass es überall läuft. Von Spezialfällen oder Altlasten einmal abgesehen. Bei gpus ist das teils noch ein ganz anderes Thema.

Das Hersteller Plattformen zertifizieren ist was völlig anderes, als Empfehlungen wie die die oben erwähnt wurden.

Gast
2020-01-31, 17:14:51
Und das das eben bullshit ist ist nun seit wie vielen Jahrzehnten bekannt. Ist ja nicht grad so als würde Software heute noch na am Metall erstellt werden sowie vor 40 Jahren. Die komplette Entwicklung ist Großteils soweit abstrahiert, dass es überall läuft. Von Spezialfällen oder Altlasten einmal abgesehen.


Es ist unerheblich ob es theoretisch funktionieren würde, was praktisch immer der Fall sein wird.

Wobei es durchaus reale Unterschiede zwischen x86 Intel und AMD gibt, die aber in der Regel nur in der Betriebssystementwicklung eine Rolle spielen und bei der Anwendungsentwicklung egal sind.

Damit du derartige Softwareprojekte bekommst brauchst du allerdings je nach Gebiet unterschiedlicher Zertifizierungen, und diese schreiben in der Regel auch Qualitätssicherungsmaßnahmen vor, und dabei dass diese auf der eingesetzten Plattform durchgeführt werden.

Mehr als eine Plattform zu unterstützen bedeutet also immer auch mehr Aufwand für den Softwarehersteller, weil die Zertifizierung eben vorschreibt, dass auf allen Plattformen getestet werden muss, auch wenn der Softwarehersteller in Wirklichkeit weiß, dass dies unnötig ist, weil die Software eh Plattformunabhängig laufen muss.

Gast
2020-01-31, 20:25:44
Einen 2800X gab/gibt es nicht deshalb kein Vergleich, da den 3700X mit 2700X vergleichen.

Von mir aus kann die CPU auch 1337SupaDupaExtremeEdition heißen. Verglichen wird das damals schnellste erhältliche zum jetzt schnellsten Prozessor, wie die Dinger heißen ist doch vollkommen wurscht.

Aber anscheinend hat der Versuch von AMD diese Preiserhöhung zu verstecken wunderbar geklappt weil laut dir darf man ja nur CPUs mit gleichem Namen vergleichen.