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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Fairtrade" - Eure Erfahrungen und Tipps...


Zafi
2015-10-22, 22:03:56
Um es Vorweg zu nehmen, ich habe keine guten Erfahrungen mit Fairtrade gemacht. ;( Vor 1-2 Jahren hatte ich mal einen Fairtrade-Tee gekauft. Ich glaube ein Beeren/Früchte-Tee, doch er hatte keinen Geschmack. Zumindest nicht nach Früchte. Und den Geschmack den er hatte, war eher Schimmlig, Erdig. Einige Zeit später hatte ich Fairtrade-Kaffee ausprobiert und wieder schlechte Erfahrungen gemacht. Nicht ganz so schlimm, aber wie ein Kaffee, den man trinken will, hat der nicht geschmeckt.

Aktuell habe ich mir einen Fairtrade-Schal und Fairtrade-Schuhe gekauft. Der Schal ist ok, aber ich glaube, da kann man ohnehin nicht viel falsch machen. Die Schuhe (Winterstiefel) sind dagegen gewöhnungsbedürftig. Sie bestehen aus Naturkautschuk (riecht süsslig nach Kaugummi, wusste ich gar nicht) und aus Bio-Baumwolle. Ich hab sie noch nicht eingelaufen, kann sie also nicht wirklich beurteilen, aber was mich jetzt schon stört, ist, dass sie im Fersenbereich keine Stütze nach hinten bieten. Nicht so, wie man es von normalen Boots kennt, die man auch tragen könnte, ohne sie zuzubinden.

Was mich bei Fairtrade auch stört, ist die Auswahl. Die meisten Fairtrade-Klamotten sind Hippie-Style oder super teure Designer-Ware. Solch 0815-Normalo-Klamotten gibt es kaum. Da muss man lange für suchen. Und wenn man was findet, dann gibt es hier und da Mankos. Auch muss man aufpassen, dass man nicht beschissen wird. So habe ich mal eine Jacke gesehen, die für 300 Euro angeboten wurde. Und weil der Name sehr speziell war, habe ich sie durch googeln auch für 80 Euro entdeckt. Die günstige 80 Euro Variante war angeblich Fairtrade, die teure 300 Euro Variante dagegen nicht... :confused:

Falls jemand schon etwas länger im Fairtrade-Jungle unterwegs ist und mir ein paar Tipps geben kann, wie man gut und günstig Fairtrade kaufen kann (ja, günstig. Ich bin kein Krösus, der mal 300 Euro für ein paar Socken hinlegen kann), dann wäre ich dankbar.

maximAL
2015-10-22, 22:24:41
Na richtig billig wirds mit Fairtrade natürlich nicht. Aber auch nicht unbedingt teurer als Produkte von großen Marken.
Was Kleidung angeht habe ich zuletzt hier (http://shop.populi-mode.de/) viel gekauft (im Laden, nicht online). Nudie Jeans für 100€, aber klasse Qualität. Hemden kosten so 80-100, brauche ich aber eh selten. Socken für 10€, Unterhosten für 20€...
Meistens trage ich T-Shirts von Continental Clothing, hauptsächlich von da (https://www.nikkifaktur.de/).
Lebensmittel kaufe ich auch stinknormal im Supermarkt, wobei ich immer zwischen Regional und Bio/Fairtrade abwäge. Aber schlechte Qualität kaufe ich auch nicht - in Deutschland scheinen beispielsweise keine vernünftigen Äpfel zu wachsen.
Kaffee allerdings dann doch von der lokalen Rösterei, aber das ist dann auch ein Luxusprodukt und eine 250g Tüte für knapp 10€ reicht einen Monat.

Korfox
2015-10-23, 07:56:17
Mit fair gehandelten Klamotten habe ich keine Erfahrung (DaWanda könnte hier aber eine gute Anlaufstelle sein, zumindest um handgefertigte Ware aus fairen Rohstoffen zu kriegen).

Ich habe in früheren Tagen auch schonmal fair gehandelten Kaffee und Tee ausprobiert und war auch absolut nicht begeistert. Der Tee war Gunpowder der übelsten Sorte, der Kaffee sauer und unbekömmlich.
Inzwischen gehe ich da einen etwas anderen Weg und suche garnicht mehr bei den "Fair-Trade-Riesen".
Meinen Kaffee kaufe ich (online) bei einer kleinen Rösterei (darf man hier werben? Röst.ART (https://www.roestart.de/onlineshop/index.html)). Alleine die Tatsache, dass hier teils Kaffee von einer Hazienda angeboten wird, die 20ha Boden haben (natürlich nur, wenn gerade Kaffee von denen da ist und dann nur solange der Vorrat reicht und recht teuer) und dass im Café, dass auch betrieben wird, ausschließlich faire Produkte angeboten werden, spricht für mich dafür, dass der Kaffee auch fair ist. Ich habe auf der Website aber jetzt auch die Schnelle nichts dazu gefunden.

Bestimmte Tees kaufe ich mir auch beim kleinen Teeladen (Gu Tee (http://www.gutee-haus.de/)). Auch die kann ich mir, muss ich zugeben, nicht immer leisten. In dem Teeladen, in dem ich dann einkaufe, kennt die Besitzerin viele der Plantagenbesitzer persönlich. Es wird häufig noch sehr traditionell gearbeitet und der Jahresertrag liegt bei lediglich einigen 100kg.
Z.B. gibt es da einen Steintee (Oolong), aus dem Hochland, der erstmal per Huftier mehrere Tage bis zum nächsten Ort transportiert wird, bevor es dann auf >= 4 Rädern weitergehen kann. Wenn hier die Qualität der Jahresernte Mal nicht stimmt, dann gibt es in dem Jahr eben keinen Tee.

Für mich gehört auch die lokale Wirtschaft zu fairem Handel.
Mein Fleisch ist ausschließlich Boeuf de Hohenlohe, Schwäbisch-Hällisches Landschwein und Geflügel vom selben Erzeugerkreis, sowie Wild aus dem lokalen Wald.
In allen Fällen wird der Erzeuger nicht nur kostendeckend am Erlös beteiligt. Bei Milch ist es für mich bisher ein kleines Dilemma. Ich versuche halt immer die gute "faire" Milch zu kriegen, bei der der Landwirt 10 Cent mehr pro Liter bekommt. Aber ich weiß nicht, ob das wirklich kostendeckend ist.

Achja - zum Obst:
Bei uns ist es so, dass viele Landwirte Regale direkt an der Straße stehen haben. Da ist eine Geldkasette angebracht und das saisonale Obst liegt halt grad drin. Äpfel gibt es das ganze Jahr, sonst gibt es nach Jahreszeit Mirabellen, Aprikosen, Kirschen, Trauben, Birnen, Pflaumen - und Kartoffeln, Nüsse, Tomaten. Man sucht sich dann was aus, wirft den Betrag in die Kasse und gut ist.
Meistens kommt man hier preiswerter weg, als im Supermarkt und unterstützt trotzdem die lokale Landwirtschaft (es fallen ja 2-4 Zwischenhändler weg).

downforze
2015-10-23, 08:42:27
Milch für einen euro würde ich noch mitmachen. Mein geld ist aber nicht dazu da, halb afrika und südamerika zu retten. Im prinzip ist fairtrade ein eingeständnis dafür, dass die lobbyarbeit der anbauer nicht funktioniert und der endkunde dafür zahlen soll. Und mal davon abgesehen vertraue ich dem handel sowieso nicht. Davon landet sicher nichts bei den bauern.

Flyinglosi
2015-10-23, 08:45:09
Mir wurde die Thematik in den letzten Jahren im privaten Umfeld immer wieder aufs Auge gedrückt, allerdings geht mir alleine die Bezeichnung ansich auf den Wecker.

Ich muss da immer an eine Doku denken, welche ich mir an nem Themenabend in einer lokalen Chocolaterie ansehen durfte/musste. Da haben sich alle selbst auf die Schulter geklopft weil die Kakaobohnen jetzt "fair" gehandelt werden und sich die Bauern in dem betreffenden Dorf nun statt Lehmhütten unverputzte Ziegelbaracken leisten können. :freak:

Man hätte das Siegel "nicht ganz so unmenschlich" nennen sollen. Aber mir steigt der Blutduck wenn dann Leute aus Mitteleuropa glauben es wäre fair wenn sie dem Afrikaner jetzt den doppelten Hungerlohn zahlen, frei nach dem Motto "dort ist das ja viel Geld" :rolleyes:

Der Preis ansich wäre mir aber ziemlich egal. So schwer verdiene ich mein Geld nicht (und selbst wenn nicht wärs kein Grund andere auszubeuten) und ich wäre bereit Leute für ihre Arbeit fair zu entlohnen, wenn es denn möglich wäre.

sei laut
2015-10-23, 09:16:05
Milch für einen euro würde ich noch mitmachen.
Richtig geile Milch bekommt man kaum für weniger. ;)

Das "Fairtrade" Siegel mutet sowieso wie eine Farce an.
Ich hab Gepa Kakao mal probiert, der war in der Tat auch nicht so gut.
Der von Rapunzel dagegen schmeckt schon sehr gut. Genauso wie die Rapunzel Schoki.

Bei Kaffee habe ich den von Lebensbaum und bin damit auch glücklich. Auch der Tee von denen ist super.

Aber: Keiner dieser genannten nutzt das Fairtrade Siegel - was auch ok ist, sollen nicht das Geld für etwas rauswerfen, was ihnen nichts bringt.
Fairtrade Siegel scheint was für Firmen zu sein, die Marketing technisch was damit bewirken wollen. (Ben & Jerries.. *hust* )

Fair hergestellte Kleidung ist allerdings schwierig. Meine Socken habe ich meist von Trigema, da in Deutschland produziert und qualitativ super. Aber Trigema hat halt die Ausrichtung auf Sport. In vielen anderen Bereichen steht man da dumm da.

Korfox
2015-10-23, 09:32:52
@Flyinglosi: Ich finde den doppelten Hungerlohn immernoch besser, als den Hungerlohn. Ansonsten triffst du irgendwie das Problem auf den Kopf: Ich habe halt nur die Wahl zwischen einfachem oder doppeltem Hungerlohn.

@sei laut:
Die Nuss-Nougat-Creme von GEPA ist superlecker, finde ich.

Wie gesagt: in meinen Augen erstreckt sich fair trade nicht auf arme Staaten, sondern auch auf meine direkte Nachbarschaft.
Mal nebenher: Milch kann "kostendeckend" produziert werden, wenn der Landwirt 41,62 Cent/kg erhält. Durchschnittlich erhält der Landwird (bzw. erhielt im letzten Winter) 35,45 Cent pro kg...
Zahle ich 1.-/Liter, dann knappsen da noch Supermarkt, Logistiker und Molkerei ihren Gewinn ab. Ich denke, da bleiben für den Landwirt 45-50 Cent übrig. Dann muss das schon ein ziemlich großer Betrieb sein, wenn man davon leben will.
Ich denke, die "faire" regionale Milch bei uns im Supermarkt kostet 1,10-1,20 rum - immernoch wenig für den Bauern.

Wurschtler
2015-10-23, 10:05:26
"Fairtrade" ist moderner Ablasshandel. Beruhigung fürs Gewissen.

Da halte ich BIO für sinnvoller, da gibts teilweise echte Mehrwerte und dort bekommen die Produzenten i.d.R. genauso mehr Geld.
Wobei Billig-Bio teilweise auch fraglich ist. Die Kontrolle bei sowas (egal ob Bio oder Fairtrade) ist immer so eine Sache.

Milch kaufe ich z.B. nur mit Demeter-Siegel. (ist ohne Homogenisierung und ohne "länger haltbar")
Das ist die beste Milch, die man im Supermarkt kaufen kann. Kostet deutlich über 1€, ist aber jeden Cent wert. (noch besser ist nur Bio-Rohmilch direkt vom Bauer)

Unyu
2015-10-23, 10:41:04
Fairtrade ist so sinnvoll/sinnlos wie Bio oder "Frei von Gentechnik". Es ist nicht besser, aber der Produzent, d.h. nicht der Arbeiter, bekommt mehr. Aus Unternehmensicht ein Traum, man kann sich endlich von der Konkurrenz abheben.

Finanzierbar ist das ganze nichtmal für Grüne Wähler, sofern es den in allen Lebenslagen einen fairen Handel gäbe. Doch der größte Teil der Produkte kommt nicht mit Fairtrade daher. Es gibt kein Fairtrade iPhone. Auf Fairtrade Kaffee zu setzen und diesen von Aldi zu kaufen ist schon ein starkes Stück. Mehr Selbstbelügen ist kaum möglich.

Beuten wir den einen aus, um dem anderen mehr zu geben, große Klasse! Am Ende stehen trotzdem beide, der Kassierer und der Kaffeeplantagenarbeiter, doof da. Hauptsache das Gewissen ist beruhigt dann muss sich an den Lebensumständen auch nichts weiter verbessern.

Wurschtler
2015-10-23, 10:57:00
Fairtrade ist so sinnvoll/sinnlos wie Bio oder "Frei von Gentechnik".

Was BIO angeht muss ich widersprechen.
Für (echte) BIO-Produkte muss die Landwirtschaft komplett umgestellt werden.
Noch viel weiter gehen andere Siegel wie "Demeter" oder "Bioland".
Auch das Tierwohl und die Umwelt stehen dabei im Vordergrund.

Das sind vor allem bei den höherwertigeren Bio-Produkten (also nicht die vom Aldi) auch Unterschiede, die man schmeckt.

Hast du schon mal Fleisch von "langsam gewachsenen" Tieren gegessen?
Solches Fleisch hat eine ganz andere Konsistenz, es ist viel zarter.
Oder Demeter-Milch? Probiers mal aus, der geschmackliche Unterschied zu konventioneller Milch ist wirklich deutlich.

RaumKraehe
2015-10-23, 11:12:37
Aus meiner Sicht sagt Fairtrade nichts über die Qualität von Produkten aus, deshalb verstehe ich den Anfangspost nicht so richtig.

Fairtrade ist ja keine "Marke" im eigentlichen Sinne. Der gleiche Schal kann konventionell verkauft werden und auch mit einem Faitrade Siegel. Es bleibt dabei aber der gleiche Schal.

Prinzipiell finde ich eine solche Idee wie "Fairtrade" recht gut nur denke ich, wie bei allen Dingen die irgend welche Siegel bekommen, am Schluß wird doch wieder betrogen und belogen und von der eigentlichen Idee bleibt nicht viel übrig.

Kundschafter
2015-10-23, 11:44:15
Moin !

Fairtrade kaufe ich gelegentlich, je nach "Bedarf" und nach ein wenig Recherche, ob der Anbieter was "taugt". Wenn es denn dann gar nicht schmeckt...naja, werde ich überleben.

BIO hingegen kaufe ich so weit wie es irgendwie geht. Als Vegetarier brauche ich bei der Herkunft der Tiere im Bezug auf Fleisch auf nichts achten, ist seit 2005 nicht mehr mein Ding. Bei Milch-Produkten (Käse etc.) sowie Eier gibt es nur das beste, was ich für mich finde. Schaffe es leider zum Veganer nicht, das ist selbst mir zu krass.
Als ich aktiv mit Tierschutz begann, ist mir dann stellenweise die Kinnlade runter geklappt, was auch hier so los ist. Bis dahin war ich allerdings auch "Tierleichenfresser". Muss jeder selber wissen, was er tut. Mir geht es besser denn je, sagen auch meine Blutwerte mit Ü50.

Bekleidung..hm..ganz schwere Kiste. Ich empfehle da mal den Film vom ZDF, 37 Grad, Gift auf unserer Haut. Ich kaufe nichts bei KiK und Co., aber ganz besonders auf meiner Hass-Liste stehen Firmen mit "Pelz" jeglicher Art. Meist extrem brutal ermordete Hunde und Katzen in China.

Sorry, ist schon wieder OT.

Zum Thema...ich lese viel im I-Net und schaue halt, wo ich Infos herbekomme.

In diesem Sinne...schönes WE.

RaumKraehe
2015-10-23, 11:51:34
Moin !
Bei Milch-Produkten (Käse etc.) sowie Eier gibt es nur das beste, was ich für mich finde.

Hier würde mich mal ehrlich interessieren wie du denn "das Beste" für dich definierst bzw, in wie weit kannst den Beurteilen das du nun wirklich "das Beste" vor dir zu liegen hast. Machst du das über den Preis? Oder schleppst du immer ein Labor mit dir herum? Prüfst du beim Bauern die Produktionsbedingungen und sortierst dir dort "das Beste" vor Ort raus?

Würde ich also konventionelle Kartoffeln für 1,- € das Kilo kaufen und schick machen und einfach, obwohl es nicht stimmt ein Bio-Siegel drauf kleben, den Preis auf 10,- € anheben dann hätte ich quasi "das Beste" Produkt für dich?

Warum ich das Frage: Ich will natürlich auch "das Beste" für mich. Nur ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie ich bei einer Kartoffel "die Beste" von allen finden soll.

Surrogat
2015-10-23, 11:54:53
Gepa hat hier in Wuppertal ein Fabrikverkauf, war da aber noch nie
Ab und zu kauf ich mal ne Schoki von Fairtrade oder Gepa, schmecken mir meist besser als Milka oder sowas, man darf aber keinen Riesenunterschied erwarten.

Korfox
2015-10-23, 12:35:58
Hier würde mich mal ehrlich interessieren wie du denn "das Beste" für dich definierst bzw, in wie weit kannst den Beurteilen das du nun wirklich "das Beste" vor dir zu liegen hast. Machst du das über den Preis? Oder schleppst du immer ein Labor mit dir herum? Prüfst du beim Bauern die Produktionsbedingungen und sortierst dir dort "das Beste" vor Ort raus?

Würde ich also konventionelle Kartoffeln für 1,- € das Kilo kaufen und schick machen und einfach, obwohl es nicht stimmt ein Bio-Siegel drauf kleben, den Preis auf 10,- € anheben dann hätte ich quasi "das Beste" Produkt für dich?

Warum ich das Frage: Ich will natürlich auch "das Beste" für mich. Nur ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie ich bei einer Kartoffel "die Beste" von allen finden soll.
Bei Eiern schmeckt man zum Beispiel, womit das huhn gefüttert wurde :D
Eier mit Fischgeschmack sind bah.

Palpatin
2015-10-23, 12:38:02
Teste zur Zeit den Bio Fairtrade Earl Grey Tee von Lidel. Kommt geschmacklich nicht an den Eilles ran den ich normal trinke, kostet aber halt auch nur 1/3.

Unyu
2015-10-23, 12:46:59
Was BIO angeht muss ich widersprechen.
Für (echte) BIO-Produkte muss die Landwirtschaft komplett umgestellt werden.
Bio suggeriert besser, gesünder und umweltfreundlicher zu sein.

Keines der Punkte hat einen direkten Zusammenhang mit Bio. Um das ganze Jahr über Bio aus der Region anbieten zu müssen, muss gekühlt werden. Bei dem Energieaufwand kann man auch gleich Unbio aus Neuseeland nehmen.

Ob es den Tieren besser geht? Tja wer kontrolliert das schon. Hoffentlich Niemand, den das muss am Ende der Steuerzahler, also auch Nicht Bio Kunden bezahlen.

Bio Gemüse heißt nicht es ist völlig unbehandelt. Statt Pestiziden gibts eben Kupfer.

Hast du schon mal Fleisch von "langsam gewachsenen" Tieren gegessen?
Solches Fleisch hat eine ganz andere Konsistenz, es ist viel zarter.
Oder Demeter-Milch? Probiers mal aus, der geschmackliche Unterschied zu konventioneller Milch ist wirklich deutlich.Gute Produkte brauchen imho kein allgemeines, nichtssagendes Siegel. Man kann gute Produkte auch ohne Siegel kaufen, wenn man daran Interesse/das Geld hat. Zu deiner Frage: Nein, ich habe kein großes Interesse an Fleisch und Milch.

RaumKraehe
2015-10-23, 12:51:05
Bei Eiern schmeckt man zum Beispiel, womit das huhn gefüttert wurde :D
Eier mit Fischgeschmack sind bah.

Du schlürfst die also vor dem Kauf im Laden um das zu testen?

maximAL
2015-10-23, 13:12:30
Fair Trade bedeutet auch nicht zwangslaeufig, dass die Produkte in Drittweltlaendern hergestellt und die Arbeiter einfach ueberdurchschnittlich bezahlt werden. Gerade Fair Trade Kleidung wird meist eben nicht in Bangladesch etc. hergestellt sondern in "sicheren" Staaten wie Italien, Portugal oder auch Deutschland. Oft heisst Fair Trade dann nicht viel mehr, als das man sich an die jeweiligen (vergleichsweise hohen) Standards haelt. Aber genauso gut kann man natuerlich auch darauf achten, dass die Sachen nur in entwickelten Staaten hergestellt werden.

Haarmann
2015-10-24, 06:08:18
Fairtrade Kaffee - ja

Das wars dann eben auch... dort wird das Produkt durch das Label verbessert.

Korfox
2015-10-26, 08:28:58
Du schlürfst die also vor dem Kauf im Laden um das zu testen?
Klar. Du nicht?
Einmal gekauft weiß man halt zukünftig, was da verfüttert wird und meidet es. Gerade Bio-Eier-Artgerechte-Hühner werden übrigens recht häufig mit Fischmehl gefüttert.
Teste zur Zeit den Bio Fairtrade Earl Grey Tee von Lidel. Kommt geschmacklich nicht an den Eilles ran den ich normal trinke, kostet aber halt auch nur 1/3.
Ja, und BIO-Karotten kosten 20ct/kg und 40ct pro Pfund Hackfleisch sind auch definitiv artgerecht und bio.
Ernsthaft artgerechte (oder bio) Produkte, dich ich kenne (und bei denen man zur Not mal eben unangemeldet hinfahren und schauen kann, wie es da wirklich läuft), sind - unabhängig von Siegeln irgendeiner Art - teurer, als "Markenprodukte".
Ich weiß jetzt nicht, was für ein FairTrade-Siegel der Lidl-Tee hat, aber bei dem "Bio-Siegel" kann man sich ja einfach Mal die Zertifizierungsbedingungen durchlesen und sich überlegen, zu welchem Schluss das beim findigen Massen-Landwirt führt. (Ich habe nichts gegen Siegel, die 'auf dem Weg dahin' belegen, ich habe aber etwas dagegen, wenn es missbraucht wird)

Argo Zero
2015-10-26, 08:34:59
Warum wird daraus so eine Raketenwissenschaft gemacht? Aus der Heimat kaufen, wenns geht direkt beim Bauer, und der Handel ist fair auch ohne irgendwelchen Siegel wie Bio oder sonst was.
Fleisch hole ich aus der Rhön, dort kann ich die Viecher theoretisch auf der Weide / im Stall besuchen fahren. Ansonsten einfach informieren woher das Produkt kommt, unabhängig irgend eines Siegels. Den Energie-Labels im PKW Bereich traut ja auch keiner blind.