PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Deutsche Bahn so schlecht wie ihr Ruf?


b|m|c
2014-11-28, 17:19:33
Zugegeben, ich fahre so gut wie NIE mit der Bahn. Wenn Zug, dann mit dem Regio-Anbieter Metronom und ansonsten Städtischer Verkehrsverbund. Man hört ja soviel Gemecker über die Deutsche Bahn, dass es das größte Scheißunternehmen aller Zeiten ist, dass nix funktioniert, dass die Mitarbeiter unfreundlich sind, dass jeder zweite Zug verspätet ist, dass die Infrastruktur zerfällt usw. etc. pp.

Man braucht ja nur mal die hiesige Suchfunktion bedienen und nach "Deutsche Bahn" suchen... nur Gemecker :biggrin:;D:freak:

IST es wirklich SO schlimm?
Oder wird hier etwas überdramatisiert?
Ich habe leider keinen Vergleich: fahre überwiegend Auto und HVV.

Grüße,
Jan

Taigatrommel
2014-11-28, 17:36:58
Zugegeben, ich fahre so gut wie NIE mit der Bahn. Wenn Zug, dann mit dem Regio-Anbieter Metronom und ansonsten Städtischer Verkehrsverbund. Man hört ja soviel Gemecker über die Deutsche Bahn, dass es das größte Scheißunternehmen aller Zeiten ist, dass nix funktioniert, dass die Mitarbeiter unfreundlich sind, dass jeder zweite Zug verspätet ist, dass die Infrastruktur zerfällt usw. etc. pp.

Man braucht ja nur mal die hiesige Suchfunktion bedienen und nach "Deutsche Bahn" suchen... nur Gemecker :biggrin:;D:freak:

IST es wirklich SO schlimm?
Oder wird hier etwas überdramatisiert?
Ich habe leider keinen Vergleich: fahre überwiegend Auto und HVV.

Grüße,
Jan
Naja die Bahn fährt ja auch im HVV, von daher kannst du auch dort im Verbund entsprechend fahren ;)

Ich denke wie bei allen großen Firmen, vor allem wenn man halt ohnehin ein deutlich geprägtes Negativimage im Kopf hat, findet man gutes und schlechtes Personal. Ich habe selbst mal bei Metronom gearbeitet, daneben bei einigen anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen. Du findest überall überwiegend Leute, die ihre Arbeit machen und zwar so, wie es von ihnen erwartet wird. Auch überall gibt es dann eine kleine Anzahl Mitarbeiter, die darüber hinaus gehen und ggf. sehr positiv herausstechen. Im Gegenteil gibt es überall, so auch bei Metronom, eine kleine Zahl schwarzer Schafe, welche eben für ein entsprechend schlechtes Bild sorgen. Da spielt es kaum eine Rolle, von welchem Unternehmen man spricht, gerade Metronom hat ja auch schon lange nicht mehr den Ruf, den man noch vor sechs bis acht Jahren mal hatte. So sieht's auch bei der großen privaten Staatsbahn aus, ich fahre ja privat viel mit dem Zug und habe da größtenteils positive, wie jedoch auch vereinzelt sehr negative Erfahrungen gemacht. Dies gilt auch für Reisen mit Privatbahnen.

Der Faden zieht sich durch alle Lebensbereiche. Von Aldi sagt man auch, das Personal sei schlecht gelaunt und unfreundlich, kann ich so kaum bestätigen. Gleiches bei Kabel Deutschland, wo man meine Anliegen entgegen dem Ruf der Servicewüste beinahe stets freundlich und gut bearbeitet. Dito Deutsche Post, gerade interessanterweise die wenigen Filialen wo noch uraltes Stammpersonal arbeitet (oder es zumindest den Anschein macht).


Und vom Personal abgesehen kochen auch alle Eisenbahnen nur mit Wasser. Gerade bei Metronom wird nach aussen hin oft anderen Gründen die Schuld zugeschoben, anstatt das man auf sich selbst zeigt. Das auch da nicht alles rosig läuft, zeigt u.a. die Strecke Hamburg nach Cuxhaven, auch immer wieder Probleme gibt es im Südabschnitt nach Göttingen. Verspätungen und Zugausfälle gibt es hier wie da. Es liegt zumeist an der zurechtgesparten Infrastruktur, für die nicht zwingen die Bahn als denn eher der politische Wille etwas kann oder schlicht am immer weiter umgreifenden Sparprogramm bei der Fahrzeugwartung, wo ebenfalls alle Firmen betroffen sind.

lumines
2014-11-28, 17:38:23
Kommt immer auf die Strecke, Zeit und Wochentag an. Meiner Erfahrung nach läuft zu den typischen Pendlerzeiten alles am reibungslosesten. Vermutlich auch, weil die Leute nicht ewig in den Türen stehen und der ganze Ablauf durch die Gewohnheit besser ist.

Am Wochenende dagegen gibt es Strecken, bei denen man besser nicht nach der Pünktlichkeit fragen sollte. Das liegt allerdings nicht ausschließlich an der Bahn. Kinderwägen, alte Leute, die gerne auch mal die Tür für Freunde und Bekannte aufhalten, generell verwirrte Leute etc..

Ansonsten hat die Bahn natürlich auch ihre eigenen Problemchen. Alleine, wie oft und vor allem wie viele Toiletten da in den REs nicht funktionstüchtig sind oder irgendwelche Zugtüren einfach erschreckend oft defekt sind, lässt schon tief blicken. Dass da nicht viel in die Wartung investiert wird, dürfte schnell klar werden.

Und manchmal ist selbst das Mindeste (http://www.zeit.de/reisen/2013-08/mainz-bahn-ausfaelle) offenbar zu viel verlangt.

Plutos
2014-11-28, 17:43:06
Bin auch fast ausschließlich Autofahrer. Wenn Bahn, die paar Male im Jahr, dann nur ICE 1. Klasse Ruhebereich (gelegentlich auch Bordbistro :ubeer:). Schnell, ausreichend komfortabel, solange man keine Anschlusszüge verpasst auch pünktlich, wenige bis keine - ich sag jetzt mal - Spacken.

Das Gejammer kommt IMHO vor allem von Studenten und ähnlichen, die sich jedes Wochenende und zu Hauptreisezeiten in die Regionalbahnen drängeln und dann für ihr 9,99€-durch-die-Republik-Supersparticket dasselbe erwarten. Oder auch von Leuten, die 1x im Jahr die Omi besuchen und wenn dann das kleinste Bisschen nicht absolut perfekt ist (kein Sitzplatz, Klimaanlage kaputt...) gleich einen Shitstorm auslösen, weil Privatisierung, weil Mehdorn, weil "früher war alles besser" - und weil sie verkennen, eben in einem Massentransportmittel zu reisen und nicht in ihrer persönlichen Sänfte.
Pendler hingegen halte ich eher für geradezu stoisch.

"Die Bahn" ist nicht perfekt, aber der Fernverkehr ist in meinen Augen sehr gut. :smile:

lumines
2014-11-28, 17:50:49
[…] Klimaanlage kaputt...)

Die Klimaanlagen sind (afaik) selten kaputt, werden aber nur in absoluten Ausnahmefällen angeschaltet. Sparmaßnahme eben.

Black-Scorpion
2014-11-28, 18:16:24
Die laufen ständig sind nur unterdimensioniert und sobald es zu warm wird steigen die aus.

Im übrigen ist die Bahn nicht so schlimm wie ihr Ruf. Die ist schlimmer.
Offiziellen Zählungen zufolge gab es im vergangenen Jahr 3.787.237 Minuten Verspätungen im Fernverkehr (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Verspaetungen-bei-der-Bahn-haben-drastisch-zugenommen)

Plutos
2014-11-28, 18:23:04
Die laufen ständig sind nur unterdimensioniert und sobald es zu warm wird steigen die aus.

Im übrigen ist die Bahn nicht so schlimm wie ihr Ruf. Die ist schlimmer.
Offiziellen Zählungen zufolge gab es im vergangenen Jahr 3.787.237 Minuten Verspätungen im Fernverkehr (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Verspaetungen-bei-der-Bahn-haben-drastisch-zugenommen)

Im Jahr 2013 beförderten die [ICE-]Züge 81 Millionen Fahrgäste. (http://de.wikipedia.org/wiki/Intercity-Express)

Wow, im Schnitt unglaubliche 2,8 Sekunden (!) Verspätung pro Fahrgast (und das sind jetzt nur die, die im ICE reisen, der aber den Großteil des Fernverkehrs ausmacht). Das ist in der Tat völlig inakzeptabel :freak: (ja, mir ist schon klar, dass man das nur bedingt so rechnen kann, weil Verspätungen a) erst ab 6min "gelten" und b) i.d.R. mehr als ein Fahrgast in einem Zug sitzt, der ja als Ganzes verspätet ist).

Eine geplante Ankunftszeit bei einer Autobahn(fern)reise (zu viert im Auto) um gerade einmal 10 Sekunden zu verfehlen muss man auf jeden Fall erstmal schaffen.

lumines
2014-11-28, 18:25:21
Wow, im Schnitt unglaubliche 2,8 Sekunden (!) Verspätung pro Fahrgast. Das ist in der Tat völlig inakzeptabel :freak: (ja, mir ist schon klar, dass man das nur bedingt so rechnen kann, weil Verspätungen a) erst ab 6min "gelten" und b) i.d.R. mehr als ein Fahrgast in einem Zug sitzt, der ja als Ganzes verspätet ist).

Nicht nur das. Der Durchschnitt ist hier einfach auch überhaupt kein geeignetes Mittel, um das statistisch auszudrücken.

Plutos
2014-11-28, 18:30:36
Genau so wenig wie die kumulierten Verspätungsminuten :freak:. Den Anspruch einer statistischen Auswertung hat auf Basis der hier genannten Daten aber auch niemand. Trotzdem würde mich interessieren, wie man es besser macht :smile:?

sei laut
2014-11-28, 18:35:51
Ich kam bisher immer lässig in den Urlaub und zurück.
Klar hatte ich auch schon ne Verspätung von 45 Minuten im Fernverkehr, weil die Weiche sich nicht mehr umstellen lies, aber im Gegenzug kann man genausogut auch im Stau stehen.

Der Ruf ist schlechter als die Realität, schlussendlich nützt einem das aber nichts, wenn man gerade den einen von wenigen Oberleitungsschäden erwischt hat.

Warum meckern Bahnfahrer nun mehr und öfter über Verspätung und Autofahrer gefühlt seltener? Ganz einfach: Beim Bahnfahren macht man nichts, viele sind nicht in der Lage, damit klarzukommen und sich gescheit die schöne Zeit zu vertreiben. Ein Autofahrer dagegen, der im Stau steht, bekommt das weniger nervig mit, denn er muss ja die ganze Zeit aufpassen.
Ganz ehrlich, da sitze ich lieber entspannt im Zug und kann vor mich hindösen, anstatt aufpassen zu müssen.

Trap
2014-11-28, 18:38:08
Genau so wenig wie die kumulierten Verspätungsminuten :freak:.
Das sind auch die Verspätungsminuten der Züge, nicht der Fahrgäste. Mich würden die Fahrgastverspätungen mehr interessieren.

Wird Zeit, dass die Bahn den Fahrgast entdeckt und bei der Planung berücksichtigt.

Solang alles nach Plan läuft find ich Bahn fahren allerdings durchaus angenehm.

Black-Scorpion
2014-11-28, 18:38:27
Wo steht was von Durchschnitt?

Black-Scorpion
2014-11-28, 18:43:23
Ich kam bisher immer lässig in den Urlaub und zurück.
Klar hatte ich auch schon ne Verspätung von 45 Minuten im Fernverkehr, weil die Weiche sich nicht mehr umstellen lies, aber im Gegenzug kann man genausogut auch im Stau stehen.

Der Ruf ist schlechter als die Realität, schlussendlich nützt einem das aber nichts, wenn man gerade den einen von wenigen Oberleitungsschäden erwischt hat.

Warum meckern Bahnfahrer nun mehr und öfter über Verspätung und Autofahrer gefühlt seltener? Ganz einfach: Beim Bahnfahren macht man nichts, viele sind nicht in der Lage, damit klarzukommen und sich gescheit die schöne Zeit zu vertreiben. Ein Autofahrer dagegen, der im Stau steht, bekommt das weniger nervig mit, denn er muss ja die ganze Zeit aufpassen.
Ganz ehrlich, da sitze ich lieber entspannt im Zug und kann vor mich hindösen, anstatt aufpassen zu müssen.
Liegt vielleicht daran das viele meckern weil sie umsteigen müssen und den Anschluss verpassen? Hätte man vielleicht auch selbst drauf kommen können.

BBB
2014-11-28, 18:48:45
Im Jahr 2013 beförderten die [ICE-]Züge 81 Millionen Fahrgäste. (http://de.wikipedia.org/wiki/Intercity-Express)

Wow, im Schnitt unglaubliche 2,8 Sekunden (!) Verspätung pro Fahrgast Oder auch anders ausgedrückt 7 Jahre Verspätung pro Jahr :D


Warum meckern Bahnfahrer nun mehr und öfter über Verspätung und Autofahrer gefühlt seltener? Ganz einfach: Beim Bahnfahren macht man nichts, viele sind nicht in der Lage, damit klarzukommen und sich gescheit die schöne Zeit zu vertreiben. Ein Autofahrer dagegen, der im Stau steht, bekommt das weniger nervig mit, denn er muss ja die ganze Zeit aufpassen.
Ganz ehrlich, da sitze ich lieber entspannt im Zug und kann vor mich hindösen, anstatt aufpassen zu müssen.

Naja, dazu kommt noch: Man hat im Auto immer einen Sitzplatz, es sind keine nervenden anderen Leute da, es ist immer so warm oder kalt wie man möchte und man muss nicht umsteigen! Das ist eh der wichtigste Tipp beim Bahnfahren, umsteigen so gut es geht vermeiden ;)


Wenn man viel Bahn fährt erlebt man schon so einiges. Aber ich mecker nicht, bei dem bisschen was mein Semesterticket für den Nahverkehr kostet kann man auch nicht viel erwarten. Wenn ich dagegen den normalpreis bezahlen müsste: :freak:

sei laut
2014-11-28, 18:56:03
Oder auch anders ausgedrückt 7 Jahre Verspätung pro Jahr :D

Dir ist schon klar, wieviel Jahrzehnte die Bahn fährt? Man muss immer die Relation sehen.

Naja, dazu kommt noch: Man hat im Auto immer einen Sitzplatz, es sind keine nervenden anderen Leute da, es ist immer so warm oder kalt wie man möchte und man muss nicht umsteigen! Das ist eh der wichtigste Tipp beim Bahnfahren, umsteigen so gut es geht vermeiden ;)

Ich rede vom Fernverkehr, das ist etwas angenehmer. Zumindest mit Sitzplatzreservierung - die ist Pflicht, wenn man länger fährt. Viel umsteigen vermeiden stimmt aber, ja.

@Black-Scorpion: Klar kommt das vor. Eine Verspätung ohne verpassten Anschluss ist ja auch langweilig.

Ich will die Bahn gar nicht verteidigen, aber sie könnte durchaus schlechter sein, sprich, hätte potential nach unten.

dessert
2014-11-28, 19:01:36
Bahn ist schon ganz OK, aber billiger muss sie noch werden und die Verspätungen müssen ebenfalls eingedämmt werden.
Aber jetzt haben sie ja Konkurrenz von den Fernbussen.

BBB
2014-11-28, 19:06:51
Ich rede vom Fernverkehr, das ist etwas angenehmer.Ich auch ;) Ausgefallene Klimaanlagen, der Wagon in dem man reserviert hat existiert nicht, ein Zug so voll dass der Zug am nächsten Bahnhof erst weiter fährt nachdem Passagiere gezwungen wurden auszusteigen,... Hab ich schon alles erlebt.

Ich sag auch nicht dass die Bahn generell schlecht ist, ich fahr auch gerne Bahn. Aber es ist eben meistens grade so am Limit, was die Auslastung angeht.

Black-Scorpion
2014-11-28, 19:20:13
Dir ist schon klar, wieviel Jahrzehnte die Bahn fährt? Man muss immer die Relation sehen.
Welche Relation?
Das ist die Verspätung im Jahr 2013. Nichts mit Jahrzehnten die die Bahn fährt.

Nachtrag
Ich habe beim umsteigen die Erfahrung machen dürfen das ich in Frankfurt Fernbahnhof schon dreimal die Rücklichter vom Anschluss sehen durfte.
Und als Ausgleich durfte ich dann eine halbe Weltreise machen um ans Ziel zu kommen. Wenn ich nach Köln will und ich dann erst über Hannover, Wuppertal, Dortmund fahren muss um nach Köln zu kommen ist meckern wohl verständlich.

sei laut
2014-11-28, 19:30:02
Welche Relation?
Das ist die Verspätung im Jahr 2013. Nichts mit Jahrzehnten die die Bahn fährt.
Mein Geduldfaden ist heute auch nicht mehr unbegrenzt lang...
BBB hat die Verstpätungsminuten in Jahre umgerechnet. Die Relation dazu ist die gefahrene Zeit aller Fernzüge in Minuten pro Jahr umgerechnet in Jahre.
Wenn die Verspätung schon 7 Jahre beträgt, ist die Gesamtzeit sicher Jahrzehnte. Ohne es jetzt im Detail zu recherchieren.

Mosher
2014-11-28, 19:37:32
Ich meide die Bahn, wo es geht. Zwischen 2006 und 2011 bin ich sehr oft Bahn gefahren (120km Strecke, 1 mal umsteigen, geplante Reisezeit: 1h38min.

Meistens war ich 2 Stunden und länger unterwegs, oft noch länger, wenn man mal wieder den Anschlusszug verpasst hat.

Neulich war ich geschäftlich Richtung Garmisch unterwegs und mir wurde nahegelegt, die Bahn zu nehmen, um dem Münchener Stau zu entgehen. Resultat: 17 Stunden unterwegs, geplant waren 10. Gab bei Hin- und Rückfahrt Komplikationen.

Ich habe einfach keinen Bock mehr auf diesen Nervenkitzel. Da reserviert man sich Plätze, kauft sich die Tickets eine Woche vor Fahrtantritt etc. und wofür eigentlich? Die Fahrt verläuft eh ne so wie geplant.

Deshalb: Nie wieder Bahn. Da steh' ich lieber 2 Stunden im Stau.

arcanum
2014-11-29, 00:21:03
Im Jahr 2013 beförderten die [ICE-]Züge 81 Millionen Fahrgäste. (http://de.wikipedia.org/wiki/Intercity-Express)

Wow, im Schnitt unglaubliche 2,8 Sekunden (!) Verspätung pro Fahrgast (und das sind jetzt nur die, die im ICE reisen, der aber den Großteil des Fernverkehrs ausmacht). Das ist in der Tat völlig inakzeptabel :freak: (ja, mir ist schon klar, dass man das nur bedingt so rechnen kann, weil Verspätungen a) erst ab 6min "gelten" und b) i.d.R. mehr als ein Fahrgast in einem Zug sitzt, der ja als Ganzes verspätet ist).

Eine geplante Ankunftszeit bei einer Autobahn(fern)reise (zu viert im Auto) um gerade einmal 10 Sekunden zu verfehlen muss man auf jeden Fall erstmal schaffen.

mal ein vergleich zum shinkansen:

"Japanese railways are among the most punctual in the world. The average delay on the Tokaido Shinkansen in fiscal 2012 was only 0.6 minutes.[14] When trains are delayed for as little as five minutes, the conductor makes an announcement apologizing for the delay and the railway company may provide a "delay certificate" (遅延証明書), as no one would expect a train to be this late. Japanese passengers rely heavily on rail transit and take it for granted that trains operate on time. When trains are delayed for an hour or more, it may even appear in the newspaper."

quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Rail_transport_in_Japan

einfache aufbereitung mit facts zum shinkansen: http://www.japan-talk.com/jt/new/shinkansen-bullet-trains-in-Japan

im vergleich zum auto ist die bahn sicher nicht schlecht, aber im vergleich zum klassenbesten kackt sie einfach nur gnadenlos ab. ironisch dass die "pünktlichen deutschen" die bahn dann auch noch für ihre leistung loben ;)

Geächteter
2014-11-29, 00:22:14
Es liegt zumeist an der zurechtgesparten Infrastruktur, für die nicht zwingen die Bahn als denn eher der politische Wille etwas kann oder schlicht am immer weiter umgreifenden Sparprogramm bei der Fahrzeugwartung, wo ebenfalls alle Firmen betroffen sind.
Der Bund spart beim Netz, um die Bahn AG bald an die Aktionäre verscherbeln zu können, gleichzeitig sorgen die Länder und Verkehrsverbündefür einen immensen Kostendruck auf die Bewerber, die auf Messers Schneide kalkulieren und neben Lohndumping schön an der Fahrzeugwartung sparen. Gleichzeitig enormer Druck bei Schienenfahrzeugherstellern, die eine Baureihenkatastrophe nach der anderen auf den Markt werfen, speziell Bombardier mit der DB AG. Der Wettbewerb hat mehr kaputt gemacht als ganz, besonders betroffen die Angestellten, noch mehr als die Kunden.
Im Osten geht man ja mittlerweile stundenlohnmäßig bei privaten Eisenbahnunternehmen für einen Stundenlohn unter 10 brutto hin, selbst im Westen mit Nähe zum Osten katastrophale Zustände, wie beispielsweise aktuell die Regiotram in Kassel.
Kurz, der politsche Wille ist, Transport für den Pöbel so billig wie möglich bei gleichzeitig hoher Rendite, da ist jedes Mittel recht.

JJWars
2014-11-29, 01:04:32
Kurz, der politsche Wille ist, Transport für den Pöbel so billig wie möglich bei gleichzeitig hoher Rendite, da ist jedes Mittel recht.

Ist das gut oder schlecht?
Wie ist deine Meinung zum Thema?
Wenn Du den Deutschen Personenverkehr (Busse, Bahn, PKW etc.) planen könntest, wie würdest Du es umsetzen? Was wäre dein strategisches Konzept? Privat, staatlich? Schienennetz und Infrastruktur? Als Lokführer hast Du ja einen gewissen Einblick in die DOs and DON'Ts der Bahn, daher interessiert mich deine Meinung! Ist immer gut sowas direkt von Erfahrenen zu hören ;)

Was hältst Du von dem innerdeutschen Busverkehr? (http://de.wikipedia.org/wiki/Fernbusverkehr_in_Deutschland)
Liberalisierung gut oder schlecht? Gefahr für die Bahn? Wo nützlich, wo nicht? Werden Busse Züge ersetzen?

PKW Fahren zu teuer? Muss Individual-Mobilität (=PKW) in Deutschland günstiger werden?
Sollte die Besteuerung (Kerosin!) bei Fliegern reformiert werden?

Ich lese deine Beiträge sehr gern, vielleicht kannst Du uns ja mit einem weiteren Beitrag beglücken! :up:

Gynoug MD
2014-11-29, 02:01:24
mal ein vergleich zum shinkansen:

"Japanese railways are among the most punctual in the world. The average delay on the Tokaido Shinkansen in fiscal 2012 was only 0.6 minutes.[14] When trains are delayed for as little as five minutes, the conductor makes an announcement apologizing for the delay and the railway company may provide a "delay certificate" (遅延証明書), as no one would expect a train to be this late. Japanese passengers rely heavily on rail transit and take it for granted that trains operate on time. When trains are delayed for an hour or more, it may even appear in the newspaper."

quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Rail_transport_in_Japan

einfache aufbereitung mit facts zum shinkansen: http://www.japan-talk.com/jt/new/shinkansen-bullet-trains-in-Japan

im vergleich zum auto ist die bahn sicher nicht schlecht, aber im vergleich zum klassenbesten kackt sie einfach nur gnadenlos ab. ironisch dass die "pünktlichen deutschen" die bahn dann auch noch für ihre leistung loben ;)

Das ist beeindruckend.
Ist der ewig motzende Deutsche denn auch bereit, Milliarden teure Fernverkehr-Exklusivtrassen quer durch alle Wohngebiete und 3-5 x so teure Tickets zu akzeptieren, sowie sich, beim Aus-und Zustieg, absolut diszipliniert zu verhalten und sich den Weisungen des dienst habenden Personals zu fügen?;)
Nein, wir wollen alles immer billig und billiger und heute sind es exakt die Leute, die damals auf die funktionierenden Staatskonzerne/Bundesbahn geschimpft haben und sich heute über die Folgen der verrückten Privatisierung aka Ausverkauf von Volkseigentum zu Witzpreisen hoheitlicher staatlicher Aufgaben auskotzen (Bahn,Post,Müll etc.).

Ich warte schon auf die ersten Fliesentischsender-Enthüllungs-Reportagen in ach so tollen 9 Euro Fernbus-Unternehmen (die Fahrer sind übermüdet+unterbezahlt, der Bus nicht gewartet, die Firmen schnell pleite? Wer kann denn sowas ahnen, Skandal, wo ist Wallraff, wenn man ihn mal braucht?:freak:)

PS: Wenn das Herz der Bahn, das Netz, verschachert+aufgesplittet werden sollte, werden wir uns die heutigen Zustände herbei wünschen.

cantstopme
2014-11-29, 10:44:23
meiner erfahrung nach ist die bahn schlechter als ihr ruf.

sobald du einmal in japan bahn gefahren bist, fragst du dich warum bahn fahren hier überhaupt etwas kostet ;)

Alexander
2014-11-29, 10:56:08
Das ist beeindruckend.
Ist der ewig motzende Deutsche denn auch bereit, Milliarden teure Fernverkehr-Exklusivtrassen quer durch alle Wohngebiete und 3-5 x so teure Tickets zu akzeptieren, sowie sich, beim Aus-und Zustieg, absolut diszipliniert zu verhalten und sich den Weisungen des dienst habenden Personals zu fügen?;)
Nein, wir wollen alles immer billig und billiger und heute sind es exakt die Leute, die damals auf die funktionierenden Staatskonzerne/Bundesbahn geschimpft haben und sich heute über die Folgen der verrückten Privatisierung aka Ausverkauf von Volkseigentum zu Witzpreisen hoheitlicher staatlicher Aufgaben auskotzen (Bahn,Post,Müll etc.).


Ist der einfache Bürger daran schuld dass die Bahn privatisiert werden soll(te)? Nein.

Ist der einfache Bürger daran schuld dass Mehdorn den Rückzug der Bahn aus der Flächen, den Abbau von Übrholungsmöglichkeiten, die Verlängerung von Wartungsintervalen etc. beschlossen hat? Nein.

Ist der einfache Bürger daran schuld dass unsere Politiker kein Geld in die Instandhaltung der Strecken/ der Züge stecken wollen dafür aber teure ICE-Neubaustrecken bauen lassen mit denen sie sich ein Denkmal setzen lassen? Nein.


Die Schuld an der Entwicklung liegt ganz sicher nicht daran dass irgendwer nur nach billig billig gerufen hat. Also was willst du eigentlich?

Knuddelbearli
2014-11-29, 10:57:06
Wir leben in einer Demokratie darfst also jedes nein durch ein ja ersetzen ;-)

Alexander
2014-11-29, 11:03:31
Wir leben in einer Demokratie darfst also jedes nein durch ein ja ersetzen ;-)
Toller Spruch. Er sprach über die Bahnkunden. Du hingegen über die Wähler. Thema verfehlt. Setzen. 6

Knuddelbearli
2014-11-29, 11:06:35
er sprach vom deutschen!!! und ihr beide von Privatisierung was eben die Politiker machen und DU sprachst von den Politkern darfste dich also selber setzen :P

BBB
2014-11-29, 11:11:20
Das ist beeindruckend.
Ist der ewig motzende Deutsche denn auch bereit, Milliarden teure Fernverkehr-Exklusivtrassen quer durch alle Wohngebiete und 3-5 x so teure Tickets zu akzeptieren, sowie sich, beim Aus-und Zustieg, absolut diszipliniert zu verhalten und sich den Weisungen des dienst habenden Personals zu fügen?;)

Naja die extra Trassen werden ja eher gebraucht um die hohe Geschwindigkeit und den hohen Durchsatz zu erreichen, nicht die Pünktlichkeit. Normale Züge sind in Japan ja auch pünktlich.
Teure Tickets stimmt auch nicht, für die gleiche Entfernung sind Shinkansen Tickets eher etwas billiger als ICE Tickets.
Und es wär natürlich schön wenn sich alle beim Ein/Aussteigen diszipliniert verhalten ;) Aber Weisungen von den Schaffnern gibt es nicht, die verbeugen sich nur immer vor den Passagieren :freak:

Black-Scorpion
2014-11-29, 11:15:34
Das ist beeindruckend.
Ist der ewig motzende Deutsche denn auch bereit, Milliarden teure Fernverkehr-Exklusivtrassen quer durch alle Wohngebiete und 3-5 x so teure Tickets zu akzeptieren, sowie sich, beim Aus-und Zustieg, absolut diszipliniert zu verhalten und sich den Weisungen des dienst habenden Personals zu fügen?;)
Nein, wir wollen alles immer billig und billiger und heute sind es exakt die Leute, die damals auf die funktionierenden Staatskonzerne/Bundesbahn geschimpft haben und sich heute über die Folgen der verrückten Privatisierung aka Ausverkauf von Volkseigentum zu Witzpreisen hoheitlicher staatlicher Aufgaben auskotzen (Bahn,Post,Müll etc.).

Ich warte schon auf die ersten Fliesentischsender-Enthüllungs-Reportagen in ach so tollen 9 Euro Fernbus-Unternehmen (die Fahrer sind übermüdet+unterbezahlt, der Bus nicht gewartet, die Firmen schnell pleite? Wer kann denn sowas ahnen, Skandal, wo ist Wallraff, wenn man ihn mal braucht?:freak:)

PS: Wenn das Herz der Bahn, das Netz, verschachert+aufgesplittet werden sollte, werden wir uns die heutigen Zustände herbei wünschen.
In deiner ach so tollen objektiven Sichtweise übersiehst du den Umstand das die Bahn immer schlechter aber dafür teurer wird. Für Was?
Wird man jetzt immer und überall auch für miesen Service, Unpünktlichkeit usw. belohnt in dem man die Preise anziehen kann?
Seit Jahren wird die Bahn teurer die Versprechen das alles besser wird immer Unglaublicher.
Und wer wie Mehdorn es selbst vorzieht in D lieber zu fliegen wie mit der Bahn zu fahren geht sicher mit Guten Beispiel voran. Aber er hat ja jetzt einen besseren Posten und gibt dem Berliner Flughafen den Rest. Hat ja bei der Bahn auch geklappt.

Morale
2014-11-29, 12:24:32
fragst du dich warum bahn fahren hier überhaupt etwas kostet ;)
In der Woche habe ich beim Pendeln ca. 1-2 Stunden Verspätung, das muss ich in der Arbeit ja reinholen. Wenn ich das mit meinem Nettostundenlohn gleichsetze, dann hab ich die Monatskarte schon fast wieder drin. :wink:

Im Nahverkehr bin ich daher relativ unzufrieden, es ist immer voll, der Zug hat eigentlich immer Verspätung, die Frage ist nur wie viel.
Bestimmte RE sind extrem kurz und daher besonders voll, aber es wird nie erweitert.


Im Fernverkehr, jedenfalls die Strecke ich 2-3x im Jahr fahre (München-Bochum) bin ich relativ zufrieden. Ist aber auch keim umsteigen dabei.

Teuer ist es trotzdem.

Trap
2014-11-29, 12:26:23
Naja die extra Trassen werden ja eher gebraucht um die hohe Geschwindigkeit und den hohen Durchsatz zu erreichen, nicht die Pünktlichkeit. Normale Züge sind in Japan ja auch pünktlich.
Ich hab ein Foto von einer japanischen Zuganzeige mit über 10 Minuten Verspätung. :biggrin:

In Japan gibt es in der Gesellschaft einfach den Anspruch, dass Dinge die funktionieren können, auch funktionieren sollen. Der Anspruch ist in Deutschland etwas verloren gegangen. Wenn eine Rolltreppe nur die Hälfte der Zeit funktioniert, dann ist das halt so...

cantstopme
2014-11-29, 12:32:10
Ich hab ein Foto von einer japanischen Zuganzeige mit über 10 Minuten Verspätung. :biggrin:

In Japan gibt es in der Gesellschaft einfach den Anspruch, dass Dinge die funktionieren können, auch funktionieren sollen. Der Anspruch ist in Deutschland etwas verloren gegangen. Wenn eine Rolltreppe nur die Hälfte der Zeit funktioniert, dann ist das halt so...

ist doch offensichtlich, daß dieser selbstanspruch seit knapp 70 jahren an allen stellen torpediert wird :rolleyes:
solange die noch an den tenno glauben und der nicht grade mit dem neusten iphone werbung macht, wird sich das in japan nicht ändern.

Kenny1702
2014-11-29, 13:57:08
Wenn ich in D bin, nutze ich i.d.R. die Bahn und bin soweit zufrieden. Verbessern kann man sicherlich noch einiges.

Ich frage mich z.B. wofür ich den 1.Klasse Aufpreis zahlen sollte. Sitzplatzreservierung ist nicht inklusive, kostenloses WLAN auch nicht und Verpflegung ist auch nicht inbegriffen (das habe ich so in UK erlebt, die Züge waren aber etwas altertümlich).
Beim letzten Mal wurde ich trotzdem gefragt ob ich für 10€ ein Upgrade haben möchte... Nein, nicht wirklich.

Angesichts der Diskussion bzgl. Japan sollte man erwähnen, dass die Bahn dort 1987 zerschlagen und privatisiert wurde.

Lawmachine79
2014-11-29, 14:07:54
Im Moment fahre ich berufsbedingt jeden Tag, da die A46 unerträglich ist, Ruhrgebiet - Düsseldorf. Um direkt auf das Topic einzugehen: Ja. Und zwar noch viel schlechter. Die Pünktlichkeit ist eine absolute Vollkatastrophe. Meine Züge sind im Schnitt 5-10 Minuten zu spät. Und man bekommt ja auch mit, was sonst noch so auf der Anzeigetafel abgeht. Im Fernverkehr sind 25+ absolut normal. Man kann mit der Bahn nicht mehr sicher kalkulieren. Die Pünktlichkeitsstatistik sähe noch schlimmer aus, wenn man sie pro Fahrgast und nicht pro Zug erheben würde, denn einen Zug pünktlich von Gardelegen nach Stendal fahren zu lassen, kriegt sogar die Bahn hin. Maßstab sind die Agglomerationsräume, in denen es morgens und abends Pendlerschübe gibt.
Für das Verkehrsmittel Bahn finde ich schon Verspätungen von 5 Minuten absolut inakzeptabel. In Japan kann man noch heute die Atomuhr nach der Bahn stellen, hier war das auch noch so, als das noch ein ach so träger und muffeliger Staatsbetrieb war. Die Bahn ist für mich nur deshalb eine Option, weil man das Auto künstlich unattraktiv macht, indem man Strecken wie die A46 nicht flüssig macht, weil man es nicht will. Aber wenn die Bahn noch schlechter wird, muss man Reifennägel auf der A46 verstreuen, damit die Bahn eine Option bleibt.
Die Eurobahn ist deutlich pünktlicher, muss aber oft verspätete ICE überholen lassen.

cantstopme
2014-11-29, 15:45:43
Angesichts der Diskussion bzgl. Japan sollte man erwähnen, dass die Bahn dort 1987 zerschlagen und privatisiert wurde.

was bringt denn eine privatisierung bei der am ende ein monopolist bei rauskommt?

in japan haben sie deutlich mehr konkurrenz

Poekel
2014-11-29, 17:28:02
Wenn ich mir das auf wiki angucke, scheinen die in Japan keine direkte Konkurrenz zu haben, stattdessen hat jedes Bahnunternehmen ein Monopolgebiet. Leider steht da nichts zur Regulierung, aber in Japan greift der Staat grundsätzlich stärker in die Wirtschaft ein als hier.

Gynoug MD
2014-11-29, 17:36:03
In deiner ach so tollen objektiven Sichtweise übersiehst du den Umstand das die Bahn immer schlechter aber dafür teurer wird. Für Was?
Wird man jetzt immer und überall auch für miesen Service, Unpünktlichkeit usw. belohnt in dem man die Preise anziehen kann?
Seit Jahren wird die Bahn teurer die Versprechen das alles besser wird immer Unglaublicher.
Und wer wie Mehdorn es selbst vorzieht in D lieber zu fliegen wie mit der Bahn zu fahren geht sicher mit Guten Beispiel voran. Aber er hat ja jetzt einen besseren Posten und gibt dem Berliner Flughafen den Rest. Hat ja bei der Bahn auch geklappt.

Bahn-Vorstandsvorsitzende haben mit der Bahn "da draussen" ungefähr so viel zu tun, wie ein Schildkröte mit einem 100m Lauf.
Beliebige, hochgelobte Spitzenmanager, die beim nächstbesten Angebot weiter ziehen.
Absolute Loyalität+Einsatzbereitschaft und Identifikation mit der Basis und den Kunden sind dort bestimmt nicht zu erwarten, eher Floskeln und Politiker-Sprech.

@BBB von neuen Trassen alleine bekommt man leider keinen hohen "Durchsatz".

Gynoug MD
2014-11-29, 17:40:01
Ich hab ein Foto von einer japanischen Zuganzeige mit über 10 Minuten Verspätung. :biggrin:

In Japan gibt es in der Gesellschaft einfach den Anspruch, dass Dinge die funktionieren können, auch funktionieren sollen. Der Anspruch ist in Deutschland etwas verloren gegangen. Wenn eine Rolltreppe nur die Hälfte der Zeit funktioniert, dann ist das halt so...

Da muß ich dir leider voll zustimmen!
Wobei die legendäre Zuverlässigkeit der japanischen Autos auch stark nachgelassen hat...

Wurschtler
2014-11-30, 15:04:38
Bin seit ca. 10 Jahren Bahnpendler (Nahverkehr) und nutze selten auch mal den Fernverkehr und bin weitgehend zufrieden. Hab in dieser Zeit natürlich schon so ziemlich alles an Störungen miterlebt, was es gibt.

Aber ich bin vorher auch mit dem Auto gefahren.
Die durchschnittliche Zeit, in der ich um Stau stehe ist im Vielfaches höher als die durchschnittliche Verspätung der Bahn.
Die Bahn ist auch noch deutlich günstiger. (wenn man realistisch ist und nicht nur die Spritkosten betrachtet)

Bin soweit zufrieden.

Wurschtler
2014-11-30, 15:13:16
Ergänzung:

Verspätungen bei der Bahn sind im Vergleich zum Auto viel harmloser, aber sie werden viel schlimmer wahrgenommen.
5 Min. Verspätung ist für manche hier anscheinend schon die Totalkatastrophe.
Ja, es kommt oft vor, auch bei mir.

Aber mit dem Auto sieht mein Weg zur Arbeit so aus:
Optimalfall: 30 Min.
Realität im Berufsverkehr: ca. 50-60 Min. (regelmäßig! natürlich auch mit Ausreißern nach oben)
Das entspricht mind. ca. 20 Min Verspätung pro Tag.

Da sitz ich lieber in der Bahn mit durchschnittlichen 5 Min. Verspätung und kann in Ruhe was lesen und hab keinen Stress.

Lyka
2014-11-30, 15:24:39
abhängig davon, wie oft man umsteigen muss. Ich habe schon Tage gehabt, da komme ich zur Ubahn, darf 9 Minuten warten, fahre, steige um, wieder 7 Minuten warten, steige um, erneut 6 Minuten warten... aber das ist ein innerstädtisches Problem. Schlimmer sind Fernfahrten, am besten noch mit Platzkarte etc.

Alexander
2014-11-30, 15:43:15
Ergänzung:

Verspätungen bei der Bahn sind im Vergleich zum Auto viel harmloser, aber sie werden viel schlimmer wahrgenommen.
5 Min. Verspätung ist für manche hier anscheinend schon die Totalkatastrophe.
Ja, es kommt oft vor, auch bei mir.

Aber mit dem Auto sieht mein Weg zur Arbeit so aus:
Optimalfall: 30 Min.
Realität im Berufsverkehr: ca. 50-60 Min. (regelmäßig! natürlich auch mit Ausreißern nach oben)
Das entspricht mind. ca. 20 Min Verspätung pro Tag.

Da sitz ich lieber in der Bahn mit durchschnittlichen 5 Min. Verspätung und kann in Ruhe was lesen und hab keinen Stress.
Komische Rechnung. Wenn 50-60 Minuten üblich sind, dann kalkuliert man auch damit und nicht mit der Zeit die man um 3 Uhr nachts bräuchte.

Auch vergisst du dass viele Bahnfahrer umsteigen müssen und deswegen 5 Minuten Verspätung in der Tat eine Katastrophe bedeuten können wenn der nächste Anschlusszug gleich 60 Minuten später fährt.

Lyka
2014-11-30, 15:50:11
als Autofahrer hat man eine gewisse Art Kontrolle über die Situation, als Bahnfahrer halt keine

Poekel
2014-11-30, 16:14:42
Auch vergisst du dass viele Bahnfahrer umsteigen müssen und deswegen 5 Minuten Verspätung in der Tat eine Katastrophe bedeuten können wenn der nächste Anschlusszug gleich 60 Minuten später fährt.
Das hatte ich gestern und hier beschleicht mich das Gefühl, dass die Bahn die Statistik aufhübscht, indem sie Züge nicht warten lässt (Anschlugzug hätte 7 Minuten warten müssen und auf der Strecke gibts genau eine Haltestelle, an der andere Anschlusszüge theoretisch erreicht werden könnten, meines Wissens nach aber kein Zug zeitlich dann fährt).

Wurschtler
2014-11-30, 16:19:07
Komische Rechnung. Wenn 50-60 Minuten üblich sind, dann kalkuliert man auch damit und nicht mit der Zeit die man um 3 Uhr nachts bräuchte.

Dann kann man die übliche 5 Min. Bahnverspätung genauso mit einkalkulieren.

Wurschtler
2014-11-30, 16:24:33
als Autofahrer hat man eine gewisse Art Kontrolle über die Situation, als Bahnfahrer halt keine


Die Frage ist, ob man wirklich immer die Kontrolle haben will.

Ich sitz lieber in einem verspäteten Zug und kann die Zeit sinnvoll (!) nutzen als dass mit ich dem Auto im Stau stehe und volle Kontrolle über das Lenkrad habe (aber genauso wenig über den Stau) und nur gestresst bin.

Alexander
2014-11-30, 16:40:23
Das hatte ich gestern und hier beschleicht mich das Gefühl, dass die Bahn die Statistik aufhübscht, indem sie Züge nicht warten lässt (Anschlugzug hätte 7 Minuten warten müssen und auf der Strecke gibts genau eine Haltestelle, an der andere Anschlusszüge theoretisch erreicht werden könnten, meines Wissens nach aber kein Zug zeitlich dann fährt).
Ich weiss nicht wie es im Fernverkehr ausschaut. Aber im Nahverkehr zahlt die Bahn für jede Verspätungsminute eine Strafe. Daher warten diese Züge / S-Bahnen in der Regel überhaupt nicht auf verspätete Züge.

Dann kann man die übliche 5 Min. Bahnverspätung genauso mit einkalkulieren.
Trollst du jetzt? Wie soll man das denn tun wenn Regionalzüge oder S-Bahnen nur alle 30 Minuten fahren? Soll ich JEDEN Tag 40 Minuten fürs Umsteigen einkalkulieren?

Die Frage ist, ob man wirklich immer die Kontrolle haben will.

Ich sitz lieber in einem verspäteten Zug und kann die Zeit sinnvoll (!) nutzen als dass mit ich dem Auto im Stau stehe und volle Kontrolle über das Lenkrad habe (aber genauso wenig über den Stau) und nur gestresst bin.
Ach bitte. Er bezog sich auf eine verpasste Anschlussverbindung. Ich will sehen wie du die Zeit sinnvoll nutzt, wenn du eine Stunde auf dem Bahnsteig rumgammeln musst.

Ich werde das Gefühl nicht los dass du unsere Beiträge absichtlich missverstehst. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Poekel
2014-11-30, 16:51:36
Ich weiss nicht wie es im Fernverkehr ausschaut. Aber im Nahverkehr zahlt die Bahn für jede Verspätungsminute eine Strafe. Daher warten diese Züge / S-Bahnen in der Regel überhaupt nicht auf verspätete Züge.

Ah,das wusste ich nicht. Vielleicht nicht unbedingt die beste Regelung, würde vielleicht auch erklären,warum Regionalzüge meiner Erfahrung nach pünktlicher sind als ICs.Dort war halbe Stunde Verspätung fast schon Normalität.

Mosher
2014-11-30, 17:33:52
Die Frage ist, ob man wirklich immer die Kontrolle haben will.

Ich sitz lieber in einem verspäteten Zug und kann die Zeit sinnvoll (!) nutzen als dass mit ich dem Auto im Stau stehe und volle Kontrolle über das Lenkrad habe (aber genauso wenig über den Stau) und nur gestresst bin.


Naja, wenn ich jeden Tag mit dem Auto von x nach y fahre, weiß ich irgendwann, was ich zu erwarten habe. +- 10 Minuten
Und klar kann ich das so einkalkulieren. Muss ich sogar.

Ähnlich ist es bei Einmalfahrten.
Beispiel: Ich hatte hier mal einen Thread eröffnet, wie es denn an Wochentag x zur Uhrzeit y am Kreuz z aussieht.
Und siehe da, ich kam +- 15 Minuten zur erwünschten Zeit an (War eine 3-Stunden-Fahrt) , da ich den Berufsverkehr einrechnen konnte.


Käme ich bei der Bahn auf ähnliche Werte (15 Minuten bei 3 Stunden), dann wäre das für mich alles akzeptabel, aber es ist für mich einfach kein Zustand, wenn ich jedes mal zittern muss, ob ich meinen Anschlusszug bekomme.
"Hallo Schatz, ich komme zwischen 16 und 20 Uhr an, bitte hol mich dann ab"

Mir persönlich ist das Risiko einfach zu groß.

peppschmier
2014-11-30, 19:52:42
Die Bahn ist noch schlechter. Ich bin 6 Jahre durch Deutschland mit der Bahn gereist. Tagsüber sind die Bahnen einigermaßen pünktlich, aber zu den Kernzeiten/Berufsverkehr lag bei mir die Quote bei >95% verspätete Züge. Freitags eine Zugverbindung mit Umsteigen habe ich 2 mal und nie wieder gemacht... Habe beide Male den Anschluss verpasst und durfte eine Stunde rumstehen. Beim letzten Bahnstreik habe ich allerdings auch 6 Stunden von DDorf nach HH gebraucht.

Lawmachine79
2014-11-30, 20:58:18
Ergänzung:

Verspätungen bei der Bahn sind im Vergleich zum Auto viel harmloser, aber sie werden viel schlimmer wahrgenommen.
5 Min. Verspätung ist für manche hier anscheinend schon die Totalkatastrophe.
Ja, es kommt oft vor, auch bei mir.

Aber mit dem Auto sieht mein Weg zur Arbeit so aus:
Optimalfall: 30 Min.
Realität im Berufsverkehr: ca. 50-60 Min. (regelmäßig! natürlich auch mit Ausreißern nach oben)
Das entspricht mind. ca. 20 Min Verspätung pro Tag.

Da sitz ich lieber in der Bahn mit durchschnittlichen 5 Min. Verspätung und kann in Ruhe was lesen und hab keinen Stress.
1) Bedeuten 5 Minuten Verspätung oft, dass man eine Stunde später auf der Arbeit / zu Hause ist, da man dann Anschlusszüge verpasst.

2) Wenn man Bahn fährt muss man sich ständig Sorgen machen, zu spät zu kommen und Anschlusszüge zu verpassen. Das ist S T R E S S.

3) In einem zivilisierten Land muss es ein Verkehrsmittel geben, was absolut zuverlässig. Etwas, wo man WEISS, dass man pünktlich sein wird. Das Flugzeug ist das schnellste Verkehrsmittel. Das Auto ist das flexibelste Verkehrsmittel. Die Bahn sollte das verlässlichste Verkehrsmittel sein.

4) Klar kann mit dem Auto in einen Stau zu geraten. Aber dann fahre ich vorher und nachher halt so schnell ich kann. Ist meist immer noch billiger als die Bahn.

dessert
2014-11-30, 21:07:17
3) In einem zivilisierten Land muss es ein Verkehrsmittel geben, was absolut zuverlässig. Etwas, wo man WEISS, dass man pünktlich sein wird. Das Flugzeug ist das schnellste Verkehrsmittel. Das Auto ist das flexibelste Verkehrsmittel. Die Bahn sollte das verlässlichste Verkehrsmittel sein.


und der Bus?

Morale
2014-11-30, 21:20:32
Da sitz ich lieber in der Bahn mit durchschnittlichen 5 Min. Verspätung und kann in Ruhe was lesen und hab keinen Stress.
Sofern man nicht am Abfahrtsbahnhof einstiegt wartet man aber am Bahnsteig 5-15 Minuten.
Gemütlich lesen, Fehlanzeige. Gerade jetzt wo es kalt wird.
"Freue" mich schon auf die kalte Jahreszeit.

PS:
Und nur weil Auto noch schlimmer ist (ja ist es natürlich) heißt das nicht, dass 5-10 Minuten jeden Tag ok sind.
Ach die Nutte hat Aids, die nur Syphilis, dann ist das ja ok guter Mann...

Plutos
2014-11-30, 21:26:38
und der Bus?

Das billigste.

Philipus II
2014-11-30, 21:40:58
Mitfahrzentrale ist tendenziell noch billiger als der Bus. Aber der Bus ist schon wirklich sehr leistbar:)

dessert
2014-11-30, 21:41:46
Das billigste.

Jo, aber trotzdem sind sie gut ausgestattet, vor allem die neuen Fernbusse: WLAN, Stromsteckdosen, WC, Snack- und Kaffeeautomaten, funktionierende Klimaanlage, Fernseher, Verspätungs-SMS

Außerdem sehr komfortable Ticket-Bestellung, viele gut erhältliche Angebote, flexibel (bei Stau und co.)... :smile:
Für Mittelstrecken geradezu ideal!

Morale
2014-11-30, 21:46:13
Wer wenig Geld, dafür aber Zeit en masse hat, kann ja den Fernbus nehmen.
Statt 5 Stunden würde ich da ~11 Stunden fahren (München-Bochum).
Da zahle ich dann doch lieber etwas mehr.

Für kürzere Strecken vermutlich besser geeignet.

dessert
2014-11-30, 21:51:11
Wer wenig Geld, dafür aber Zeit en masse hat, kann ja den Fernbus nehmen.
Statt 5 Stunden würde ich da ~11 Stunden fahren (München-Bochum).
Da zahle ich dann doch lieber etwas mehr.

Für kürzere Strecken vermutlich besser geeignet.
Ist sehr streckenabhängig und da wird sich in Zukunft sicherlich noch einiges ändern.

Philipus II
2014-11-30, 21:54:12
Vor allem wenn die Bahn-Verbindung mäßig ist, lohnt der Bus besonders.

Eigenes Beispiel: Weiden - Berlin
Bus: Mein Fernbus 5h 15 20€
Bahn: Deutsche Bahn: 6.10h, 105€
Alex + DB: 5.51: 45€

Alle Angebote für Abfahrt morgen. Bus ist billiger, schneller und tendenziell komfortabler. Sobald es keinen durchgehenden ICE oder zumindest IC gibt, ist die Bahn auf Langstrecke Quälerei. Abseits der Haupstrecken hat die Bahn da keine Chance mehr.

Morale
2014-11-30, 22:13:13
Ist sehr streckenabhängig und da wird sich in Zukunft sicherlich noch einiges ändern.
Vor allem wenn die Bahn-Verbindung mäßig ist, lohnt der Bus besonders.

Eigenes Beispiel: Weiden - Berlin
Bus: Mein Fernbus 5h 15 20€
Bahn: Deutsche Bahn: 6.10h, 105€
Alex + DB: 5.51: 45€

Alle Angebote für Abfahrt morgen. Bus ist billiger, schneller und tendenziell komfortabler. Sobald es keinen durchgehenden ICE oder zumindest IC gibt, ist die Bahn auf Langstrecke Quälerei. Abseits der Haupstrecken hat die Bahn da keine Chance mehr.


Stimmt natürlich, wenn aber ICE fährt kann der Bus idR auf längeren Strecken einpacken. Besonders auf bestimmten Autobahnen, wo IMMER Baustellen sind.
Dazu empfinde ich die Bahn vom Sitzen her doch ein wenig mehr komfortabler als die meisten Fernbusse, sofern die nicht "Premium" sind.
Und die kosten, z.b. Postbus, dann auch schon wieder mehr Geld.

Beispiel für nächsten Freitag München Bochum (wobei der Bus nur nach Essen fährt)
Kosten 45 Euro Fahrtdauer 11:30h
Bahn (mit 25% BC) 83,25 EUR Euro + Reservierung, Dauer keine 6h (bis nach Bochum!)

Mein Fernbus nochmal etwas günstiger, aber auch ~11:00 (WIeder Essen, Bochum fährt anscheinend keiner an - nur Dortmund - für beides bräuchte man auch nochmal~ 10 Euro und 30 Minuten).

Kommt halt auf die Strecke an. Für mich derzeit keine Alternative.

dessert
2014-11-30, 22:13:59
Vor allem wenn die Bahn-Verbindung mäßig ist, lohnt der Bus besonders.

Eigenes Beispiel: Weiden - Berlin
Bus: Mein Fernbus 5h 15 20€
Bahn: Deutsche Bahn: 6.10h, 105€
Alex + DB: 5.51: 45€

Alle Angebote für Abfahrt morgen. Bus ist billiger, schneller und tendenziell komfortabler. Sobald es keinen durchgehenden ICE oder zumindest IC gibt, ist die Bahn auf Langstrecke Quälerei. Abseits der Haupstrecken hat die Bahn da keine Chance mehr.

jop, zusätzlich machen sie auch auf Hauptstrecken der DB preislich Konkurrenz... z.B.
http://666kb.com/i/ctzie2adbxjihmdjl.png

Eine Woche im Voraus für 29€ wäre früher NIE gegangen... da hätte man mindestens einen Monat im Voraus bestellen müssen. Seit die Busse die gleiche Strecke für ~20€ anbieten, geht es auf einmal :biggrin:;D

(del)
2014-11-30, 22:16:51
3) In einem zivilisierten Land muss es ein Verkehrsmittel geben, was absolut zuverlässig. Etwas, wo man WEISS, dass man pünktlich sein wird.Die Bahn ist außergewöhnlich zuverlässig. Dein Anspruch ist unrealistisch und wird auch nicht in, von uns als Schienenverkehrs-Ideal verklärten, Ländern wie Japan und Südkorea erreicht.

Das Flugzeug ist das schnellste Verkehrsmittel. Das Auto ist das flexibelste Verkehrsmittel. Die Bahn sollte das verlässlichste Verkehrsmittel sein.

4) Klar kann mit dem Auto in einen Stau zu geraten. Aber dann fahre ich vorher und nachher halt so schnell ich kann. Ist meist immer noch billiger als die Bahn.
Die Bahn unterliegt den gleichen Störfaktoren, wie alle anderen Verkehrsmittel auch, nur dass sie zusätzlich noch stärker verkehrswegegebunden ist. Verspätungen sind bei allen anderen Verkehrsmitteln ebenso an der Tagesordnung und insbesondere im Flugverkehr noch deutlich häufiger und dort mit noch viel verheerenderen Folgen.

Wenn ich nicht sicher bin, ob die 3 Minuten zum Umsteigen am Münchner Hbf von Gleis 1 zum Gleis 22 ausreichen, dann plane ich im Voraus entsprechend vorsichtig. Genauso wie ich bei Anschlussflügen genügend Zeit einkalkuliere und ich zu Ferienbeginn nicht die übliche staugeplagte Route über die üblichen Autobahnen wähle.

Morale
2014-11-30, 22:23:50
Wenn ich nicht sicher bin, ob die 3 Minuten zum Umsteigen am Münchner Hbf von Gleis 1 zum Gleis 22 ausreichen, dann plane ich im Voraus entsprechend vorsichtig. Genauso wie ich bei Anschlussflügen genügend Zeit einkalkuliere und ich zu Ferienbeginn nicht die übliche staugeplagte Route über die üblichen Autobahnen wähle.
3 Minuten sicher nicht, aber auch 30 Minuten können plötzlich zu kurz sein.
Was soll man dann nehmen, wenn der RE z.b. nur 1x die Stunde kommt, 1,5h vorher da sein?

Lawmachine79
2014-11-30, 22:33:24
und der Bus?
Von Bussen kann man Pünktlichkeit nicht zwingend erwarten. Du brauchst einen einheitlichen Fahrplan für alle Verkehrszeiten. Gerade der Frühverkehr ist oft unberechenbar. Du hast Straßen in Ortschaften, die sind proppevoll, eine viertel Stunde später aber wie von Geisterhand geleert. Busse sind den Unwägbarkeiten des Straßenverkehrs ausgesetzt. Sowas hat man auf der Schiene nicht (wenn man ein wenig rechnen kann). Zugfahrpläne kann man minutiös choreografieren, wenn man genug Geld für Wartung ausgibt.

Die Bahn ist außergewöhnlich zuverlässig. Dein Anspruch ist unrealistisch und wird auch nicht in, von uns als Schienenverkehrs-Ideal verklärten, Ländern wie Japan und Südkorea erreicht.


Die Bahn unterliegt den gleichen Störfaktoren, wie alle anderen Verkehrsmittel auch, nur dass sie zusätzlich noch stärker verkehrswegegebunden ist. Verspätungen sind bei allen anderen Verkehrsmitteln ebenso an der Tagesordnung und insbesondere im Flugverkehr noch deutlich häufiger und dort mit noch viel verheerenderen Folgen.

Wenn ich nicht sicher bin, ob die 3 Minuten zum Umsteigen am Münchner Hbf von Gleis 1 zum Gleis 22 ausreichen, dann plane ich im Voraus entsprechend vorsichtig. Genauso wie ich bei Anschlussflügen genügend Zeit einkalkuliere und ich zu Ferienbeginn nicht die übliche staugeplagte Route über die üblichen Autobahnen wähle.
Gut, dass Du nicht Logistik studiert hast.
1) Wir reden nicht davon, ob Zeit "zum Umsteigen" ausreicht. Die ist kalkulierbar. Die Ankunftszeit ist unkalkulierbar.
2) Die Bahn unterliegt NICHT den gleichen Störfaktoren. Denn zu einer Zeit X ist EXAKT plan- und bestimmbar, wieviele Züge wo stehen.
3) Mit den Flügen magst Du Recht haben. Flüge kompensieren das aber a) dadurch dass sie absolut sehr schnell sind und b) für 99,9% der Bevölkerung nicht das Standardverkehrsmittel darstellen. Vielleicht ist mein Umfeld ja sozial zu schwach, aber ich kenne niemanden, der morgens mit dem Flugzeug zur Arbeit "muss". Nennen wir diesen Phänomen mal "Alltagsabhängigkeit". Beim Flug kann ich Reserven auch einplanen. Fliege ich halt zwei Stunde früher; ich fliege vllt. 4-6 mal im Jahr. Ich muss aber an ca. 250 Tagen im Jahr zur Arbeit und zurück. Es ist aber unzumutbar jeden morgen 2 Stunden früher zur Arbeit zu fahren, nur weil ein Zug verspätet sein könnte. Da sollte ein erwachsener Mensch, der nicht betreut wird oder Ähnliches aber drauf kommen, bevor er im Forum postet.
4) Mein Anspruch ist realistisch, weil ich ihn schon in Deutschland erlebt habe. Ist so 20 Jahre her und die Zeit davor.

Mosher
2014-11-30, 22:36:41
Die Bahn ist außergewöhnlich zuverlässig. Dein Anspruch ist unrealistisch und wird auch nicht in, von uns als Schienenverkehrs-Ideal verklärten, Ländern wie Japan und Südkorea erreicht.


Die Bahn unterliegt den gleichen Störfaktoren, wie alle anderen Verkehrsmittel auch, nur dass sie zusätzlich noch stärker verkehrswegegebunden ist. Verspätungen sind bei allen anderen Verkehrsmitteln ebenso an der Tagesordnung und insbesondere im Flugverkehr noch deutlich häufiger und dort mit noch viel verheerenderen Folgen.

Wenn ich nicht sicher bin, ob die 3 Minuten zum Umsteigen am Münchner Hbf von Gleis 1 zum Gleis 22 ausreichen, dann plane ich im Voraus entsprechend vorsichtig. Genauso wie ich bei Anschlussflügen genügend Zeit einkalkuliere und ich zu Ferienbeginn nicht die übliche staugeplagte Route über die üblichen Autobahnen wähle.

Aha. Ich stand nur seltsamerweise auf einer 400km-Strecke noch nie 4 Stunden im Stau, während ich mit der Bahn tatsächlich schon mehrmals mehrere Stunden Verspätung auf so einer Strecke hatte. (Anschlusszug verpasst etc.)

Wie soll ich denn deiner Meinung nach "sicher planen"? Von Gleis 7 auf Gleis 9 1 Stunde? Sicher ist sicher? Lieber erst den übernächsten Anschlusszug? Sicher ist sicher? Die Verspätungen bei längeren Bahnfahrten summieren sich eben "mehrfach linear" auf, während beim Auto 1 Stunde Stau, 1 Stunde Stau bedeutet. Und noch dazu kann man mit den meisten Staus kalkulieren (Baustellen, Berufsverkehr).
Unfälle mal außen vor.

D.h. die Zeit, die Zeit, die du bei der Bahn als Sicherheitspuffer vorschlägst, stand ich mein Leben noch nicht im Stau ;D

Außerdem bin ich eh ein pünktlichkeitsliebender Mensch und immer eine halbe Stunde vorher am Startgleis. Mein Umsteigszeit-Minimum liegt bei 20 Minuten.

Nenene, das kann's einfach nicht sein. Wer sowas akzeptiert, hat zu viel Zeit.

(del)
2014-11-30, 23:12:19
Gut, dass Du nicht Logistik studiert hast.
1) Wir reden nicht davon, ob Zeit "zum Umsteigen" ausreicht. Die ist kalkulierbar. Die Ankunftszeit ist unkalkulierbar.Nicht, wenn man beides in einen Topf wirft. In die Umsteigezeit kalkuliere ich immer den Puffer mit ein, den die Bahn auf der Strecke möglicherweise verliert. Das ist zugegebenermaßen schlecht planbar aber such is life...
Grundsatz: Better safe than sorry.

Außerdem bin ich eh ein pünktlichkeitsliebender Mensch und immer eine halbe Stunde vorher am Startgleis. Mein Umsteigszeit-Minimum liegt bei 20 Minuten. Mehr als 20-30 Minuten muss man auch nicht einplanen. Was darüber hinaus geht, ist deutlich zu viel. Aber wir brauchen diese Debatte nicht ins Unsachliche verlagern, indem wir seltene persönliche Erlebnisse von stundenlangen Verspätungen unterschwellig als Normalzustand hier niederbeten. Das ist natürlich absurd.

2) Die Bahn unterliegt NICHT den gleichen Störfaktoren. Denn zu einer Zeit X ist EXAKT plan- und bestimmbar, wieviele Züge wo stehen.Mit dem Wissen um die Anzahl der Züge on Ort Y ist es leider nicht getan. Wenn im dicht getakteten Netz nur irgendwo ein Idiot sich aus einer depressiven Laune vor einen Zug wirft kommt in einem Umkreis von 50 Kilometer alles ins Schlingern, was nach Plan fahren soll. Wenn aufgrund eines spröden Materials oder eines Herstellerfehlers eine Weichenheizung nicht mehr ganz nach Soll funktioniert ... na? Du weißt schon. Das Netz ist kapazitativ begrenzt und an einer Panne mal nebenan überholen geht leider nicht überall...

Ich muss aber an ca. 250 Tagen im Jahr zur Arbeit und zurück. Es ist aber unzumutbar jeden morgen 2 Stunden früher zur Arbeit zu fahren, nur weil ein Zug verspätet sein könnte.Arbeitsrechtlich ist es durchaus ein zumutbarer Zustand. ;)
Aber so weit muss es ja nicht kommen. Wenn man nicht gerade in Pusemuckel wohnt, wird ein 2-Stundentakt nicht gerade das ortsübliche Nonplusultra darstellen.

4) Mein Anspruch ist realistisch, weil ich ihn schon in Deutschland erlebt habe. Ist so 20 Jahre her und die Zeit davor.Ja, ich habe die Bahn auch noch vor dem Mauerfall kennengelernt. Mit versifften Zügen, Bummelbahnen ins Nirgendwo, überforderte Lokomotiven deren Beschleunigung jede Seifenkiste wie einen Rennwagen erscheinen ließen, verrottete Bahnanlagen, Verspätungen an allen Ecken und Enden auch mit mehr Gleisstrecke und weniger Zügen. Die Bediensteten waren hochmotiviert, Technik und System jedoch antiquiert. Was hier manche Leute tatsächlich in einem Wahn von verklärter Nostalgie der DB nachsagen verschlägt mir echt den Atem...

Philipus II
2014-12-01, 00:18:02
Ich fahre recht viel mit dem Auto. Wirklich heftig (größer 20% der erwarteten Reisezeit) hat es mich mit Stau bisher nur einmal erwischt, 4h 45 Minuten für 50 Kilometer. Abgesehen davon hatte ich zwar oft Stau und zähflüssigen Verkehr, aber meist in überschaubarem prozentualen Anteil an der Gesamtreisezeit. Zudem kann man mit dem Auto noch während der Fahrt optimieren, in dem man die Geschwindigkeit anpasst, sobald der Verkehr das zulässt.

Als ich als Kind noch mit der Bahn zu Schule bin war das im Schnitt katastrophal. Ich habe seitdem keine 6 Bahnfahrten mehr gemacht, entweder zu teuer oder zu lahm.

medi
2014-12-01, 06:07:51
als Autofahrer hat man eine gewisse Art Kontrolle über die Situation, als Bahnfahrer halt keine

Und man muss sich nicht mit der jeweils derzeitigen Wettersituation rumärgern. Ist ja nicht so, dass die Bahn nur Probleme hat wenn es 25°C bei Sonnenschein und lauem Lüftchen sind. Nein sondern vorweigend wenn:

Es mies schneit
Es arschkalt ist
Es in Strömen gießt
Es 32°C ohne laues Lüftchen sind
Es -10°C. gefühlt -20°C sind, man sich vorkommt wie auf Hoth und nach nem Tauntaun ausschau hält

Im Auto hätte ich mit solchen Wettereinflüssen kein Problem. Im Freien jedoch, oftmals ohne vernünftige Unterstellmöglichkeit hingegen ...

Aber das wäre alles nur halb so schlimm wenn die Bahn es mal auf die Reihe kriegen würde die Leute vernünftig zu informieren und nicht auch noch zu verarschen so das man sich vllt. alternativ umschauen kann. Immer wieder "gern" gesehen:

Morale
2014-12-01, 07:26:36
nicht auch noch zu verarschen
Bei mir fährt neben dem RE noch die Sbahn, diese braucht aber länger (so ~15-20 Minuten), weswegen ich sie nicht nehme.
Bei uns schaffen es die Bahnmitarbeiter irgendwie öfters genau dann durchzusagen, dass der RE 30 Minuten verspätung hat, wenn die Sbahn gerade abfährt!
Kein Witz, das hatte ich dieses Jahr 3-4 mal!
Vorher keine Verspätung, zack 30 Minuten.

Und dann sagen die noch "Reisende nach München nehmen bitte die S-Bahn!"
Wo die gerade abgefahren ist.
Die alchen sich doch dann vermutlich einen ab.

Wurschtler
2014-12-01, 10:51:21
Trollst du jetzt? Wie soll man das denn tun wenn Regionalzüge oder S-Bahnen nur alle 30 Minuten fahren? Soll ich JEDEN Tag 40 Minuten fürs Umsteigen einkalkulieren?

Ach bitte. Er bezog sich auf eine verpasste Anschlussverbindung. Ich will sehen wie du die Zeit sinnvoll nutzt, wenn du eine Stunde auf dem Bahnsteig rumgammeln musst.



Die Bahn wird einfach schlechter gemacht als sie ist.
Ich sage ja nicht, dass sie fehlerfrei ist oder kein Verbesserungspotenzial hat, aber im Vergleich zum Auto ist sie für mich noch um Welten zuverlässiger.

Und es ist nicht so, dass DIE optimale Verbindung hätte, sondern normaler Durchschnitt sage ich mal.

Mein Arbeitsweg: [Takt Hauptverkehrszeit/Nebenzeit]
Fußweg
Regionalbahn [60 Min./ 120 Min.] (!)
S-Bahn [2 Min./4 Min.]
U-Bahn [5 Min./10 Min.]
Fußweg

Ich steige also 2 mal täglich um.

Hinfahrt:
Ich habe daheim am PC immer die Live-Verspätungszeiten am Bildschirm.
Wenn ich sehe, dass der Zug Verspätung hat, dann gehe ich auch erst um diese Zeit erst später aus dem Haus.

Die Anschlüsse sind bei der Hinfahrt selten ein Problem, da S+U-Bahn einen Takt haben, der für mich dicht genug ist.

Die Rückfahrt kann etwas problematischer werden.
Bei der U-Bahn fällt gerne mal ein Zug aus, bei der S-Bahn ist die Strecke gerne mal komplett gesperrt.
Da plane ich 10 Min. zusätzliche Zeitreserve ein. (hab damit im Optimalfall ca. 15 Min. Umsteigezeit zur RB)
Damit bin ich auf dem Heimweg also 10 Min. langsamer als auf der Hinfahrt.
Aber damit erreiche ich den Anschluss zu >99%.
Max. 2-3 Mal im Jahr gehts daneben. Und nein, auch dann muss man nicht am Bahnhof ausharren. Ich geh dann eben in der Nähe was futtern oder einkaufen.


PS: Dass man in Deutschland Infrastruktur vergammelt lässt kein reines Phänomen bei der Bahn, das ist bei allem so. Relativ gesehen steht die Bahn meiner Ansicht nach noch gut da. Die Straßen sind in schlechterem Zustand.
(und das bedeutet nicht, dass ich es gutheisse; aber die Politik handelt nunmal so, dass für Eurorettung, Bankenrettung und Asylanten unbegrenzt Geld da ist, aber nicht für die Infrastruktur; die lässt man bewusst verrotten)

Wurschtler
2014-12-01, 10:57:16
Und man muss sich nicht mit der jeweils derzeitigen Wettersituation rumärgern. Ist ja nicht so, dass die Bahn nur Probleme hat wenn es 25°C bei Sonnenschein und lauem Lüftchen sind. Nein sondern vorweigend wenn:

Es mies schneit
Es arschkalt ist
Es in Strömen gießt
Es 32°C ohne laues Lüftchen sind
Es -10°C. gefühlt -20°C sind, man sich vorkommt wie auf Hoth und nach nem Tauntaun ausschau hält

Im Auto hätte ich mit solchen Wettereinflüssen kein Problem. Im Freien jedoch, oftmals ohne vernünftige Unterstellmöglichkeit hingegen ...



Gerade im Winter bin ich mit der Bahn noch mehr im Vorteil als mit dem Auto.
Die Autofahrer dürfen erstmal ihr Auto vom Schnee befreien und abkratzen.
Dann darf man auf einer glatten Straße viel langsamer fahren.
In der Stadt sind die Straßen durch den Schnee teilweise verengt, Parkplätze sind teilweise nicht nutzbar.
Im Winter mit dem Auto im Berufsverkehr kann die Hölle sein.

Morale
2014-12-01, 11:05:45
Ich steige also 2 mal täglich um.
Aus dem RE in die S-Bahn Stammstrecke umsteigen ist kein "umsteigen", da die, wie du selber schreibst jede 2 Minuten fährt.

Black-Scorpion
2014-12-01, 11:12:00
Die Bahn ist außergewöhnlich zuverlässig. Dein Anspruch ist unrealistisch und wird auch nicht in, von uns als Schienenverkehrs-Ideal verklärten, Ländern wie Japan und Südkorea erreicht.
In welcher Scheinwelt lebst du?

Wer öfter mit der Bahn fahren muss wird sich vor lachen auf dem Boden wälzen bei dem was du von dir gibst.

Lawmachine79
2014-12-01, 11:17:09
Die Bahn wird einfach schlechter gemacht als sie ist.
Ich sage ja nicht, dass sie fehlerfrei ist oder kein Verbesserungspotenzial hat, aber im Vergleich zum Auto ist sie für mich noch um Welten zuverlässiger.

So ein Blödsinn. Ich bin jahrelang mit dem Auto gependelt, ich war bei Magdeburg, bei Berlin, bei Dresden, bei Hamburg und bei Fulda stationiert. Ich war Freitags eigentlich immer im selben Zeitfenster +/- 10 Minuten zu Hause. Klar ist die Bahn "abstrakt" pünktlicher. Will sagen: sie sollte es sein. Konkret in Deutschland ist es aber so, dass sich die Ankunftszeit mit dem Auto genauer vorhersagen lässt. Denn man hat selbst mehr Einfluss auf sie. Ich habe eine Reisegeschwindigkeit von 120-130km/h. Wenn irgendwo Stau ist, fahre ich halt schneller. Bei der Bahn kippen die Planungen außerdem wie ein Dominostein zusammen, wenn man umsteigen muss - was faktisch immer der Fall ist. Sobald ein Glied in der Kette nicht funktioniert, verliere ich auf Anhieb sehr viel Zeit, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Deshalb ist Zuverlässigkeit so überaus wichtig. Zudem es, dass aber nur nebenbei, an beheizten Unterstellmöglichkeiten fehlt. Aber herrje, soll man sich halt dicker anziehen (wer bei 15°C minus - morgens nicht selten im Winter - mal länger rumstand bei etwas Wind wird wissen, WIE DICK man sich da anziehen muss), früher losfahren etc. etc. etc. pp. Und wenn ich all diese Vorsorgemaßnahmen getroffen habe und ich meinen Weg zur Arbeit planen muss wie eine Arktisexpedition soll die Bahn ernsthaft noch attraktiver als das Auto sein?
Außerdem: schon jetzt können Navis deutlich besser bei der Stauumfahrung- und Vorhersage helfen. Der technische Fortschritt arbeitet gegen die Bahn.

Nicht, wenn man beides in einen Topf wirft. In die Umsteigezeit kalkuliere ich immer den Puffer mit ein, den die Bahn auf der Strecke möglicherweise verliert. Das ist zugegebenermaßen schlecht planbar aber such is life...
Grundsatz: Better safe than sorry.
Und hier liegt schon der Fehler, "den die Bahn auf der Strecke möglicherweise verliert". Sowas darf nicht als normal dargestellt werden, wir sind hier nicht in Süditalien, wo die Bahn fährt, wann sie will und wenn sie überhaupt Lust hast.


Mehr als 20-30 Minuten muss man auch nicht einplanen. Was darüber hinaus geht, ist deutlich zu viel. Aber wir brauchen diese Debatte nicht ins Unsachliche verlagern, indem wir seltene persönliche Erlebnisse von stundenlangen Verspätungen unterschwellig als Normalzustand hier niederbeten. Das ist natürlich absurd.
Dann geh' mal mit wachen Augen durch einen Großstadthauptbahnhof und guck' auf die große blaue Tafel. Da sind immer 3-4 Züge, die 25 Min+ haben.


Mit dem Wissen um die Anzahl der Züge on Ort Y ist es leider nicht getan. Wenn im dicht getakteten Netz nur irgendwo ein Idiot sich aus einer depressiven Laune vor einen Zug wirft kommt in einem Umkreis von 50 Kilometer alles ins Schlingern, was nach Plan fahren soll. Wenn aufgrund eines spröden Materials oder eines Herstellerfehlers eine Weichenheizung nicht mehr ganz nach Soll funktioniert ... na? Du weißt schon. Das Netz ist kapazitativ begrenzt und an einer Panne mal nebenan überholen geht leider nicht überall....
Die wenigstens Verspätungen kommen durch Selbstmorde zustande. Und das wäre kein Problem, wenn man einfach mal Redundanzen schaffen würde. In Bereichen der Daseinsvorsorge hat es immer Redundanzen zu geben. Und das nächste Problem ist, dass wenn ein ICE Verspätung hat, er alles mitreisst, wel Regionalzüge in überholen lassen müssen. Da verspäten sich dann gleich 3-4 Regionalzüge und S-Bahnen mit. Und offenbar hast Du erkannt, dass das Netz dicht getaktet ist. Also muss man vielleicht einfach mal die Fahrpläne realistisch gestalten. Bestimmte Strecken, z.B. Hamburg - Hannover haben de facto IMMER Verspätung. Aber wenn man optimistische Fahrzeiten angibt, damit es aussieht, als sei man zum Auto konkurrenzfähig, ist das kein Wunder. Fahrpläne müssen an Alltagsmaßstäben kalkuliert werden, die tatsächlichen Fahrpläne kann man ggf. in einer Simulation erfüllen, aber nicht in der Realität.


Arbeitsrechtlich ist es durchaus ein zumutbarer Zustand. ;)
Aber so weit muss es ja nicht kommen. Wenn man nicht gerade in Pusemuckel wohnt, wird ein 2-Stundentakt nicht gerade das ortsübliche Nonplusultra darstellen.
Wir reden hier aber nicht über Arbeitsrecht, wo sich jeder seinen Vertragspartner aussuchen kann, sondern über die Daseinsvorsorge, wo der Bürger abhängig ist. Deshalb müssen hier deutlich strengere Zumutbarkeitsmaßstäbe gelten.


Ja, ich habe die Bahn auch noch vor dem Mauerfall kennengelernt. Mit versifften Zügen, Bummelbahnen ins Nirgendwo, überforderte Lokomotiven deren Beschleunigung jede Seifenkiste wie einen Rennwagen erscheinen ließen, verrottete Bahnanlagen, Verspätungen an allen Ecken und Enden auch mit mehr Gleisstrecke und weniger Zügen. Die Bediensteten waren hochmotiviert, Technik und System jedoch antiquiert. Was hier manche Leute tatsächlich in einem Wahn von verklärter Nostalgie der DB nachsagen verschlägt mir echt den Atem...
Bummelzüge gibt es heute auch noch - wo ist das Problem? Schon mal mit der S-Bahn die 65 Kilometer von Düsseldorf nach Dortmund gefahren? Die kann man mit dem Rennrad schlagen. Aber das ist ja kein Problem, irgendwer muss ja auch die Kurzhalte bedienen.
Der Rest den Du schreibst, ist schlichtweg Unsinn, ich bin bis ich ein Auto hatte (18) jede Woche mehrmals Bahn gefahren und ich habe mich immer - mit Erfolg - blind drauf verlassen, die Möglichkeit, dass eine Bahn später als 5 Minuten zu spät kommt, war in meinem Bewusstsein nichtmal verankert. Waren die Züge dreckig? Jau. Dreckiger als heute. Mich interessiert aber in erster Linie ein zuverlässiges Verkehrsmittel. Das ist das A und O. Und das war übrigens auch bezahlbar. Die Preise sind heutzutage eine Frechheit. Interessiert mich deutlich mehr als WLAN und ledergepolsterte Sessel. Dann jetziges Bild von der Bahn scheint übrigens von der 1.Klasse im ICE geprägt zu sein. Das ist kaum representativ, da da nicht mal ein Promille der Bevölkerung Zugriff drauf hat.

Und hier noch eine ganz besondere Anekdote für alle Bahnfreunde:
http://www.derwesten.de/staedte/witten/bahnschranke-komplett-abgebaut-aimp-id10086459.html
Die Bahn braucht 7 Monate um eine gottverdammte Schranke auszutauschen. Bis das soweit ist, wird der "Bahnübergang" von Bahnleuten mit einem Baustelleband abgesperrt. Die machen den Bahnübergang jedesmal 5 Minuten vor der geplanten Durchfahrt dicht ;).
Willkommen im real existierenden Sozialismus. Er wird vorgelebt von einem Unternehmen, dass privatisiert wurde, damit es effizienter arbeitet :D.

Mosher
2014-12-01, 19:10:40
Mehr als 20-30 Minuten muss man auch nicht einplanen. Was darüber hinaus geht, ist deutlich zu viel. Aber wir brauchen diese Debatte nicht ins Unsachliche verlagern, indem wir seltene persönliche Erlebnisse von stundenlangen Verspätungen unterschwellig als Normalzustand hier niederbeten. Das ist natürlich absurd.


So selten sind diese persönlichen Erlebnisse eben nicht und letztlich geht es eben darum, wie stark sich ein "Ausreißer" bemerkbar macht.
15 Minuten Bahnverspätung kann sich eben auch zu 75 Minuten fortsetzen und die Wahrscheinlichkeit dafür ist auf manchen Strecken nicht gerade gering.

Mit dem Auto sind 15 Minuten Stau immer 15 Minuten Verspätung.
Man kann das schönreden, wie man will, aber Fakt ist:
Wenn ich in die Bahn zu einer längeren Strecke mit 2-3 mal Umsteigen einsteige, habe ich ein mulmiges Gefühl, selbst wenn ich bei planmäßiger Ankunft noch 1 Stunde Zeit hätte.

Mit dem Auto müssen schon mehrere nicht vorhersagbare Umstände eintreffen, damit ich da ins Zittern komme. Berufsverkehr, Winter, Baustelle.. alles kalkulierbar.

Alexander
2014-12-01, 19:20:39
Mein Arbeitsweg: [Takt Hauptverkehrszeit/Nebenzeit]
Fußweg
Regionalbahn [60 Min./ 120 Min.] (!)
S-Bahn [2 Min./4 Min.]
U-Bahn [5 Min./10 Min.]
Fußweg

Ich steige also 2 mal täglich um.
Alle 2 Minuten? Kein Wunder dass du die Situation so schön redest. Die meisten wären froh eine S-Bahn alle 15 Minuten zu haben.

Ich hatte alle 30 Minuten eine S-Bahn. Danach 15 Minuten Zeit um den Zug zu kriegen. Auf der Rückfahrt 10 Minuten zum Umsteigen.

--> Im Winter hatten 2 von 4 Zügen/S-Bahnen Verspätung. Auf der Hinfahrt verpasste ich 1 mal pro Monat den Zug und kam eine Stunde später als sonst bei der Arbeit an. Auf der Rückfahrt verpasste ich mindestens ein mal pro Woche die S-Bahn. Und obwohl ich so verflucht oft gerannt bin. Sehr entspannend!

Gynoug MD
2014-12-01, 19:55:40
Wir reden hier aber nicht über Arbeitsrecht, wo sich jeder seinen Vertragspartner aussuchen kann, sondern über die Daseinsvorsorge, wo der Bürger abhängig ist. Deshalb müssen hier deutlich strengere Zumutbarkeitsmaßstäbe gelten.
[QUOTE]

Richtig, deshalb war und ist es auch ein großer Fehler solche Unternehmen zwanghaft privatisieren zu wollen.

[QUOTE=warmachine79;10440644]
Und hier noch eine ganz besondere Anekdote für alle Bahnfreunde:
http://www.derwesten.de/staedte/witten/bahnschranke-komplett-abgebaut-aimp-id10086459.html
Die Bahn braucht 7 Monate um eine gottverdammte Schranke auszutauschen. Bis das soweit ist, wird der "Bahnübergang" von Bahnleuten mit einem Baustelleband abgesperrt. Die machen den Bahnübergang jedesmal 5 Minuten vor der geplanten Durchfahrt dicht ;).
Willkommen im real existierenden Sozialismus. Er wird vorgelebt von einem Unternehmen, dass privatisiert wurde, damit es effizienter arbeitet :D.

Mit eben mal die "Schranke austauschen" ist es leider nicht getan. Planungs-und Genehmigungsverfahren (willkommen in Deutschland) dauern.
Die Schließ-und Sicherungszeiten der jeweiligen Bahnübergänge richten sich grundsätzlich nach der Bü-Technik, den betrieblichen Maßnahmen und den damit vorgeschrieben Sicherheits-Richtlinien und gesetzlichen Vorschriften; mit Flatterband 3 Sekunden vor einer Zugfahrt zu sichern, weil nörgelnde Autofahrer es so wollen, liegt bestimmt nicht im Interesse der Verkehrssicherheit.:wink:

Geächteter
2014-12-01, 21:02:07
Ist sehr streckenabhängig und da wird sich in Zukunft sicherlich noch einiges ändern.
Jo teurer, in Frontal kam ja vor paar Tagen ein Bericht, ein insolventer Fernbusbetreiber hat gemeint, Kostendeckung liege bei 10 Cent pro Kilometer, momentan hat man bestenfalls 5 Cent. Das Spiel wird nur betrieben, um nach der Marktbereinigung auf über 10 Cent hochgehen zu können und dann satte Gewinne machen.
Nichtsdestotrotz ist die DB, gerade im Fernverkehr sauteuer, aber das verwundert nicht, wenn man sich die ganzen globalen Beteiligungen und Einkäufe der DB AG anschaut. Da wurden zweistellige Milliardensummen innerhalb kurzer Zeit verbrannt in bis zum heutigen Tage Minusgeschäfte, das muss natürlich reingeholt werden. Ausländische Eisenbahnverkehrsunternehmen sind cleverer und über Tochterunternehmen nutzen sie die im Nahverkehr üppigen staatlichen Leistungen aus Steuergeldern und können dank Agenda 2010 mit deutschem Billigpersonal fette Renditen einfahren und reihenweise Ausschreibungen gewinnen.
Deutschland ist ja bei Europäsierung einsamer Vorreiter, hat allen schon vor der Frist Tür und Tor geöffnet, gleichzeitig erhält die DB bis heute kein einziges Ausschreibungsangebot im ausländischen Nahverkehr überhaupt mal vorgelegt. Der kleine Deutsche ist wieder von A-Z der Depp der gesamten EU!

medi
2014-12-01, 22:11:38
Bei mir fährt neben dem RE noch die Sbahn, diese braucht aber länger (so ~15-20 Minuten), weswegen ich sie nicht nehme.
Bei uns schaffen es die Bahnmitarbeiter irgendwie öfters genau dann durchzusagen, dass der RE 30 Minuten verspätung hat, wenn die Sbahn gerade abfährt!
Kein Witz, das hatte ich dieses Jahr 3-4 mal!
Vorher keine Verspätung, zack 30 Minuten.

Und dann sagen die noch "Reisende nach München nehmen bitte die S-Bahn!"
Wo die gerade abgefahren ist.
Die alchen sich doch dann vermutlich einen ab.

Ich wollt eigentlich noch was ergänzen - musste aber meinen Bus kriegen, der natürlich heute morgen einen Minute zu früh kam und ich nur noch die Rücklichter gesehen hab. Allerdings 2 Stationen später hat ich ihn wieder. Es geht aber nochmal renn ich dem nicht hinterher :freak:

Ich wollte folgendes ergänzen - hier wird gerne folgendes abgezogen:
Bahn hat Verspätung.
Nach 7min kommt, dass sie 5min Verspätung hat
Nach 10 kommt, dass es doch 15min wird.
Nach 25min kommt dann entweder
a) das sie ausfällt oder
b) gar nichts mehr in der Anzeige

Sehr geil ist auch wenn die Anzeige 10min Verspätung anzeigt, man aber über die App sieht, dass der Zug vom Startbahnhof noch gar nicht gestartet ist, aber alleine von da bis zu einem 20min braucht! :up:

Geil als Fahrradfahrer ist auch wenn dann der nächste Zug kommt, dieser gerne mal spontan ohne Fahrradabteil ist und man freundlich aber bestimmt vom Schaffner gebeten wird doch bitte den nächsten Zug zu nehmen ... dank Verspätung des diesigen kommt der auch schon in 55min. :up:

Oder es kommt der Hinweis auf Zugausfall und bereitgestelltem Schienenersatzverkehr, der dann oh wunder nix davon weiß und demzufolge gar nichts ersetzt. :up:

Oder der Zug hält mitten auf der Strecke an nem Bahnhof in der Pampa an und alle werden gebeten den Zug jetzt zu verlassen, da er "heute" hier endet! :up:

All das hat ich schon mehrfach. Das sind KEINE Einzelfälle!

Ich hab schon so nen Hals auf die Bahn gehabt und war mehrfach kurz davor einen auf Amokläufer zu machen.

Lawmachine79
2014-12-01, 22:22:18
All das hat ich schon mehrfach. Das sind KEINE Einzelfälle!

Doch, doch, Blurks ist mal Samstag auf Sonntag Nacht erster Klasse von Hamburg nach Berlin gefahren, da hat doch auch alles geklappt.


Richtig, deshalb war und ist es auch ein großer Fehler solche Unternehmen zwanghaft privatisieren zu wollen.

Da bin ich absolut bei Dir.

Zur Schranke: die Bahn sagt, es dauert so lange, da sie erst noch gebaut werden muss...und schon sind wir wieder beim Thema Redundanzen. Der Teufel weiss, warum es keine modulare (also beliebig verlängerbare) Standardschranke gibt.

interzone
2017-12-11, 21:48:00
Ja, so ganz überraschend sind ein paar Schneeflocken auf die kalten Gleise gefallen.
Während die Titelseiten der Onlinepublikationen, das drohende Weltende wegen ein paar Blechschäden aussrufen, surfe ich ganz entspannt auf bahn.de, um meinen Regionalexpress zu checken.
Keine Verspätung - super.

Am Bahnhof angekommen. Anzeige 10 Minuten Verspätung.
Hmmm, ok. Also noch 10 Minuten warten...
Fünf Minuten später "rast" eine Diesellok mit einem einzigen Güterwagon mit ca. 50 km/h durch den Bahnhof. Leider auf das Gleis Richtung mein Zielbahnhof.
Erste prophetische Visionen mit üblen Bildern ereilen mich.

Ende vom Lied - wir tuckern und halten die ganze Zeit hinter dieser scheiß Lok hinterher (Durchsage: Gleisabschnitt ist noch besetzt). Da fährt nichts anderes. Überholmöglichkeiten gibt es auf der Strecke.
Auf 16 Minuten Zeit, die ich für die Strecke benötige, sind 10 Minuten Verspätung (vermutlich wegen Eskortservice) + nochmal 15 Minuten Verspätung wegen weiterem Eskortservice zusätzlich draufgegangen. Über 40 Minuten Fahrtzeit, statt 16.

Die dachten sich sicher; Umstand wegen parken und überholen ist doof und kein Bock drauf, liegt doch Schnee, da geht alles. Handyspiel ist wichtiger.
Du verfickter Penner im Leitstand!
Ich hoffe Du steckst mit Deiner Dreckskarre bis morgens im Stau :D

pest
2017-12-11, 21:56:56
keine Ahnung ob ich nur Pech und oder Glück habe, ich fahre selten Bahn

vor einem Monat Leipzig-Osnabrück (Termin war wichtig):
hätte einen Puffer von 2h, habe mich für einen Zug früher entschieden, der Zug hatte dann 3h! Verspätung

heute: Leipzig-Frankfurt-Gent:
schon nach der Abfahrt 30min Verspätung, zum Glück dann noch den Anschlusszug ganz knapp bekommen, ständig angehalten, weil geht gleich weiter und ab Brüssel dann Chaos pur

sinnlos

Gimmick
2017-12-11, 22:01:26
Naja, hab mal von Essen bis Frankfurt mit dem RE ~7 h gebraucht ;D

Und in Brüssel auf dem Weg nach Paris auch schon Stunden gestanden. Wobei ich das schon geahnt hatte, bin zu der Zeit öfter in Köln umgestiegen und der belgische Zug (Name vergessen) hatte immer so 1-2h Verspätung.

Im Mittel stehe ich aber glaube ich öfter im Stau :|

pest
2017-12-11, 22:08:54
ich war wegen ner 30min Präsentation in Osnabrück mal von morgens 5:30 bis Abends 23 Uhr unterwegs. Auf der Strecke gibt es ständig "Personenschaden". Können die die Reste nicht einfach wegfegen, ich verstehe ja, dass Westdeutschland depressiv macht...Frankfurt heute war grausig

noid
2017-12-12, 07:21:00
Heute wieder mit 10min Verspätung unterwegs. Aber noch immer schneller als mit dem Auto.

Insofern: meh.

insane in the membrane
2017-12-12, 08:00:29
Der „Service“ dieses Zugpersonals ist einfach nur unwürdig.

big_lebowski
2017-12-12, 20:53:08
Paar Mal erste Klasse fahren hat mir fürs Leben gelangt. Am Bahnhof wusste niemand wo man einsteigen muss, um zu "seinem" Wagon zu kommen. Der Plan, der einem zeigt, wo sich der Wagon befindet, hilft kaum weiter, da ständig Änderungen vorgenommen werden sprich: es muss auf die Anzeigetafel geschaut werden, um zu sehen ob sich der "eigene" erste Klasse Wagon, aktuell ganz weit vorne oder ganz weit hinten befindet. Diese ist aber für jemand wie mich, der vielleicht alle 2 Jahre mal Zug fährt, nicht gerade aussagekräftig. Bzw. Ich wusste erst garnicht, dass ich auf die Tafel achten muss. Ich durfte ein zwei Mal mitsamt Gepäck gefühlt 500 m sprinten.:freak: Selbst Schaffner, die ich fragte wussten bis zur Einfahrt des Zuges in den Bahnhof nicht, wo man einsteigen muss.

Alexander
2017-12-12, 21:23:58
Paar Mal erste Klasse fahren hat mir fürs Leben gelangt. Am Bahnhof wusste niemand wo man einsteigen muss, um zu "seinem" Wagon zu kommen. Der Plan, der einem zeigt, wo sich der Wagon befindet, hilft kaum weiter, da ständig Änderungen vorgenommen werden sprich: es muss auf die Anzeigetafel geschaut werden, um zu sehen ob sich der "eigene" erste Klasse Wagon, aktuell ganz weit vorne oder ganz weit hinten befindet. Diese ist aber für jemand wie mich, der vielleicht alle 2 Jahre mal Zug fährt, nicht gerade aussagekräftig. Bzw. Ich wusste erst garnicht, dass ich auf die Tafel achten muss. Ich durfte ein zwei Mal mitsamt Gepäck gefühlt 500 m sprinten.:freak: Selbst Schaffner, die ich fragte wussten bis zur Einfahrt des Zuges in den Bahnhof nicht, wo man einsteigen muss.
Ist leider normal. Ich fahre alle paar Wochen. Gefühlt fährt etwa jeder zweite Zug ohne Vorwarnung falsch rum rein. Und das Rennen mit den Koffern beginnt. Die Anzeigentafel kann man meistens vergessen.

big_lebowski
2017-12-12, 21:42:36
Wäre ich nicht selbst davon betroffen gewesen, hätte ich gesagt, es entbehrt nicht einer gewissen Komik.:biggrin:
Gerade bei der ersten Klasse müssen sich die Leute abstrampeln, um einsteigen zu dürfen. Man könnte meinen, da ist irgendwo ein Ur-Linker, der im Hintergrund grinsend die Fäden zieht.:D
Aber die Bahn könnte aus der Not eine Tugend machen und das Ganze als gratis Fitness Programm anpreisen.:freak:

medi
2017-12-13, 05:40:43
ich war wegen ner 30min Präsentation in Osnabrück mal von morgens 5:30 bis Abends 23 Uhr unterwegs. Auf der Strecke gibt es ständig "Personenschaden". Können die die Reste nicht einfach wegfegen, ich verstehe ja, dass Westdeutschland depressiv macht...Frankfurt heute war grausig

Wegen "Personenschaden" bin ich für frei erhältliche Suizidhilfsmittel. Dann werden zumindest nicht noch 3. in Mitleidenschaft gezogen wenn mal wieder einer sein Leben wegwerfen will.

Einmal die rote Kapsel bitte! Danke!

Mosher
2017-12-13, 06:04:22
[x] schlechter als ihr Ruf.

Ich stehe lieber 2h im (einkalkulierten) Stau und liege damit zu 99% richtig, als während einer 2h-Fahrt mit dem ICE ständig in Angst vor der Lautsprecherdurchsage of doom leben zu müssen.
Infos gibt es selbstverständlich erst nach frühestens 30 Minuten.

Ich bin in meinem Leben bestimmt schon 100 mal Nürnberg-Frankfurt gefahren, davon 4 mal mit der Bahn, 4 mal war irgendwas (Highlight: Zug fährt einfach durch Nürnberg durch, bleibt in der Pampa 300m vor'm Bahnhof stehen. Wir saßen 3h fest. Dann fuhr er weiter. Nach Ingolstadt. Von wo aus wir dann nach Nürnberg zurückmussten. Die erste Info kam nach über 1h. --> nein danke, leckt mich am Arsch.) Die anderen 96 Mal kann ich zumindest nicht erinnern, je unpünktlich gewesen zu sein, oder zu meinem Flugzeug gehetzt haben zu müssen.

Noch dazu ist die Bahn ohne Sonderpreise oft teurer, als wenn ich alleine(!) in meiner Blechkiste fahre. Was zum Teufel? Nicht, dass es mir nicht ein paar € wert wäre, entspannt und umweltfreundlich irgendwo anzukommen, aber nicht unter DEN Umständen.

Und dazu noch die üblichen Nervereien:
-Spontane Gleisänderungen, die nicht oder falsch an den Tafeln kommuniziert werden
-dreiste "Zug kommt 5 Miunten später"-Lügen auf den Anzeigetafeln
- ICE-Abteil stimmt oft nicht--> dummes, belämmertes Waggongesuche und Gedränge durch verwirrte Passagiere

Und natürlich das Öffi-Phänomen, das jetzt nicht direkt was mit der Bahn zu tun hat:

Die Leute sind zu verschissen dumm, Öffis zu benutzen. Man drängelt sich vor der Tür, wo die Leute aussteigen und ist dann überrascht, dass TATSÄCHLICH Leute aussteigen. :facepalm:

Allein der Ekel vor dieser Demonstration abgrundtiefer Dummheit veranlasst mich dazu, die Bahn zu meiden wo es nur geht. Kein Wunder, dass sich so viele Leute vor den Zug werfen. Die Szenerien, die sich an den Bahnsteigen abspielen sind an Traurigkeit kaum zu überbieten.

GBWolf
2017-12-13, 11:22:41
Wesentlich schlechter. Im Berufspendelverkehr regelmäßig Ausfälle, Verspätungen und oder wenn ein Zug kommt hat er so wenig Einheiten, dass es einem Viehtransport gleicht, meist mit Heizung im Sommer auf volle Pulle und im Winter ohne Heizung Eiskalt. Alles dabei.

Zergra
2017-12-13, 11:33:11
Allein der Ekel vor dieser Demonstration abgrundtiefer Dummheit veranlasst mich dazu, die Bahn zu meiden wo es nur geht. Kein Wunder, dass sich so viele Leute vor den Zug werfen. Die Szenerien, die sich an den Bahnsteigen abspielen sind an Traurigkeit kaum zu überbieten.
Gibt es leider überall, auch im Flugzeug stehen die Leute schon auf wenn man noch übers Feld fährt :D


Aber ja ich fahr auch lieber Auto, Zug wäre für mich sogar noch Billiger, aber da darf ich dann schnell 1-2h mehr Einplanen, dazu noch der Stress, Verspätungen und einfach volle Züge wo man nachher auf dem Gang stehen muss. Nein Danke, da verbrauch ich lieber 250 Liter Diesel im Monat mehrt.

Cyphermaster
2017-12-13, 11:40:15
Bei mir kippt's grade. Bisher war die Bahn -meiner Erfahrung nach- besser als ihr mieser Ruf. Statt Stunden an Stau kalkuliere ich i.d.R. einfach einige Minuten mehr Umsteigezeit, und fahre gut und stressarm damit, verglichen mit Autofahrt, evtl. Stau und dem ewigen Parkplatz-Gesuche am Zielort (im Zug kann ich auch nach Lust und Laune arbeiten, pennen,..., im ICE/TGV/... gibt's sogar nette Servicemitarbeiter für Kaffee usw. am Platz), bei Mietwagen auch noch Tanken, Rückgabe usw.. Bei nicht-Sonderangebots-Tickets kann man bei Zugausfällen oder einem verpaßten Anschluß zudem einfach eine Alternativverbindung nehmen, sofern nicht der Triebwagen mitten auf der Strecke zusammenbricht. Für meine Strecken (D-/EU-weit) also eine recht gute Lösung.

Allerdings geht in den letzten anderthalb Jahren die Quote an Ausfällen/Verspätungen leider doch etwas in die Höhe.

24p
2017-12-13, 12:00:27
Ja, letztes Jahr Dienstreisen und Privat: kaum eine Fahrt ohne Probleme. Bei einer notwendigen Umbuchung vor ein paar Wochen wurde mir das am Schalter auch bestätigt, da meinte man auch dass es dieses Jahr so viele Probleme gab wie sonst nie. Auf meine Frage ob es dann nächstes Jahr besser wird kam nur, dass es eher erstmal noch schlimmer wird. Mehr Baustellen.
Was da mit der neuen Strecke passiert ist kein Einzelfall, sondern zeigt jetzt mal schön öffentlich, was der Standard seit ca 2 Jahren ist.

Phlox
2017-12-13, 12:06:54
[x] schlechter als ihr Ruf
Bin früher oft HH - Kaiserslautern gefahren, ich würde sagen pünktlich waren von 100 Fahrten 2 oder 3. (Das ist kein Übertreibung). Zu Kunden muss man es gar nicht versuchen, man kann es einfach nicht planen. Ich kann auch nicht Stressfrei arbeiten in der Bahn, Sitzplatzreservierung funktioniert selten, oft sehr voll und man muss ständig seine Anschlusszüge im Auge behalten. Auto ist einfach planbarer (was irgendwie komisch ist)

Korfox
2017-12-13, 12:19:22
*Puls fühl*... 3 Jahre tot... ist ja noch frisch, der Thread.

Ich bin von der Bahn auch alles andere, als begeistert... wobei es mir eigentlich seltener auf die Pünktlichkeit ausgeht.
Klar...
Bahn zur Arbeit: BUS-Bahn-BUS - 3h (auch nur, weil ich zwischen Bus und Bahn jeweils ~15 Minuten Zeit zum Umsteigen habe und somit die Verspätungen <10 Minuten nicht auffallen), Planbar: +/-2 Minuten.
Auto zur Arbeit: 1:15h (bei 110km/h), nicht wirklich teurer und planbar morgens +/-2 Minuten, Mittags im Berufsverkehr +/- 15 Minuten.

Wenn ich fernfahre habe ich mit der Bahn auch grundsätzlich mehr Pech, als mit dem Auto. Beim Auto kenne ich neuralgische Punkte und plane die so, dass ich um Staus drumrum komme (nur Würzburg scheint nachhaltig unplanbar :D).
Bei der Bahn? Unvergessen, als ich von Berlin über WOB nach FFM fuhr. Soweit ich weiß startet der IC in Berlin. Fuhr hier schon ~35 Minuten zu spät ins Gleis ein.. der überambitionierte Lokführer wollte wohl Zeit gutmachen und verbremste sich fatal... der Zug stand nicht am Anfang, sondern am Ende des Gleises -> Einsteigen kostete insgesamt rund 15 Minuten. Das hat der gute Mann in jedem Bahnhof wiederholt (ok, sind recht wenige Stopps), wodurch wir >2h zu spät in FFM ankamen und von da dann TAXI auf bahnkosten fahren durften, weil der letzte RE nach Hause schon weg war.
Naja... passiert und shit happens. Wenn es im Auto schif läuft, dann meistens auch gleich richtig. Entweder man kommt wie geplant an, oder man steht gleich 2h im Stau.

Was mich stört ist die Informationspolitik.
Ich bin mehrere Jahre beruflich per Bahn gependelt und es gab mindestens ein Mal pro Monat jeweils... Personenschaden, Weichenfehler, Oberleitungsschaden und Stellwerkausfall.
Das sind alles Probleme, deren Behebung lange dauert und bei denen man das schon früh weiß.
Was macht die Bahn? Vorraussichtlich 5 MInuten später... 10... 15... 30... wegen eines technischen Defekts fällt der Zug aus und der nächste fährt 60 Minuten später. Ok... 5... 10... Achja, die Strecke wird erst in xxh wieder frei (bzw. achja... der technische Fehler ist ein Personenschaden).
Ich stehe also alleine 90 Minuten am Gleis, bevor ich erfahre, dass die Strecke komplett tot ist. In der Zeit wäre ich längst per Bus oder Taxi bis da gekommen, wo es weiter geht, oder wäre eine Ausweichstrecke gefahren. Abgesehen davon, dass dann die nächsten 2-3 Züge brechend voll sind.

Warum teilt die Bahn nicht gleich den genauen Grund mit, der Reisende denkt sich seines und spart pro Woche 90 Minuten Warterei zuzüglich zu der Verspätung durch den Wechsel des Verkehrsmittels?

@Service: Das Personal finde ich ok. Nicht positiv, nicht negativ. Die transRegio-Mitarbeiter hier sind halt grundsätzlich super geil gelaunt... fahren aber auch 'ne schöne Strecke :D.

Dino-Fossil
2017-12-13, 12:30:21
War bis vor einigen Monaten für ein halbes Jahr aus beruflichen Gründen Wochenendpendler.
Die ersten 2 Monate oder so hatte der Zug Wohnort->Arbeitsstelle jedes mal einen Ausfall mit Ersatzzug (statt ICE dann siffiger 90er IC aus dem Depot) oder Verspätung.

Danach fuhr dann immerhin meistens der planmäßige ICE, mein Anschlusszug (auch ICE) war dafür meist verspätet, so dass ich den Bus zu meiner Zweitwohnung regelmäßig verpasst habe.

Die richtig schlimmen Ausfälle (>1 Stunde Verspätung) hatte ich zum Glück nur ein oder zwei mal in der Zeit.

Naja, trotz allem war es verschmerzbar, ich fahre prinzipiell gerne Bahn, aber jeder der das häufiger macht kriegt definitiv auch die Schattenseiten mit.

Schlimmer finde ich persönlich eigentlich eher, dass die Infrastruktur oft vernachlässigt wird und das Schienennetz immer weiter ausgedünnt wird.

Eisenoxid
2017-12-13, 12:34:20
Die Bahn ist für mich nur noch eine Option bei Punkt-zu-Punkt Verbindungen, oder mit maximal einem regionalen Zubringer.
Fernverbindungen mit Umsteigen sollte man imo eher meiden:
Da die Pünktlichkeitsquote beim Fernverkehr nur ca. 80% beträgt, liegt die Chance, dass man bei nur einmal umsteigen pünktlich am Ziel ankommt, rechnerisch nur bei 64%.
Bei zweimal umsteigen (also Verwendung von drei Fernzügen um ans Ziel zu kommen), ist die Chance pünktlich zu sein etwa 50:50...nicht gerade berauschend.

Everdying
2017-12-13, 13:15:47
Letzte Erfahrung mit der Bahn:
-Flug Salzburg - Hamburg wegen Unwetter storniert worden
-Auf Bahn umgestiegen -> Hinfahrt 250€ für 2 Personen
-Reguläre Fahrtzeit um 2 Stunden 20 Minuten überschritten

Schon beim Abfahrtsbahnhof 45 Minuten Verspätung. Okay Unwetter, kann man nix machen...

Aber das Fass zum Überlaufen gebracht hat folgende Aktion der Bahn: Bei Zwischenstopp in Kassel 50 Minuten auf einen neuen Lokführer gewartet. Nach besagten 50 Minuten fällt ihnen plötzlich ein, dass auf der weiteren Fahrtstrecke ein Tunnel kommt, für den man 4 "Tunnelbeaufsichtigungsberechtigte Mitarbeiter" benötigt. Wir hatten natürlich nur 3 im Zug.... Also wurden erstmal die 2 letzten Waggons abgekoppelt (in denen wir natürlich saßen) und wir durften dann bis ins erste Abteil vorlaufen... :mad:

Nie wieder Bahn.

24p
2017-12-13, 13:58:59
Dass die Bahn bei Unwetter nichts machen kann ist aber auch so nicht richtig. Es fehlt an der Wartung der Gleise, so werden zB die Bäume in einem bestimmten Umkreis der Strecke nicht mehr auf das erforderliche Maß gestutzt. Deshalb kommt es seit einiger Zeit bei jedem 0815 Unwetter fast deutschlandweit zu einer quasi Stilllegung des Bahnverkehrs. Das ist aber kein Pech, sondern Unvermögen.

00-Schneider
2017-12-13, 15:28:15
Hab letztens mein Portmonee im Zug vergessen. Ein Fahrgast hat es gefunden, aber der Schaffner wollte es nicht annehmen!?

Letztendlich hat sie es mir Privat zugeschickt.

Als ob das so ein Aufriss gewesen wäre, das Portmonee anzunehmen und dann irgendwo beim nächsten Servicepunkt abzugeben!?

StevenB
2017-12-15, 14:36:30
Leipzig, 1223 sollte der Zug kommen, 20min Verspätung, Anschluss Zug verpasst. In Halle - 1402 sollte der nächste Zug kommen Richtung Kassel, Zug erscheint erst gar nicht.... Keine Info, nichts.. 1457 kommt jetzt hoffentlich der nächste Zug.

Hotline und APP meinen übrigens das der Zug fährt...

Achso, ich hab extra zwei Stunden früher Feierabend gemacht...jetzt komme ich wie immer 1736 an, vielleicht.. hoffentlich.. eventuell

Letzte Woche hatte der tolle neue ICE von Berlin nach München für Chaos in Halle gesorgt.

Der 1457 Zug ist eingefahren, ohne Ansage und er ist zu früh..

drdope
2017-12-15, 14:42:10
mGhJW5TvIuQ

Alle reden vom Wetter. Wir nicht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Alle_reden_vom_Wetter._Wir_nicht.)

Aber das ist ja Länger her, als die Mondlandung...
:freak:

x-force
2017-12-15, 14:48:35
in die bahn würde ich nur einsteigen, wenns zum überleben notwendig wäre.

kein anderes beispiel zeigt einem besser, warum monopole nicht funktionieren.
gleichzeitig zeigt es einem, warum staatsbetriebe nicht funktionieren.

24p
2018-01-19, 15:12:12
„Friederike“ belegt, dass die Vegetation an den Bahnstrecken vernachlässigt wird. Immer wieder stürzen Bäume auf die Gleise. Grund: Seit der Privatisierung des Konzerns werden Kontrolle und Rückschnitt dem Gewinn geopfert.

https://www.welt.de/wirtschaft/article172634659/Friederike-Sturmschaeden-Bahn-kaempft-gegen-das-V-Schnitt-Problem.html

Wie ich bereits vor Monaten schrieb: Die Infrastruktur wird zusammengespart. Wie überall in Deutschland. Danke, Frau Merkel (und ich schreibe mal nicht, wofür komischerweise Geld vorhanden gewesen ist).

Daredevil
2018-01-19, 15:14:24
Warum auch Bäume hacken, wenn der Sturm sie abhackt und man sie dann nur noch klein machen muss? :D

Mosher
2018-01-20, 11:29:03
;D Arbeitskollege (Pendelt Mo und Fr immer 200km mit der Bahn) berichtete mir, dass er am Freitag in der Firma übernachten musste, da es zu massiven Verspätungen etc. gekommen ist.

Und ich bin die Tage auch ausnahmsweise mal wieder mit der Bahn zum Flughafen gefahren. Dank 3h Extrapuffer habe ich es noch rechtzeitig geschafft

;D

Der Laden ist so ein Witz.
Ich meine, mich nerven schon Leute, die bei der ersten Schneeflocke nicht mehr Auto fahren können (Oder meinen, es nicht mehr zu können und deshalb unsicher fahren), aber die Totalausfälle der Bahn bei leichteren Unwettern toppen das noch.

Alexander
2018-01-20, 12:15:58
Deine Smilies sind wie so oft völlig fehl am Platz. Außerdem klingst du wie jemand der alle 5 Jahre in einem Zug sitzt und trotzdem ganz genau weiss wie es bei der Bahn läuft (Stammtisch ahoi.) Und natürlich bist du einer der besten Autofahrer Deutschlands. ;)

Mosher
2018-01-20, 13:17:07
Deine Smilies sind wie so oft völlig fehl am Platz. Außerdem klingst du wie jemand der alle 5 Jahre in einem Zug sitzt und trotzdem ganz genau weiss wie es bei der Bahn läuft (Stammtisch ahoi.) Und natürlich bist du einer der besten Autofahrer Deutschlands. ;)
Du liegst leider daneben.

Meine Smileys drücken sowas wie sarkastische Belustigung aus.
Warum? Weil es nach meinem Empfinden einfach ein Trauerspiel ist, was die Deutsche Bahn abliefert. Bitte überlasse die Entscheidung über angebrachte Emotionen mir selbst. Danke.

Ich bin 4 Jahre lang fast WE mit dem ICE und RE gependelt. Deine Behauptung haut deshalb nicht hin.
Heutzutage versuche ich die Bahn zu vermeiden, fahre trotzdem 5-10 mal pro Jahr mit dem ICE+ Zubringer-REs etc. Frag' dich mal, warum ich die Bahn meide. Ganz sicher nicht, weil sie "vom Hörensagen" einen schlechten Ruf hat. Es ist Schmerz am eigenen Leib, der mich dazu veranlasst.

Zum Autofahren:
Ich würde nichtmal sagen, dass ich vom Können her (Bezogen auf Rennstrecke) ein überragend guter Fahrer bin, wohl aber vom Anspruch an sicherem und fehlerfreiem Fahren an mich selbst überdurchschnittlich.
In diesem Punkt halte ich mich zB schon mal jedem Autofahrer überlegen, der es nicht schafft, ein paar Kurven zu fahren, ohne sie zu schneiden und/oder wild auf der Bremse herumzutreten, um seine Fahrfehler zu korrigieren.
Ich habe auch ganz bewusst Sicherheitstrainigs absolviert, da es mir einfach wichtig ist, in einer brenzligen Situation möglichst richtig reagieren zu können.

Mosher
2018-01-21, 07:25:31
Es ist ja nicht nur die Pünktlichkeit, sondern auch, wie man mit solchen Situationen umgeht.

Anzeigetafeln zeigen Mist an.
Im Zug erfährt man oft erst nach 30 Min+ was los ist. ("Hallo Schatz, bitte hol mich zwischen 12 und 16 Uhr vom BHF ab")
Es gibt keine Angebote wie kostenlose Erfrischungen, wenn man 1h steht etc. In der 1. Klasse manchnal auf Nachfrage. Wow.
Zeitangaben werden x mal nachkorrigiert.
Dazu kommen diese vermaledeiten Funklöcher (dafür kann die Bahn nix).
Und unsere Züge sind im Allgemeinen langsam wie Sau. München Berlin in 4h? Wow, krass!

Sorry, aber nach außen hin wirkt das komplett hilflos. Das kenne ich von anderen Bahngesellschaften
deutlich besser. Da hock ich mich rein, alles funktioniert, Preis ist attraktiv, Züge sind schnell und was auf der Tafel steht, stimmt zu 99%. Verspätungen, die so gut wie nie auftreten, werden in Echtzeit minutengenau angezeigt, oft werden diese durch Geschwindigkeitsreserven auf einer längeren Strecke wieder aufgeholt.
Gleichzeitig gibt es weniger Un- und Ausfälle. Hexerei?

Nightspider
2018-01-21, 07:41:20
Woran liegts eigentlich das die DB es nicht so hinkriegt wie andere Firmen in Japan oder sonst wo?

Mangelts an Geld?

Infrastruktur veraltet?

Wird zu viel Gewinn in die eigenen Taschen gesteckt als in den Netzausbau zu stecken und die Technik zu modernisieren?

Ist die Netzabdeckung vom Mobilfunk zu schlecht um Echtzeitpositionen zu übermitteln? Eigentlich nicht oder? GSM müsste dafür ja auch reichen.
Aber so weit ich weiß plant die DB das ja jetzt auch für die nächsten Jahre.

Die Frage ist eher warum es das nicht schon seit 5-10 Jahren gibt.

SuperStar
2018-01-21, 08:15:13
weil die bahn die ganzen unrentablen ländlichen strecken und bahnhöfe unterhalten muss?
Weil der staat es ja "gut meint".
Das hat zur Folge, dass das angebot immer schlechter und teurer und die nachfrage immer weniger wird. Die leute suchen sich alternativen damit wird das ganze noch unwirtschaftlicher.

Hassi
2018-01-21, 08:24:41
Woran liegts eigentlich das die DB es nicht so hinkriegt wie andere Firmen in Japan oder sonst wo?

Mangelts an Geld?

Infrastruktur veraltet?

Wird zu viel Gewinn in die eigenen Taschen gesteckt als in den Netzausbau zu stecken und die Technik zu modernisieren?

Alle 3 zusammen. Insbesondere an der Infrastruktur ist stark gespart worden, um die "Expansion" der Bahn AG im Ausland querfinanzieren zu können. Bei mir auf den Strecken @ Hamburger Umland ist gefühlt jeden zweiten Tag Verspätung & Ausfall wegen Weichenstörungen, umgeknickten Bäumen, Schneeflocken... :redface: Dann kommt hinzu, dass die Taktung komplett hirnrissig ist. Jeder, der schon mal bissl mit Projektmanagement und Timetables zu tun hatte, weiß, dass der Plan einfach zu "idealisiert" ist: Keine Puffer, keine Reserven, keine bereitstehenden Extra-Ressourcen wie z.B. Zusatzwaggons, Lokführer... dass die Politik sich dann mit eigenen dümmlichen unpraktikablen Vorstellungen viel zu sehr einmischt, ist ein weiteres Problem.

Alexander
2018-01-21, 08:32:34
weil die bahn die ganzen unrentablen ländlichen strecken und bahnhöfe unterhalten muss?
Weil der staat es ja "gut meint".
Das hat zur Folge, dass das angebot immer schlechter und teurer und die nachfrage immer weniger wird. Die leute suchen sich alternativen damit wird das ganze noch unwirtschaftlicher.

Sorry aber das ist Schwachsinn. Die Bahn hat massenhaft Strecken und Verbindungen zusammengestrichen. Und dann aus der Substanz gelebt. Und die beachtlichen Gewinne viele viele Jahre lang dazu verwendet um sich weltweit einzukaufen. Die haben mittlerweile Unternehmen in der Hälfte aller Staaten auf diesem Planeten gekauft oder gegründet. Währenddessen wurde die Infrastruktur sowie der Fuhrpark gnadenlos zusammengespart.

Heelix01
2018-01-21, 09:39:37
Ein Kollege pendelt seit Ende letzten Jahres alle 2 Wochen 750km mit der Bahn RE mit ICE Anschluss hin und das selbe zurück.
Eine Tour komplett abgebrochen weil ersatzlos gestrichen.
Ein mal Anschluss ice verpasst

Sonst lief es im großen und ganzen, hier und da auch mal 1-2h verspätet aber erträglich. Mietwagen will er nicht weil kein noch auf 700km fahren, ich würde fahren.

Daredevil
2018-01-21, 09:44:01
Ich bin jetzt auch letztes Jahr ca. 20 mal mit dem Ice hin und her gefahren auf der Strecke Dresden - Köln und hatte einmal ne 30 Min Verspätung, weil jemand im Zug zusammen gebrochen ist, sonst nichts. Aber da war halt auch selten Schneefall oder Unwetter zwischen.

Zugfahren am 23.12 war wiederum ne Totalkatastrophe mit nem Wochenend Ticket und 600km Strecke, aber das habe ich mir ja selber zugemutet. ;D
Mit der Bahncard geht das aber echt ziemlich gut.
Die nächste Fahrt kostet mit Hin und Zurück nur 37€, sowas hätte ich nie mit meinem Autogas Auto erreichen können, ich bin sehr zufrieden damit.

Billiger... und ich meine wirklich billiger gehts nur noch mit dem Bus. Da habe ich auch mal bei einem 9€ Ticket statt geplanten 7Std Strecke ganze 11 Stunden in dem scheiß Bus gesessen. ;D

Trap
2018-01-21, 09:50:39
Für Regionalverkehr Fahrpläne ist der verantwortlich, der die Ausschreibung zusammenstellt (Stadt/Land/Verkehrsverbund). Wenn man sich nun mit zu vielen Fahrzeugen+Ersatzpersonal für die Ausschreibung bewirbt ist man zu teuer und ein anderer Bewerber mit Minimalplan bekommt den Zuschlag.

Fernverkehr ist die DB deutlich stärker selbst verantwortlich (außer für so Sachen wie der Halt in Montabaur). Bei einem Orkan finde ich persönlich, dass die Bahn da nicht fahren können muss, aber im Regelbetrieb ist das ja auch nicht direkt eine Glanzleistung.

Heelix01
2018-01-21, 09:59:04
Ich war mal 7 Monate über den Winter in Niederösterreich. Jeden Tag mit der Bahn gefahren trotz massiven Schneefalls gab es genau 2 Tage Probleme.

1. mal, technischer Defekt an einem Triebwagen.+30 Minuten
2. mal die Bahn war pünktlich, aber alle Türen bis auf eine waren zugefroren.

Und da lag wirklich Schnee!

Florida Man
2018-01-21, 10:14:03
Die deutsche Bahn ist sehr gut und viel, viel besser als ihr Ruf. Wir sind nur a) super verwöhnt und b) Meckerpöte und Jammerlappen.

Man muss einfach mal Zentraleuropa verlassen und schon erlebt man, wie gut wir es mit der DB haben. Es gibt nur wenige Länder auf der Erde, die unser Niveau erreichen und noch viel weniger, die es übersteigen (die japanischen point & tell-Lokführer sind schon einzigartig).

Abonniert mal ein paar YT-Kanäle von Expats von überall aus der Welt. Dike posten ständig Videos über den deutschen Nah. und Fernverkehr und wie absolut fantastisch dieser organisiert wird. Und das wird er.

Allerdings finde ich auch, dass die Zuggarnituren wieder qualitativ besser werden müssen. "Früher" (in meiner Kindheit) waren Züge unkaputtbar und ich erinnere mich an Schneefahrten, wo man NICHTS mehr gesehen hat - außer weiß. Und trotzdem fuhr der Zug und es gab warmen Kakao im Mitropa-Restaurant. Dahin sollten die Bahn wieder zurück.

Mosher
2018-01-21, 10:25:58
Man muss einfach mal Zentraleuropa verlassen und schon erlebt man, wie gut wir es mit der DB haben. Es gibt nur wenige Länder auf der Erde, die unser Niveau erreichen und noch viel weniger, die es übersteigen (die japanischen point & tell-Lokführer sind schon einzigartig).

Tu' ich doch und Japan ist mitnichten einzigartig.


Das Nachbarland China erreicht ähnlich gute Werte. Nach eigener Statistik fahren 98,8 Prozent aller Hochgeschwindigkeitszüge dort in den vergangenen Jahren pünktlich ab. Die Wahrnehmung im Alltag bestätigt das. Es kommt höchst selten vor, dass Reisende verspätet ankommen. Jährlich nutzen in China rund 1,5 Milliarden Passagiere das Schnellzugnetz; es ist das größte der Welt. Auch in Taiwan fahren nach Angaben der dortigen Bahngesellschaft über 99 Prozent aller Züge fahrplanmäßig ab.

Die hohe Pünktlichkeit der Züge in Ostasien liegt vor allem an guter Organisation. Die Hochgeschwindigkeitsstrecken sind baulich komplett vom übrigen Netz getrennt. Das Ein- und Aussteigen läuft zudem weitgehend reibungslos. In Japan stehen die Fahrgäste ordentlich in markierten Reihen am richtigen Wagen an. In China halten sie sich in Wartesälen bereit und dürfen nur für die gezielte Abfertigung ihres Zuges auf den Bahnsteig – ein bisschen wie am Flughafen. Der Effekt ist in beiden Ländern derselbe: Ein Minimum an Chaos, ein Maximum an Berechenbarkeit und Komfort.


http://www.fr.de/panorama/china-japan-und-suedkorea-wo-die-bahn-wirklich-puenktlich-ist-a-1405942

Ich weiß ja nicht, ob du schonmal da warst, ich meine, du bist eher in den USA unterwegs, aber Bahnfahren in Ostasien ist ganz anders als hier.

Florida Man
2018-01-21, 10:28:55
Mir ging es explizit um das point & tell System, welches in China afaik nicht genutzt wird. Ich nutze das gelegentlich beim Autofahren und halte es für extrem wirkungsvoll.

9LmdUz3rOQU

Av_Kkh3mp4E

Rooter
2018-01-21, 10:29:11
Man muss einfach mal Zentraleuropa verlassen und schon erlebt man, wie gut wir es mit der DB haben.Ich habe Zentraleuropa verlassen, war in Tschechien. Dort überbieten sich mehrere private Bahnunternehmen gegenseitig was Leistung und günstige Preise angeht. Wir sind mit RegioJet von Pardubice nach Prag gefahren (ca. 100 straight Richtung Westen) und haben für einen Weg umgerechnet unter € 4 bezahlt. Lückenloses WLAN auf der ganzen Fahrt und kaum waren wir losgefahren erschienen die Schaffnerinnen (eher Stewardessen, ausnahmslos junge attraktive Damen :biggrin:) und man konnte bei denen für wenig Geld aus einer mehrseitigen Karte etwa zu trinken und zu essen bestellen (Sandwich, Salat, Sushibox...), was einem auch binnen weniger Minuten ins Abteil gebracht wurde.

MfG
Rooter

Florida Man
2018-01-21, 10:31:32
Ich habe Zentraleuropa verlassen, war in Tschechien. Dort überbieten sich mehrere private Bahnunternehmen gegenseitig was Leistung und günstige Preise angeht. Wir sind mit RegioJet von Pardubice nach Prag gefahren (ca. 100 straight Richtung Westen) und haben für einen Weg umgerechnet unter € 4 bezahlt. Lückenloses WLAN auf der ganzen Fahrt und kaum waren wir losgefahren erschienen die Schaffnerinnen (eher Stewardessen, ausnahmslos junge attraktive Damen :biggrin:) und man konnte bei denen für wenig Geld aus einer mehrseitigen Karte etwa zu trinken und zu essen bestellen (Sandwich, Salat, Sushibox...), was einem auch binnen weniger Minuten ins Abteil gebracht wurde.

MfG
Rooter
Abgesehen davon, dass Tschechien in Zentraleuropa liegt: Wie groß und Komplex ist denn deren Eisenbahnsystem und woher kommt das Geld für den Betrieb, wenn die Fahrt im Grunde nichts kostet? Vermutlich ist der Güterbahnhof in MAschen (https://www.google.de/search?q=Maschen+Rangierbahnhof&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjwp9L73-jYAhUSfFAKHapOD3cQ_AUICygC&biw=1267&bih=940) schon komplexer als das gesamte Eisenbahnsystem in Tschechien ...

Mosher
2018-01-21, 10:36:51
Mir ging es explizit um das point & tell System, welches in China afaik nicht genutzt wird. Ich nutze das gelegentlich beim Autofahren und halte es für extrem wirkungsvoll.

http://youtu.be/9LmdUz3rOQU

http://youtu.be/Av_Kkh3mp4E
Ok, das kannte ich nicht, interessant.

Ob die Chinesen das auch nutzen, weiß ich nicht.

Die Züge dort sind allerdings ähnlich gut organisiert und pünktlich.

Hier noch ein Abschnitt, den ich für erwähnenswert halte (nicht auf dich bezogen, sondern allgemein):


Die 1300 Kilometer zwischen Peking und Shanghai schafft der dortige Hochgeschwindigkeitszug in lediglich viereinhalb Stunden. In China gelten Züge, die langsamer als 300 Stundenkilometer fahren, gar nicht erst als richtige Hochgeschwindigkeitszüge.
Die Angaben zu durchschnittlichen Verspätungen der Bahngesellschaften in verschiedenen Ländern lassen sich nur begrenzt vergleichen. In Japan gilt nur eine sekundengenaue Abfahrt als pünktlich; die Uhren des Zugpersonals messen sogar Hundertstelsekunden. In China gilt eine Toleranz von einer Minute. Die Deutsche Bahn zählt eine Abfahrt sogar sechs Minuten nach der Fahrplanzeit noch als pünktlich. In den USA liegt die Toleranz auf längeren Strecken sogar bei zehn Minuten und mehr. Nach diesen großzügigen Maßstäben läge die Pünktlichkeitsquote in Ostasien bei fast 100 Prozent.


Und hier feiert man München-Berlin.

Mir ist schon klar, dass China ganz andere Ausmaße hat und entsprechenden Bedarf an schnellen Verkehrsmitteln für weite Strecken, dennoch finde ich unser "Hochgeschwindigkeits"-Netz nicht besonders komfortabel.

Ich finde nicht, dass das Schimpfen auf die DB typischer deutscher Rant ist. Wir setzen uns ja selbst immer wieder an die Spitze entwickelter Industrienationen, stinken aber schon bei der Infrastruktur ab.
Das ist zu Recht kritikwürdig.

Florida Man
2018-01-21, 10:57:01
Wenn man in einem dünn besidelten Flächenland eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke bauen kann, ohne dabei auf Umweltschutz, Anwohnerrechte oder Bauqualität Rücksicht nehmen muss, dann kommt natürlich ein schnelles und pünktliches Zugsystem dabei raus ... das ist doch nicht Vergleichbar mit Deutschland!

24p
2018-01-21, 11:19:22
Die deutsche Bahn ist sehr gut und viel, viel besser als ihr Ruf.


Nein. Irgendwelche YT Videos von irgendwlechen Expats interessieren mich nicht. Hier in NRW ist allein schon das verlassen des Bundeslands per Bahn eine Katastrophe. Der Regionalverkehr dito. Es ist stark von den Strecken abhängig, daher bringt es nichts, wenn du aus HH meldest, dass alles supi sei. Ist es dort evtl. auch. Aber woanders eben deutlich nicht.

Mosher
2018-01-21, 11:22:50
Wenn man in einem dünn besidelten Flächenland eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke bauen kann, ohne dabei auf Umweltschutz, Anwohnerrechte oder Bauqualität Rücksicht nehmen muss, dann kommt natürlich ein schnelles und pünktliches Zugsystem dabei raus ... das ist doch nicht Vergleichbar mit Deutschland!

Diese Argumente decken ja nur einen Teil des Problems ab, nämlich den Streckenbau.

Damit könnte man noch erklären, warum wir weniger, bzw. langsamere Hochgeschwindigkeitszüge haben. Hatte ich ja auch schon eingeräumt.

Erklärt aber nicht, warum die Züge auf den langsameren Strecken unpünktlich sind.
An unseren Bahnhöfen steigen im Schnitt nur ein Bruchteil der Leute zu oder aus, wie sie das in den erwähnten Ländern tun, also kannst du das Argument der Besiedlungsdichte nicht pro Deutschland auslegen.
Da müsstest du schon einräumen, dass es die Asiaten schaffen, ihre Meute an Bahnhöfen disziplinierter Ein- und Aussteigen zu lassen. Sagt ja keiner, dass sowas in Deutschland nicht auch möglich wäre.

Weiterhin erklärt es nicht den Informationsmangel, den vergleichsweise schlechten Service und fehlerhafte Angaben.

Auch dein "dünn besiedeltes" Flächenland lasse ich nicht gelten, da das vielleicht auf das komplette Land bezogen wahr sein mag, aber nicht auf einen gewählten Ballungsausschnitt, der sehr viel dichter besiedelt ist, als ein deutscher Ballungsraum.
Es sind ja nicht nur die langen Überlandfahrten schneller und pünktlicher, sondern auch die vergleichsweise kurzen Strecken. Da spielen dann aber natürlich auch andere Öffis (UBahn etc.) mit rein.


Ich will auch nicht unbedingt darauf hinaus, dass die DB unfähig ist und die Asiaten alles besser können. Vieles, was dort besser läuft als bei uns, ist einfach eine Tugend, die aus der Not entstanden ist, unter anderem das Kontrollierte Anstellen an Schlangen etc.
Bei uns ist der Stau ja auch vergleichsweise harmlos, weshalb das Auto für viele trotz allem noch eine brauchbare Alternative ist.
Das ist in Asien vielerorts natürlich anders. Ohne effiziente Öffis würde da nichts gehen.

Florida Man
2018-01-21, 11:25:52
Zwischen Peking und Shanghai ist nichts außer ebene Leere ...

Lurtz
2018-01-21, 11:29:47
Wenn man in einem dünn besidelten Flächenland eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke bauen kann, ohne dabei auf Umweltschutz, Anwohnerrechte oder Bauqualität Rücksicht nehmen muss, dann kommt natürlich ein schnelles und pünktliches Zugsystem dabei raus ... das ist doch nicht Vergleichbar mit Deutschland!
So wie bei der Internetversorgung? Da liest man ja auch immer von der ungeheuer komplexen Geografie Deutschlands. Ich weiß gar nicht wo unsere Autobahnen herkommen, nach heutiger Argumentation müsste das unmöglich gewesen sein.

In Deutschland hat man immer eine Entschuldigung für unsere immer weiter zurückfallende Infrastruktur. Die Chinesen und andere Länder, die noch niemand auf dem Plan hat, sind gerade dabei uns rechts zu überholen...

Mosher
2018-01-21, 11:40:10
Zwischen Peking und Shanghai ist nichts außer ebene Leere ...
Dann nimm halt zwei andere Städte, wo das nicht so ist.

Oder rechne nicht in "gähnende Leere vs. Städte" sondern in Anzahl Haltestellen.

Auf der Strecke Xiamen - Shangrao - Shanghai sind es- was weiß ich - 10 Haltestellen. An jeder dieser 10 Haltestellen steigen 10 mal so viele Menschen ein und aus, wie es bei einem typische ICE sagen wir von München über Nürnberg und Frankfurt nach Dortmund mit ähnlich vielen Haltestellen der Fall ist.

Die Nettoreisezeit (Beschleunigen, Fahren, Bremsen) lässt sich berechnen.

Das hat doch zunächst mal gar nichts mit der Besiedlungsdichte zu tun.

Was genau ist jetzt der Grund, warum der chinesische Zug einen unfairen Vorteil gegenüber dem Deutschen hat und man "das deshalb ja überhaupt nicht vergleichen könne" ?

Ich lasse nur gelten, dass der chinesische Zug mehr Möglichkeiten hat, eventuelle Verspätungen wieder reinzufahren, der Witz ist aber, dass diese Verspätungen erst gar nicht auftreten.

registrierter Gast
2018-01-21, 11:41:35
Die deutsche Bahn ist sehr gut und viel, viel besser als ihr Ruf. Wir sind nur a) super verwöhnt und b) Meckerpöte und Jammerlappen.

Man muss einfach mal Zentraleuropa verlassen und schon erlebt man, wie gut wir es mit der DB haben. Es gibt nur wenige Länder auf der Erde, die unser Niveau erreichen und noch viel weniger, die es übersteigen (die japanischen point & tell-Lokführer sind schon einzigartig).
Was ist denn das für eine Einstellung? Nur weil die meisten anderen schlechter sind, heißt das nicht, dass man es selbst nicht besser machen kann.

Ist das auch die Einstellung bei deiner Arbeit? "Och, ich bin schon ganz gut. Dann muss ich selbst nicht besser werden, weil die meisten anderen es schlechter machen." :freak:
Die eigene Leistung sollte man immer mit sich selbst ausmachen. Wenn man unzufrieden ist, kann man es besser machen.


Natürlich sind Deutsche Meckerpöte. Sind funktionierende Klimaanlagen im Sommer aber wirklich zu viel verlangt? :confused:

Opprobrium
2018-01-21, 11:43:31
Die Idee der Eisenbahn finde ich sehr gut :smile:

Hier in Deutschland ist leider wirklich nicht alles perfekt, daß kann ich als jemand der kein Auto hat und daher fast täglich die Regiobahn nutzt und auch längere Strecken meist mit der Bahn fährt aus eigener Erfahrung sagen.

Erst einmal ein paar positive Berichte:

+ Hier vor Ort fährt meine Regiobahn eigentlich sehr zuverlässig, pünktlich und regelmäßig. Ist aber auch nicht DB, sondern MRB. Auch letzten Winter, als hier eigentlich der komplette Januar zweistellige Minusgrade und mehr als Knietiefen Schnee hatte konnte ich mich darauf verlassen, daß die Züge pünktlich fahren. OK, die neuen Züge die sie vor etwa 1 1/2 Jahren angeschafft haben hatten dann nach einem halben Jahr eine Pannenwelle (irgendein typische Deutscher Produktionsfehler), das wurde aber recht schnell behoben, und die stets vorhandenen Ersatzzüge haben teils richtige Nostalgie verbreitet.

+ Wenn alles klappt, dann ist auch der Fernverkehr imo der Fahrt mit dem Auto deutlich vorzuzuiehen. Man hat meist bessere Aussicht, kann sich die Beine vertreten, hat mehr Platz, das Fahrgefühl ist angenehmer etc. Klar gibt es manchmal störende Mitreisende, aber es gibt auch störende Autofahrer :smile:

Aber

- Die Preise werden langsam wirklich unverschämt. Ich komme da ganz gut zurecht, weil ich mich mit dem Ticketsystem gut auskenne und auch fast immer flexibel genug bin um mir günstige Sparangebote zu sichern. Aber wenn dann mal was nicht klappt, dann sind die Preise schon dreist. Und neulich als ich mal spontan gefahren bin wollte mir ein Automat nicht mal eine Fahrkarte für den nächsten Zug geben, weil der wohl überfüllt war. Hab dann die Karte für eine Stunde später gekauft und (weil Flexpreis) den früheren Zug genommen, der in keinster Weise überfüllt war :rolleyes:

- Der Service ist eine Frechheit. Die Beratung ist miserabel, oft werden da längere und teurere Karten verkauft als nötig. Da muss man sich schon auskennen um nicht behumst zu werden. Wenn zum Beispiel von Berlin nach Dresden nicht der EC als ersten Angeboten wird, der direkt fährt und unter 2Std. braucht, sondern die Strecke über Leipzig, die deutlich länger und teurer ist, aber einen ICE mit dabei hat...

- Reservierungen lohnen sich kaum, weil meist eh was nicht stimmt. Reservierungsanzeige, Wagenreihung, Zugausfälle etc. Meist sind ohnehin Bahn Comfort Plätze frei, weil viele sich nicht trauen sich auf Plätze zu setzten bei denen "ggf. freigeben" steht ;)

- Erstattungen sind so dermaßen unverschämt überteuert, daß es mich wirklich wundert, daß da noch niemand geklagt hat. Fast 20 € mittlerweile.

- Teilweise sind die Züge so krass überfüllt, daß es mich ebenfalls wundert, daß da a) noch nichts passiert ist und b) nicht mal jemand klagt. Wenn bspw. ein Zug von Berlin richtung Ruhrgebeit (also keine selten genutzte Verbindung) ausfällt und beim Folgezug dann nur ein halber (also kleiner) ICE kommt um die Reisenden von zwei ganzen Zügen aufzunehmen.

- Das mit den Anschlußzügen :rolleyes: ICEs warten nicht auf ICs, ICs warten nicht auf Regionalzüge und Regionalzüge warten auch nur in Ausnahmefällen. Da kann das schonmal vorkommen, daß der letzte ICE in Hannover weg ist, weil der IC, der am gleichen Gleis gegenüber ankommt, 3 Minuten Verspätung hat. Das hat wohl was damit zu tun, daß das Bahnintern unterschiedliche Abteilungen sind, die Belohnungen/Bestrafungen für Pünktlichkeit bekommen. Und da wartet man doch nicht auf einen Zug von der anderen Abteilung, auch wenn dann halt ein paar Dutzend Leute im Winter kurz vor Mitternacht in Hannover stranden...

- Es ist, um nochmal auf die Preise zurückzukommen, so ist es traurig was einem da für das Geld angeboten wird. Also von oben genannten Service Punkten mal abgesehen funktionieren die Toiletten regelmäßig nur teilweise, und die die funktionieren sind oft widerwärtig. Klar ist das auch den Passagieren zuzuschreiben, aber trotzdem...

- Die BordBistros sind auch eine Katastrophe. Alls überteuert und dann nicht mal gute Qualität. Dazu die häufiger werdenden Werbedurchsagen des Personals. Hier hat ja etwas weiter oben jemand geschrieben, daß man früher noch gereist ist, und jetzt transportiert wird. Das trifft es recht gut. Und wenn man dann mal liest, wie das geregelt ist mit den BordBistros und den Menschen, die ab und an mit ihren Speise und Getränke Trolleys durch die Wagons laufen, dann ist das alles sehr unschön. Da ist allgemein ein deutlicher Unterschied bemerkbar wenn man z.B. in oben genanntem EC von Berlin weiter Richtung Prag fährt, sobald das Personal gewechselt hat.

- Und als letzter kleiner Kritikpunkt: Die Geräuschkulisse. Vor allem an Bahnhöfen piepen, tuten, schrillen und blinken die Türen der Züge bei jedem Öffnen, Halten und Schließen in einer Kakophonie sondergleichen, so daß das im Endeffekt wohl von Niemandem mehr wirklich wahrgenommen wird. Von wegen Kontraproduktive Warnsignale und so...


Über die technischen Probleme des German Engineering schweige ich mich aus :tongue:

Die deutsche Bahn ist sehr gut und viel, viel besser als ihr Ruf. Wir sind nur a) super verwöhnt und b) Meckerpöte und Jammerlappen.

Man muss einfach mal Zentraleuropa verlassen und schon erlebt man, wie gut wir es mit der DB haben.

Nope. Abgesehen davon hilft Whataboutism eigentlich nie weiter. Und verwöhnt sind wir unter Anderem von der Bahn der Vergangenheit, da darf man auch mal Meckern und Jammern ;)

Fusion_Power
2018-01-21, 11:52:59
Soweit ich mitbekommen habe, war das verhalten der Bahn neulich während des Sturmtiefs über Deutschland vorbildlich. Gutscheine, Hotelübernachtungen, Taxikosten, Schlafzüge, wurde alles von der Bahn kurzfristig organisiert. Die können schon, wenn sie wollen.
Mein Zug zwischen Heimatkaff und Jena fährt auch fast immer pünktlich, auf die Minute, nie Probleme, außer es wird mal auf der Strecke gebaut, dann gibt planmäßig Schienenersatzverkehr. ist ne kleine Nebenstrecke aber erstaunlich gut gefüllt, Pendlerzug halt. Muss mir also erst mal keine Sorgen machen dass die Verbindung wegrationalisiert wird. Ok, ist auch "Erfurter Bahn" und nicht direkt DB.
Preise sind natürlich ne andere Sache, wird jedes Jahr teurer. Privatbahnen übernehmen leider 1:1 die Preise der DB, zum Glück pendel ich nur 1x die Woche, das geht noch.

Trap
2018-01-21, 11:57:07
- Reservierungen lohnen sich kaum, weil meist eh was nicht stimmt. Reservierungsanzeige, Wagenreihung, Zugausfälle etc.
[...]
- Das mit den Anschlußzügen :rolleyes: ICEs warten nicht auf ICs, ICs warten nicht auf Regionalzüge und Regionalzüge warten auch nur in Ausnahmefällen.
Um die Probleme mit der Reservierungsanzeige zu verstehen reicht es zu erklären wie die im ICE funktioniert: Im Bahnhof werden die Daten dazu auf eine Diskette kopiert, die trägt dann jemand in den Zug und legt sie in das Diskettenlaufwerk ein und startet die Übernahme der Daten ;)

Auf Anschlusszüge warten verschlechtert die Management-Kennzahlen. Es wird da vor allem auf Pünktlichkeit der Züge geguckt, nicht auf die der Fahrgäste.

Lawmachine79
2018-01-21, 12:06:39
Die deutsche Bahn ist sehr gut und viel, viel besser als ihr Ruf. Wir sind nur a) super verwöhnt und b) Meckerpöte und Jammerlappen.

Man muss einfach mal Zentraleuropa verlassen und schon erlebt man, wie gut wir es mit der DB haben. Es gibt nur wenige Länder auf der Erde, die unser Niveau erreichen und noch viel weniger, die es übersteigen (die japanischen point & tell-Lokführer sind schon einzigartig).

Abonniert mal ein paar YT-Kanäle von Expats von überall aus der Welt. Dike posten ständig Videos über den deutschen Nah. und Fernverkehr und wie absolut fantastisch dieser organisiert wird. Und das wird er.

Allerdings finde ich auch, dass die Zuggarnituren wieder qualitativ besser werden müssen. "Früher" (in meiner Kindheit) waren Züge unkaputtbar und ich erinnere mich an Schneefahrten, wo man NICHTS mehr gesehen hat - außer weiß. Und trotzdem fuhr der Zug und es gab warmen Kakao im Mitropa-Restaurant. Dahin sollten die Bahn wieder zurück.
Ach, ist das der Maßstab? Man muss Zentraleuropa - also die 1.Welt - verlassen, damit es schlechter wird? Was ist denn Zentraleuropa? Nordkap bis Gibraltar und da aus zum Ural?

Also ich habe bei mindestens 50% meiner Bahnreisen irgendeine Überraschung dabei, die in ein Abenteuer ausartet.

Opprobrium
2018-01-21, 12:17:57
Um die Probleme mit der Reservierungsanzeige zu verstehen reicht es zu erklären wie die im ICE funktioniert: Im Bahnhof werden die Daten dazu auf eine Diskette kopiert, die trägt dann jemand in den Zug und legt sie in das Diskettenlaufwerk ein und startet die Übernahme der Daten ;)

Auf Anschlusszüge warten verschlechtert die Management-Kennzahlen. Es wird da vor allem auf Pünktlichkeit der Züge geguckt, nicht auf die der Fahrgäste.

Weiß ich. Ist vermutlich auch ein Grund, warum das Personal in IC/EC immer so viel entspannter ist als im ICE. Da ist man nicht so von der Technik abhängig und hat vieles selbst im Griff.

Zu meiner Regiobahn kann man vielleicht noch anmerken, daß mit den neuen Zügen damals auch ein neues Ansagesystem kam, daß während jedes Halts und nach jedem wiederlosfahren automatisch und anfangs durch das Zugpersonal ununterbrechbar die komplette Route des Zuges gebrabbelt hat. Dadurch hatte man wenn man mit RB und nicht RE von Dresden losgefahren ist erstmal 15 Minuten Dauerbeschallung: Zug fährt los "RB 30 Richtung Flöha über Tharandt (Sachsen), Freibert (Sachsen), Chemnitz (Sachsen), Zwickau (Sachsen) Hauptbahnhof. Nächster Halt: Dresden Plauen." Dann war man auch schon fast da, also kurze Durchsage: "Nächster Halt: Dresden Plauen" Zug hält, für die Passagiere am Bahnsteig folge die Durchsage: "RB 30 Richtung Flöha..." Zug fährt los, für die Fahrgäste ertönt folgende Information "RB 30 Richtung Flöha ..." :freak:

Da war nach wenigen Tagen auch das Zugpersonal dermaßen genervt, das wurde eine echte Soldiargemeinschaft. Hat mehrere Wochen gedauert, bis das durch die Beschwerdewelle nötig gewordene Softwarupdate dann kam

Geächteter
2018-01-21, 12:55:53
Privatbahnen übernehmen leider 1:1 die Preise der DB, zum Glück pendel ich nur 1x die Woche, das geht noch.
Ganz so kannn man das nicht sagen. Im Nahverkehr bewerben sich mehrere Anbieter um ne Strecke, der billigste pro Kilometer gewinnt. Da alles andere wie Fahrzeugausstattung vorgegeben sind, entscheiden die Lohnkosten. Obwohl die Erfurter Bahn wegen des dort miesen Arbeitsmarktes ein erfolgreicher Lohndrücker ist, unter 20 Prozent vom DB-Entgelt, wird dieser Vorteil nicht voll in die Kalkulation einbezogen, weil gewisse Herrschaften wie auch bei anderen "Privat" bahnen da hohe fünfstellige Summen in die eigene Tasche pro Jahr wirtschaften. Der Fahrpreis richtet sich auch nachdem, wieviel der Besteller bereit, ist aus dem Steuergeldtopf zu subventionieren und wieviel Deckung durch Fahrentgelt.

downforze
2018-01-22, 11:54:05
Ich hatte meine letzte aktive Bahnzeit 2003 beim Grundwehrdienst. Jeden Freitag fuhren alle Bundis 12 Uhr weg und jeden Freitag bin ich kaum in den Zug reingekommen, einmal sogar gar nicht.
Mit der Pünktlichkeit habe ich kein Problem. Wenn es nicht gerade um die Anschlusszüge geht, ein überbewertetes Problem. Was ich aber nicht toleriere, ist der Wegfall jeglicher Schalter in mittelgroßen Städten. Irgendwo steht ein Scheiß Automat und dann sieh mal zu, wie du zum billigsten Ticket kommst. Bei den Wucherpreisen (Reise nach Brandenburg = 350 km kostet 100€) setze ich einen menschlichen Ansprechpartner voraus.
Letztens habe ich im MITROPA-Wagen gegessen. Das war ein ganz anderer Stil und Service. Fällt alles in die Ära der Pfeife Mehdorn.
Dann als Krönung noch die Sache mit dem Transrapid. Angeblich zu teuer. Bullshit, das wäre der Fahrgastmagnet schlechthin gewesen. Wahrscheinlich hat irgend so ein BWL-Versager nach einer Break-Even-Point-Analyse festgestellt, daß es sich angeblich nicht lohnt. Tja, jetzt lohnt es sich in Fernost. Einfach nur peinlich.

Korfox
2018-01-23, 08:31:45
MRB...OK, die neuen Züge die sie vor etwa 1 1/2 Jahren angeschafft haben hatten dann nach einem halben Jahr eine Pannenwelle (irgendein typische Deutscher Produktionsfehler)...

Man hat meist bessere Aussicht, kann sich die Beine vertreten, hat mehr Platz, das Fahrgefühl ist angenehmer etc. ...

Das kann jetzt die Mitteldeutsche-Regiobahn oder die Mittelrheinbahn sein...

Bei uns hat die Mittelrheinbahn eine super-enge Bestuhlung. Da warte ich lieber 45 Minuten länger und fahre SüwEx, der dann eh wieder 20 MInuten kürzer für die Strecke braucht. Und ich bin noch selten einen Zug gefahren, in dem das Fahrgefühl besser gewesen wäre, als im Auto O.o. Welcher Zug hat denn individualisierbare, orthopädische Bestuhlung und ggf. Sitzheizung und Klima, die man auf die eigenen Bedürfnisse einstellen kann?

pollux
2018-01-23, 18:45:13
Ich war von 1989 bis ca. 2005 regelmäßiger Bahnfahrer. Anfang der Neunziger lief alles noch gut (aus heutiger Sicht: perfekt), rückblickend würde ich sagen, hat das Chaos mit der Eingliederung der Reichsbahn begonnen.
Mit Ende der 90'er hat die Bahn dann schon fast das heutige Niveau erreicht - nur dass in den letzten Jahren ohne Ende Stellwerkprobleme bzw. Neubauten hinzugekommen sind. Und alles war absehbar...
Ich gönne mir den Luxus, täglich 100 km per Auto durch das westliche Ruhrgebiet zu fahren, würde mir aber eine komplett staatlich finanzierte und betriebene Bahn wünschen. Aber selbst wenn sie meinen Traumvorstellungen entsprechen würde und die Nutzung kostenlos wäre weiß ich nicht, ob ich mich wieder zur täglich Nutzung überwinden könnte. Den Fernverkehr sehe ich positiver.
Ach ja, von der Abellio GmbH hatte ich einen guten Eindruck, aber 1 Monat (Führerscheinentzug ...) reicht imo nicht zur Beurteilung aus.

Lawmachine79
2018-01-23, 18:56:36
Ach ja, von der Abellio GmbH hatte ich einen guten Eindruck, aber 1 Monat (Führerscheinentzug ...) reicht imo nicht zur Beurteilung aus.
Mach' doch noch einen (mindestens) sechsmonatigen Feldversuch nach einer Trunkenheit im Verkehr (dazu brauchst Du 1,1 wenn Du auf Nummer sicher gehen willst). Das dürfte zur Beurteilung reichen.

Mir reicht es zur Beurteilung schon, wenn ich einen Abend voll bin und die Bahn nehmen muss (damit es nicht zu einem Feldversuch kommt). Jede zweite Bahnfahrt ist ein Abenteuer. Und ich finde es unverschämt, wie nonchalant man davon ausgeht, alles unter 5:59 sei pünktlich.

x-force
2018-01-23, 18:57:50
die deutsche bahn ist sogar um einiges schlechter als ihr ruf, da ordentlich geld für marketing in die hand genommen wird und die bahn einiges versucht um uns zu blenden.

bloub
2018-01-23, 22:06:56
Weiß ich. Ist vermutlich auch ein Grund, warum das Personal in IC/EC immer so viel entspannter ist als im ICE. Da ist man nicht so von der Technik abhängig und hat vieles selbst im Griff.

naja im ic/ec wird die gleiche technik in dem punkt verwendet, ausnahme sind nur die uralt ic/ec, die die bahn gelegentlich rauskramt, weil mal wieder das modernere zeug sonstwo steht, nur nicht am ausgangsbahnhof.

schokofan
2018-01-23, 22:16:48
Ich habe hier im Auto Thread schon was dazu geschrieben, im Moment bin ich wieder mindestens 3x die Woche mit Westfalenbahn/Metronom unterwegs. Auf diesen Strecken ist das deutlich angenehmer als da mit dem Auto zu fahren, selbst wenn man gerne Auto fährt. Früher hat die Strecken auch DB Regio bedient, und spätestens als klar war dass sie diese abgeben werden waren die Fahrten eine Qual, da wurden gefühlt die allerletzten Garnituren herangeholt aus ganz Norddeutschland. Seitdem das besagte Privatbahnen übernommen haben ist das wie eine neue Welt, Verspätungen betragen zumeist maximal 5 Minuten(der DB Fernverkehr führt hier manchmal zu mehr Wartezeit, das kann man dann aber auch selbst sehen), es gibt im Regionalverkehr Steckdosen und freies WLAN, und obwohl die Zugbegleiter weniger verdienen verhalten sie sich wie Dienstleister. Bei der DB hatte ich oft den Eindruck dass der Kunde als Feind wahrgenommen wird, zumindest im Regionalverkehr. Fernverkehr sehe ich da schon kritischer, meine letzten ICE Fahrten hatten ohne ersichtlichen Grund Verspätungen im Stunden Bereich. Dafür ist das Personal freundlich, was einem aber auch nicht weiterhilft.

Korfox
2018-01-24, 07:45:41
Und ich finde es unverschämt, wie nonchalant man davon ausgeht, alles unter 5:59 sei pünktlich.
Och. Alles was nicht fährt (also ausfällt) ist auch pünktlich (bzw. nicht verspätet).

Opprobrium
2018-01-24, 09:22:01
Das kann jetzt die Mitteldeutsche-Regiobahn oder die Mittelrheinbahn sein...

Bei uns hat die Mittelrheinbahn eine super-enge Bestuhlung. Da warte ich lieber 45 Minuten länger und fahre SüwEx, der dann eh wieder 20 MInuten kürzer für die Strecke braucht. Und ich bin noch selten einen Zug gefahren, in dem das Fahrgefühl besser gewesen wäre, als im Auto O.o. Welcher Zug hat denn individualisierbare, orthopädische Bestuhlung und ggf. Sitzheizung und Klima, die man auf die eigenen Bedürfnisse einstellen kann?

Da kann ich tatsächlich nicht meckern. Die neuen Züge sind tatsächlich sehr ruhig, die Bestuhlung ist auch recht großzügig (vergleichbar mit IC/ICE), es gibt viele 4er Blocks mit Tisch in der Mitte und Steckdosen, und die Sitze sind auch nicht unbequem.

Natürlich ohne die von Dir genannten Luxusfeatures, aber die Sitzheizung braucht man ja im Auto auch haupsächlich, um ein über Nacht auf Außentemparatur gekühltes Autochen wieder mollig warm für den Allerwertesten zu bekommen. Die durch die gut temperierten Wagen meißt erträglichen Sitze der MRB, die dann oft auch schon durch Vornutzer vorgewärmt sind, brauchen wahrlich keine Sitzheizung :freak:

Davon abgesehen war mit Fahrgefühl auch nicht das Sitz-, sondern eben das Fahrgefühl gemeint. Also wie auf Schienen durch die Landschaft gleiten, etwas erhöhte Sitzposition, kein Verkehr, keine Meterbreite Asphaltspur die den Großteild es Sichtfeldes einnimmt etc. Und man kann jederzeit aufs Klo. Es sei denn, das ist verstopft, verkackt, kaputt :biggrin:

naja im ic/ec wird die gleiche technik in dem punkt verwendet, ausnahme sind nur die uralt ic/ec, die die bahn gelegentlich rauskramt, weil mal wieder das modernere zeug sonstwo steht, nur nicht am ausgangsbahnhof.

Stimmt, die haben ja jetzt auch diese neuen Doppeldecker ICs (da muß ich leider unten Sitzen, weil mir durch meine Größe im oberen Bereich die Schräge der Fenster in die Quere kommt). Wenn man aber die Rheinstrecke fährt, oder eben die von Berlin nach Dresden, dann hat man meist noch die alten Züge mit analogen (sprich: Papier) Reservierungsanzeigen, großen Schalttafeln in den Zwischenräumen zwischen den Abteilen und teilweise sogar noch manuelle Türen.

Es sagt eigentlich alles über die Entwicklung der Bahn, um wieder zum Topic zu kommen, daß diese Züge deutlich angenehmer sind als die, die mit und nach Einführung des ersten ICE Anfang der 90er hinzukamen...

downforze
2018-01-26, 13:18:08
Habt ihr gar keine Probleme mit widerlichen Asis, die in den Großstädten zusteigen?

StevenB
2018-02-05, 16:40:07
Sitz im IC2034 der seit fast 20min in Köthen steht, (Richtung Magdeburg) weil eine Tür nicht mehr zu geht..

Edit: Genau 20min, Anschluss Zug verpasse ich, also heißt es 30min warten. :D

Seit 3 Wochen pendel ich wieder und ich hatte in den 7 Fahrten, 3x Verspätungen von 10-25min.

downforze
2018-02-06, 10:01:58
Also heißt es ab 2030: 30 min auf den Anschlußzug warten oder 30 min bis der Akku im Elektroauto genug für weitere 150 km geladen ist.

Fragman
2018-02-12, 09:07:46
aus meinen erfahrungen im fernverkehr der letzten 12 jahre bei 4 fahrten pro jahr, kann ich sagen das es definitiv nachgelassen hat. anstatt einmal pro jahr eine verspaetung, hab ich aktuell auf 3 von 4 fahrten verspaetung.

das problem ist, das die bahn an 2 hauptverkehrsknoten, durch die ich durch muss, baut. dazu kommt noch magdeburg, welcher im moment eine katastrophe ist. was mich stoert, die bahn weiss das sie da bauen und diese bauarbeiten eben nicht nach 2 oder 3 monaten beendet sind.
normalerweise muesste man ja fahrplanaenderungen erwarten um das ganze einzuplanen. nicht so von der bahn, augen zu und durch ist deren motto.

hatte mittlerweile auch das vergnuegen mehrere male im thalys zu fahren und sowas passiert da einfach nicht. ausser, ja ausser man nimmt den nach dortmund, dann gibts verspaetungen aufgrund der bauarbeiten in deutschland.

dazu kommt, das man im thalys wirklich das gefuehl hat, in einem schnellen zug unterwegs zu sein. ich weiss nicht was bei der bahn und dem ice in den letzten 10 jahren schief lief, aber das der neue ice4 nur noch max 250 km/h faehrt, kann man wohl unter akzeptieren der schlechten realen verhaeltnisse ablegen.

Geächteter
2018-02-12, 15:56:52
dazu kommt, das man im thalys wirklich das gefuehl hat, in einem schnellen zug unterwegs zu sein. ich weiss nicht was bei der bahn und dem ice in den letzten 10 jahren schief lief, aber das der neue ice4 nur noch max 250 km/h faehrt, kann man wohl unter akzeptieren der schlechten realen verhaeltnisse ablegen.
Das ist das geringste Problem. Über 250 km/h sind Normen für Fahrzeugkonstruktion schärfer/aufwändiger, Abnahme und Wartung teurer. Zudem kostet schnelles Fahren ordentlich Mehrstrom, bringt im kleinen und dicht besiedelten Deutschland, wo die Knoten sehr nah sind, zeitmäßig fast nix. Zudem gibt es nur 3 Strecken, wo 300 km/h möglich, dann noch paar mit 280 Km/h. Wichtiger ist im deutschen Fernverkehr durch das überlastete Mischnetz gute Beschleunigung. Was man ankreiden kann, ist dass aus ökonomischen Gründen die neuen Kisten mit Bestuhlung immer sardinenbüchsenähnlicher werden.

Opprobrium
2018-02-12, 16:39:32
Jupp. Die 300 wurden doch eh so gut wie nie erreicht. Ich weiß noch als die Strecke Köln/Frankfurt die ersten Sprinter bekommen hat (damals noch für 10€ Aufpreis). Da wurd dann sogar eine stolze Lautsprecheransage getätig, daß der Zug jetzt 300 fährt.

Da das aber selten vorkommt und bei den kurzen Strecken in Deutschland ohnehin wenig bringt finde ich die Idee, den Fokus anders zu setzen im Ansatz nicht schlecht. Im zentralisierten Frankreich, wo eigentlich alle Züge nach Paris fahren, ist das schon wieder ganz anders.

Schlimmer finde ich, daß 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer keine vernünftige Strecke von Dresden nach Westen führt. Chemnitz ist ohne Fernbahnhof. Solche Sachen. Weiß doch jeder, der mal Civ oder Sim City gespielt hat, das Gegenden die schlecht angebunden sind verkommen :biggrin: Statt dessen Stuttgart 21, Hbf Berlin (wo man schon mal 30 Minuten für einen Gleiswechsel mit Fahrrad braucht, weil nur ein Aufzug funktioniert)etc.

Knobina
2018-02-12, 16:48:20
Schlimmer finde ich, daß 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer keine vernünftige Strecke von Dresden nach Westen führt.
True.:freak: Na immerhin kann man jetzt NUE-LEJ in 2:26 fahren. Ich war angenehm überrascht. In nur 20 Jahren ist DRS dran.

aths
2018-02-13, 12:32:51
In den letzten sechs, sieben Jahren hatte ich pro Jahr nur rund 2-6 ICE-Fahrten. Ein einiges mal kam es vor, dass der Zug sowohl pünktlich erschien, keine Wagen fehlten, weder die nahegelegene Toilette kaputt war, noch im Bordbistro irgendwas nicht funktionierte, und pünktlich ankam.

Sonst immer Verspätung, mal 30 Minuten, mal drei Stunden. Irgendwas ist im Bordbistro sonst kaputt (Kaffeemaschine, Mikrowelle, ...) und/oder Wagen fehlen.

Meiner Meinung nach änderte sich auch das Verhalten des Bordpersonals. Die nehmen das ganz locker und sind inzwischen gewohnt, über andere Anschlusszüge zu informieren und so.

Fragman
2018-02-13, 13:17:36
Meiner Meinung nach änderte sich auch das Verhalten des Bordpersonals. Die nehmen das ganz locker und sind inzwischen gewohnt, über andere Anschlusszüge zu informieren und so.

stimmt, sie sind insgesamt freundlicher und man muss mit ihnen nicht erst ueber die probleme diskutieren, koennte man auch pragmatismus nennen. :D

24p
2018-02-13, 13:31:20
Schlimm ist es auch, wenn man mal IC fährt. Da bei uns im Westen die Verbindungen aufgrund von etlichen Dauerbaustellen tw. nur noch per IC und/oder Umsteigeverbindungen für einfachste Strecken oft der IC als einzige Möglichkeit existierte, kam ich letztes Jahr einige Male in den "Genuss". 2x hat der 1. Klasse Wagen mit meiner Reservierung gefehlt. Was nun? Bordpersonal war nicht aufzufinden, der Zug war bereits zuvor überbucht (da kann man dann schon mal einen Wagen "vergessen"). Im anderen Wagen war die Klimaanlage defekt, was, da im IC keine Fenster zum öffnen da sind, dazu führt, dass man da mit 30 Grad und extrem schlechter Luft sitzen musste. Für eine Fahrt, die 6,5h benötigt (ist ja ein IC).
Andere IC Fahrt, die Wagen sind abgerockt bis zum Ende. Man hat das Gefühl, dass die bald auseinander fallen. Für ein Klo musste man durch den halben Zug bis man ein nicht defektes vorfand. Auch andere IC Fahrten für jeweils nur eine halbe Stunde (Umsteigeverbindung) sahen so aus, dass man zweifel hatte, ob die abgerockten Waggons auch ihr Ziel erreichen. Kein Wunder, dass da andauernd mal ein Waggon fehlt. Hat man da reserviert: Pech gehabt. Meistens sind die Züge gnadenlos überbucht, da hier dank Baustellen auf bestimmten Verbindungen kaum etwas fährt.
Die Infrastruktur ist auch ein Witz. Hier in Köln/Bonn führt die ICE Trasse von Süden nach Norden. Da müssten alle Züge durch und wenn da mal irgendwo die Gleise in BW absacken steht erstmal der Güterverkehr durch Europa. Dazu kommt, dass zB in Bonn auf dieser Strecke dann nur beschranke Bahnübergänge sind (tw. nicht mal mit Schranken). Da stehen Autofahrer im Berufsverkehr mal über eine halbe Stunde (!!!) an den Gleisen, weil ein Zug nach dem andere sich durchs Nadelöhr zwängt. Ein Witz. Ein Witz ebenso, dass diese Strecke durch Städte führt und man keine Redundanzen hat. Ich könnte die Liste des Versagens noch endlos fortführen, aber da habe ich gerade keine Lust. Bekomme schon beim Schreiben schlechte Laune und muss am WE wieder in den Osten fahren.

downforze
2018-02-16, 12:03:29
Die Bahn ist mir unsympathisch geworden, als sie den Transrapid nach China verkauft haben. Ich fand es damals peinlich und auch heute noch. So kann man sich seinen Ruf als fortschrittliche Nation auch kaputtmachen.
Dann die Sache mit den Bahnschaltern. Es muß doch wohl finanziell bei den Wucherpreise möglich sein jemanden an den Schalter zu setzen, der Fahrkarten verkauft und informiert. Deutschland besteht nicht nur aus technik-affinen 20-Jährigen.

maximAL
2018-02-16, 19:38:09
In nur 20 Jahren ist DRS dran.
Hey, in 20 Jahren ist die Schnellverbindung nach Prag vielleicht sogar schon fertig :uup:

Opprobrium
2018-02-20, 12:26:03
Sitze gerade in einem der neuen Doppeldecker ICs. Etwa 45 Minuten nach Beginn der Reise geht gar nichts mehr :smile:

Eine etwas wirre Ansage kam, die wohl bedeuten sollte, daß wir, falls wir es nach Leipzig schaffen, dort den Zug wechseln. Eine zweite Ansage sptach dann von einem Batteriereset den der Lokführer jetzt mit der Hoffnung durchführt, daß der Zug danach seine Probleme vergessen hat? Jedenfalls interessant da mal - wenn auch konfus - auf dem Laufenden gehalten zu werden...

OK, jetzt ist der Zug wohl tot und wir müssen in Riesa raus...

Edit: Bin mal gespannt ob der nächste Anschlusszug in Leipzig jetzt 5 Minuten auf uns wartet, oder ob wir da dann 1 Std auf den nächsten Zug warten müssen. Und mit "wir" meine ich den kompletten ersten, ausgefallenen IC und den Folgezug der jetzt überfüllt und auch schon 15 Min verspätet ist...

Yggdrasill
2018-02-20, 14:59:30
Eins der Hauptprobleme der DB ist das sich die Probleme aus allen Bereichen addieren und gegenseitig beeinflussen. Jeder ausfallende Zug zieht einen Rattenschwanz an Verspätungsminuten nach sich. Jede technische Störung hat Auswirkung auf den Fahrplan im Bereich und unter Umständen darüber hinaus. Seit Mitte der Neunziger arbeiten die Bereiche der DB aber eher gegeneinander als zusammen. Seit Mehdorn herrscht typisches Kostenstellendenken, jeder macht das Nötigste und Probleme werden so gut es geht auf andere abgewälzt anstatt gelöst. Der Zeitdruck alleine sorgt schon dafür das sporadisch auftretende Fehler nicht mehr ernsthaft verfolgt werden, die Systeme sind ja so ausgelegt das sie in den sicheren Zustand zurückfallen und wenn es gar nicht mehr geht findet man auch den Fehler leichter ...

Zusammen mit veralteter Technik, Angestelltengehorsam vs. Beamtendenken, unzureichenden Nachwuchs und dessen lange vernachlässigte Ausbildung, komplexen Regelwerk und immer mehr äußeren Einflüssen wundern mich die Probleme der DB echt nicht.

Da ich auch noch beruflich mit Bahntechnik zu tun habe werden bei mir Fahrten mit zweimal Umsteigen oder mehr nur mit viel, viel Zeitpuffer geplant. Immerhin funktioniert die Strecke Berlin-Arnstadt ganz gut, da bin ich öfter unterwegs. Alles andere empfinde ich auch häufig eher als Lotterie, selbst wenn man weiß das die Stellwerke gut laufen steht man halt 1x wegen "Böschungsbrand" und 2x wegen Fahrzeuggerät in einer Fahrt. Oder der ICE fällt gleich am Startort aus und der Ersatz fährt nicht wie geplant in Berlin durch sondern endet Berlin-Südkreuz. Von Kabeldieben, Selbstmördern und stundenlangen Verspätungen ohne Erklärung ganz zu schweigen.

medi
2018-02-20, 15:15:27
Bin letzte Woche dienstlich nach Monaten mal wieder auf die Bahn angewiesen gewesen.
Strecke Mörfelden/Walldorf <-> FFM <-> München <-> Mühldorf <-> Burghausen

Hinzu 9min Zeitfenster für den Umstieg. RB fuhr direkt mal mit 6min Verspätung los und kam mit 7min Verspätung in FFM an. Mit einem beherzten Sprint habe ich es in FFM geschafft gerade so 10 Gleise = 5 Bahnsteige zu überbrücken und den ICE noch zu erwischen. Den meisten anderen wäre das Glück verwehrt geblieben. Das war aber schon der schlimmste Part hinzu, da die anderen Umsteigzeiten sehr sehr großzügig waren (60min und 30min)

Zurück dann Notarzteinsatz IM Zug kurz vor Nürnberg. Dadurch mit 15min Verspätung losgefahren. Umsteigezeit in FFM leider auch 15min. Naja ICE hat ja Vorrang und wir noch 2h Fahrzeit - wird schon. Pustekucken! In FFM mit 13min Verspätung eingetrudelt. Ausstieg war ganz weit außen. Dadurch vom Anschlusszug nur noch die Rücklichter gesehen weil der pünktlich abfuhr. Der nächste dann 30min später ist natürlich mit 2min Verspätung losgefahren ... :uup:
Meine Knie schmerzen noch immer von dem Versuch den Anschlusszug vollgepackt im Dauersprint zu erreichen ...

Ich freu mich schon die nächste Bahnfahrt ... jedes mal ein Abenteuer ...

Opprobrium
2018-02-20, 15:24:30
Zusammen mit veralteter Technik, Angestelltengehorsam vs. Beamtendenken, unzureichenden Nachwuchs und dessen lange vernachlässigte Ausbildung, komplexen Regelwerk und immer mehr äußeren Einflüssen wundern mich die Probleme der DB echt nicht.

Ironischerweise ist es ja gerade die veraltete Technik die noch an besten funktioniert. Die (sehr netten) Zugbegleiter aus dem gestrandeten, neuen Doppeldecker IC haben fröhlich den robusten standard IC begrüßt der uns alle nach 40 Minuten in Riesa aufgesammelt hat.

Der Anschlusszug in Leipzig hat übrigens gewartet. Falls jetzt auch noch das Umsteigen in Hannover funktionieren sollte habe ich nur 40 Minuten Verspätung. Yeay. Dafür halt mit 2x Umsteigen anstatt durchzufahren und 40 Minuten Aufenthalt bei ~0 Grad uf einem Bahnsteig im sächsischen Niemansland mit ca. 100 Leuten aller Altersklassen und ca. 2 Sitzbänken. Als Entschädigung darf ich wohl die nicht aufpreisflichtige ICE Fahrt ab Hannover ansehen :smile:

Yggdrasill
2018-02-20, 15:32:31
Wenn alles funktioniert ist Bahnfahren echt klasse, leider stellt sich die DB da einfach zu dämlich an. Berlin-Arnstadt ist jetzt mit Eröffnung der Strecke Berlin-München in 2:30 möglich, mit dem Auto hätte ich stressige 311 km über eine übervolle A100 und die A9 in Komplettsanierung auf ~50 km mit Baustellen an Knotenpunkten vor mir. Das macht Freitag Nachmittag noch viel weniger Spass. Aber generell muss man echt entspannt sein wenn man mehr als einen Umstieg in seinem Fahrplan hat. Termine sollten dann besser auch am nächsten Tag sein. :ugly:

Yggdrasill
2018-02-20, 16:15:40
Ironischerweise ist es ja gerade die veraltete Technik die noch an besten funktioniert. Die (sehr netten) Zugbegleiter aus dem gestrandeten, neuen Doppeldecker IC haben fröhlich den robusten standard IC begrüßt der uns alle nach 40 Minuten in Riesa aufgesammelt hat.
Jein. Mit veraltet meine ich eher konventielle Technik mit ~40 Jahren oder mehr auf den Buckel. Oder Elektronik/Computertechnik im Altersbereich ~20 Jahre. Die Ausfallrate steigt da doch erheblich an.

Eigentlich ist es ein Unding das die neue Technik mehr Probleme macht als bereits eingesetzte und in jedem anderen Industriebereich wäre der Hersteller ganz schnell pleite. Durch die aufwendigen Zulassungsverfahren bei der DB hat man aber die paradoxe Situation das neue Technik erst beim Kunden reift und in der ersten Zeit mehr Probleme verursacht als alles andere. Die ICE-Sprinter Berlin-München lassen grüßen, da kam auch "nur" das letzte Teilstück VDE 8.3 und die Sprinter dazu.

Opprobrium
2018-02-20, 16:31:49
Spannend war auch ein Bahn/Straßenkreuzung irgendwo in Oberbayern über die ich letztes Jahr mal gefahren bin. Da war die Automatik/Fernleitung kaputt. Also musste der Zug halten, der Schaffner aussteigen und die Schranke/Ampel manuell betätigen, mit dem Zug drüber fahren, anhalten, die Schranke/Ampel wieder freigeben, weiterfahren. Meinem Sitznachbarn zufolge ging das da schon mehrere Monate so.

Sitze jetzt im letzten Zug dieser Reise, der scheinbar mehr als nur einen gestrandeten Zug voll mit Leuten beherbergen muss, im Gang an der Tür und sinniere über die Bedeutung des Satzes "in vollen Zügen genießen" :smile:

Niall
2018-02-20, 17:23:33
Seit etwas weniger als einem Jahr fahre ich mehr oder minder regelmäßig jeden zweiten Freitag die Strecke Nordwest Sauerland Nähe Hagen -> Bremen Hbf und Sonntags zurück. Dabei nutze ich eine RB und die ICs.

Soweit so gut, nun zu den

… mit BahnCard 50 liegt die Hin- und Rückfahrt preislich bei knapp 71€ inkl. Sitzplatzreservierung. Das ist im Vergleich zur Fahrt mit meinem eigenen PKW okay.

… idR sind die Züge halbwegs pünktlich, habe im vergangenen Jahr vielleicht sechs mal den Anschluss nicht bekommen und musste in Hagen eine Stunde warten.

… dank Noise-Canceling-Kophörern kann man durchaus ’ne Stunde schlafen, außer der Schaffner kommt und reißt einem wegen des Tickets aus dem Schlaf.

… ich habe seit Jahren nicht mehr so viele Bücher gelesen wie im vergangenen Jahr. Bahnfahren entschleunigt extrem.

… Personal zumeist sehr freundlich und zuvorkommend, hier gilt natürlich wie immer: Wie es in den Wald hinein … und so.

… habe ein paar interessante Leute »kennengelernt«, obschon ich eher der Typ »Lasst mich mit meinen Gedanken alleine« bin.

… Im IC auch zumeist »normale« Leute.

Was nervt tierisch:

Ständig geänderte Wagenreihungen – und mit ständig meine ich ständig.

Manchmal echt ätzend sind diese verschissenen Kegelclubs und Frauenwochenenden, die sich übers Wochenende in Hamburg so richtig gehenlassen und auf dem Rückweg nochmal schnell Vollgas geben müssen. Mehrfach erlebt, mega-ätzend, laut, benehmen sich wie ’ne offene Hose. Hat mich echt etwas desillusioniert. Bah.

… mit Bier und anderen Sachen vollgepumpte Menschen in der RB. Generell häufig unangenehme Gesellen in der RB, später Abends hätte ich vermutlich schon ein mulmiges Gefühl.

Teilweise sind die ICs überbucht, tangiert mich zumeist nicht, da immer Reservierung.

Sitzplatzreservierungen werden bei 1/3 der Fahrten nicht angezeigt. Unangenehm wenn man Leute von »seinem« Platz bitten muss oder die dann auch noch frech werden.

Schreckliche Ansagen zum fremdschämen. (Gerade die englischen) Teiweise Pausen bei denen man denkt: Fuck, der weiß selber nicht wo er anhalten muss, teilweise werden bei den englischen einfach vitale Informationen unterschlagen obschon sie im deutschen genannt wurden. Peinlich.

Im Sommer ging mehrfach die Klima nicht, wodurch alle aussteigen und in einen Ersatzzug mussten. (Da zeigt sich dann wie bekloppt Menschen wirklich sind und von was für hohlen Schüsseln man teilweise umgeben ist) … okay, das klang etwas arrogant. :freak:

Alles in allem passt das Gesamtpaket für mich besser, als alle zwei Wochen mit der eigene Karre nach Bremen und zurück zu kesseln. Mal von der Parkplatzsituation und dem Zerkratzungspotential im Gebiet Schwachhausen abgesehen. :D

Opprobrium
2018-04-20, 10:47:39
Das Management bei der Bahn hatte eine bahnbrechende (pun intended) Idee:

Nachdem sie gemerkt habe, daß das Fahren am Limit auf den Strecken außer stärkerem Verschleiß nicht viel bringt wenn der Rest (Umsteigezeiten, Taktungen, Zwangsräumung von überfüllten Zügen) nicht stimmt, so haben sie nun einen revolutinären Lösungsansatz für die überfüllten Züge gefunden:

Größere Züge (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bahn-will-mit-laengeren-zuegen-zwangsraeumungen-vermeiden-a-1203883.html)

Fragman
2018-04-20, 11:03:25
Das Management bei der Bahn hatte eine bahnbrechende (pun intended) Idee:

Nachdem sie gemerkt habe, daß das Fahren am Limit auf den Strecken außer stärkerem Verschleiß nicht viel bringt wenn der Rest (Umsteigezeiten, Taktungen, Zwangsräumung von überfüllten Zügen) nicht stimmt, so haben sie nun einen revolutinären Lösungsansatz für die überfüllten Züge gefunden:

Größere Züge (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bahn-will-mit-laengeren-zuegen-zwangsraeumungen-vermeiden-a-1203883.html)

vor 20 jahren haette man sich, aufgrund offensichtlicher inkompetenz, nicht getraut so eine pressemeldung rauszugeben und den plan einfach umgesetzt.

Opprobrium
2018-04-20, 11:21:01
vor 20 jahren haette man sich, aufgrund offensichtlicher inkompetenz, nicht getraut so eine pressemeldung rauszugeben und den plan einfach umgesetzt.
Das ist ja keine einfache Pressemeldung, da wird auch gleich noch um Steuergelder gebettelt:

Bei den Plänen setzt Lutz auch auf finanzielle Unterstützung des Bundes. "Unsere Fernverkehrsoffensive wird Geld kosten", sagte er. Die notwendigen Investitionen werde die Bahn nicht allein stemmen können. Dazu "reicht unsere jetzige Finanzkraft jedenfalls nicht aus".

NiCoSt
2018-04-20, 12:11:53
Ich wollte dir Strecke Dresden Köln und zurück in 6 Wochen mit meiner Frau evtl. Mit dem Zug fahren. Dafür will die Bahn fast 600€ haben. Ich frage mich, welche Familie das ernsthaft in Erwägung ziehen will. Der Sprit kostet mich ca 150€. Selbst mit Verschleiß, Versicherung usw. Komme ich nie auf vergleichbare kosten.
Selbst Fliegen würde uns weniger als die Bahn kosten.

Als ich noch kein Auto aber eine Bahncard 50 hatte, bin ich immer gern mit dem Zug gefahren. Aber so, nein danke.

Korfox
2018-04-20, 12:20:04
Dafür will die Bahn fast 600€ haben.
Aber nicht im Sparangebot.
Mit Sparangebot und Umsteigen zwischen EC und IC kommt man z.B. am ersten Samtag im Juni auf ~70€/Person und Strecke (also unter 300€ gesamt)...

Wäre für mich aber auch keine Option. 600€ sind der Preis, den man eigentlich nur extrem selten wirklich berappen muss.

Opprobrium
2018-04-20, 12:20:46
Ich wollte dir Strecke Dresden Köln und zurück in 6 Wochen mit meiner Frau evtl. Mit dem Zug fahren. Dafür will die Bahn fast 600€ haben. Ich frage mich, welche Familie das ernsthaft in Erwägung ziehen will. Der Sprit kostet mich ca 150€. Selbst mit Verschleiß, Versicherung usw. Komme ich nie auf vergleichbare kosten.
Selbst Fliegen würde uns weniger als die Bahn kosten.

Als ich noch kein Auto aber eine Bahncard 50 hatte, bin ich immer gern mit dem Zug gefahren. Aber so, nein danke.
Naja, wenn ihr 6 Wochen im voraus planen könnt und kein Problem damit habt euch an einen Zug zu binden, dann kriegt man das auch für 150 - 250 € ohne Bahncard.

NiCoSt
2018-04-20, 12:27:37
Auf sparpreise kann man sich aber dauerhaft nicht verlassen. Bei einer bestimmten Fahrt vielleicht aber als dauerhafte Alternative?
Mit Baby und schwangere Frau würde ich ohne Flexibilität aber eh nichts buchen. Dafür ist mir die Bahn zu unsicher. Klar kann man auch im Stau stehen, aber mitten in Deutschland hängen zu bleiben weil der Anschluss nicht passt brauch ich noch weniger.

Alexander
2018-04-20, 13:29:38
Auf sparpreise kann man sich aber dauerhaft nicht verlassen. Bei einer bestimmten Fahrt vielleicht aber als dauerhafte Alternative?
Mit Baby und schwangere Frau würde ich ohne Flexibilität aber eh nichts buchen. Dafür ist mir die Bahn zu unsicher. Klar kann man auch im Stau stehen, aber mitten in Deutschland hängen zu bleiben weil der Anschluss nicht passt brauch ich noch weniger.Und deswegen rechnest du gleich mit dem Höchstpreis? Auch zwingt dich keiner den letzten Zug des Tages zu nehmen. Sehr unsachlich dein Beitrag.

Grivel
2018-04-20, 14:01:14
Auf sparpreise kann man sich aber dauerhaft nicht verlassen. Bei einer bestimmten Fahrt vielleicht aber als dauerhafte Alternative?
Mit Baby und schwangere Frau würde ich ohne Flexibilität aber eh nichts buchen. Dafür ist mir die Bahn zu unsicher. Klar kann man auch im Stau stehen, aber mitten in Deutschland hängen zu bleiben weil der Anschluss nicht passt brauch ich noch weniger.
Wo ist denn das Problem beim Sparpreis? Das du deine Reise an besagten Tag nicht antreten kannst? Gut, kostet dich 19€ oder du hast in deiner Hausratsversicherung eine Reiseversicherung drin, ist für 1-2€ extra pro Monat erhältich... Attest -> Geld zurück.

Das mit den Anschluss ist übrigens richtiger Mist von deiner Seite. Du kennst anscheinend weder deine Rechte noch das System der DB. Jeder der mehr als 60 Minuten auf einen Anschlusszug wartet ist im heutigen Deutschland schlicht und einfach selber Schuld.
30 Minuten Wartezeit empfinde ich übrigens als okay, das ist die Vollknoten Taktung der Schweiz und mehr als komfortabel.

NiCoSt
2018-04-20, 17:39:57
Und deswegen rechnest du gleich mit dem Höchstpreis? Auch zwingt dich keiner den letzten Zug des Tages zu nehmen. Sehr unsachlich dein Beitrag.

Es geht darum, dass gerade mit Baby und schwangere Frau immer etwas unvorhergesehenes passieren kann. Mit dem Auto kein Problem, fährt man halt später, nimmt noch einen Umweg um nochmal wo ran zu fahren... Mit Bahn ohne Flexibilität nicht möglich. Was soll daran unsachlich sein? Ich kenne keine Familie die ernsthaft 600€ Bahnticket einer Autofahrt vorzieht. Und was heißt höchstpreis? Das ist der normalpreis, denn die DB für eine solche Fahrt vorsieht. Bin ich der einzige, der das überteuert findet? Der höchstpreis wäre in der 1. Klasse gewesen.

Grivel,
Was meinst du damit? Ich hab schonmal wegen einer zugverspätung fast die ganze Nacht auf einem Bahnhof festgesessen. Das brauch ich mit Frau, Kind, Gepäck nicht wirklich mitten im Nirgendwo.

Alexander
2018-04-20, 18:03:41
Natürlich gibt es Konstellationen bei denen es unmöglich ist ein Sparticket zu holen weil man flexibel sein muss. Aber du hast deinen Beitrag so formuliert, als ob es der Normalfall wäre den vollen Preis (Höchstpreis) zu zahlen. In der Realität läuft das eher so, dass du ein mal für die vollen 100 fährst, die nächsten beiden male für je 29 Euro und bei der vierten Fahrt nur noch ein Ticket für 39 Euro erwischst, weil ein Teil der Billigtickets schon weg ist. Dann steigt der Preis langsam an.

100+29+29+39= 49 pro Fahrt. NICHT 100

Fusion_Power
2018-04-20, 19:06:37
Das Management bei der Bahn hatte eine bahnbrechende (pun intended) Idee:

Nachdem sie gemerkt habe, daß das Fahren am Limit auf den Strecken außer stärkerem Verschleiß nicht viel bringt wenn der Rest (Umsteigezeiten, Taktungen, Zwangsräumung von überfüllten Zügen) nicht stimmt, so haben sie nun einen revolutinären Lösungsansatz für die überfüllten Züge gefunden:

Größere Züge (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bahn-will-mit-laengeren-zuegen-zwangsraeumungen-vermeiden-a-1203883.html)

Da hätte ich auch noch einen Vorschlag:

https://verschwiegenegeschichtedrittesreich.files.wordpress.com/2017/01/breitspurbahn-normalspurvergleich.jpg?w=616&h=194

Breiter ist besser. :D

Acht mal, andere Länder kriegen sowas auch hin, siehe Schweiz, japan, Frankreich... warum hakts bei denen weniger im Zugverkehr als bei uns.

Opprobrium
2018-04-20, 19:16:53
Da hätte ich auch noch einen Vorschlag:

https://verschwiegenegeschichtedrittesreich.files.wordpress.com/2017/01/breitspurbahn-normalspurvergleich.jpg?w=616&h=194

Breiter ist besser. :D

Acht mal, andere Länder kriegen sowas auch hin, siehe Schweiz, japan, Frankreich... warum hakts bei denen weniger im Zugverkehr als bei uns.
Die ICs haben sie ja teilweise schon auf doppelstöckige Züge ähnlich den roten Reginalbahnen geändert. Nur haben sie dabei auch gleich die Länge der Züge gefühlt mehr als halbiert :rolleyes:

Grivel
2018-04-21, 13:41:26
Es geht darum, dass gerade mit Baby und schwangere Frau immer etwas unvorhergesehenes passieren kann. Mit dem Auto kein Problem, fährt man halt später, nimmt noch einen Umweg um nochmal wo ran zu fahren... Mit Bahn ohne Flexibilität nicht möglich. Was soll daran unsachlich sein? Ich kenne keine Familie die ernsthaft 600€ Bahnticket einer Autofahrt vorzieht. Und was heißt höchstpreis? Das ist der normalpreis, denn die DB für eine solche Fahrt vorsieht. Bin ich der einzige, der das überteuert findet? Der höchstpreis wäre in der 1. Klasse gewesen.

Grivel,
Was meinst du damit? Ich hab schonmal wegen einer zugverspätung fast die ganze Nacht auf einem Bahnhof festgesessen. Das brauch ich mit Frau, Kind, Gepäck nicht wirklich mitten im Nirgendwo.
Lies die FAQ zu den Fahrgastrechten. Dir wäre eine Unterkunft oder sogar ein taxi bezahlt worden. Hat ein Zug auf deiner Verbindung 60 minuten verspatung, zahlt dir die DB schon etwas(25% glaube ich) Desto mehr Verspätung desto mehr.
Verpasst du einen Anschluss Zug, kannst du jeden anderen nehmen. Das ist alles sehr fair!

Mosher
2018-04-24, 05:22:37
Oh, wie überaus großzügig. Hilft mir allerdings sehr viel, wenn ich mal wieder im ICE festhänge, keinerlei Auskunft bekomme, und sich wegen 90 Minuten Verspätung eine Kette an Ereignissen in Bewegung setzt, wegen derer ich die Fahrt eigentlich auch hätte bleiben lassen können. Aber zum Glück muss ich dann das Hotel, in das ich erschöpft nur noch zum schlafen einchecke, um am nächsten Tag gleich mit dem ersten Zug zurückzufahren, nicht bezahlen.
Das kompensiert das permanente Risiko signifikanter Verspätungen natürlich.

Grivel
2018-04-24, 19:18:24
Wie reist du denn, wenn du keinen Zug nimmst?

Welche Strecken färhst du denn in der Regel?

Welche Uhrzeiten?

Wie oft?

Buchst du dafür im Vorraus? Denn hier ging es um Spartickets, nicht jemand der anscheinend eine Kaskade einsetzen hat, wenn er 90 Minuten Verspätung hat.

Damit ich da auch eine passende Antwort liefere und nicht böse reinschiesse.

Mosher
2018-04-26, 15:19:14
Wie reist du denn, wenn du keinen Zug nimmst?

Auto, Flugzeug


Welche Strecken färhst du denn in der Regel?


Gegend Nürnberg <-> Frankfurt 5 mal / Jahr, alle Uhrzeiten
Gegend Nürnberg <-> Hamburg 2 mal / Jahr, alle Uhrzeiten
Gegend Nürnberg <-> Stuttgart 2 mal / Jahr, alle Uhrzeiten

Und bin ein paar Jahre lang ca. jedes zweite WE von Erlangen nach Regensburg gependelt. Nachmittags.



Buchst du dafür im Vorraus? Denn hier ging es um Spartickets, nicht jemand der anscheinend eine Kaskade einsetzen hat, wenn er 90 Minuten Verspätung hat.

Was soll das heißen? Weil es ein Sparticket ist, sind Verspätungen nicht so schlimm, weil ist ja billig?
Jemand, der nichts vom Sparpreis weiß und den normalen Preis zahlt, kommt mit dem gleichen Zug pünktlicher an?
Zu Stoßzeiten muss es mich nicht wundern, wenn es zu Verzögerungen kommt? Wirbt die Bahn nicht sogar damit, dass man damit dem Stau entgeht? Teufel <--> Beelzebub?

Wie viele Minuten Verspätung pro % Rabatt habe ich zu akzeptieren?

Weiterhin ist der Preis der DB auch mit Sparpreis oft nicht der attraktivste unter allen Alternativen. In vielen Konstellationen ist das Auto immer noch günstiger und für meine Bedürfnisse einfach besser.

Veeegie
2018-04-27, 15:59:29
Alles scheiße:freak:

Flixbus

Yggdrasill
2018-04-27, 19:34:19
Alles scheiße:freak:

Flixbus
Flixbus ist bei mir keine Option seit mich mal einer überholt hat. In einer Autobahnbaustelle bei 90km/h Tacho (80km/h vorgeschrieben) und 2m auf der linken Spur. Solchen Idioten vertraue ich nicht mein Leben an.

Da hier viel zu selten Positives über die DB steht: Meine regelmäßigen Wochenendverbindungen Berlin-Arnstadt sind absolut unproblematisch, trotz massiver Bauarbeiten in Halle und Leipzig. Überpünktliche Züge, teilweise 15min vor Abfahrtszeit in Berlin schon da und keinerlei Ärger auf der gesamten Strecke.

Geächteter
2018-04-27, 20:14:13
Flixbus ist bei mir keine Option seit mich mal einer überholt hat. In einer Autobahnbaustelle bei 90km/h Tacho (80km/h vorgeschrieben) und 2m auf der linken Spur. Solchen Idioten vertraue ich nicht mein Leben an.

Die Fahrer sind keine Idioten, die stehen nur ganz unten in der Nahrungskette und unter fürchterlichem Druck.
Blame the system.

Edith:
Gut, wenn man das ganze Konstrukt Fickbus mit Idioten meint, dann passt es wieder.

Yggdrasill
2018-04-27, 20:33:01
Wo ist das Problem? Auf der rechten Spur ist @ Baustellen-Abschnitten auch nicht mehr Platz. Eher sollte es dir zu denken geben, dass Du von Bussen überholt wirst ;D
Das Problem ist das ein Bus im Normalfall über 2 m breit ist. Rechte Spuren in Baustellenabschnitten sind für LKW und Busse ausgelegt, eine 2 m Spur nicht. Selbst moderne PKW gehören da oft nicht hin! Ja, ich kann (und musste) ausweichen aber solche gefährlichen Regelverstöße kann ich nicht gutheißen. Ganz besonders nicht weil damit der größte Mangel von Fernbussen gegenüber der DB offensichtlich wird: Der Mangel an Sicherheit und die Inkaufnahme der Gefährdung von Menschenleben auf Kosten des Profits.
Man kann über die DB sagen was man will aber gefährliche oder tödliche Unfälle passieren durch das rigide Regelwerk verdammt selten. Diese Kontrolle und der Druck fehlt bei den Busunternehmen und dann gilt: Zeit ist Geld und es wird schon nichts passieren.

Das ich von einem Bus überholt werde gibt mir übrigens nicht zu denken, dafür habe ich angesichts des Fahrstils vieler Verkehrsteilnehmer keine Kapazität mehr.

Yggdrasill
2018-04-27, 20:40:01
Die Fahrer sind keine Idioten, die stehen nur ganz unten in der Nahrungskette und unter fürchterlichem Druck.
Blame the system.
Mach ich auch, siehe vorherigen Post. Wer angesichts der Verantwortung gegenüber den Fahrgästen gefährliche Situationen provoziert, hat nichts auf diesen Posten verloren. Da werde ich schon hart im Ton weil dieses Verhalten idiotisch ist.

Geächteter
2018-04-28, 11:00:47
Mach ich auch, siehe vorherigen Post. Wer angesichts der Verantwortung gegenüber den Fahrgästen gefährliche Situationen provoziert, hat nichts auf diesen Posten verloren. Da werde ich schon hart im Ton weil dieses Verhalten idiotisch ist.
Mir hat mal ein Taxifahrer, der auch Billig-Fernbus fährt, gesagt, du wirst bei genügend Druck einfach mit der Zeit so. Du denkst da nicht mehr groß nach, du siehst, dass es auf der einen Seite stockt, die Alarmglocken schrillen, du ziehst raus, du verschaffst dir Platz, du hast einen Tunnelblick, die anderen sind nur noch lästige Hindernisse.
Weil große Verspätung bedeutet auch, dass der Fahrerwechsel nicht nach Plan läuft inkl. Lenk- und Ruhezeiten, also noch mehr Verspätung. Ist quasi eine Art Kriegserlebnis. Fernbusfahren ist noch mehr Stress als ein Lkw, weil man mit den 100 km/h ständig auf Lkw auf der rechten Spur aufläuft, man kann sich aber nicht erlauben, lange mit 8x km/h zu fahren und muss selbst auf ner 2-spurigen Autobahn möglichst sofort beim Auflaufen auf die linke Spur. Man ist quasi nur am Seitenspiegelglotzen und überlegen, wann ist es der beste Zeitpunkt rauszuziehen, Dauerstress tagsüber pur. Einige entwicklen sogar ne PTSD.

Eisenoxid
2018-04-28, 13:06:18
Woran liegts eigentlich das die DB es nicht so hinkriegt wie andere Firmen in Japan oder sonst wo?

Mangelts an Geld?

Infrastruktur veraltet?

Wird zu viel Gewinn in die eigenen Taschen gesteckt als in den Netzausbau zu stecken und die Technik zu modernisieren?

Die Streckenstruktur in D ist einfach ein total chaotischer Flickenteppich. Alle Züge (Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr) nutzen großteils die gleichen Strecken/Gleise. Und dieses "Mischnetz" ist imo der Hauptgrund für die vielen Verspätungen. Ein kleiner Fehler bewirkt einen Domimoeffekt, wodurch gleich zig Züge betroffen sind.

Frankreich hat z.B. ein dediziertes Hochgeschwindigkeitsnetz nur für den Fernverkehr. Die Stecken werden nur von Hochgeschwindigkeitszügen befahren, und sind entsprechend ausgelegt. Die sind gerade und laufen nicht durch kleine Dorfbahnhöfe. In Japan ists ähnlich.

Dazu kommen bei der DB natürlich noch die Probleme technischer und personeller Natur. Am fehlenden Geld kanns imo nicht liegen. Gibt ja schließlich genug staatliche Subventionen für die Bahn.

Imo sollten solche infrastrukturell wichtigen Unternehmen (neben der Bahn also z.B. auch Strom- und Telekommunikationsanbieter) gemeinnützig sein müssen: Gewinne dürften nicht abgeschöpft werden, sondern müssten reinvestiert, oder zurückgelegt werden.

Geächteter
2018-04-28, 15:09:10
Der Eisenbahn-Nahverkehr beispielsweise ist in Frankreich alles andere als gut (ausgebaut).
Zudem gibt Deutschland nicht gerade sehr viel Geld für Eisenbahninfrastruktur im EU-Vergleich pro Kopf aus und es versickert viel Geld durch Vettern- und Misswirtschaft.

https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/eu-ranking-deutschland-knausert-beim-schienennetz/

Opprobrium
2018-05-09, 15:53:27
Das ist genial von der Bahn, die regt die Fahrgäste zum Nachdenken an :crazy: