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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Deutsche Bahn noch ganz dicht?


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Käsetoast
2018-12-10, 09:19:51
Möchte das Thema nutzen, um mir ein wenig Luft zu schaffen wie bescheiden ich diese ganze Streikerei bei der Bahn finde. Ich bin da ein wenig der Ansicht, dass das so einfach nicht ablaufen kann / darf. Es gibt Menschen, die sind ein wenig von der Bahn abhängig bzw. wie jetzt führt der Bahnstreik ja auch zu einem Chaos auf den Straßen, so dass da noch viel mehr Menschen von betroffen sind. Bei einem derartigen Massentransportsystem dürfen solche Zustände eigentlich nicht herrschen - dazu ist das irgendwie zu wichtig um vom Streik einer der zahlreichen Gewerkschaften wie hier in NRW zeitweise komplett lahmgelegt zu werden...

Die Höhe des Ganzen ist meiner Meinung nach die Unberechenbarkeit gerade vom derzeitigen Streik. Ich kenne einige die, wären sie nicht darauf angesprochen worden, vom heutigen Streik nichts gewusst hätten. Nicht jeder scant die Nachrichten ständig nach potentiellen Streiks. Finde ich einfach unverschämt! Wenn die streiken wollen, dann finde ich ist es das Mindeste, dass die das mit ein wenig Vorlauf ankündigen und so bahntechnisch dann auch absehbar ist was fährt und was nicht. So erfährt man dann eben, dass "morgen" ein Streik ist und irgendwas nicht fahren wird, aber keiner weiß Genaues. Das es auf Totalausfälle hinausläuft wie heute ist dann das was man da dann automatisch antizipiert...

Nichts gegen das Streikrecht an sich, auch wenn ich das bei einer Institution wie der Bahn schon fragwürdig finde (es wird ja auch nicht der Strom abgeschaltet wenn RWE bestreikt werden sollte - die Transportation der Bahn würde ich als für viele Menschen extrem wichtig ansehen und sollte deshalb nicht so leicht gestört werden können), aber die Fahrt mit der Bahn sollte für den Normalsterblichen schon planbar bleiben und so gehen kurzfristige Aktionen wie jetzt einfach gar nicht... :frown:

Fragman
2018-12-10, 09:28:52
Möchte das Thema nutzen, um mir ein wenig Luft zu schaffen wie bescheiden ich diese ganze Streikerei bei der Bahn finde. Ich bin da ein wenig der Ansicht, dass das so einfach nicht ablaufen kann / darf. Es gibt Menschen, die sind ein wenig von der Bahn abhängig bzw. wie jetzt führt der Bahnstreik ja auch zu einem Chaos auf den Straßen, so dass da noch viel mehr Menschen von betroffen sind. Bei einem derartigen Massentransportsystem dürfen solche Zustände eigentlich nicht herrschen - dazu ist das irgendwie zu wichtig um vom Streik einer der zahlreichen Gewerkschaften wie hier in NRW zeitweise komplett lahmgelegt zu werden...

Die Höhe des Ganzen ist meiner Meinung nach die Unberechenbarkeit gerade vom derzeitigen Streik. Ich kenne einige die, wären sie nicht darauf angesprochen worden, vom heutigen Streik nichts gewusst hätten. Nicht jeder scant die Nachrichten ständig nach potentiellen Streiks. Finde ich einfach unverschämt! Wenn die streiken wollen, dann finde ich ist es das Mindeste, dass die das mit ein wenig Vorlauf ankündigen und so bahntechnisch dann auch absehbar ist was fährt und was nicht. So erfährt man dann eben, dass "morgen" ein Streik ist und irgendwas nicht fahren wird, aber keiner weiß Genaues. Das es auf Totalausfälle hinausläuft wie heute ist dann das was man da dann automatisch antizipiert...

Nichts gegen das Streikrecht an sich, auch wenn ich das bei einer Institution wie der Bahn schon fragwürdig finde (es wird ja auch nicht der Strom abgeschaltet wenn RWE bestreikt werden sollte - die Transportation der Bahn würde ich als für viele Menschen extrem wichtig ansehen und sollte deshalb nicht so leicht gestört werden können), aber die Fahrt mit der Bahn sollte für den Normalsterblichen schon planbar bleiben und so gehen kurzfristige Aktionen wie jetzt einfach gar nicht... :frown:

Auf genau diese Einstellung verlässt sich die Bahn hier, so wird von deren Seite immer gepokert. Eine Lösung dafür gibt es nicht. Der Bahnkunde könnte sich mit den Streikenden solidarisieren, dann würde die Bahn sehen, das sie das nicht auf dem Rücken ihrer Kunden austragen lassen kann und sie wäre viel eher bereit, zu verhandeln, schon im voraus.

w0mbat
2018-12-10, 09:35:46
Wenn Die Bahn keine AG wäre und die Angestellten Beamten, hätten wir das Problem nicht. Tja, selber Schuld wenn man alles privatisieren muss.

Dunkeltier
2018-12-10, 09:45:28
Wenn Die Bahn keine AG wäre und die Angestellten Beamten, hätten wir das Problem nicht. Tja, selber Schuld wenn man alles privatisieren muss.


Hab ich mir gerade auch gedacht, früher war das wegen der Beamten nicht so. :rolleyes:

Käsetoast
2018-12-10, 11:01:07
Auf genau diese Einstellung verlässt sich die Bahn hier, so wird von deren Seite immer gepokert. Eine Lösung dafür gibt es nicht. Der Bahnkunde könnte sich mit den Streikenden solidarisieren, dann würde die Bahn sehen, das sie das nicht auf dem Rücken ihrer Kunden austragen lassen kann und sie wäre viel eher bereit, zu verhandeln, schon im voraus.
Ich denke umgekehrt bestünde das gleiche Problem. Die Gewerkschaften würden dann ihre Stellung ausnutzen so wie du es beim Verhalten der Bahn beschreibst. Die Streiks wären trotzdem da und der Dumme wäre nach wie vor der Kunde...

Komisch fand ich auch, dass in den Medien irgendwie nichts davon stand, dass jetzt Verhandlungen laufen. Selbst einige die viel Zeitung und dergleichen lesen hatten nicht auf dem Schirm, dass da gerade was läuft das wieder derart aus dem Ruder laufen kann. So kam der Streik bzw Totalausfall jetzt ziemlich aus dem Nichts und so wie man das kennt wird das nicht der letzte Streik gewesen sein bzw wenn die Gewerkschaft durch ist steht ggf die nächste auf der Matte und tritt eine neue Streikwelle los...

Als jemand, der häufig Bahn fährt (auch wenn ich momentan nicht von den Streiks betroffen bin) finde ich die Situation da einfach unbefriedigend...

/dev/NULL
2018-12-10, 11:07:03
Ist eine kurze Vorlaufzeit bei Streiks nicht gewünscht? Eben damit der bestreikte KEINE Ersatzkräfte besorgen kann und Auswirkungen spürt?

Der Streik war doch zumindest seit Samstag in diversen Medien? Komplettausfall zumindest heute früh im Radio zu hören?

Im Endeffekt nen zweischneidiges Schwert. Niemand will vom Streik betroffen sein, aber jeder findet gut was der Streik dann am Ende bringt.. mehr Geld, Tarifabschlüsse, ein Zeichen von "nicht weiter so".

Immerhin haben die hier keine Steine geschmissen oder Züge angezündet *nach Frankreich schiel*

Käsetoast
2018-12-10, 11:38:03
Ja, ist irgendwo zweischneidig. Habe auch Samstag davon gehört - aber auch mehr aus Zufall. Ich scanne am Wochenende die Medien nicht nach solchen Meldungen für Montag ab. Das mit der Kurzfristigkeit verstehe ich ein Stück weit, aber den Kunden quasi null Möglichkeit zu geben zu reagieren finde ich blöd. Im Endeffekt ist es wahrscheinlich schon richtig, dass man Dinge wie die Bahn nicht privatisieren und ganz dem Kapitalismus überlassen sollte. Auf gewisse Dinge sollte man sich schon verlassen können...

Daredevil
2018-12-10, 11:40:56
Das muss man sich halt dann gefallen lassen als Bahn...

VvU7AqRplMU

deekey777
2018-12-10, 12:14:15
Es gab Zeiten, da hat man einfach die Tagesschau um 20:00 schaut.

Da Fre@k
2018-12-10, 15:10:21
Also wenn man erst um 20:15 Uhr die Tagesschau guckt, kann man von den Nachrichten ja nichts mitbekommen.

interzone
2018-12-10, 15:22:14
normalerweise gab es bei den letzten Streiks immer einen Notfallfahrplan, so dass nicht komplett alle Strecken brach lagen.
Ich hatte also heute morgen die Bahnseite angesteuert, und mich über meine Verbindung informiert. Bingo - fährt!
Erst am Bahnhof bekam man die Info, dass nichts mehr geht.
Extrem lustig und ganz großes Kino, wenn nicht mal Servicemitarbeiter abgestellt sind, die die Infos rausgeben könnten.

deekey777
2018-12-10, 15:24:38
Also wenn man erst um 20:15 Uhr die Tagesschau guckt, kann man von den Nachrichten ja nichts mitbekommen.

Jaja. ;D

So lange die Botschaft ankommt.

Im Ernst:
Dass die Bahn bei solchen Streiks total versagt und nichts auf die Reihe kriegt, ist nicht neu. Genau wie Warnstreiks selbst, wobei diesmal viele Bereiche gestreikt haben, die für Informationen zuständig sind. Hier ist der Bahn Totalversagen zu bescheinigen.

Die eigentliche Frage ist:
Wie haben es die Bahnkunden das früher überlebt? Sind sie wie ein Zombie gegen die Wand gelaufen? Heute stehen so viele Möglichkeiten zu, sich zu informieren. Man könnte auch auf die verrückte Idee kommen und bei der Bahnauskunft anrufen (wenn sie nicht streikt).

normalerweise gab es bei den letzten Streiks immer einen Notfallfahrplan, so dass nicht komplett alle Strecken brach lagen.
Ich hatte also heute morgen die Bahnseite angesteuert, und mich über meine Verbindung informiert. Bingo - fährt!
Erst am Bahnhof bekam man die Info, dass nichts mehr geht.
Extrem lustig und ganz großes Kino, wenn nicht mal Servicemitarbeiter abgestellt sind, die die Infos rausgeben könnten.

Auf Welt.de heißt es, dass genau die mitgestreikt haben. Und die Bahn hat hier versagt, denn sie spielt genau so mit ihren Kunden, wie die Gewerkschaften. IMO ist das gewollt, denn den Kundenärger bekommen die Mitarbeiter vor Ort zu spüren, sprich: Es sind die Gewerkschaften schuld.

rokko
2018-12-10, 15:39:47
normalerweise gab es bei den letzten Streiks immer einen Notfallfahrplan, so dass nicht komplett alle Strecken brach lagen.

Wenn die Fahrdienstleiter streiken geht garnichts. Dann stehen alle Züge Notfallfahrplan hin oder her.:wink:

deekey777
2018-12-10, 16:01:44
Man holt sich Streikbrecher!

rokko
2018-12-10, 16:12:56
Streikbrecher funktionieren nicht in dem Fall.
Auf den Stellwerken egal welcher Bauart dürfen nur die Leute arbeiten die dort unterwiesen sind und geprüft wurden.

Man kann nichtmal die Fahrdienstleiter untereinander einfach austauschen.

interzone
2018-12-10, 17:17:45
Wenn die Fahrdienstleiter streiken geht garnichts. Dann stehen alle Züge Notfallfahrplan hin oder her.:wink:
Ist schon klar.
Trotzdem ist die Informationspolitik der Gewerkschaft beachtlich.
Man hat die Leute bewußt zu den Bahnhöfen gelassen, so dass es für das Suchen von Alternativen zu spät war.
Hätte ich nicht die Möglichkeit für's Homeoffice, wär das ein Urlaubstag gewesen.
Für Mitarbeiter "besonderer" Unternehmen wär's auch mal die Kündigung.

Mosher
2018-12-10, 17:38:28
Ein Argument mehr, warum ich meinen Mitarbeitern auch weiterhin Flugtickets zahlen werde.

Habe noch niemanden erlebt, den das gestört hätte ^^

Gut gemacht!

Sven77
2018-12-10, 17:42:47
Gott sei Dank streiken Flugbegleiter und Piloten nie ;)

Mosher
2018-12-10, 17:51:39
Dann kann man ja immer noch auf die Bahn ausweichen ;D

=Floi=
2018-12-10, 18:26:30
Nichts gegen das Streikrecht an sich, auch wenn ich das bei einer Institution wie der Bahn schon fragwürdig finde


gerade mit dem hinblick aud die energiewende!
Möchte man verkehr auf die schiene legen, muss man sich darauf verlssen. Das gilt auch für firmen!
Imho ist das das völlig falsche zeichen.

24p
2018-12-10, 18:32:53
Ja, ist irgendwo zweischneidig. Habe auch Samstag davon gehört - aber auch mehr aus Zufall. Ich scanne am Wochenende die Medien nicht nach solchen Meldungen für Montag ab. Das mit der Kurzfristigkeit verstehe ich ein Stück weit, aber den Kunden quasi null Möglichkeit zu geben zu reagieren finde ich blöd. Im Endeffekt ist es wahrscheinlich schon richtig, dass man Dinge wie die Bahn nicht privatisieren und ganz dem Kapitalismus überlassen sollte. Auf gewisse Dinge sollte man sich schon verlassen können...

Eben. Bei herkömmlichen privaten Unternehmen darf man es als Gewerkschaft nicht überreizen, da man sich sonst selbst per Pleite oder Umsatzeinbußen schadet. Bei der Bahn muss darauf keine Rücksicht genommen werden. Dazu kommt, dass dort der Arbeitskampf zu lasten Dritter mit einer Selbstverständlichkeit, die schon eine Frechheit ist geführt wird.

Geächteter
2018-12-10, 19:06:40
Streikbrecher funktionieren nicht in dem Fall.
Auf den Stellwerken egal welcher Bauart dürfen nur die Leute arbeiten die dort unterwiesen sind und geprüft wurden.
Man kann nichtmal die Fahrdienstleiter untereinander einfach austauschen.
Das ist auch sowas, weil diese Leute dort bezahlt werden bestenfalls wie ein Industrie-Hilfsarbeiter, glauben Externe, man könnte mal schnell irgendein anderen drausetzen. Dass es aber schnell um Sachschäden bis hin zu Personenschäden mit Verantwortung vorm Staatsanwalt mit dokumentierter Veranwortlichkeitskette bei Fehlern gehen kann, ist den meisten überhaupt nicht klar.

Dazu kommt, dass dort der Arbeitskampf zu lasten Dritter mit einer Selbstverständlichkeit, die schon eine Frechheit ist geführt wird.
Kannst du mal erläutern, wie das bei einem DL-Unternehmen dieser Art nicht zu Lasten Dritter geführt werden kann?
Ne Frechheit ist eher die DB AG zusammen mit dem Rest der Eisenbahnzunft, die die Streiks immer absichtlich provozieren, weil zieht ja nur den Unnmut der Kunden auf die Angestellten, aber nicht auf die Lenker der Firmen und auch nicht auf die oberste Instanz und Verantwortliche, des ganzen Theaters im ÖP(N)V, die Bundesregierung in Berlin.
Man könnte ja nix sagen, wenn man wie im ÖD bezahlt werden würde und auch die Entgelttabellen so wären, leider sind Abstände zum ÖD recht kräftig und werden immer größer, weil deren Abschlüsse besser sind. Bei der Eisenbahn wirst du als Angestellter einfach nur verarscht. Heute konnte man auch gut sehen, auf welchen Stellwerken noch Beamte waren.

24p
2018-12-10, 19:09:14
Kannst du mal erläutern, wie das bei einem DL-Unternehmen dieser Art nicht zu Lasten Dritter geführt werden kann?


Wettbewerb. Dann gehe ich eben woanders hin. Das hier betrifft halt einfach ein Großteil der dt. Infrastruktur.
Der Rest ist verständlich, aber keine Rechtfertigung Dritte hineinzuziehen.

Geächteter
2018-12-10, 19:15:51
Wettbewerb. Dann gehe ich eben woanders hin. Das hier betrifft halt einfach ein Großteil der dt. Infrastruktur.
Der Rest ist verständlich, aber keine Rechtfertigung Dritte hineinzuziehen.
Also quasi Streikverbot. Weil jeder Streik zieht dort Dritte rein.

24p
2018-12-10, 19:16:46
Liest du auch meine Beiträge?

Geächteter
2018-12-10, 19:31:47
Liest du auch meine Beiträge?
Ja. Du willst Wettbewerb, also Kleinstückelung des Netzes und des Fernverkehrs. (Nah- Güterverkehr sind ja schon heute bereits in der BRD zerstückelt und der Billigste gewinnt in der Ausschreibung. Dem Nahverkehrskunden bringt das aber finanziell nix, eher im Gegenteil, Fahrzeugausfall, Komforteinschränkungen, Verspätungen und Personalmangel, aber die Bundesregierung spart Steuergelder.)
Liegt 1. nicht in der Gewalt des Bahnangestellten dies zu tun, 2., Tarifenden könnten auch dort aber zeitlich zusammenfallen, 3. kannst du spätestens das Netzteilstück nicht parallel mit mehreren Unternehmen steuern (meine nicht das Befahren), sprich, hättest mittendrin ne Lücke, die dir die Reisekette zu deinem Zielort sprengt, auch wenn dort vielleicht nicht gestreikt wird.
Kurz, mindestens die Angestellten der Betriebszentralen und Fdl hätten Streikverbot oder müssten Beamte sein.

maximAL
2018-12-10, 19:34:08
Kannst du mal erläutern, wie das bei einem DL-Unternehmen dieser Art nicht zu Lasten Dritter geführt werden kann?
Indem man erstmal den Güterverkehr bestreikt?

Inwiefern wird die Bahn eigentlich beim Bestreiken des Regionalverkehrs geschädigt? Muss sie für ausgefallene Züge Geld an die Verkehrsverbünde zahlen?

Geächteter
2018-12-10, 19:41:06
Indem man erstmal den Güterverkehr bestreikt?

Inwiefern wird die Bahn eigentlich beim Bestreiken des Regionalverkehrs geschädigt? Muss sie für ausgefallene Züge Geld an die Verkehrsverbünde zahlen?
Ja, Pönale. Aber das bringt dem Kunden nix, manche Verbünde geben was zurück, aber absichtlich nur mit viel bürokratischem Aufwand und persönliches Abholen des Geldes. Pönale sparen eher der öffentlichen Hand Geld ein und gehen auf Kosten der Bahnangestellten.
Wie willst du den Güterverkehr zuerst bestreiken? Da fahren ja sowieso schon 60 Prozent Private rum, also mit den DB-Lokführern, zumal die meisten noch in der GDL, statt in der EVG ist, die diesmal alleine zum Streik aufgerufen hat, bringt das nix. Die EVG kann nur das Netz per se lähmen. Um dem Güterverkehr zu lähmen bzw. Enddruck bei dessen Kunden aufzubauen, müsste der Streik zeitlich auf mehrere Tage ausgeweitet werden, dann würde aber für mehrere Tage überhaupt kein Zug mehr fahren. Das gäbe ein Eklat bei den Pendlern, die BRD wäre am Ende, weil sich dann auch noch alles auf die Straße drängen würde. Rien ne va plus. Man kann froh sein, dass die EVG so pflegeleicht ist, weil die hat Potential mit ihren Fdl das ganze Land still stehen zu lassen.

24p
2018-12-10, 19:44:47
Ja. Du willst Wettbewerb, also Kleinstückelung des Netzes und des Fernverkehrs. (Nah- Güterverkehr sind ja schon heute bereits in der BRD zerstückelt und der Billigste gewinnt in der Ausschreibung. Dem Nahverkehrskunden bringt das aber finanziell nix, eher im Gegenteil, Fahrzeugausfall, Komforteinschränkungen, Verspätungen und Personalmangel, aber die Bundesregierung spart Steuergelder.)
Liegt 1. nicht in der Gewalt des Bahnangestellten dies zu tun, 2., Tarifenden könnten auch dort aber zeitlich zusammenfallen, 3. kannst du spätestens das Netzteilstück nicht parallel mit mehreren Unternehmen steuern (meine nicht das Befahren), sprich, hättest mittendrin ne Lücke, die dir die Reisekette zu deinem Zielort sprengt, auch wenn dort vielleicht nicht gestreikt wird.
Kurz, mindestens die Angestellten der Betriebszentralen und Fdl hätten Streikverbot oder müssten Beamte sein.

Wo schrieb ich, dass ich Wettbewerb fordere?

Es geht darum, dass die Bahn in Ermangelung dessen kein natürliches Gegengewicht zum Streikrecht fürchten muss. Die Folge ist ein Ausufernder Arbeitskampf und das von BEIDEN Seiten. Die Lösung wäre einfach das Streikrecht einzuschränken, zB auf den Güterverkehr. Den kompletten Schienenverkehr im Land lahmzulegen, um Druck auszuüben ist eine Frechheit sondergleichen und nicht das, was sich bei der Schaffung des Streikrechts gedacht wurde.
So wie ich deine Beiträge offenbar als einen der bei der DB arbeitet und das ganze noch unterstützt. Ich kann dieser Selbstgerechtigkeit nichts abgewinnen und bin da bei Leibe nicht der einzige.

Yggdrasill
2018-12-10, 21:29:02
... Die Lösung wäre einfach das Streikrecht einzuschränken, zB auf den Güterverkehr. ...
Mit Verlaub, aber du hast keine Ahnung von Schienenverkehr. Wo sollen denn die ganzen Güterzüge abgestellt werden?

Deine Forderung das möglichst niemand durch Streik eingeschränkt werden darf, kannst du in diesem Fall nur durch ein Streikverbot für Fahrdienstleiter erreichen und wenn man einmal anfängt die Streikrechte zu beschneiden, gibt es bald die nächsten Industrien die solche Sonderrechte für sich fordern. Da die DB jetzt als AG organisiert ist, fällt die unter "Privatwirtschaft", du könntest niemals schlüssig erklären warum dein Sonderfall nur bei der DB gelten darf aber nicht für andere Unternehmen. Wenn man darauf Wert legt das alles fährt hätte die DB halt staatlich bleiben müssen, Beamte dürfen nicht streiken. Sonst gelten gleiche Rechte für alle.

Das Hauptproblem wurde einfach durch die Privatisierung der Infrastruktur erzeugt. Das Problem sind nicht die Fdl oder ihre Gewerkschaft, die dürfen nämlich auch nur die verfehlte Bahnpolitik seit Mitte der Neunziger Jahre ausbaden. Aber anstelle das die DB die Arbeitsbedingungen und Löhne für diese extrem wichtige Gruppe deutlich verbessert, liefert sie sich lieber auf dem Rücken der Kunden Scharmützel mit der Gewerkschaft. Dabei hat die DB ein ernsthaftes Nachwuchsproblem in diesem Bereich und ein 3000€-brutto-Gehalt in München ist nicht unbedingt etwas das zur Problemlösung beiträgt.

Das die Gewerkschaft solche Forderungen stellen kann und die DB trotz Entgegenkommen dann doch wegen wenigen Punkten mit Streik konfrontiert zeigt doch das da alles schiefläuft. Die DB kann gar nicht mehr anders als faktisch die Forderung der Gewerkschaft abnicken weil sie gar keine Gegenargumente haben. Wenn denen jetzt kein Streik zur Arbeitsplatzverbesserung aufgezwungen wird, hast du in 5-10 Jahren in ganz Deutschland eine Situation wie in Mainz am Start. Willst du lieber das?

24p
2018-12-10, 21:42:04
Die DB gehört dem Bund und ist Monopolist. Das ist nur auf dem Papier privatwirtschaftlich. Zur Sonderstellung schrieb ich bereits etwas.

rokko
2018-12-10, 21:43:15
Die Lösung wäre einfach das Streikrecht einzuschränken, zB auf den Güterverkehr.
Also von der Idee her im Prinzip der richtige Ansatz. Nur wird das nicht funktionieren. Da sich Personen und Güter die gleichen Gleise teilen müssen.
Durch jahrzehntelangen Rückbau und fehlendem Neubau von Strecken ist die Option vom Tisch.


Den kompletten Schienenverkehr im Land lahmzulegen, um Druck auszuüben ist eine Frechheit sondergleichen und nicht das, was sich bei der Schaffung des Streikrechts gedacht wurde.
Nein das ist keine Frechheit. Den Schienenverkehr lahmzulegen ist doch einzige Möglichkeit der Mitarbeiter um Druck auf den Arbeitgeber auszuüben.
Welche Alternativen hätten sie denn sonst? 3h lang keine Fahrkarten verkaufen? Na da wird der Arbeitgeber aber zittern.

Wenn bei anderen Großunternehmen gestreikt wird erachtet jeder Bürger das als "verständlich". Bau,Chemie,Metall,Agrar usw.
Da stört sich dann auch keiner daran das tausende Liter Milch in den Abfluss gekippt werden.

Die ganze Misere hätte man vermeiden können. Allerdings wette ich ich das selbst die EVG von dem Ausmaß dieses Warnstreiks überrascht war.
Der letzte Arbeitskampf der EVG war 1993. Das ist immerhin über 25 Jahre her.
Man darf die EVG da auch nicht mit der GdL verwechseln.

Yggdrasill
2018-12-10, 21:58:48
Die DB gehört dem Bund und ist Monopolist. Das ist nur auf dem Papier privatwirtschaftlich. Zur Sonderstellung schrieb ich bereits etwas.
Und du denkst das wird irgendeinen anderen Konzern davon abhalten sich ebenfalls in eine Versorger- oder Infrastrukturrolle mit solchen Streiksonderrechten einzuklagen, weil es könnten ja Kunden vom Strom getrennt werden oder wichtige Kommunikationwege könnten ausfallen?

MooN
2018-12-10, 23:21:49
Welche Alternativen hätten sie denn sonst? 3h lang keine Fahrkarten verkaufen? Na da wird der Arbeitgeber aber zittern.

Naja, so ähnlich... (https://www.businessinsider.de/ein-bahnstreik-kostet-reisende-zeit-und-nerven-dabei-ginge-es-auch-ganz-anders-wie-ein-blick-nach-japan-zeigt-2018-12)

schokofan
2018-12-10, 23:30:28
Und du denkst das wird irgendeinen anderen Konzern davon abhalten sich ebenfalls in eine Versorger- oder Infrastrukturrolle mit solchen Streiksonderrechten einzuklagen, weil es könnten ja Kunden vom Strom getrennt werden oder wichtige Kommunikationwege könnten ausfallen?

Man muss hier überhaupt nicht irgendwelche Konzerne bemühen. Ein beträchtlicher Teil unserer Infrastruktur wird durch Angestellte betrieben, wenn dann demnächst mal wieder die Müllabfuhr streikt platzt 24p vermutlich der Kopf.

drdope
2018-12-11, 00:19:42
Mann stelle sich mal vor, es würden mal eine(n) Tag/Woche alle Pflegekräfte/Ärzte streiken... oder Polizei/Feuerwehr, oder Erzieher/Lehrer... was dann wohl hier los wäre...

=Floi=
2018-12-11, 03:08:27
Welche Alternativen hätten sie denn sonst? 3h lang keine Fahrkarten verkaufen? Na da wird der Arbeitgeber aber zittern.


Bei jedem zug zur sicherheit polizei im wagen, aber das würde der DB sicher mehr wehtun, wenn den ganzen tag keiner die fahrkarten kontrollieren würde!
Keiner der kunden würde verprellt. Die züge wären brechend voll im sommer mit vorankündigung.

Semmel
2018-12-11, 07:26:41
Naja, so ähnlich... (https://www.businessinsider.de/ein-bahnstreik-kostet-reisende-zeit-und-nerven-dabei-ginge-es-auch-ganz-anders-wie-ein-blick-nach-japan-zeigt-2018-12)

Die Pendler fahren doch überwiegend mit Zeitkarten.
Die hätten davon nichts.

tobife
2019-01-27, 22:05:01
Ich frage mich manchmal echt, was bei der Bahn abgeht.

Hier werden ab 04.02.2019 zwei Wochen lang Bauarbeiten bei der Bahn ausgeführt.

So weit, so gut.

Es wird zu Gleissperrungen und Fahrplanänderungen kommen.

So weit, so gut.

Was nicht gut ist: An den Gleisen hängt nur eine allgemeine Bekanntmachung, sonst nichts.

Für weitere Informationen soll man die Aushangfahrpläne nutzen. Was gibt es noch nicht? Richtig: Die Fahrpläne.

Weiterer Hinweis der Bekanntmachung: Informationen im Internet unter....
Im Internet steht auch noch nichts.

Zusammengefasst: 2 Wochen Ausfälle, Gleissperrungen, Schienenersatzverkehr....
1 Wochenende gar kein Zugverkehr....
Und noch nirgendwo eine Info.

Ich bin gespannt, wann die Infos verfügbar sind, damit man planen kann.

Fragman
2019-01-27, 22:09:22
Ich frage mich manchmal echt, was bei der Bahn abgeht.

Hier werden ab 04.02.2019 zwei Wochen lang Bauarbeiten bei der Bahn ausgeführt.

So weit, so gut.

Es wird zu Gleissperrungen und Fahrplanänderungen kommen.

So weit, so gut.

Was nicht gut ist: An den Gleisen hängt nur eine allgemeine Bekanntmachung, sonst nichts.

Für weitere Informationen soll man die Aushangfahrpläne nutzen. Was gibt es noch nicht? Richtig: Die Fahrpläne.

Weiterer Hinweis der Bekanntmachung: Informationen im Internet unter....
Im Internet steht auch noch nichts.

Zusammengefasst: 2 Wochen Ausfälle, Gleissperrungen, Schienenersatzverkehr....
1 Wochenende gar kein Zugverkehr....
Und noch nirgendwo eine Info.

Ich bin gespannt, wann die Infos verfügbar sind, damit man planen kann.

Das Verhalten der Bahn ist vollkommen normal, ich kenne das auch gar nicht anders. Soll nur heissen, das ist nichts neues, nicht, das ich das gut finde.

tobife
2019-01-27, 22:16:32
Das Verhalten der Bahn ist vollkommen normal, ich kenne das auch gar nicht anders. Soll nur heissen, das ist nichts neues, nicht, das ich das gut finde.


Ich kenne das ja auch. Toll ist es trotzdem nicht.

Korfox
2019-01-28, 08:05:00
Ist doch noch 'ne ganze Woche Zeit...

rokko
2019-01-28, 08:30:34
Ist doch noch 'ne ganze Woche Zeit...
Ne so ein Informationsfluss geht trotzdem nicht.
Die Leute müssen schlieslich planen können.

Und solche Kundeninformationen sind Kleinigkeiten für so einen Riesenkonzern.

Korfox
2019-01-28, 08:39:37
Wieso?
welche Alternativen hat man denn zur deutschen Bahn (als Betreiber der Infrastruktur, um die es hier ja geht), wenn man nicht mit dem eigenen Vehikel fährt?

Immerhin wird es vorher angekündigt.
Meine Autobahnbaustellen, die z.T. 6 Jahre bestehen bleiben, wurden alle nicht angekündigt.

(Die Aussage von mir war natürlich nicht wirklich ernst gemeint... ich bin auch nicht begeistert, wie die DB agiert)

BigKid
2019-01-28, 08:54:33
Ich frage mich manchmal echt, was bei der Bahn abgeht.

Hier werden ab 04.02.2019 zwei Wochen lang Bauarbeiten bei der Bahn ausgeführt.

So weit, so gut.

Es wird zu Gleissperrungen und Fahrplanänderungen kommen.

So weit, so gut.

Was nicht gut ist: An den Gleisen hängt nur eine allgemeine Bekanntmachung, sonst nichts.

Für weitere Informationen soll man die Aushangfahrpläne nutzen. Was gibt es noch nicht? Richtig: Die Fahrpläne.

Weiterer Hinweis der Bekanntmachung: Informationen im Internet unter....
Im Internet steht auch noch nichts.

Zusammengefasst: 2 Wochen Ausfälle, Gleissperrungen, Schienenersatzverkehr....
1 Wochenende gar kein Zugverkehr....
Und noch nirgendwo eine Info.

Ich bin gespannt, wann die Infos verfügbar sind, damit man planen kann.
Wieso ? Die Denken einfach: Wer (immernoch) Bahn fährt hat keine Wahl. Der fährt auch nach dem Ersatzfahrplan und wenn wer dreimal solange unterwegs ist ;) ... Also reicht doch die Vorwarnung und den Rest erfährt er dann halt wenns soweit ist :freak:

Trap
2019-01-28, 22:13:16
Ne so ein Informationsfluss geht trotzdem nicht.
Die Leute müssen schlieslich planen können.

Und solche Kundeninformationen sind Kleinigkeiten für so einen Riesenkonzern.
Im Regionalverkehr sind vor allem die Verkehrsverbünde die Kunden, mit den Fahrgästen hat die Bahn dabei nur wenig am Hut.

tobife
2019-01-28, 22:45:14
Im Regionalverkehr sind vor allem die Verkehrsverbünde die Kunden, mit den Fahrgästen hat die Bahn dabei nur wenig am Hut.


Nichts desto trotz ist die Bahn in der Pflicht. Bahnhöfe, Gleise... gehören der Bahn.

Die Verkehrsverbünde haben da weniger mit zu tun.

Ach ja: Es gibt immer noch keine genaueren Infos.

maximAL
2019-02-13, 22:16:08
/del

ABIDAR
2019-03-18, 19:10:07
Kostenbewusstsein geht vor Pünktlichkeit: Deutsche Bahn spart Strom
https://www.focus.de/finanzen/news/lokfuehrer-packt-aus-wir-stellen-reisenden-den-strom-ab-um-keinen-aerger-zu-kriegen_id_10467092.html

DB definiert die Pünktlichkeit neu: 15 Minuten Verspätung gelten als pünktlich
https://www.focus.de/reisen/bahn/bei-deutscher-bahn-neues-puenktlichkeitssystem-mit-15-minuten-verspaetung-ist-ein-ice-noch-puenktlich_id_10430875.html

rokko
2019-03-18, 21:39:55
Den Artikel mit dem Stromsparen halte ich für Unsinn.
Personenzüge verbrauchen bei weitem nicht so viel ein schwerer Güterzug.

Ne 50W Steckdose abzuschalten um Strom zu sparen ist glatter nonsens.

deekey777
2019-04-03, 06:09:51
Kaum fahre ich mit der Bahn, gleich gibt es eine Verspätung von 20 Minuten wegen einer Türstörung. Das ist die erste Fahrt des ICE heute, wie kann das sein? Zum Kotzen.

Ich hätte auch eine Stunde später fahren können, dann hätte ich nur vier Minuten für den Umstieg.

Fragman
2019-04-03, 06:36:49
Das ist die erste Fahrt des ICE heute, wie kann das sein?

Kenn ich und auch hier muss ich sagen, scheint normal zu sein.
Bei offiziellen Ansagen hab ich aber oft das Gefühl, das die Random sind und man nicht viel drauf geben sollte, das die so auch stimmen. :D

deekey777
2019-04-03, 07:16:02
Gerade kam die Verspätungsbenachrichtigung per Email, dass ich den Anschlusszug nicht erreiche. Warum ich jedoch nicht darüber benachrichtigt werde, dass der Zug eine Verspätung hat, weiß nur die Bahn. Als ich so zehn Minuten vor Abfahrt kam, war von der Verspätung keine Rede, nur die App zeigte eine um drei Minuten spätere Abfahrt an, aber in Grün.

-Scud-
2019-04-03, 07:31:44
Türstörungen hatte ich auch oft. Vor allem beim ICE 4. Da hast du noch Glück, dass der Zug überhaupt den Bahnhof verlassen hat. ^^

tobife
2019-04-03, 07:35:33
Mein Zug fällt auch aus.
Die Information gab es erst nach der regulären Abfahrtszeit. Ich habe zwar genug Zeitpuffer eingebaut, aber das kann es nicht sein.

deekey777
2019-04-03, 13:26:01
Türstörungen hatte ich auch oft. Vor allem beim ICE 4. Da hast du noch Glück, dass der Zug überhaupt den Bahnhof verlassen hat. ^^
OT: ich sitze/fahre zum ersten Mal in einem ICE 4 (ICE 576), könnte noch eine Testfahrt sein.

Fragman
2019-04-03, 13:38:58
OT: ich sitze/fahre zum ersten Mal in einem ICE 4 (ICE 576), könnte noch eine Testfahrt sein.

ICE4, tja, das Ding ist wirklich ein Rückschritt vom Comfort her. Selbst die 1. Klasse hat Holzbänke Charme. Ka was da bei der DB schief läuft, oder ob das Siemens verkackt hat. Die sollen einfach den TGV herholen und gut ist.
Naja, der Damm ist ja eh gebrochen mit dem Kauf bei einer spanischen Firma für alternative IC Züge, da hab ich Hoffnung, das man sich endlich einen Ruck gibt. :D

-Scud-
2019-04-03, 13:41:40
OT: ich sitze/fahre zum ersten Mal in einem ICE 4 (ICE 576), könnte noch eine Testfahrt sein.

Lustiger Zufall: Genau mit dem ICE 576 fahre ich heute auch noch! :D

Korfox
2019-04-05, 06:55:47
ICE4, tja, das Ding ist wirklich ein Rückschritt vom Comfort her. Selbst die 1. Klasse hat Holzbänke Charme. Ka was da bei der DB schief läuft, oder ob das Siemens verkackt hat. Die sollen einfach den TGV herholen und gut ist.
Naja, der Damm ist ja eh gebrochen mit dem Kauf bei einer spanischen Firma für alternative IC Züge, da hab ich Hoffnung, das man sich endlich einen Ruck gibt. :D

Genau, setze du dich Mal in einen TGV und fahre dann damit nach deutschem Strecken- und Fahrplan durch einen Tunnel, der mehrgleisig in beide Richtungen befahren wird. Viel Spaß mit den Splittern im Gesicht.

Fragman
2019-04-05, 07:09:12
Genau, setze du dich Mal in einen TGV und fahre dann damit nach deutschem Strecken- und Fahrplan durch einen Tunnel, der mehrgleisig in beide Richtungen befahren wird. Viel Spaß mit den Splittern im Gesicht.

What? :confused:

Korfox
2019-04-05, 07:53:55
Zu Deutsch: Der TGV ist nicht auf die Druckverhältnisse ausgelegt, die entstehen, wenn er in einem Tunnel Gegenverkehr hat und befährt daher nur Strecken mit eingleisigen Tunneln.
Der ICE kann (und praktiziert dies auch) Tunnel mit Gegenverkehr befahren.

Wikipedia:
Im Gegensatz zum ICE verzichtete man beim TGV auch auf druckdichte Wagenkästen zur Vermeidung von plötzlichen Druckwechseln bei Tunneleinfahrten; die französischen Schnellfahrstrecken führen allerdings deutlich seltener durch Tunnel.
Was bei der Tunneleinfahrt unangenehm ist kann bei Gegenverkehr im Tunnel böse enden. Zumindest hat es mir damals (vor 17 Jahren... ich bin zu alt) der Mitarbeiter der SNCF so erklärt.

Fragman
2019-04-05, 08:43:33
Zu Deutsch: Der TGV ist nicht auf die Druckverhältnisse ausgelegt,

Das ist jetzt aber kein typisch deutsches Argument, damit alles so bleibt, wie es ist, oder? ;)

Gefahren bin ich mit dem TGV schon in Deutschland, das zum einen. Zum anderen wäre es sicher machbar, das zu ändern, falls das immer noch so ist.

deekey777
2019-04-05, 08:57:49
Lustiger Zufall: Genau mit dem ICE 576 fahre ich heute auch noch! :D
Noch so ein Zufall:
Mangelhafte Schweißnähte
ICE 4 muss nachgebessert werden (https://www.tagesschau.de/inland/deutsche-bahn-175.html)

Der Zug hat während der Fahrt (in Richtung Hannover) ein sehr unangenehmes Geräusch von sich gegeben, das mit Geschwindigkeit lauter wurde.

rokko
2019-04-05, 08:58:49
Für die Schweissnähte kann die DB aber nix.
Da ist der Hersteller für zuständig.

Korfox
2019-04-05, 11:48:20
Das ist jetzt aber kein typisch deutsches Argument, damit alles so bleibt, wie es ist, oder? ;)

Gefahren bin ich mit dem TGV schon in Deutschland, das zum einen. Zum anderen wäre es sicher machbar, das zu ändern, falls das immer noch so ist.
Nein ist es nicht, bzw. es ist nicht so gemeint. Du hast gesagt, sie sollen TGVs holen, ich habe erklärt, warum das aktuell nicht möglich wäre.
Wenn man in 30 Jahren die Infrastruktur so umgebaut hat, dass Tunnels nurnoch unidirektional befahren werden, oder die nächste TGV-Generation druckdichte Kabinen (was ja auch nicht zwingend angenehm ist) hat, dann können sie das gerne machen. Solange es diese Differenz zwischen Infrastruktur und Konstruktion gibt ist es halt nicht sinnvoll/möglich, das komplette ICE-Streckennetz per TGV abzudecken, sondern nur einen Bruchteil dessen.

Wenn du gemeint hast, dass sie innert der nächsten 30 Jahre auf TGVs wechseln sollen, dann wird mein Argument natürlich hinfällig, da das hinreichend Kapazitäten schaffen dürfte, sich anzunähern.

deekey777
2019-04-05, 12:29:04
Für die Schweissnähte kann die DB aber nix.
Da ist der Hersteller für zuständig.
Sagt auch niemand.

Aber bei der Bahn läuft so einiges falsch und das fängt schon bei der Beschaffung von Zügen bei ihren alten Kumpels an. Beim ICE 3 gab es erhebliche Probleme bei den Radsatzwellen, von denen auch der ICE T betroffen war. ICE TD war ein Fehlgriff. Die Einführung des ICE 3 (407) war recht abenteuerlich, eine Verzögerung nach der anderen.

Wenn es um (schnellen) Fernverkehr auf Schienen geht, dann ist die Deutsche Bahn weiterhin der Monopolist. Was so manchmal als IC vorfährt, ist nicht lustig. Die ICE-Flotte geht auf die 30 Jahre zu, hat ein ICE eine größere Störung, bricht so manche Strecke zusammen und führt zu weiteren Störungen "im Betriebsablauf".

GSXR-1000
2019-04-05, 16:00:10
Sagt auch niemand.

Aber bei der Bahn läuft so einiges falsch und das fängt schon bei der Beschaffung von Zügen bei ihren alten Kumpels an. Beim ICE 3 gab es erhebliche Probleme bei den Radsatzwellen, von denen auch der ICE T betroffen war. ICE TD war ein Fehlgriff. Die Einführung des ICE 3 (407) war recht abenteuerlich, eine Verzögerung nach der anderen.

Wenn es um (schnellen) Fernverkehr auf Schienen geht, dann ist die Deutsche Bahn weiterhin der Monopolist. Was so manchmal als IC vorfährt, ist nicht lustig. Die ICE-Flotte geht auf die 30 Jahre zu, hat ein ICE eine größere Störung, bricht so manche Strecke zusammen und führt zu weiteren Störungen "im Betriebsablauf".

Was du über die ICE Flotte sagst, gilt genauso für jede Fluglinie, Reederei etc.
Das ist solchen Strukturen inhärent, einfach, weil jedes Fahrzeug eine enorme Investition darstellt. Wieviel ICEs darf man sich denn deiner Meinung nach in Reserve stellen? Und wie soll man das finanzieren?
Wie gesagt, dieselbe Frage darfst du jeder Fluglinie oder Reederei stellen, die mit gleichen Problemen zu kämpfen haben.

Zu den Kumpels, ja du hast schon recht, Siemens ist so ein echter Saftladen, nur Kungelei und Vetternwirtschaft, und qualitativ kommt da nix.
Nur seltsam, das nahezu alle MEtrolinien etc auch in den Boomtowns Asiens, mit höchsten zuverlässigkeitsraten weltweit von ebendiesem Hersteller kommen. Das der TGV die qualitativ bessere Alternative ist, sehe ich auch nicht, und dieser Meinung sind auch die wenigsten Experten. Also gerade beim ICE durch eine solche Formulierung Vetternwirtschaft zu unterstellen, find ich schon ziemlich dreist.

maximAL
2019-04-06, 09:40:49
Auf dem Bahnsteig noch schnell ein Ticket in der App kaufen - Benutzername nicht mehr gültig, E-Mail Adresse verwenden?! Ok - geht trotzdem nicht. Passwort zurückgesetzt, auf der Bahnseite eingeloggt, aber die App geht immer noch nicht. Schnell zum Automaten gesprintet und ein Papierticket gekauft. Aber natürlich war die Eile völlig unnötig, denn der Zug fährt ohne Meldung 10 Minuten zu spät ein.
Gemessen an den ganzen Durchsagen zu verspäteten und ausgefallenen Zügen hatte ich da noch richtig Glück.

Colin MacLaren
2019-06-11, 07:18:46
Am Samstag Abend gebe ich den gewünschten Zielort in die Auskunft ein und buche ein Ticket für Sonntag Vormittag 10:37 Uhr. Fahrzeit 1h.

Am Sonntag um 09:37 Uhr erhalte ich eine Info-Mail, dass meine Verbindung nicht gefunden wurde und ich die Reiseauskunft bemühen soll. Das tue ich, jetzt mit Schienenersatzverkehr und Fahrzeit 2h.

Eine Recherche ergab, dass seit Wochen bekannt ist, dass auf der von mir gebuchten Strecke ab Samstag gebaut wird und SEV herrscht. Schon schwierig mit der IT.

xcv
2019-06-12, 11:14:22
Bin gestern mal wieder pünktlich angekommen. Hatte auch einen Sitzplatz ohne Reservierung. Von Kiel nach Frankfurt für 20€. Danke Bahn :)

Reaping_Ant
2019-06-13, 07:41:57
Da ich kuerzlich in Deutschland war, habe ich auch mal wieder etwas Erfahrungen mit der Bahn gesammelt.

Am Mittwochabend vor Christi Himmelfahrt von Stuttgart nach Augsburg. Ich hatte wegen des langen Wochenendes schon das Schlimmste erwartet. Allerdings hatte der Zug "nur" 10 Minuten Verspaetung und war weniger ueberfuellt als gedacht.
Dann eine Woche spaeter Freitag morgens von Leipzig nach Berlin. Mal wieder geaenderte Wagenreihung, diesmal gab es immerhin ausreichend frueh eine Durchsage dazu. Der Zug war bis kurz vor der Ankunft sogar puenktlich, stand dann allerdings ca. 15 Minuten ein paar hundert Meter vor dem Berliner Hauptbahnhof rum, weil dort alle Gleise belegt waren.

So gesehen mal wieder zwei von zwei Fahrten verspaetet, allerdings noch im Rahmen.

Was allerdings gar nicht geht, ist der Service: Waehrend ich in Stuttgart auf den Zug wartete, sprach ein anderer Fahrgast einen Bahnmitarbeiter an, ob er zu seinem Handyticket noch kurzfristig eine Sitzplatzreservierung zubuchen koenne. Lapidare Antwort des Mitarbeiters: "Sie koennen's ja versuchen, ich weiss aber auch nicht wie das geht." *Waerterhaeuschen Tuer zu*
Da kommt ein KUNDE und will GELD fuer eine DIENSTLEISTUNG bezahlen, und den Mitarbeitern geht es am Arsch vorbei.

Daredevil
2019-06-13, 09:13:15
Da es ( offensichtlich gerne mal überlastete ) Mitarbeiter sind und keine Aktionäre, kann man das manchmal schon verstehen.
Gestern Köln Dresden 1 Std Verspätung, aber war persönlich nicht so schlimm, hab eh noch Kram im Zug erledigt.

Dass ich dann aber in den völlig überfüllten SBahn Verkehr kam direkt nach dem Rammstein Konzert, war ein bisschen nerviger.

maximAL
2019-06-18, 21:23:56
Ich wollte am Sonntag in 2,5 Wochen mit dem Zug von einer zweiwöchigen Radreise zurückfahren. 5 Verbindungen durchprobiert, bei jeder keine Fahrradplätze mehr. Das bekommt man natürlich auch erst ganz zum Schluss angezeigt, nachdem man sich bis zur Kaufen-Seite durchgeklickt hat.
Und jetzt? 6,5 Stunden Flix Bus fahren :motz:
Wenigstens kostet das nur die Hälfte.
Aber die Bahncard wird sich dieses Jahr wieder nicht rechnen.

Edit: Auch am folgenden Montag alles dicht, inkl. der Verbindung die mit geringer Auslastung angegeben wird.

deekey777
2019-07-31, 09:01:35
Argh, fahre mit dem ICE von Göttingen nach Braunschweig und wundere mich, warum die Fahrt so lange dauert... da hätte ich genauso mit dem Nahverkehr fahren können. Dabei verlangt die Bahn den normalen ICE-Preis, obwohl die Fahrt nicht auf der Schnellfahrtstrecke (die wird ja erneuert) stattfindet, sondern auf der ganz normalen, dadurch dauert die Fahrt sogar länger als mit dem Nahverkehr, wo man umsteigen muss.

Korrektur: Mit dem ICE sind es 1:24, mit Nahverkehr und zweimaligem Umsteigen 1:44, davon 25 Minuten
Zeit zum Umsteigen.

Fragman
2019-07-31, 09:44:44
Argh, fahre mit dem ICE von Göttingen nach Braunschweig und wundere mich, warum die Fahrt so lange dauert... da hätte ich genauso mit dem Nahverkehr fahren können. Dabei verlangt die Bahn den normalen ICE-Preis, obwohl die Fahrt nicht auf der Schnellfahrtstrecke (die wird ja erneuert) stattfindet, sondern auf der ganz normalen, dadurch dauert die Fahrt sogar länger als mit dem Nahverkehr, wo man umsteigen muss.

Korrektur: Mit dem ICE sind es 1:24, mit Nahverkehr und zweimaligem Umsteigen 1:44, davon 25 Minuten
Zeit zum Umsteigen.

Alles um das Kreuz Hannover herum ist seit Jahren im Eimer.
Mit dem Sommerfahrplan haben sie aber zumindest endlich die Korrekturen in der Fahrzeit mit drin, sodass man im Zug unterwegs ist, statt auf Bahnhöfen zu stehen, also meistens. Dazu kamen ja Probleme mit dem ICE4, weshalb die alten wieder fahren mussten, die dann aber alle Nase lang technische Probleme hatten und dann zb im Speed deutlich reduziert fahren mussten.
Hannover auf der Schiene ist aktuell das Hamburg auf der Strasse. :D

Spasstiger
2019-08-02, 01:23:35
Ist es jetzt nach dem tödlichen Stoß durch einen geistig Verwirrten zum neuen Standard geworden, dass die S-Bahnen und Züge beim Einfahren in den Bahnhof ohrenbetäubende Signaltöne von sich geben? Sogar noch nach 0 Uhr, wenn man als Bahnhofsnachbar versucht, bei offenem Fenster zu schlafen.

tobife
2019-08-02, 06:56:41
Ist es jetzt nach dem tödlichen Stoß durch einen geistig Verwirrten zum neuen Standard geworden, dass die S-Bahnen und Züge beim Einfahren in den Bahnhof ohrenbetäubende Signaltöne von sich geben? Sogar noch nach 0 Uhr, wenn man als Bahnhofsnachbar versucht, bei offenem Fenster zu schlafen.


Ist hier nicht so. Keinerlei Signaltöne oder ähnliches.

sei laut
2019-08-02, 11:51:23
Ist hier nicht so. Keinerlei Signaltöne oder ähnliches.
Hier am Hauptbahnhof auch nicht.
Allerdings Durchsage, dass der Zug nun einfährt, das war aber immer schon so.

RaumKraehe
2019-08-02, 13:33:52
Ist es jetzt nach dem tödlichen Stoß durch einen geistig Verwirrten zum neuen Standard geworden, dass die S-Bahnen und Züge beim Einfahren in den Bahnhof ohrenbetäubende Signaltöne von sich geben? Sogar noch nach 0 Uhr, wenn man als Bahnhofsnachbar versucht, bei offenem Fenster zu schlafen.

Warum sollte das so sein? Und wie soll das helfen? Vieleicht finden ja bei schlicht Glaisbauarbeiten statt und dann gibt es automatische Signalanlagen die mit extrem lauten Tönen die Arbeitet darüber informieren das ein Zug im anmarsch ist?

/dev/NULL
2019-08-02, 14:10:44
Warum sollte das so sein? Und wie soll das helfen? Vieleicht finden ja bei schlicht Glaisbauarbeiten statt und dann gibt es automatische Signalanlagen die mit extrem lauten Tönen die Arbeitet darüber informieren das ein Zug im anmarsch ist?

Das würde ich auch vermuten. Bei Gleisarbeiten sind soweit ich weiß Signaltöne nötig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rottenwarnsignal

Spasstiger
2019-08-02, 18:22:09
Das würde ich auch vermuten. Bei Gleisarbeiten sind soweit ich weiß Signaltöne nötig:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rottenwarnsignal
Das macht Sinn, einer der Züge hatte dieses Mehrklangsignal.

Yggdrasill
2019-08-03, 00:01:37
Bei Rottenwarnanlagen sind das nicht die Züge die diese Töne geben, sondern separate Anlagen die zeitweise am Gleis angebaut/aufgestellt werden.

Anhand der Tonfolge kann man das Signal auch eindeutig identifizieren, die Ro-Signale wurden ja schon gepostet. Wenn die Züge selbst Signale geben können das dann nur noch die Zp-Signale (http://www.tf-ausbildung.de/SignalbuchOnline/zpsignale.htm) sein.

DerNostalgiker
2019-08-03, 15:41:35
Habt ihr such Probleme in der Android App das aktuelle Ticket aufzurufen?

medi
2019-08-06, 17:29:21
Bin nach Monaten mal wieder ICE die Strecke FFM-Dresden um 17:16 gefahren. Da rechtzeitig gebucht sogar 1. Klasse da nur 10€ Aufschlag zur 2. Klasse.

Extra einen Zug eher nach FFM gefahren um nicht rennen zu müssen und auch 30min vorher da gewesen. Und dann fings an...
Kurzer Check auf dem Handy: "Ärztliche Versorgung eines Passagiers." "Wiesbaden als Stopp fällt aus." "Überfüllung"
Kurz darauf die ersten Durchsagen: Wagen 22+23 gesperrt da Klimaanlage defekt. Wagen 31-38 direkt mal nicht vorhanden. Aufgrund großer Auslastung möge man bitte eine anderer Verbindung nehmen und sich einen 30€ Gutschein abholen.
Da ich erste Klasse + Supersparticket hatte kam das für mich nicht in Frage.
Die Ansage kam immer wieder, wurde aber größtenteils ignoriert.
Dann fuhr der Zug ein, die Leute alle rein und Plätze eingenommen.
Kaum saßen wir 3min kam die Durchsage: "Dieser Zug wird vorerst nicht losfahren. Bitte nutzen Sie die nächste Möglichkeit um18:15 auf Gleis 9"
Diese Durchsage kam dann alle 2-3min. Ich aber stoisch sitzen geblieben da ja noch 45min Zeit war bis 18:15. Ein paar Leute aus der 1. Klasse sind dann raus und scheinbar auch ne Menge aus der 2. denn gegen 17:40 fuhr der Zug dann einfach kommentarlos los.

Daraufhin mal den Zugbegleiter gefragt und scheinbar ist diese Vorgehensweise Trick17 damit ein Teil der Leute den Zug verlässt damit dieser nicht mehr überfüllt ist. Gut, dass ich zu bequem war frühzeitig auszusteigen und lieber noch den Sitzplatz und die Klima genießen wollte. :freak:

Achso, Kaffee gabs dann keinen an Board weil das Wasser alle war und eigentlich in Wiesbaden hätte aufgefüllt werden sollen :usad:

DerNostalgiker
2019-08-06, 18:21:22
Sonntag Nachmittag in Nürnberg:
"Der Lokführer versucht einem Batterie-Reset, bitte drücken Sie die Daumen dass es klappt" :freak:

Wenn ich durch den "Reboot" nicht meinen Anschlusszug verpasst hätte, wäre das gar nicht mal so uninteressant gewesen.

Kompletter ICE tot, kein Licht, keine Klima (was wirklich das unangenehmste überhaupt war da innerhalt weniger Minuten die Luft schlecht wurde), keine Türen.

Fusion_Power
2019-08-06, 18:32:40
Wurde nicht schon vor Jahren versprochen, dass die ganzen technischen Probleme angegangen werden? Scheint aber immer noch nichts passiert zu sein. Und kein Verantwortlicher im Knast? Ich denke da z.B. an die Ingenieure die es nicht schaffen eine funktionierende Klimaanlage in nen Zug einzubauen, die nicht ab 30°C Außentemperatur den Geist aufgibt. Wie haben solche Leute ihr Studium geschafft? Und warum geht sowaswie ne funktionierende Klimaanlage in Zügen in anderen (heißeren) Ländern problemlos?

Ich selberh atte wohl immer Glück. Bin Anfang der 2000er sehr viel und oft Bahn gefahren, auch ICE, die waren meißt pünktlich und haben eigentlich immer funktioniert, inclussive Neigetechnik. Also außer irgend einem Passagier wurde deswegen wieder mal schlecht und sie mußten die Neigetechnik deaktivieren...also eigentlich fast immer... :ugly:

24p
2019-08-06, 18:33:34
Kommt mir alles bekannt vor. Seit ich seit ca einem 3/4 Jahr meine Strecke (die ich oft befahren haben) fliege habe ich nicht ein einziges mal solche Probleme gehabt. Vorher gab es jede Fahrt irgendetwas.

deekey777
2019-08-06, 18:36:43
Alles um das Kreuz Hannover herum ist seit Jahren im Eimer.
Mit dem Sommerfahrplan haben sie aber zumindest endlich die Korrekturen in der Fahrzeit mit drin, sodass man im Zug unterwegs ist, statt auf Bahnhöfen zu stehen, also meistens. Dazu kamen ja Probleme mit dem ICE4, weshalb die alten wieder fahren mussten, die dann aber alle Nase lang technische Probleme hatten und dann zb im Speed deutlich reduziert fahren mussten.
Hannover auf der Schiene ist aktuell das Hamburg auf der Strasse. :D
Habe mein Onlineticket vom November 2017 gecheckt, Reisezeit etwas über 50 Minuten. Jetzt fast 90.

DerNostalgiker
2019-08-06, 18:40:19
Alles todgespart. Fahre auch seit Jahren ICE.
Früher waren mal 15-30 Minuten Verspätung drin.

Heute immer Probleme mit "Weichenstellungen" o.ä.

So klappts aber nicht mit der "Mobilitätsrevolution" alle sollen runter von der Strasse aber keiner will es bezahlen.

24p
2019-08-06, 18:45:04
Nicht nur das, sondern auch ausgebliebene Investitionen in die Infrastruktur.
Nur um den jetzigen Stand zu halten sind gewaltige Investitionen nötig. Eine Verbesserung wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Selbst wenn man noch viel mehr investieren wollte, würde das nichts nutzen, da die Kapazitäten bereits vollkommen ausgelastet sind. Egal, was hier bestimmte Parteien an Mobilitätswende auf der Schiene versprechen: Es ist schlicht unmöglich.

Fragman
2019-08-06, 19:16:02
Habe mein Onlineticket vom November 2017 gecheckt, Reisezeit etwas über 50 Minuten. Jetzt fast 90.

Bei mir sind es statt 5,5 jetzt 8 Stunden. Damit muss ich einen kompletten Urlaubstag als Reisetag nutzen, statt wie vorher eine Stunde früher aus dem Büro raus und dann Mitternacht zu Hause zu sein, das geht nicht mehr. Wobei die Herfahrt vor 1,5 Wochen nicht 8 sondern 11,5 Stunden gedauert hat da in Hannover 3 Züge ausfielen.

Egal, was hier bestimmte Parteien an Mobilitätswende auf der Schiene versprechen: Es ist schlicht unmöglich.

Ich will gar keine Prognose für die nächsten 10 Jahre abgeben, aber wenn ich die letzten 10 als Referenz heran ziehe, wird in 10 jahren kein Zug mehr fahren. :freak:

Der Sandmann
2019-08-06, 19:22:41
Vor 3 oder 4 Wochen stand in Wilhelmshaven alles still da kein Personal für das Stellwerk da war. Oder Fahrdienstleiter.

Urlaub, Krankheit und wohl kein Ersatz da.

Geächteter
2019-08-06, 19:45:06
Ich denke da z.B. an die Ingenieure die es nicht schaffen eine funktionierende Klimaanlage in nen Zug einzubauen, die nicht ab 30°C Außentemperatur den Geist aufgibt. Wie haben solche Leute ihr Studium geschafft?

Bisschen naiv? Man bekommt das, was im Lastenheft steht bzw. was der Auftraggbeber bereit ist zu zahlen.


Und warum geht sowaswie ne funktionierende Klimaanlage in Zügen in anderen (heißeren) Ländern problemlos?

Kann man nicht vergleichen, das eine sind arme Länder und Deutschland eben ein reiches Land. Bei der Eisenbahn kann man jeden Tag den Reichtum bestaunen, DB Netz ist so klamm, dass es nicht mal mehr für den Vegetationsschnitt mehr reicht, obwohl der outgesourced über ML-Sklaven verrichtet wird. Da merkt man das konstante Budget, aber die explodierenden Baukosten. Wenn der Trend anhält, gibts bald in dem Klimahüpferland mit Chefsache Murksel ne Eisenbahn, die einem Entwicklungsland ebenbürtig ist.

Fusion_Power
2019-08-06, 21:23:44
Bisschen naiv? Man bekommt das, was im Lastenheft steht bzw. was der Auftraggbeber bereit ist zu zahlen.

Gibt doch bei uns für alles Vorschriften, sicher auch dafür, dass ne Klimaanlage bei 30°C+ auch noch funktionieren muss. Und wäre ich Ingenieur, ich würde schon aus Prinzip nichts konstruieren, dass nix taugt, bzw. den, der sowas bewusst in Auftrag gibt, ernsthaft melden.


Kann man nicht vergleichen, das eine sind arme Länder und Deutschland eben ein reiches Land. Bei der Eisenbahn kann man jeden Tag den Reichtum bestaunen, DB Netz ist so klamm, dass es nicht mal mehr für den Vegetationsschnitt mehr reicht, obwohl der outgesourced über ML-Sklaven verrichtet wird. Da merkt man das konstante Budget, aber die explodierenden Baukosten. Wenn der Trend anhält, gibts bald in dem Klimahüpferland mit Chefsache Murksel ne Eisenbahn, die einem Entwicklungsland ebenbürtig ist.
Where is my money!?!? :freak:

Langlay
2019-08-06, 21:55:54
Und wäre ich Ingenieur, ich würde schon aus Prinzip nichts konstruieren, dass nix taugt, bzw. den, der sowas bewusst in Auftrag gibt, ernsthaft melden.


Dann wirst du hungrig sterben. Das ist ja nicht nur bei der Bahn so, es ist quasi überall so das die Anforderung so gut wie nötig ist und der Herstellungspreis so niedrig wie irgendwie möglich.

rokko
2019-08-06, 22:24:16
Vor 3 oder 4 Wochen stand in Wilhelmshaven alles still da kein Personal für das Stellwerk da war. Oder Fahrdienstleiter.

Urlaub, Krankheit und wohl kein Ersatz da.
Fahrdienstleiter kann man eben nicht einfach austauschen.
Dazu kommt dann der allg. Personalmangel.

Das kommt von jahrelangem von Politik verordnetem Gesundsparen.

Fusion_Power
2019-08-07, 00:02:54
Dann wirst du hungrig sterben. Das ist ja nicht nur bei der Bahn so, es ist quasi überall so das die Anforderung so gut wie nötig ist und der Herstellungspreis so niedrig wie irgendwie möglich.
Natürlich mußt man Kosten/Nutzen abwägen. Aber warum ist dann bei der Bahn trotzdem alles viel zu teuer? :freak: Wie gesagt, wo ist das ganze Geld?


Das kommt von jahrelangem von Politik verordnetem Gesundsparen.
Dachte die haben damals nur so übertrieben gespart, weil eine ganz bestimmte Person die Bahn auf Teufel komm raus an die Börse bringen wollte.

Yggdrasill
2019-08-07, 01:28:26
Natürlich mußt man Kosten/Nutzen abwägen. Aber warum ist dann bei der Bahn trotzdem alles viel zu teuer? :freak: Wie gesagt, wo ist das ganze Geld?

Da gibt es viele Gründe. Sinnlose Prestigeobjekte wie S21, Fehlplanungen wo man erst abreißt und dann wieder aufbaut, alter Fuhrpark und Techniken die sehr viel Aufwand bedeuten, ineffizienter Betrieb, Sicherheit und exponentiell steigende Kosten für neuere Methoden der Fahrwegssicherung bei geringem Mehrnutzen. Viele Vorschriften und Verfahrensweisen die zum Schutz der Fahrgäste dienen aber erheblichen Mehraufwand bei Planung, Bau und Betrieb verursachen. Generell hohe Kosten für den Bau von Infrastruktur bei Wildwuchs von Alt- und Neutechniken. Ein schönes Beispiel ist die Frage wie hoch ein neu gebauter Bahnsteig sein darf. Eigentlich ist das genau geregelt aber dann kommt die Frage welche Züge auf der Strecke verkehren und am Ende gibt es meist Kompromisslösungen. Bahnsteige werden mit mehreren Jahrzehnten Lebensdauer geplant und beeinflussen damit auch wieder die Anforderungen an neu zu entwickelnde Züge.

Dänemark hat das bei der Sanierung ihrer Bahnsicherungstechnik besser gelöst. Die haben ihr gesamtes Bahnnetz auf einen Schlag modernisieren lassen, es wurde Ost- und Westteil an je einen Hersteller vergeben. Ausrüstungsanforderung war ETCS-L2oS, damit entfallen schon mal eine ganze Menge Signale auf Strecke und man verwendet damit das zur Zeit modernste europäische Zugleitsystem. Sämtliche Wartungs- und Bedienungsanforderung sind damit weitgehend gleich und man braucht die Mitarbeiter nicht wie in Deutschland in zum Teil 5-6 verschiedenen Stellwerkstechniken zu schulen.

Mal ganz abgesehen von den Problemen bei S21 mit den Zulaufstrecken und der schöngerechneten Kapazität für den Bahnhof als auch der S-Bahn-Stammstrecke ist dieses Projekt allerdings ein besonderer Spezialfall. Dieses sinnlose Prestigeobjekt frisst sehr viel Geld was in der Breite besser angelegt wäre. Zum Vergleich: Die Modernisierung eines Bahnhofes einer ~170.000 Einwohnerstadt mit Ausrüstung der umliegenden Strecken im Umkreis von 20-30 km kostet am Ende 400 Millionen. Für die ursprünglich veranschlagten 4 Milliarden für S21 hätte man also 10 Bahnhöfe in Großstädten vollsanieren können. Jetzt natürlich noch mehr... :freak:

Ich will gar keine Prognose für die nächsten 10 Jahre abgeben, aber wenn ich die letzten 10 als Referenz heran ziehe, wird in 10 jahren kein Zug mehr fahren. :freak:
Es werden zumindest nicht deutlich mehr Züge fahren. Von Beginn der Planung bis Fertigstellung von relativ kleinen Baumaßnahmen (Umbau/Neubau mittelgroßer Bahnhof) sind ~10 Jahre Projektlaufzeit nicht ungewöhnlich. Bei größeren Projekten oder Kapazitätserweiterungen mit entsprechenden Kosten, Bauablaufverzögerungen oder Rechtsstreitigkeiten kann man da gut und gerne noch ein paar Jahre draufrechnen. Zusätzlich kommt dazu dass die Perspektiven in dieser Branche nicht gerade aufregend sind und dort eine generelle Überalterung stattfindet welche in den nächsten 10 Jahren jede Menge Experten in den Ruhezustand bringt, welche eigentlich für die Bauvorhaben benötigt werden.

Wenn der Trend anhält, gibts bald in dem Klimahüpferland mit Chefsache Murksel ne Eisenbahn, die einem Entwicklungsland ebenbürtig ist.
China ist mindestens auf gleichem Level, eher sogar besser aufgestellt. Die haben aber auch fleissig unsere Technik abgekupfert und kopiert. Damit kann man sich viele Entwicklungskosten sparen und steigt mit der eigenen Entwicklung gleich mal ein paar Stufen höher ein als wenn man alles von Beginn selber erforschen müsste.
Was man allerdings auch bedenken muss: Bei einer fast vollständigen Neuausrüstung eines Landes von Uralt-Technik zu modernen Techniken fallen ganz andere Grenz- und Opportunitätskosten an. Einer der Gründe warum die DB sich sehr lange gegen ETCS gesträubt hat war die bereits vorhandene LZB auf Schnellfahrstrecken in Deutschland. Diese Streckenausrüstung wieder abzureißen und mit ETCS zu ersetzen hätte nur geringfügige Verbesserungen bei hohen Kosten zur Folge. Da solche Ausrüstungen aber für Jahrzehnte geplant werden (der oben genannte Bahnhof hat ein Stellwerk was vor einigen Jahren den fünfzigsten Geburtstag hatte) sind zu häufige Investionen in neue Infrastrukturtechnologien Gift für den Betreiber.

rokko
2019-08-07, 09:26:13
Dachte die haben damals nur so übertrieben gespart, weil eine ganz bestimmte Person die Bahn auf Teufel komm raus an die Börse bringen wollte.
Ja das hing in dem Thema damit zusammen. Kosten pro Kilometer sparen.

Was heute fehlt wäre neben neuer Technik vor allem Strecke. Streckengleise würden spürbar Entlastung bringen vor allem hilfreich bei der Pünktlichkeit.
Das Problem dabei wird allerdings sein erstmal die Flächen dafür zu finden. Ich denke auf dem Gebiet wird sich erstmal nicht viel tun können.

Die Bahn kann sich zwar über die Preise und dem Kundenservice anstrengen aber letztlich bleibt das Kernproblem fehlender Strecke.

deekey777
2019-08-07, 09:47:56
Bei mir sind es statt 5,5 jetzt 8 Stunden. Damit muss ich einen kompletten Urlaubstag als Reisetag nutzen, statt wie vorher eine Stunde früher aus dem Büro raus und dann Mitternacht zu Hause zu sein, das geht nicht mehr. Wobei die Herfahrt vor 1,5 Wochen nicht 8 sondern 11,5 Stunden gedauert hat da in Hannover 3 Züge ausfielen.
:

Mein Bruder ist am Samstag nach Hannover zum Spiel H96 gegen Regensburg gefahren... ;(

Edit: Wobei hier der Vorfall in Hamburg-Harburg eher ursächlich war, bei dem der Reginalverkehr (Metronom) betroffen war. Aber Zugausfall ist Zugausfall.

CSI
2019-08-07, 10:54:18
Und warum geht sowaswie ne funktionierende Klimaanlage in Zügen in anderen (heißeren) Ländern problemlos?

Weil du Klimaanlagen anpassen kannst. Je mehr eine Klima leisten muss, umso teurer wird diese. Muss sie nur eine Außentemp von 30 Grad und 49% Luftfeuchtigkeit bewältigen, ist es was anderes als 35 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit. Oder 40 Grad mit extrem heißen Winden. Alles eine Frage der Kosten. Und da es in DE nicht heiß wird, muss dort laut DB nicht investiert werden.

Aber den schwarzen Peter kann man schön zB Siemens zuschieben, denn der gemeine Kritiker hinterfragt ja nicht. :freak:

Fusion_Power
2019-08-07, 21:50:05
Dänemark hat das bei der Sanierung ihrer Bahnsicherungstechnik besser gelöst. Die haben ihr gesamtes Bahnnetz auf einen Schlag modernisieren lassen, es wurde Ost- und Westteil an je einen Hersteller vergeben. Ausrüstungsanforderung war ETCS-L2oS, damit entfallen schon mal eine ganze Menge Signale auf Strecke und man verwendet damit das zur Zeit modernste europäische Zugleitsystem. Sämtliche Wartungs- und Bedienungsanforderung sind damit weitgehend gleich und man braucht die Mitarbeiter nicht wie in Deutschland in zum Teil 5-6 verschiedenen Stellwerkstechniken zu schulen.

Klingt gut, kopieren, umsetzen, freuen! :cool:
Völlig logisch dass die Bahn hier nicht mehr befördern kann wenn sie jetzt schon am Limit fährt. Wie sich das die Politiker denken, weil alle neuerdings die grüne Ader entdeckt haben, ist mir nach wie vor schleierhaft. DB sagt selber, alles was fahren kann, fährt auch. Wo sollen die zusätzlichen Kapazitäten dann herkommen wenn mehr Leute vom Auto/Flugzeug auf die Bahn umsteigen wollen?

Und da es in DE nicht heiß wird, muss dort laut DB nicht investiert werden.

Na super, wenn laut der Bahn hier alles im Rahmen ist, können die Klimaanlagen ja auch gar nicht kaputt gehen! :freak:
Kann mir nicht vorstellen, dass Züge, die durch Afrika fahren nun so viel teurer sind, nur wegen der anspruchsvolleren Klimatisierung. Hätte man hier gleich von Anfang an richtig gewerkelt, dann müßten die Dinger bei uns auch weniger gewartet werden, diese ganzen Ausfälle kosten ja auch Geld. Wäre recht fragwürdig wenn das von der bahn einfach Kalkül wäre, denn dann würde sich nie was ändern. Weil, das Klima ändert sich halt leider schon auch wenn die Bahn es ihm am liebsten verbietet. :rolleyes:

Opprobrium
2019-08-07, 22:46:52
Weil es hier glaube ich noch nicht verlinkt wurde:

Die Anstalt (https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-29-januar-2019-100.html) vom Januar zur Bahn und S21.

Geächteter
2019-08-08, 00:18:56
Na super, wenn laut der Bahn hier alles im Rahmen ist, können die Klimaanlagen ja auch gar nicht kaputt gehen! :freak:
Kann mir nicht vorstellen, dass Züge, die durch Afrika fahren nun so viel teurer sind, nur wegen der anspruchsvolleren Klimatisierung. Hätte man hier gleich von Anfang an richtig gewerkelt, dann müßten die Dinger bei uns auch weniger gewartet werden, diese ganzen Ausfälle kosten ja auch Geld. Wäre recht fragwürdig wenn das von der bahn einfach Kalkül wäre, denn dann würde sich nie was ändern. Weil, das Klima ändert sich halt leider schon auch wenn die Bahn es ihm am liebsten verbietet. :rolleyes:
Soviel teurer ist es auch nicht, aber die Masse macht's und man hat an allem den Rotstift angesetzt. Die Gewinne sind dann in private Taschen gewandert, Konsequenzen hat das für Manager und Politiker eh keine, die fleißig von Fleischpöstchen zu Speckpöstchen durchrevolvern.
An immense Folgekosten, um die Scheiße wieder gerade zu rücken, denkt da keiner. Der Fernverkehr hat sich mit seinem Flottenmanagement mit Intercity 2 und ICE 4 auch in ne Sackgasse manövriert. Aber das hat ja überall und schon lange Tradition in Deutschland und man geht konsequent seinen Irrweg bis weiter, und wenn dafür das Bild des Endsiegs als Motivation für die Massen benötigt wird.

Korfox
2019-08-08, 06:28:48
Klingt gut, kopieren, umsetzen, freuen! :cool:

Dänemark
Schienenlänge: 2.633 km
Netzdichte m/km²: 61,10

Deutschland
Schienenlänge: 43.468
Netzdichte m/km²: 121,75

Fusion_Power
2019-08-08, 15:17:06
Dänemark
Schienenlänge: 2.633 km
Netzdichte m/km²: 61,10

Deutschland
Schienenlänge: 43.468
Netzdichte m/km²: 121,75
Dafür hat die Bahn hier auch mehr Geld undm ehr Personal als die dort, vermute ich mal. ;)

Japan hat laut Wikipedia über 27000 km Schienennetz und da flutscht bekanntlich auch alles. Ab 5 Minuten Verspätung wird sich seitens der Bahnunternehmen entschuldigt. Was nur selten nötig ist. In Deutschland geht Verspätung gar erst ab 6 Minuten los! :freak:
Möchte damit nur sagen dass es einfach besser geht wenn man nur will. Aber die deutsche Bahn will offenbar nicht wirklich.

GSXR-1000
2019-08-08, 15:21:07
Dafür hat die Bahn hier auch mehr Geld undm ehr Personal als die dort, vermute ich mal. ;)

Japan hat laut Wikipedia über 27000 km Schienennetz und da flutscht bekanntlich auch alles. Ab 5 Minuten Verspätung wird sich seitens der Bahnunternehmen entschuldigt. Was nur selten nötig ist. In Deutschland geht Verspätung gar erst ab 6 Minuten los! :freak:
Möchte damit nur sagen dass es einfach besser geht wenn man nur will. Aber die deutsche Bahn will offenbar nicht wirklich.
Japan hat auch eine komplett andere infrastruktur als Deutschland. Auch hat dort der schienenverkehr gegenueber dem individualverkehr eine ganz andere wertigkeit und relevanz. Zu guter letzt gilt deine 5 minutenregel auch ausschliesslich in den metropolen. Schau dir mal die infrastruktur japans ausserhalb der metropolen an. Glaub mir, du wirst die deutsche bahn feiern.

Korfox
2019-08-08, 15:23:16
Dafür hat die Bahn hier auch mehr Geld undm ehr Personal als die dort, vermute ich mal. ;)

Japan hat laut Wikipedia über 27000 km Schienennetz und da flutscht bekanntlich auch alles. Ab 5 Minuten Verspätung wird sich seitens der Bahnunternehmen entschuldigt. Was nur selten nötig ist. In Deutschland geht Verspätung gar erst ab 6 Minuten los! :freak:
Möchte damit nur sagen dass es einfach besser geht wenn man nur will. Aber die deutsche Bahn will offenbar nicht wirklich.

Wunderbar aus dem von dir selbst gesetzten Kontext gerissen.
Eine Komplettsanierung auf einen Schlag wird durch das Mehr an Personal und Geld jedenfalls nicht schneller.

Fusion_Power
2019-08-08, 16:51:52
Japan hat auch eine komplett andere infrastruktur als Deutschland. Auch hat dort der schienenverkehr gegenueber dem individualverkehr eine ganz andere wertigkeit und relevanz. Zu guter letzt gilt deine 5 minutenregel auch ausschliesslich in den metropolen. Schau dir mal die infrastruktur japans ausserhalb der metropolen an. Glaub mir, du wirst die deutsche bahn feiern.
Glaub ich ehr nicht. ;)

Wunderbar aus dem von dir selbst gesetzten Kontext gerissen.
Eine Komplettsanierung auf einen Schlag wird durch das Mehr an Personal und Geld jedenfalls nicht schneller.
Ich hab aber nie von einer Komplettsanierung auf einen Schlag gesprochen, sorry wenn das so rüber kam. Es geht vielmehr darum dass sie das in anderen Ländern einfach mal anpacken und offenbar viel effizienter angehen als bei uns, warum auch immer. Sowas wie S21 kann sicher auch woanders passieren aber ich finde das ehr unwahrscheinlich. Irgend was ist in Deutschland sehr faul bei der Planung. Ich halte nix von VT aber man sollte mal überprüfen ob da nicht doch System dahinter steckt.

Lyka
2019-08-08, 16:58:16
ich vermute, in Deutschland wird sehr viel auf die lange Bank geschoben, als ob man erwartet, dass sich jemand in einer möglichen Zukunft um ein Problem kümmert. Das ist das übliche Verantwortung abgeben, das ich in den letzten Jahrzehnten sehr oft feststellte: "Ich kann nichts für, XYZ ist schuld, ich bin auch nur ein Opfer und Befehlsempfänger"

-Scud-
2019-09-18, 07:20:28
Kaum weht wieder der erste Herbstwind übers Vaterland, schon brechen wieder Reihenweise die Bäume und bei der Bahn geht mal wieder nix. Gestern aufgrund von Oberleitungsstörung Umweg gefahren (+30 Min) und am Ende war da auch Geäst im Gleis (+>60 Min).

Heute dann wieder massiv viele Züge ausgefallen und wenn einer kommt, auf den dannn alle warten, fährt der natürlich nicht wie in angezeigter Reihenfolge in den Hbf ein. Dann geht das Chaos wieder los. Same shit, different year. :rolleyes:

Fragman
2019-09-18, 08:20:10
Die Bahn reagiert auf Details wie diese nicht. Das läuft in jedem großen Unternehmen so. Die haben den Fahrplan deutschlandweit im Blick, was lokal schief geht, wird da nicht aufgefangen. Damit würde man nur Störungen an ganz anderer Stelle provozieren.


Kapazitäten zum Ausgleich haben sie offensichtlich auch nicht. Das wäre wohl zu teuer, vermute ich mal. Bei 30min hast Du aber noch Glück gehabt, soviel kann ich Dir versichern. ;)

Trap
2019-09-18, 08:39:56
Irgend was ist in Deutschland sehr faul bei der Planung. Ich halte nix von VT aber man sollte mal überprüfen ob da nicht doch System dahinter steckt.
Das ist nicht so kompliziert: man hat überall so fleißig gespart, dass die Planerstellen weggefallen sind. Im Anschluss daran hatte man nur Neulinge ohne Erfahrung. Und da Infrastrukturprojekte ewig dauern ist 10 Jahre Erfahrung auch nur 1 Projekt.

rokko
2019-09-18, 08:50:02
Tja das kommt von der Huldigung der privatisierung und geplantem Börsengang.

Erstmal Personal entlassen. Dann Gelände der Bahn verkaufen. Dann an der Infrastruktur sparen. Hoppla, dann funktioniert ja nichts mehr richtig.

Die Bäume die in die Oberleitung der Bahn fallen stehen oft nicht auf den Gründstücken der Bahn. (das war früher eben nicht so)
Da kann mit dem nicht vorhandenen Personal natürlich nicht einfach mal so präventiv alles abholzen was gefährlich werden könnte.

Fragman
2019-09-18, 08:55:00
Die Infrastruktur zahlt am Ende sowieso der Haushalt. Da gibt es doch die Regel, das wenn die 25 Jahre nichts machen, der Staat die Investition übernimmt. Oder wurde das mittlerweile geändert?
Wer bei Verstand investiert denn da noch auf Strecken, die nichts abwerfen, wenn man weiß, das man es einfach aussitzen kann.

rokko
2019-09-18, 09:00:16
Die Regel mit 25 Jahren ist leider immernoch aktuell.
Wenn die Bahn das selber aus eigenem Etat zahlen müsste würde es richtig eng werden.

Ist ja wie mit dem eigenen Haus. Wenn du da 30 Jahre nichts investierst und keine Rücklagen bildest ist irgendwann Schluss.

Roadrunner3000
2019-09-18, 09:24:09
Fun fact:
In Südkorea ist die Deutsche Bahn einer der am häufigsten bzw erstgenannten Gründe, wieso Deutschland dort mittlerweile als Entwicklungsland angesehen wird.
Verspätungen gibt es dort wohl ausschließlich wegen Taifunen oder Erdbeben. Sonst gar keine.

EvilOlive
2019-09-18, 09:44:24
Fun fact:
In Südkorea ist die Deutsche Bahn einer der am häufigsten bzw erstgenannten Gründe, wieso Deutschland dort mittlerweile als Entwicklungsland angesehen wird.
Verspätungen gibt es dort wohl ausschließlich wegen Taifunen oder Erdbeben. Sonst gar keine.

Liegt vielleicht auch daran, dass es in Südkorea nur 10 Bahnstrecken gibt und nicht wie in Deutschland ein verzweigtes Bahnnetz.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/KTX_linemap_de.svg

sei laut
2019-09-18, 09:54:56
Hier passt ganz gut dieser Artikel rein, derDeutschlandtakt und woran es klemmthttps://www.golem.de/news/schienenverkehr-die-bahn-hat-wieder-eine-vision-1908-143032.html

Im aktuellen Zustand ist der Deutschlandtakt aber schwer vorstellbar. Wobei ich mit meinen Bahnreisen dieses Jahr Glück hatte. (wobei ich gerade merke, dass ich mich über nur eine Stunde Verspätung bereits freue :D)

Roadrunner3000
2019-09-18, 10:31:12
Liegt vielleicht auch daran, dass es in Südkorea nur 10 Bahnstrecken gibt und nicht wie in Deutschland ein verzweigtes Bahnnetz.

Wenn ich zB allein die Verspätungen auf der Hochrheinschiene hier betrachte (unabhängig von der Anbindung ans "Netz", welche in Singen und Basel stattfindet), sieht die Sache nicht anders aus. :wink:

-Scud-
2019-09-24, 07:24:57
Dieser Drecksverein ist der Tod eines jeden Berufspendlers.

Jetzt soll auch noch ganz Deutschland auf die Öffentlichen umsteigen. Na dann gute Nacht.

tobife
2019-09-24, 07:33:13
Dieser Drecksverein ist der Tod eines jeden Berufspendlers.

Jetzt soll auch noch ganz Deutschland auf die Öffentlichen umsteigen. Na dann gute Nacht.


Das wird nicht funktionieren. Ich nutze täglich die öffentlichen Verkehrsmittel und bin Kummer gewohnt.

Wer bis jetzt mit dem Auto fährt und das eine zeitlang versucht, wird nach kurzer Zeit wieder mit dem Auto fahren.

Fragman
2019-09-24, 07:43:11
Jetzt soll auch noch ganz Deutschland auf die Öffentlichen umsteigen. Na dann gute Nacht.

Was willst Du denn machen bzw was sind Deine Vorschläge?
Steuern will keiner zahlen, also kann man nicht Investieren.
Dank der falschen Weichenstellung und dem Klimawandel stehen wir aber mit dem Rücken zur Wand.

Man kann jetzt nur noch hoffen, das die Bundesländer einfach mehr Züge ordern, damit zumindest der Nahverkehr für die Beruspendler nicht noch schlimmer wird. Wer das bezahlen soll weiss ich nicht, aber scheinbar nicht die Deutschen, wenn man der Regierung glauben darf.

Screemer
2019-09-24, 07:56:57
Ich frag mich nur wie die sich das vorstellen. Über Jahrzehnte wurden strecken im gesamten Netzbereich zurück gebaut. Wollen die jetzt auf die Fahrradwege wieder Schienen legen?

Fragman
2019-09-24, 08:03:56
Ich frag mich nur wie die sich das vorstellen. Über Jahrzehnte wurden strecken im gesamten Netzbereich zurück gebaut. Wollen die jetzt auf die Fahrradwege wieder Schienen legen?


Die Situation kann sich ja eigentlich nur verschlechtern für die Pendler, denn Besserung ist nicht in Sicht. Selbst wenn man heute 30 Mrd locken machen würde, dauert es Jahre, bis sich das bemerkbar macht. Da man aber sicher noch mal einige Jahre abwarten wird, allein schon weil kein Konsens, ja nicht einmal die politische Forderung ernsthaft im Raum steht, kann man als Pendler nur das Handtuch werfen.

sei laut
2019-09-24, 08:33:49
Das Problem ist, dass zumindest hier bereits das Schinennetz am Limit ist. Da kann man auch mit mehr Zügen nichts machen. Was man mit mehr Zügen erreicht, sind noch größere Verspätungen.

Es braucht neue Strecken,
Das Thema ist aber vielschichtig und genauso sind es die Probleme. Eines ist natürlich in der Tat, dass die Bahn kaputtgespart wurde.
Ich finde es immer bemerkenswert, wenn andere Bahnanbieter Verbindungen bereitstellen, die die Bahn aufgegeben hatte, weil nicht lukrativ.

rokko
2019-09-24, 08:40:03
Es braucht neue Strecken,

Das dürfte das schwierigste Problem der Bahn werden. Egal ob da nun der Deutschlandtakt angestrebt werden soll oder etwas anderes.
Es kann nur auf "vorhandenen" Schienen gefahren werden. Und da pennt die Politik seit Jahrzehnten.

Opprobrium
2019-09-24, 08:44:59
Und da pennt die Politik seit Jahrzehnten.

Naja, nicht wirklich. Es wurden einige Strecken abgebaut. Wir leben halt im Autoland.

Screemer
2019-09-24, 08:45:20
Das dürfte das schwierigste Problem der Bahn werden. Egal ob da nun der Deutschlandtakt angestrebt werden soll oder etwas anderes.
Es kann nur auf "vorhandenen" Schienen gefahren werden. Und da pennt die Politik seit Jahrzehnten.
Wir soll das denn gehen, wenn aus der Bevölkerung seit Jahren massiver Widerstand kommt. Die ice-Bahnstrecke von Berlin nach München wurde stellenweise durch Kleingartenvereine aufgehalten, die sich neben den Strecken befanden oder von B.u.n.d. der Ausgleichsflächen nicht akzeptieren wollte weil auf der geplanten stecke irgendwelche seltenen Tiere lebten. Das wird dann vor Gerichten, die massiv ausgelastet sind, verschleppt, um schlussendlich doch vor einem Schiedgericht entschieden zu werden. Dazu kommt dann noch Missmanagement bei Großprojekten wie der schon besagten Strecke, Stuttgart oder der Stammstrecke in München. Kann sich noch jemand an die trwnsrapidpläne erinnern?

rokko
2019-09-24, 08:53:20
Stimmt in dem Punkt des Streckenausbau hat die Bahn mit vielen Hemmnissen zu kämpfen.
Manche Strecken sind aber schon derart ausgelastet da passt schlicht kein einziger Extrazug mehr rein.
Und der stetig wachsende Verkehr (vor allem Güterverkehr) kann zukünftig sowieso nur über die Schiene abgewickelt werden. Völlig ohne den zur Zeit existierenden Klimahype.

interzone
2019-09-25, 22:37:37
mehr Züge gehen nicht, zumindest in den Ballungsgebieten.
Ich hatte in den letzten 2 Monaten mehr Zugausfälle, als in den letzten 5 Jahren gesamt.
Ich vermute, dass die Personaldecke so dünn ist, dass kein Ersatz bei Krankheit etc. mehr vorhanden ist.
Wenn in den nächsten 10 Jahren ein beträchtlicher Anteil an Zugführern in Rente geht, dann müssen bis dahin entweder die Züge automatisiert fahren können (hahaha), oder die Löhne sehr stark steigen, oder das Ding fährt vor die Wand.

Ich habe 16 Minuten Fahrtzeit von Hbf zu Hbf; und zu 60% knallt der Zug 5-10 Minuten Verspätung bei der Einfahrt in den Heimatbahnhof rein, weil die Zufahrten zu den Gleisen dicht sind (13 Bahnsteige). Das mit dem Güterverkehr und Personenverkehr auf den selben Gleisen kann nicht funktionieren, jedenfalls nicht auf stark frequentierten Strecken.

Die Probleme existieren seit Jahrzehnten - da wird aber auch nicht investiert; lieber werden Milliarden in so ein (Negativ-)Prestigeobjekt wie Stuttgart versenkt.
Es ist zum kotzen!

pest
2019-09-26, 06:20:01
So heute der Versuch von Berlin nach München zu kommen. Zug fällt aus! Einfach so. Zum Glück kommt ein anderer Zug 30min zu spät, den ich jetzt nehme, darauf ist wenigstens verlass.

looking glass
2019-09-26, 17:49:49
Wobei ich das bis heute nicht verstehe, es gibt schon seit Jahren selbstfahrende U-Bahnen, wir haben die Idee selbstfahrender Autos, warum zum fick wird nicht erstmal ein System für die Bahn entwickelt - ich mein priorisierte Strecke ohne Verkehr der da reinstreut, man muss sich nur mit ein begrenzen Anzahl an Verkehrsteilnehmern unterhalten (also andere Züge und wo die gerade auf meiner Strecke sind). Ich mein fuck, man könnte am Gleissystem sogar ne komplettüberwachung per Video machen und das per System auswereten, ob da was auf der Strecke vor dem Zug ist, was da nicht hingehört. Reaktionszeit liegt nicht im Millisekundenbereich, sondern weit davor (also Sekunden) - alles was vor dem Bereich ist, ist eh tot, kannst weder ausweichen noch dein Bremsweg verbessern. Ideal für ein selbstfahrendes System.

Was ist so verdammt schwer dabei?

hansfrau
2019-09-26, 18:00:24
Wollte gerade eine Hin-und Rückfahrt Köln - Stuttgart für meine Frau buchen für Ende Oktober.
2. Klasse ohne Extras wie Sitzplatz ect... keine Fahrt unter 160€ 😅😂, außer man steigt drei mal um (!) inkl >4,5h Fahrtzeit.
dann halt Auto..

GSXR-1000
2019-09-26, 18:04:43
Wobei ich das bis heute nicht verstehe, es gibt schon seit Jahren selbstfahrende U-Bahnen, wir haben die Idee selbstfahrender Autos, warum zum fick wird nicht erstmal ein System für die Bahn entwickelt - ich mein priorisierte Strecke ohne Verkehr der da reinstreut, man muss sich nur mit ein begrenzen Anzahl an Verkehrsteilnehmern unterhalten (also andere Züge und wo die gerade auf meiner Strecke sind). Ich mein fuck, man könnte am Gleissystem sogar ne komplettüberwachung per Video machen und das per System auswereten, ob da was auf der Strecke vor dem Zug ist, was da nicht hingehört. Reaktionszeit liegt nicht im Millisekundenbereich, sondern weit davor (also Sekunden) - alles was vor dem Bereich ist, ist eh tot, kannst weder ausweichen noch dein Bremsweg verbessern. Ideal für ein selbstfahrendes System.

Was ist so verdammt schwer dabei?

Was daran so schwer ist, ist der massive impact den ein einziger fehler verursachen kann. Lass mal einen ICE ein haltesignal uebersehen. Lass mal einfach nur die zentrale steuerungszentrale abstuerzen. Dann steht sofort ganz deutschland oder ein ganzes bundesland still. Dazu faehrt auf den strecken der deutschen bahn nicht nur die deutsche bahn sondern mehr und mehr auch andere anbieter. Auch die muessten alle eingebunden werden. In ein einheitliches system.
Wie gesagt: ein ice crash, mit etwas pech vierstellige opferzahlen. Wer bitte uebernimmt dafuer die verantwortung?

AnnoDADDY
2019-09-26, 18:18:09
Wollte gerade eine Hin-und Rückfahrt Köln - Stuttgart für meine Frau buchen für Ende Oktober.
2. Klasse ohne Extras wie Sitzplatz ect... keine Fahrt unter 160€ 😅😂, außer man steigt drei mal um (!) inkl >4,5h Fahrtzeit.
dann halt Auto..

Bissl spät nach den Preisen geschaut würde ich mal sagen...

Opprobrium
2019-09-26, 18:25:06
Bissl spät nach den Preisen geschaut würde ich mal sagen...
Hmm, einen Monat im Voraus soll zu spät sein? Na gut, vielleicht soll das ja Ironie sein...

Geächteter
2019-09-26, 18:49:28
Was ist so verdammt schwer dabei?
Es ist nicht so schwer, aber komplex und damit schweineteuer in Entwicklung, Erprobung, Inbetriebnahme und Wartung. Da das reiche Deutschland noch nicht mal paar Taler extra für das Bahnbetriebspersonal über hat, fällt das aus. Deutschland kann auf dem DL-Sektor halt nur billig, deshalb muss Spahn schon in Mexiko neue Arbeitssklaven für die Pflege akquirieren, weil der Rest der Welt schon einen Bogen um Deutschland macht, wenn es ums Arbeiten geht.

looking glass
2019-09-26, 18:58:37
Was daran so schwer ist, ist der massive impact den ein einziger fehler verursachen kann. Lass mal einen ICE ein haltesignal uebersehen. Lass mal einfach nur die zentrale steuerungszentrale abstuerzen. Dann steht sofort ganz deutschland oder ein ganzes bundesland still. Dazu faehrt auf den strecken der deutschen bahn nicht nur die deutsche bahn sondern mehr und mehr auch andere anbieter. Auch die muessten alle eingebunden werden. In ein einheitliches system.
Wie gesagt: ein ice crash, mit etwas pech vierstellige opferzahlen. Wer bitte uebernimmt dafuer die verantwortung?


Und wo ist das jetzt anders als heute? Sry, aber die Technik ist schon in Teilen vorhanden, alle Bahnen haben Signaltechnik an Board, die Signale geben ihrerseits schon seit Urschleim auswertbare Signale von sich (sprich übersiehst was, meldet sich das System schon jetzt), die Leittechnik die alles koordiniert im Netz ist schon seit Urschleim auch Rechner, nur einige Stellwerke noch nicht.

Insofern was ist jetzt anders? Doch nur der "Hansel" auf dem Bock und sry, ob der auf die Bremse drückt, oder ein Computer, der Zug kommt auch erst nach 2Km zum stehen...


Jupp @ Geächteter,

das wirds wohl sein, soweit mitbekommen, muss eh die komplette Signaltechnik erneuert werden, weil veraltet bis zum abwinken, zudem wäre ein EU weiter Standard dahingehend dann mal sowas von sinnvoll. Jede Bahn macht momentan ihr Süppchen - völlig bescheuert. Da kann man an solch ein System dann auch gleich mal mitdenken, aber das ist halt ein Großprojekt und damit hat es D nun mal nicht, dafür sind wir zu, mhhhh, politisch durchdrungen, sprich die Entscheider sind weder vom Fach noch lassen sie sich Beraten, aber weil eben Pöstchen und Tröge für externe winken, kannst so etwas momentan komplett in die Tonne kloppen.

x-force
2019-09-26, 19:04:03
die bahn ist doch schon seit mindestens 20 jahren ein sauladen.
was regt ihr euch darüber immer wieder aufs neue auf?
hier dürfte doch kaum noch einer armer student sein, der nicht anders kann.

einfach nicht nutzen und nerven, geld und zeit sparen.

Yggdrasill
2019-09-26, 19:35:34
...

Was ist so verdammt schwer dabei?


@looking glass

Erstmal die sichere Auswertung des Systems und die damit verbundenen Kosten der Entwicklung. U-Bahnen sind recht ideal für selbstfahrende Systeme. Spurgebunden, isoliert von der Außenwelt, begrenzte Endgeschwindigkeit mit einem relativ hohen Anteil exklusiver Schienennutzung.

Auf der Gegenseite hat ein ICE ebenfalls den Nachteil der Spurgebundenheit + freie Strecke mit möglichen Hindernissen + hohe Geschwindigkeit + hohe Variabilität bei der Einfahrt/Ausfahrt im Bahnhof. Daraus resultiert viel Überwachungsaufwand mit erheblichen Investitionskosten, ganz besonders wenn die Anlage sicherungstechnisch und gegen Ausfall sicher sein soll. Deine vorgeschlagene Videoüberwachung würde die Kosten pro km Gleis explodieren lassen. Wenn schon, dann muss diese Technik im Zug verbaut sein + eine integrierte Zugschlußmeldung vom Zug selber (Zugvollständigkeitsmeldung), die technische Beschreibung dafür existiert bereits für ETCS Level 3. Eine Ausrüstung damit wird zur Zeit wegen hoher Entwicklungskosten nicht beauftragt und damit existiert auch keine damit ausgerüstete Strecke. Eine Erstentwicklung dafür würde nämlich zu einem großen Teil von dem ersten Projekt das dafür kommt getragen werden müssen, damit muss das ein richtig großes Projekt sein damit sich das lohnt.

Generell wäre z.B. ab ETCSL2oS (ETCS Level 2 ohne Signale) zwar das autonome Fahren auf freier Strecke weitgehend möglich, bei der Einfahrt in einen Bahnhof ist aber das dort vorhandene ESTW (Elektronisches Stellwerk) für die Leit- und Sicherungtechnik verantwortlich. Man hat also verschiedende Systeme, welche sicher miteinander kommunizieren müssen um eine automatische Fahrt stattfinden zu lassen. Eine Ausrüstung aller Gleise mit ETCS ist aus heutiger Kostensicht außerhalb der Schnellfahrstrecken nicht praktikabel und rentabel. ESTW sind nicht für Kommunikation mit Zügen ausgelegt, dafür hat die DB jetzt das Schlagwort DSTW (Digitales Stellwerk) aufgelegt. Dort wird der generellen Kommunikationsfähigkeit des Systems eine höhere Rolle zugewiesen um gerade die autonome Zugfahrt möglich zu machen.
Dann kommt dazu das die Züge sich nicht untereinander unterhalten dürfen sondern dass das alles über eine übergeordnete Instanz laufen muss, also im Bahnhof über das entsprechende ESTW ("dumm" und ohne Ahnung was der Zug gerade will) und auf der Strecke über das RBC (Radio Block Control).

Als nächstes gibt es da noch den menschlichen Faktor. Was macht man mit einem Zug der mitten auf der Strecke eine Störung hat? Heutzutage redet der Lokführer mit dem Fahrdienstleiter und dieser entscheidet welche Maßnahme für den Zug getroffen wird. Da kommt zum Tragen dass die Fdl ihre Strecken kennen und wissen wie dort am besten zu verfahren ist. Bei einem automatisierten System hat man im groben zwei Optionen, entweder kennt das System alle Ausweichmöglichkeiten (sehr schwer diese Fälle alle sicher zu implementieren und auf den neuesten Stand zu halten) oder man hat einen Notfall-Fdl irgendwo sitzen, welcher sich u.U. mit dem spezifischen Streckenabschnitt nicht auskennt und bedenkliche Entscheidungen trifft. Auch nicht gut.

Als nächstes spielen die Faktoren der Zugbildung mit rein, mit allen dort einzustellenden und zu überwachenden Faktoren wie Bremsstellung, Zugschlußmeldung, Zugteilung, etc... Ein ICE fährt von Berlin über Leipzig und führt dort automatisch eine Zugtrennung durch. Der Zug muss dann selbsttätig sicher feststellen können ob die Zugteilung erfolgreich war. Da habe ich aber auch keine Ahnung ob die DB heute schon solche Anforderungen in ihren Lastenheften für die Zugbaufirmen formuliert hat. Prinzipiell bräuchte man das aber.

Die heutigen modernen Stellwerkssysteme ermöglichen schon eine deutlich bessere Auslastung von Strecken bei gleichzeitiger Reduzierung von Arbeitskräften.
Eine aktuelle Zuglenkung macht auch nicht anderes als basierend auf der Zugnummer vorab programmierte Fahrwege anzustoßen, aus Stellwerksicht ist das im Prinzip nichts anderes als automatisches Fahren. Die Lokführer brauchen wir weil die sichere Übertragung der Informationen in den meisten Fällen immer noch visuell geschieht, sprich über die Signale an dern Gleisen.


TL; DR: Die autonome Zugfahrt scheitert aktuell an den Kosten der Systeme zur sicheren Datenübertragung an die Zugleit- und Sicherungtechnik, den Anforderung an verschiedene Systemausrüster (Stellwerk, ETCS, Loks, Waggons) und der Vermeidung von Doppelausrüstung von Strecken. Bei dem verzweigten Netz der DB und den sicherungstechnischen Anforderungen sind selbstfahrende Züge auf Hauptstrecken hier in frühestens 10 Jahren zu erwarten.

rokko
2019-09-26, 20:46:10
@Yggdrasill

Schön beschrieben die aktuelle Situation.
Aber mit deinen 10 Jahren biste doch recht optimistisch. Ich glaube TF und Fdl wirds noch sehr lange geben. Ein rein digitales autonomes System wird in den Blöcken auch nicht viel schneller fahren können. Aber ohne Block gehts eben auch nicht. Ist eigentlich auch kein Problem.

Wenn es zum Beispiel zwischen den Landeshauptstätten (ist nur ein Beispiel) exklusive Hochgeschwindgkeitsstrecken gäbe. Und wenn es zeitgleich ein 3. Streckengleis für Güter geben würde, dann würde das gewaltig Druck aus dem engen System nehmen.

looking glass
2019-09-26, 22:13:24
Naja, Druck wäre doch schon raus, wenn sie die Ausweichstellen wieder einbauen würden, die sie völlig verblödeterweise aus dem System genommen haben, weil Weichen ja nur Kostenfaktoren waren - konnte man ja nicht mit rechnen, das sich jetzt die unterschiedlich schnellen und unterschiedlich gewichteten/priosierten Züge gegenseitig blockieren würden.

Genau so bescheuert, wie das dicht machen von Nebenstrecken und das dicht machen der ganzen Güterbahnhöfe - selbst wenn man wollte und Kapazität auf der Schiene hätte, ohne genug Güterabladeplätze in der Regiob, bekommst einfach keine Güter auf die Schiene.

Sewing
2019-09-26, 22:20:29
sonntag ist mein flixtrain ausgefallen, einfach so. Am Telefon hiess es, der sei heute frueher gefahren...

Also musste ich spontan für in einer Stunde von Hannover nach Stutttgart 2. Klasse buchen. 140 Euro und da Waggons ausfielen, standen wir wie die Sardinen im großraum im Mittelgang

Plutos
2019-09-26, 22:32:20
Und was kann da nun die DB, Thema dieses Threads, dafür, dass dein FlixDiscounterBummeldingens seine Fahrt verkackt?

tobife
2019-09-26, 23:05:37
die bahn ist doch schon seit mindestens 20 jahren ein sauladen.
was regt ihr euch darüber immer wieder aufs neue auf?
hier dürfte doch kaum noch einer armer student sein, der nicht anders kann.

einfach nicht nutzen und nerven, geld und zeit sparen.


Ich bin zwar kein armer Student, aber ich bin auf die Bahn angewiesen.

Zu den Fahrpreisen. Für spontane Fahrten sind die zu hoch. Ganz eindeutig. Wir haben das jetzt auch wieder festgestellt. Nur: Man kann nicht jede Bahnfahrt Monate im Voraus planen.

x-force
2019-09-26, 23:27:48
Ich bin zwar kein armer Student, aber ich bin auf die Bahn angewiesen.


wohin fährt die bahn, wo du nicht mit dem auto hin kommst?

rokko
2019-09-27, 00:08:21
Wenn die Züge voll besetzt sind kommt ein Zugbegleiter quasi nicht dazu alle zu kontrollieren.
Die sind ja meistens allein unterwegs und nicht wie bei vielen Verkehrsbetrieben zu viert oder mehr.

tobife
2019-09-27, 07:03:47
wohin fährt die bahn, wo du nicht mit dem auto hin kommst?


Schon mal daran gedacht, dass es Leute gibt, die nicht Autofahren können oder wollen.

Bei mir geht es aus gesundheitlichen Gründen nicht.

sei laut
2019-09-27, 07:37:05
Hmm, einen Monat im Voraus soll zu spät sein? Na gut, vielleicht soll das ja Ironie sein...
Wäre schön, wenn es Ironie wäre.
Die Sparpreise sind begrenzt vorhanden und gerade zu den Hauptfahrzeiten schnell vergriffen. Aber die Bahn kann und will nicht gegen das Auto konkurieren, wie auch? (allerdings ist die Aussage des Preises eigentlich nichtig, ohne konkrete Details zu kennen - zumal Köln Richtung Süden durch das enge Rheintal ein Problem ist)
Aber das ist ein leidlisches Thema und viel diskutiert.

Fragman
2019-09-27, 07:45:33
Wenn man nur ab und an mal mit der Bahn fährt, wird es teurer. Da verstehe ich aber dieses Argument auch nicht ganz, denn das ist ja dann die Ausnahme. Bei ein paar mehr Fahrten kauft man einfach die Bahncard 25 und gut ist. Langstrecken sind dann auch preislich ok. Ein Problem sehe ich eher bei den Pendlern, wobei man diese Kosten dann absetzen kann, oder? Was bleibt denn da am Jahresausgleich real gezahlt übrig?

Korfox
2019-09-27, 07:47:43
Wenn die Züge voll besetzt sind kommt ein Zugbegleiter quasi nicht dazu alle zu kontrollieren.
Die sind ja meistens allein unterwegs und nicht wie bei vielen Verkehrsbetrieben zu viert oder mehr.
Das kommt darauf an... worauf weiß ich nicht :D.
Ich habe auch schon erlebt, dass sie mit zwei Mann (inkl. Hunde) an jeder Tür reinkamen und pro Halt dann den Waggon gewechselt haben.

-Scud-
2019-09-27, 09:56:10
Ziel erreicht. Auf die Helme. :D

76,5 Prozent der Fernzüge pünktlich (https://www.deutschlandfunk.de/deutsche-bahn-76-5-prozent-der-fernzuege-puenktlich.1939.de.html?drn:news_id=1053518)

Im Vorjahr waren 82 % angepeilt und verkackt. Jetzt war das Ziel wohl die 75 % zu erreichen.

Yggdrasill
2019-09-27, 11:24:28
@looking glass

Das gemeinsame und einheitliche System exisitiert bereits und nennt sich "ETCS". Leider hat man bei der Konzeption zwei Fehler gemacht: Als erstes hat man die Vereinheitlichung der technischen Spezifikationen vor der Klärung und Vereinheitlichung der betrieblichen Anforderungen betrieben. Der zweite Fehler resultiert direkt daraus und besteht darin das ETCS-L0 in jedem europäischen Land anders definiert ist. L0 ist die Rückfallebene und da verwendet jedes Land seine bisher gebräuchliche Sicherungstechnik weiter. Führt zur weiteren Notwendigkeit von Doppelausrüstungen auf Loks und treibt damit die Kosten.

Ja, mehr Ausweichstellen könnten zumindest zeitweise Entlastung bringen. Langfristig kommen wir um den Neubau und Erweiterung von bestehenden Strecken nicht drumrum. Ganz besonders nicht wenn Flugreisen weniger werden sollen und man die PKW-Nutzung verringern möchte.

@GSXR-1000

Prinzipiell ist der erste und der letzte Satz richtig, allerdings dramatisierst du doch stark. Das sind alles Themen die bereits heute technisch/betrieblich abgedeckt werden und relativ wenig Einfluss auf automatisiertes Fahren haben.

@rokko

Danke, ich bin allerdings auch beruflich im Bereich Sicherungstechnik tätig. Wenn ich mich richtig an Posts von dir erinnere dürftest du Fdl oder in ähnlicher Funktion tätig sein, richtig?

Und ja, ich bin recht optimistisch das wir in 10 Jahren wenigstens eine Erprobungsstrecke für automatisiertes Fahren haben werden (so wie jetzt ein DSTW als Erprobungsfall existiert), der weitere Ausbau wird sich dann aber über weitere 10-20 Jahre ziehen.

Selbsttätig fahrende Züge können ihren Vorteil leider auch nur mit einem "Moving Block" ausspielen und dazu bräuchten wir ETCS-L3. In ETCS-L2oS gibt es allerdings Bestrebungen durch relativ enge Achszählabstände eine ähnliche Situation zu schaffen. Angenommen auf der Strecke ist alle 1 km eine Achszähleinrichtung verbaut und mein ICE hat bei 250 km/h einem Bremsweg von 1,5 km, da bekommt man durch die relativ engen Abstände der Achszähler eine beachtliche Erhöhung der Streckenkapazität da sich das Verhalten dem eines Moving Block annährt.
Leider werden wir wohl so bald keine exklusiven Verbindungen zwischen wichtigen Städten erhalten, alleine der Grundstückserwerb und die Genehmigungen für die Streckenerweiterungen werden bei der aktuellen Rechtslage und Klagefreudigkeit von Eigentümern und Anwohnern Jahrzehnte dauern.

@Topic

Der Bahn fällt gegen Mitte des Jahres ein das sie bis Ende 2019 noch Mängel abzustellen hat, nachdem sie anderthalb Jahre gut auf der Sicherung mit BüP (Bahnübergangsposten) geschlafen hat. Beauftragung des Projektes erfolgt dann 3 Monate vor Toresschluss bei ohnehin schon guter Auslastung zum Jahresende, na danke aber auch.

Roadrunner3000
2019-09-27, 11:54:18
Ziel erreicht. Auf die Helme. :D

76,5 Prozent der Fernzüge pünktlich (https://www.deutschlandfunk.de/deutsche-bahn-76-5-prozent-der-fernzuege-puenktlich.1939.de.html?drn:news_id=1053518)

Im Vorjahr waren 82 % angepeilt und verkackt. Jetzt war das Ziel wohl die 75 % zu erreichen.

Jeder vierte Fernzug kommt mehr wie 6 Minuten zu spät. Ziel erreicht. Klasse.
Mal wieder die richtigen Parameter verhundsbeutelt... ;D
Wieso lassen sie diese Statistik nicht einfach mal gut sein? Ihre Anleger müssen sie wohl kaum überzeugen.

Wieso nur Fernzug? Wird Nahverkehr überhaupt erfasst? Wieso wird da differenziert?
Wieso gelten 6 Minuten als "pünktlich"? Da wurde einfach mal die Definition verhunzt.
Lässt sich das denn auch auf andere Bereiche übertragen? Jeden Tag sechs Minuten zu spät zur Arbeit und statistisch gesehen immer pünktlich sein. Ich mache mir die Welt, wiede wiede... ;)

rokko
2019-09-27, 13:13:40
@rokko

Danke, ich bin allerdings auch beruflich im Bereich Sicherungstechnik tätig.
Wenn ich mich richtig an Posts von dir erinnere dürftest du Fdl oder in ähnlicher Funktion tätig sein, richtig?

Ah ich hatte schon sowas Richtung LST bei dir vermutet.
Und ja ich bin Fdl.

Meiner Meinung ist automatisiertes Fahren eigentlich völlig unnötig. Zumindest im Moment noch. Ein Erprobungsstrecke ist aber durchaus sinnvoll und auch dringend nötig. Damit später auch gereiftes System zur Verfügung steht und dem leichten Wildwuchs entgegen gewirkt wird. Die Zukunft geht defintiv aber Richtung DSTW.

Aus meinem persönlichen Alltag kann ich sagen es fehlen Gleise. Wir fahren Blockabstand. Mehr geht nicht. Und wenn da mal irgend etwas ausfällt staut es sich gleich bis sonstwo zurück. Und LST muss ja auch erstmal vor Ort kommen. Da fehlt es gewaltig an Personal.
Bei mir zuckelt dann auch manchmal der IC nem Kohlebunker hinterher.
Den kann ich aber nicht rausnehmen weil der sonst bei der Taktung nicht wieder reinkommt. Ein 3. Streckengleis wäre echt hilfreich.
So muss der IC dann halt langsam hinterher.

Man stelle sich mal vor: Personenverkehr hätte seine Gleise exklusiv. Würde Milliarden kosten aber dann wäre der minutengenaue Deutschlandtakt durchaus machbar.
Stattdessen werden Jahr für Jahr Milliarden in den Strassenverkehr gepumt. Und über Projekte wie Oberleitungsmasten auf der A5 kann ich da nur noch den Kopf schütteln.

x-force
2019-09-27, 15:22:42
Schon mal daran gedacht, dass es Leute gibt, die nicht Autofahren können oder wollen.

Bei mir geht es aus gesundheitlichen Gründen nicht.

wollen ist für mich kein grund, das ist selbstverschuldet.

wenn du es nicht kannst oder darfst, tut es mir natürlich leid, dass du darauf angewiesen bist.
du bist damit die ausnahme, die meisten leute haben eine führerschein, auch ohne auto fahren zu können. :freak:

Roadrunner3000
2019-09-27, 15:56:57
Man stelle sich mal vor: Personenverkehr hätte seine Gleise exklusiv. Würde Milliarden kosten aber dann wäre der minutengenaue Deutschlandtakt durchaus machbar.

+ neue Technik AUF der Schiene. Schreibst ja selbst:
Und wenn da mal irgend etwas ausfällt...

Gerade das passiert doch leider viel zu häufig.



"Mit der DB reisen Sie entspannt und weitgehend barrierefrei."
Nächste Baustelle, die gar nicht geht. Hier am Hochrhein ist kaum ein Bahnhof barrierefrei. Bei dem einen (Wehr) sind sie jetzt am diskutieren, aber zB in Waldshut (aka offiziell schlechtester Bahnhof Deutschlands) hat man das schon wieder "vergessen". Dafür kriegt die Brücke über die Gleise ne neue Farbe....

Fragman
2019-09-28, 10:53:39
Gestern war ja wieder Chaostag bei der Bahn, oder vielleicht war es auch ein ganz gewöhnlicher Freitag, ich weiss es nicht mehr.
Der ICE in Stuttgart schon mit 33 Minuten Verspätung abgefahren. Die Überraschung kam dann für die Frankfurter, der Zug hielt nämlich nicht am Hauptbahnhof. In Hannover kam er dann knapp 90 Minuten später an, weil die Gleise um Frankfurt rum mit Zügen überfüllt waren und man im stop and go weiter fahren mußte. Von Hannover ging kein Fernzug mehr weg um 11 Uhr abends (ja, ich war in Deutschland unterwegs). Also die paar Leute ins Taxi rein und schon knapp 2,5 Stunden später war ich dann zu Hause. :D

Das Chaos um Frankfurt herum geht ja jetzt auch schon ein paar Monate. Ich hab mich Stellenweise an die DDR erinnert, was die Fahrtzeiten betrifft. Schon in Stuttgart waren die meisten Züge zu spät, von 5 -120 Minuten war alles dabei, inklusive Zugausfällen. Btw, wie die den Zugverkehr in Zukunft in den Tunneln auf nur 2 Gleisen managen wollen, kann ich nicht sagen, aber die Programmierer der entsprechenden Software sollten bei funktionieren den alternativen Nobelpreis bekommen.

Um mal kurz politisch zu werden, wer da behauptet, der Staat sei nicht unterfinanziert, hat den Investitionsstauschuss nicht gehört, oder ihn vor langer Zeit in den Kopf bekommen. :freak:

Geächteter
2019-09-28, 11:03:47
Das Chaos um Frankfurt herum geht ja jetzt auch schon ein paar Monate.
Da sind Bauarbeiten, gestern hat's wegen Bauarbeiten dann einen Oberleitungsschaden gegeben. Wo schnell und billig gehobelt werden muss, fallen gelegentlich manchmal grobe Späne.

Erbsenkönig
2019-09-28, 14:35:42
der Staat sei nicht unterfinanziert, hat den Investitionsstauschuss nicht gehört, oder ihn vor langer Zeit in den Kopf bekommen. :freak:

Ich denke es ist eher eine Frage, wofür das Geld ausgegeben wird. Wer jedes Jahr Rekorde bei den Steuereinnahmen aufstellt, der kann sich nicht damit herausreden, dass er nicht genug einnimmt.

tobife
2019-09-28, 15:56:46
@Fragman:

Normaler Freitag (hier war es wieder ähnlich). Die Bahn wurde (wie wir ja alle wissen) kaputtgespart.

Entweder kommt es zu Problemen und Verspätungen, weil die Technik, Züge und Infrastruktur veraltet sind, oder auch durch Bauarbeiten.

Geld war jahrelang genug vorhanden. Es wurde nur nichts investiert.

Ich bin auch noch nicht davon überzeugt, dass die Bahn in den nächsten Jahren den richtigen Weg gehen wird. Man bekommt ja zig Milliarden vom Bund. Erste Idee: Man kauft noch mehr Hochgeschwindigkeitszüge.

Meine Frage: Wo sollen die fahren? So mit Höchstgeschwindigkeit? Wir haben in Deutschland nicht viele Strecken, wo das geht.

Meiner Meinung nach sollte man erstmal die Infrastruktur und Technik sanieren. Und dann kommen neue Züge. Neue Züge alleine bringen nichts.

Fragman
2019-09-28, 23:02:54
Ja, neue Züge allein bringen nichts, das wurde gestern klar und auch schon die Jahre davor.
Ich beobachte ja eine extreme Zunahme der "Oberleitungsschäden" seit Ende 2016, die Strecken fehlen einfach. Natürlich fehlen auch Züge, denn auch die "Triebwagenschäden" haben stark zugenommen. Man kann das nicht mehr verstecken oder versuchen schön zu reden auch wenn die Bahn das mit ihrer Verspätungsquote von 76,5 Prozent versucht, die an sich schon eine Katastrophe ist. Zum einen rechnen die kurze Verspätungen erst gar nicht, die alte Oma freut sich darüber beim Bahnsteighopping und zum anderen setzen die die Quote mal eben runter, wenn es nicht passt.

Das passt vom Timing halt auch sehr gut gerade. Wenn vor einer Woche die Politiker das Klimapaket präsentieren und von Investitionen kein Wort verlieren. Dabei reden wir hier über die aktuelle Situation der Bahn und noch gar nicht über Investitionen, die helfen, die Klimaziele zu erreichen.

GSXR-1000
2019-09-28, 23:16:25
Das passt vom Timing halt auch sehr gut gerade. Wenn vor einer Woche die Politiker das Klimapaket präsentieren und von Investitionen kein Wort verlieren. Dabei reden wir hier über die aktuelle Situation der Bahn und noch gar nicht über Investitionen, die helfen, die Klimaziele zu erreichen.
Wutbürger?
Welches Papier zur Klimawende hast du gelesen? Das welches ich gelesen habe war voll mit konkreten Investitionsankündigungen gerade zum Thema Bahn. Auch mit sehr konkreten Zahlen.

Fragman
2019-09-28, 23:37:15
Wutbürger?


Beim Thema Bahn und Klima trifft das auf mich definitiv zu.
Das wird denke ich auch aus meinen Beiträgen hier klar.
Allein schon über die Gesamtsumme beim Klimapaket verteilt auf mehrere Jahre werde ich wütend. Und da ist ja der Investitionsstau, den wir hier bemängeln, noch gar kein Thema.

Wieviel Geld eigentlich fehlt, kann ich natürlich nicht sagen. Dafür müsste man erstmal definieren was man von der Bahn erwartet, dann eine Bestandsaufnahme und danach kann man entscheiden, wieviel Geld man wirklich braucht.

GSXR-1000
2019-09-29, 08:42:51
Beim Thema Bahn und Klima trifft das auf mich definitiv zu.
Das wird denke ich auch aus meinen Beiträgen hier klar.
Allein schon über die Gesamtsumme beim Klimapaket verteilt auf mehrere Jahre werde ich wütend. Und da ist ja der Investitionsstau, den wir hier bemängeln, noch gar kein Thema.

Bei der Gesamtsumme wirst du wütend? Dir ist schon klar, das es vergleichbares Investitionspacket in der Geschichte der Bahn niemals gab? und das mit Abstand?
Wieviel duerfte es denn deiner Meinung nach sein? Und wo sollte das Geld genau herkommen? Weil mehr Steuern wirst du dafür natürlich auch nicht zahlen wollen, gell?


Geld eigentlich fehlt, kann ich natürlich nicht sagen. Dafür müsste man erstmal definieren was man von der Bahn erwartet, dann eine Bestandsaufnahme und danach kann man entscheiden, wieviel Geld man wirklich braucht.

Also wie ich vermutete, substanzlose Wutbürgerkritik ohne jede Grundlage.
Woher leitest du eigentlich ab, das man diese Analyse nicht gemacht haette?

Fragman
2019-09-29, 09:23:53
Bei der Gesamtsumme wirst du wütend? Dir ist schon klar, das es vergleichbares Investitionspacket in der Geschichte der Bahn niemals gab? und das mit Abstand?
Wieviel duerfte es denn deiner Meinung nach sein? Und wo sollte das Geld genau herkommen? Weil mehr Steuern wirst du dafür natürlich auch nicht zahlen wollen, gell?




Also wie ich vermutete, substanzlose Wutbürgerkritik ohne jede Grundlage.
Woher leitest du eigentlich ab, das man diese Analyse nicht gemacht haette?

Natürlich wird man mehr Steuern zahlen müssen, wie soll das auch anders gehen? Schulden will man keine machen, das ist Konsens (so halb zumindest). Ich gehe mal davon aus, das es den auch gibt, wenn es darum geht, die Infrastruktur zu erhalten und aus zu bauen. So langsam merkt ja jeder, egal wo er wohnt und was er beruflich macht, das man an eine Grenze kommt.

Und kannst Du mir bitte diesen Link zur Analyse geben?
Ich hab zumindest noch nie davon gehört, aber das ist dann eher mein Versäumnis, Danke.

Opprobrium
2019-09-29, 09:54:22
Ich bin auch noch nicht davon überzeugt, dass die Bahn in den nächsten Jahren den richtigen Weg gehen wird. Man bekommt ja zig Milliarden vom Bund. Erste Idee: Man kauft noch mehr Hochgeschwindigkeitszüge.

Meine Frage: Wo sollen die fahren? So mit Höchstgeschwindigkeit? Wir haben in Deutschland nicht viele Strecken, wo das geht.

Meiner Meinung nach sollte man erstmal die Infrastruktur und Technik sanieren. Und dann kommen neue Züge. Neue Züge alleine bringen nichts.

Volle Zustimmung. Es wäre ja auch mal nett, wenn auch neue Züge für den Normalverkehr kämen. Seit 30 Jahren gibt es regelmäßig neue ICEs (mit immer neuen Macken) aber die Regionalbahnen und ICs stammen gefühlt noch aus den 70ern. (Hat auch Vorteile: Sind recht geräumig und funktionieren meistens ;)).

Aber diese Vorzeigeprodukte sind halt viel spannender, als Geräte die einfach nur ihren Job erledigen.

Ja, ich weiß es, es gibt die neuen Doppeldecker ICs, aber ansonsten fährt man doch nur in halbwegs modernen Zügen wenn man mit lokalen Privatbahnen unterwegs ist.

Ich bevorzuge mittlerweile Verbindung ohne ICE. Man kommt meist billiger weg, die Züge sind leerer, bequemer und weniger digitalisiert (verbuggt). Das Risiko einen Anschlusszug zu verpassen ist möglicherweise höher, weil auf ICs nicht soviel Rücksicht genommen wird, aber hey, bis jetzt hat noch nie ein Anschlusszug auf mich gewartet*. Und dann entfällt ohnehin die Zugbindung und man kann zur Not mit dem ICE weiter.

*angesichts der Häufigkeit der mit Warten auf Anschlusszüge begründeten Verzögerungen die ich selbst schon erlebt habe wird das mehr und mehr zu einer statistischen Unmöglichkeit...

KakYo
2019-09-29, 11:07:23
Deshalb hat die Bahn doch die knapp 20 KISS Züge der Westbahn gekauft. Die kommen jetzt ziemlich zeitnah, zuerst zwischen Dresden und Rostock

Heelix01
2019-09-29, 11:57:14
Ein Nachbar arbeitet bei der Bahn in einem Support Team für „unvorhergesehene Situation“. ICE bleibt stehen, sie organisieren Ersatz etc.

Er hat mir schon mehrfach erläutert das die Bahn zwar nicht immer pünktlich ist aber oft man wenig dafür kann.
Zu späte Krankmeldungen, Mitbewerber die Absprachen nicht einhalten und strecken blockieren, hohe Zahl technische Defekte trotz ordnungsgemäßer Wartung, Leute die sich vor Züge werfen, defekte Bahnübergänge, Witterung, seine Liste ist quasi endlos.

Praktisch hat er recht, aber wenn man die Ursachen kennt ist ein Teil der Arbeit ja getan, Maßnahmen definieren und umsetzen :D .

Bahnfahren ist teuer, Bahn fahren bereitet durch umsteigen / Verspätungen Unannehmlichkeiten und es dauert meist recht lange. Wie soll man da motiviert sein die Bahn zu nutzen....

Yggdrasill
2019-09-30, 15:46:55
Wieviel Geld eigentlich fehlt, kann ich natürlich nicht sagen. Dafür müsste man erstmal definieren was man von der Bahn erwartet, dann eine Bestandsaufnahme und danach kann man entscheiden, wieviel Geld man wirklich braucht.

Die nötige Investitionssumme wird auf wenigstens ~100 Milliarden in den nächsten zwei Jahrzehnten hinauslaufen. Die angekündigten 86 Milliarden in den nächsten 10 Jahren sind meiner Meinung nach der Versuch das Netz tatsächlich wieder zu stabilisieren.

Mal ein paar Zahlen und Gedankenspiele zu dieser Summe:

1. Die LCC (Life Cycle Cost) im europäischen Vergleich sind mit ~57000 € pro Streckenkilometer anzusetzen. Ungefähr 60% davon sind Instandhaltungskosten, der Rest Erneuerung. In Deutschland liegen wir mit Sicherheit höher als der europäische Durchschnitt, der obere Rand der europäischen Bahnen ist bei ~76000 €. Bei 20 Jahren Nutzungsdauer und positiv geschätzten 65000 € liegen wir für die Betriebsgleise bei ~45 Milliarden + ~27 Milliarden für die restlichen Gleise (27000 km * 50000 €). Macht 72 Milliarden nur für das bestehende Netz ohne weitere und möglicherweise erhöhte Aufwendungen für Tunnel, Brücken, Bahnhöfe und neue Strecken.

2. Die Bahn möchte ihren Betrieb in Zukunft über sogenannte RBz (Regionalbedienzentren) steuern. Das Konzept der BZ (Betriebszentralen) hat sich als zu ungünstig erwiesen. Es sind ~100 RBz vorgesehen, ein RBz muss damit aus Anlagensicht (Anzahl der Elemente) aus wenigstens ~2 bisherigen ESTW bestehen. Leipzig Hbf wäre da von der Elementanzahl vergleichbar und hat wenigstens 600 Millionen € (mit Aufrüstung ETCS) gekostet. Ein anderes Projekt einer Großstadt mit 200000 Einwohnern und ~30 km Umkreis mit ist mit 400 Millionen € Gesamtkosten beauftragt worden.
Also würde eine vollständige Migration der Bahntechnik auf den neuesten Stand, bzw. bei Abschluss der Migration in die RBz eine Summe von 40-60 Milliarden € Minimum kosten, die Preise skalieren allerdings günstig für Großprojekte. Da die Bahn aber noch ~1300 Relaisstellwerke mit im Durchschnitt 77 Elementen im Betrieb hat, werden die "Kleinprojekte" im Verhältnis mehr Kosten erzeugen wenn diese nicht geschickt in den Bauablauf der RBz eingebunden werden. Auch hier sind weitere Aufwendungen für Tunnel, Brücken, Bahnhöfe und neue Strecken noch nicht berücksichtigt.

Die zukünftige Kostenentwicklung bei Stuttgart 21 kann man allerdings auf dem gleichen Chart wie die Gesamtinvestitionen durchführen, die Skala liegt ja in beiden Fällen im zweistelligen Milliardenbereich. Immerhin das spart Papier. :D

registrierter Gast
2019-09-30, 15:50:40
[..] Das Konzept der BZ (Betriebszentralen) hat sich als zu ungünstig erwiesen. [..]

Haben sich denn andere Konzepte als besser erwiesen?

Opprobrium
2019-09-30, 16:09:08
Ich halte ja von diesen ganzen Kostenaufstellungen immer weniger. Die wirken fast immer arbiträr und aus der Luft gegriffen. Kein Vorwurf an Dich, Ygdrasill.

Aber wenn irgendwelche Behörden behaupten, daß in deren Bereich fallende aufgaben (oder gar Änderungen an deren Abläufen, wie die Umstellung auf neue Verfahren oder Formulare) so und so viel € kosten, dann Frage ich mich immer wofür denn die laufenden Kosten ausgegeben werden.

Da wird so unglaublich viel Pfusch und Zahlendreherei betrieben...

Yggdrasill
2019-09-30, 19:37:46
Haben sich denn andere Konzepte als besser erwiesen?
Noch nicht. Wo kein Konzept ist kann sich nichts als besser oder schlechter erweisen :freak:

Im Ernst, die Idee mit den RBz ist gar nicht so übel. Bei den BZ hat man sich in der Euphorie der aufkommenden ESTW schlicht und einfach verschätzt und geglaubt das Zentralisierung alles ist. War zu dem damaligen Zeitpunkt auch durchaus verständlich, die technologische Entwicklung hat in vielen Bereichen eine stärkere Zentralisierung mit sich gebracht oder gar erzwungen. Funktioniert bei der DB halt nur nicht wie geplant, hat aber auch was mit der Vernachlässigung des menschlichen Faktors in dieser Rechnung zu tun. Mit dem Schritt zu den RBz sehe ich persönlich viel bessere Chancen das die DB dann ihren Stellwerkszoo mal ausmisten kann.

@Opprobrium

Kein Thema, ich wollte hauptsächlich zu den geplanten 86 Milliarden € eine ungefähre Gegenaufstellung machen, damit man sich überhaupt vorstellen kann wie viel Geld da wirklich reinfliesst und wie realistisch die Summe von 86 Milliarden ist. Am Ende ist dann auch egal wer das Geld hat, weg ist weg. ;D
Bei der DB sind es eher zweifelhafte Projekte zur "Zeiteinsparung", welche Unsummen von € für Zeitgewinn im Sekundenbereich (pro Zug) verbrauchen. Zweifelhaft deshalb, weil auf der Strecke gar nicht so viele Züge unterwegs sind als das man es rechtfertigen könnte und die Strecke eigentlich vollkommen unwichtig ist.

Mortalvision
2019-10-01, 06:29:54
Tja, die Bahn müsste sich idealerweise zwischen Fracht, Langstrecke und Regional splitten können. Da das aber weder ökonomisch noch bautechnisch möglich ist, kommen immer diese tausende von Weichen raus. Das ganze muss dann im Fahrplan koordiniert werden. Die vermeintlich schlechten Optimierungen machen nun aber richtig Sinn: Die Weichen mit den Sicherheitssystemen sind der eigentliche Knackpunkt, das ist wie bei den Autobahnen mit Auf-und Abfahrt.

rokko
2019-10-01, 09:32:32
Mit dem Schritt zu den RBz sehe ich persönlich viel bessere Chancen das die DB dann ihren Stellwerkszoo mal ausmisten kann.

Im Prinzip ja. Aber mir wäre sogar noch mehr Dezentralisierung wichtig.
Als Beispiel: Ich hab nen voll modernisierten Bü. Simis LC mit Gefahrraumfreimeldeanlage. Theoretisch ne gute Sache aber wenn die Technik mal wieder spinnt gehts nur Befehl 8 weiter. Bis dahin staut sich der Verkehr auf der Bundesstrasse gewaltig an.
Sinnvoller wäre gewesen gleich eine Überführung zu bauen und den Bü ersatzlos wegfallen zu lassen.

@Mortalvision
Ich verstehe nicht ganz worauf du hinaus willst.

Mortalvision
2019-10-01, 10:13:30
getrennte Netze mit spezialisierten Bahnhöfen und eigenen Routensystemen. Z.B. im Regionalverkehr eine kreis- oder ellipsenförmige Linie, damit die Züge einfach gradeaus fahren und keine oder nur ganz wenige Weichen überqueren brauchen.

Fragman
2019-10-08, 23:08:04
Die nötige Investitionssumme wird auf wenigstens ~100 Milliarden in den nächsten zwei Jahrzehnten hinauslaufen. Die angekündigten 86 Milliarden in den nächsten 10 Jahren sind meiner Meinung nach der Versuch das Netz tatsächlich wieder zu stabilisieren.

Mal ein paar Zahlen und Gedankenspiele zu dieser Summe:

1. Die LCC (Life Cycle Cost) im europäischen Vergleich sind mit ~57000 € pro Streckenkilometer anzusetzen. Ungefähr 60% davon sind Instandhaltungskosten, der Rest Erneuerung. In Deutschland liegen wir mit Sicherheit höher als der europäische Durchschnitt, der obere Rand der europäischen Bahnen ist bei ~76000 €. Bei 20 Jahren Nutzungsdauer und positiv geschätzten 65000 € liegen wir für die Betriebsgleise bei ~45 Milliarden + ~27 Milliarden für die restlichen Gleise (27000 km * 50000 €). Macht 72 Milliarden nur für das bestehende Netz ohne weitere und möglicherweise erhöhte Aufwendungen für Tunnel, Brücken, Bahnhöfe und neue Strecken.

2. Die Bahn möchte ihren Betrieb in Zukunft über sogenannte RBz (Regionalbedienzentren) steuern. Das Konzept der BZ (Betriebszentralen) hat sich als zu ungünstig erwiesen. Es sind ~100 RBz vorgesehen, ein RBz muss damit aus Anlagensicht (Anzahl der Elemente) aus wenigstens ~2 bisherigen ESTW bestehen. Leipzig Hbf wäre da von der Elementanzahl vergleichbar und hat wenigstens 600 Millionen € (mit Aufrüstung ETCS) gekostet. Ein anderes Projekt einer Großstadt mit 200000 Einwohnern und ~30 km Umkreis mit ist mit 400 Millionen € Gesamtkosten beauftragt worden.
Also würde eine vollständige Migration der Bahntechnik auf den neuesten Stand, bzw. bei Abschluss der Migration in die RBz eine Summe von 40-60 Milliarden € Minimum kosten, die Preise skalieren allerdings günstig für Großprojekte. Da die Bahn aber noch ~1300 Relaisstellwerke mit im Durchschnitt 77 Elementen im Betrieb hat, werden die "Kleinprojekte" im Verhältnis mehr Kosten erzeugen wenn diese nicht geschickt in den Bauablauf der RBz eingebunden werden. Auch hier sind weitere Aufwendungen für Tunnel, Brücken, Bahnhöfe und neue Strecken noch nicht berücksichtigt.

Die zukünftige Kostenentwicklung bei Stuttgart 21 kann man allerdings auf dem gleichen Chart wie die Gesamtinvestitionen durchführen, die Skala liegt ja in beiden Fällen im zweistelligen Milliardenbereich. Immerhin das spart Papier. :D

Die Zahlen sind recht interessant und machen vorsichtig Hoffnung auf Besserung.

Grindcore
2019-10-14, 13:21:24
Lesetipp zu dem Thema ist "Schaden in der Oberleitung" von Arno Luik, um einfach mal zu verstehen, warum sich die deutsche Bahn in dem Zustand befindet, den wir heute erleben und wie völlig anders das mal war.

Opprobrium
2019-11-15, 09:03:58
Uiuiui, das liest sich schon krass:

https://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bahn-showdown-im-machtkampf-a-1296579.html

downforze
2019-11-16, 09:19:52
Wenn die mit den 20 MRD ihr Gehalt erhöhen, fahre ich garantiert nie wieder Bahn. Die Preise sind ohnehin für Einzelfahrten völlig utopisch. Mit dem Auto zahle ich einmal, egal wie viele Personen mitfahren. Bei der Bahn kostet mich ein Familienausflug über 300 km pro Strecke locker das 5 fache.

GSXR-1000
2019-11-16, 10:19:04
Wenn die mit den 20 MRD ihr Gehalt erhöhen, fahre ich garantiert nie wieder Bahn. Die Preise sind ohnehin für Einzelfahrten völlig utopisch. Mit dem Auto zahle ich einmal, egal wie viele Personen mitfahren. Bei der Bahn kostet mich ein Familienausflug über 300 km pro Strecke locker das 5 fache.

Zeigt nur das der individualverkehr in relation zu den tatsaechlichen gesellschaftlichen kosten und den verursachten schaeden einfach nur massiv zu billig ist. Sollte man dringend aendern. Das wuerde auch deutlich guenstigere und bessere oeffentliche infrastruktur erlauben. Winwin.

24p
2019-11-16, 10:22:30
In Deutschland ist die öffentliche Infrastruktur aufgrund der massiven Ineffizienz nicht billiger. Aber hinter dem Ökogedanken kann man sein eigenes Versagen natürlich gut verstecken.

Fragman
2019-11-16, 10:25:34
Naja, zu billig ist es nur, wenn sich mehrere Leute den Induvidualverkehr teilen. Was am Ende eigentlich gut ist, umweltpolitisch. Als Single fährt man in der Bahn nicht zu teuer, verglichen mit dem Auto auch günstiger. Das Problem ist aber der Ticketpreis bei 2 Personen, da kippt das ja schon und bei mehr wirds halt schnell zu teuer. Funktioniert aber auch nur, wenn das Auto abbezahlt ist und keine Kosten für Reperaturen anfallen. Bei den wahren Kosten inkl Anschaffungspreis, wird es nicht mehr so gut für den Individualverkehr ausgehen. Mietwagen sind nochmal etwas anderes, aber auch eher Spezialfälle.

24p
2019-11-16, 10:29:57
Dafür hat man im Auto einen Sitzplatz. Nach der Aktion meiner letzten Dienstreise (erste Bahnfahrt seit einiger Zeit) bin ich davon mal wieder geheilt und weiß, warum ich nur Bahn fahre, wenn es absolut nicht anders möglich ist.

Fragman
2019-11-16, 10:47:19
Man reserviert auch, immer, jedesmal, in allen Zügen in denen es möglich ist. Das macht man spätestens nach der ersten längeren Fahrt, für die man es nicht gemacht hat. :D

24p
2019-11-16, 10:52:06
Habe ich. Der Platz war dummerweise doppelt belegt.

Heelix01
2019-11-16, 11:20:56
Das Problem an der Bahn ist das die es nicht schaffen etwas ordentlich in eine App zu gieße.

App zum ticket buchen, digitale Zug Übersicht inkl. Darstellung des Zuges und dessen Position am beliebig angefahrenen Bahnhof. Verpflichtende Sitzplatzreservierung und natürlich die Preise müssen runter, es ist praktisch einfach zu teuer.

Dann natürlich noch die Unpünktlichkeit ...

der_roadrunner
2019-11-16, 11:39:42
Naja, zu billig ist es nur, wenn sich mehrere Leute den Induvidualverkehr teilen. Was am Ende eigentlich gut ist, umweltpolitisch. Als Single fährt man in der Bahn nicht zu teuer, verglichen mit dem Auto auch günstiger. Das Problem ist aber der Ticketpreis bei 2 Personen, da kippt das ja schon und bei mehr wirds halt schnell zu teuer. Funktioniert aber auch nur, wenn das Auto abbezahlt ist und keine Kosten für Reperaturen anfallen. Bei den wahren Kosten inkl Anschaffungspreis, wird es nicht mehr so gut für den Individualverkehr ausgehen. Mietwagen sind nochmal etwas anderes, aber auch eher Spezialfälle.

Du vergisst bei der Sache einen ganz wichtigen Punkt: Man spart mit dem Auto im Normalfall massiv Lebenszeit!

der roadrunner

Geächteter
2019-11-16, 11:46:21
Du vergisst bei der Sache einen ganz wichtigen Punkt: Man spart mit dem Auto im Normalfall massiv Lebenszeit!

der roadrunner
Im Nahverkehr ja, auf den meisten langen Distanzen zu normalen Tageszeiten nein, dank der deutschen Autobahnen. Die meisten mit Kohle oder besser Geschäftsreisende fahren deshalb per Auto zum Fernverkehrsbahnhof, dann Zug in 1. Klasse und dann wieder Auto.

Opprobrium
2019-11-16, 11:53:01
Du vergisst bei der Sache einen ganz wichtigen Punkt: Man spart mit dem Auto im Normalfall massiv Lebenszeit!

Du vergisst ebenfalls einen wichtigen Punkt: In der Bahn kann ich lesen, schreiben, Film schauen, schlafen... Im Auto geht das nur mit Chauffeur :smile:

DerNostalgiker
2019-11-16, 12:17:51
der_roadrunner hat da schon recht.

Fernverkehr hui, Nahverkehr pfui.

Ab längeren Strecken ist das Auto auch nicht mehr zu empfehlen. Ich selbst möchte nicht mehr länger als 3-4 Stunden fahren müssen.

Opprobrium
2019-11-16, 12:24:33
Fernverkehr hui, Nahverkehr pfui.
Kommt drauf an wo man wohnt. Bei mir ist der Nahverkehr sehr gut, und (bis auf den Weg zum Bahnhof, der mir aber tägliche Bewegung garantiert) auch schneller als es das Auto wäre. Ist allerdings auch nicht DB. Probleme gibt es eigentlich nur mit dem Streckennetz (Baustellen, umfallende Bäume), und dafür ist ja die DB Netzagentur verwantwortlich. Als vor einer Weile neue Züge eingeführt wurden gab es Kinderkrankheiten, aber das war schnell vorbei.

Fernverkehr ist hier allerdings mit der Bahn noch Zukunftsmusik...

Fragman
2019-11-16, 12:27:42
Das man den Nahverkehr ausbauen muss, dürfte hier Konsens sein.
Da sind dann aber auch die Länder gefragt, denn die Ordern den ja, zumindest auf der Schiene, oder? Das muss dann auch Hand in Hand mit den Offis einher gehen.

downforze
2019-11-16, 12:29:28
Hab gerade mal geschaut.
Gotha - Perleberg (300km) mit Sitzplatz: Sparpreis 80€, Normalpreis 105€.
Das mit der Zugbindung checke ich auch nicht. Was ist, wenn ich nun den Anschlusszug verpasse?
Wenn ich nach Berlin ins BMVg muss, fliegen wir in aller Regel und fahren nicht Bahn. Das sollte einem zu denken geben.

DerNostalgiker
2019-11-16, 12:34:55
Das man den Nahverkehr ausbauen muss, dürfte hier Konsens sein.
Da sind dann aber auch die Länder gefragt, denn die Ordern den ja, zumindest auf der Schiene, oder? Das muss dann auch Hand in Hand mit den Offis einher gehen.
Hand in Hand ... ich lach mich schlapp.

Opprobrium
2019-11-16, 12:42:21
Das mit der Zugbindung checke ich auch nicht. Was ist, wenn ich nun den Anschlusszug verpasse?

Sobald Du einen Anschlußzug verpasst entfällt die Zugbindung.

arcanum
2019-11-16, 12:57:50
Hab gerade mal geschaut.
Gotha - Perleberg (300km) mit Sitzplatz: Sparpreis 80€, Normalpreis 105€.
Das mit der Zugbindung checke ich auch nicht. Was ist, wenn ich nun den Anschlusszug verpasse?
Wenn ich nach Berlin ins BMVg muss, fliegen wir in aller Regel und fahren nicht Bahn. Das sollte einem zu denken geben.

wenn eine db bahn verspätet ist (ab 20 minuten) oder ausfällt, bist du berechtigt den nächsten anschluss zu nutzen (mit spartickets > zugbindung, mit flex kann man fahren wie man lustig ist). wie verspätungen beim öpnv gehandhabt werden weiß ich nicht.
fliegen ist nur günstiger, weil keine kerosin-steuer erhoben wird. wäre das der fall, könnte man je nach strecke gleich mal mindestens 30 % an kosten drauf schlagen.

finde jetzt nicht, dass das auto so stark im vorteil ist auf der strecke und kinder bis 14 fahren kostenlos mit:

beim auto würde ich 30-50 cent pro kilometer ansetzen. macht bei der einfachen strecke >= 100€ und dauert nach aktueller verkehrslage ca. 3 stunden und 37 minuten.
am montag um 6.53 gibt es eine verbindung die mit bahncard 25 (kostenpunkt: 60€ im jahr) die 3:23 benötigt und 56€ mit sparticket (zugbindung) kostet. wenn man im voraus bucht wird es in der regel pro woche vorlauf günstiger (bis runter auf 15€ wenn man glück hat und es wieder super sparpreise gibt).
oder man nimmt eine bahncard 50 (kostet allerdings 255). mit der kann man flextickets für den halben preis kaufen oder kriegt noch immer 25% rabatt auf alle spartickets.
die bahncard 25 lohnt sich in der regel ab mindestens 3 fahrten. bei der bahncard 50 braucht man in der regel 5-10.

natürlich ist das auto in der hinsicht komfortabler, dass man nur einmal aus- und einsteigen muss aber wenn man vor allem alleine unterwegs ist, ist die bahn kostenmäßig eigentlich unschlagbar außer man fährt ein 10 jahre altes auto das wenig verbraucht und kaum in der werkstatt steht.

ich fahre eigentlich gerne mit der bahn aber was ihr wirklich anlasten kann ist die unzuverlässigkeit (wobei das in den letzten monaten gefühlt besser geworden ist) und das lächerlich komplizierte preissystem. die bahn wäre besser beraten die preise fix zu machen und irgendwo zwischen super sparpreis und flex anzuordnen. dazu gibt es nur noch die bahncard 100 und jedes ticket kriegt eine sitzplatzreservierung inklusive.
vor einigen monaten ist meine kritik vernichtender ausgefallen, allerdings habe ich im schnitt ~50€ für 350km bahnfahrt die letzten monate bezahlt, die verspätungen sind seltener und weniger geworden und die bahn handelt die zugausfälle zumindest auf meiner (zugegeben stark frequentierten) strecke endlich anständig.

Uiuiui, das liest sich schon krass:

https://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bahn-showdown-im-machtkampf-a-1296579.html


danke für den link. war klar, dass da gemauschelt wird. hoffentlich wird der ganze laden ausgeräuchert und mit leuten besetzt, die sich nicht nur gegenseitig die taschen vollstopfen. das passiert halt, wenn es keinen wettbewerb gibt und die zeche vom steuerzahler getragen wird und das auch noch bei einem "privatisierten" unternehmen. aber so lange scheuer verkehrsminister ist, wird sich daran wohl nichts ändern - doll wird abserviert und alles bleibt beim alten weil sich die allgemeinheit dafür nicht interessiert.

Eisenoxid
2019-11-16, 19:08:45
Ich würde gerne mehr die Bahn nutzen, wenns um mittlere Distanzen geht. Aber meist halten mich wenigstens zwei Faktoren ab:

1. Preislich extrem unattraktiv sobald man nicht allein, sondern zu wenigstens zu zweit unterwegs ist; in den Fall ist das Auto quasi immer billiger.

2. Sehr unflexibel (auf Zeit und Ort bezogen). Reist man von Großstadt zu Großstadt mags noch ganz gut aussehen - will man nur von Kleinstadt --> mittelgroße Stadt schauts in sehr vielen Fällen schon extrem schlecht aus. Lange Verbindungen mit teilw. >3x Umsteigen. Und bei jedem Umsteigen erhöht sich das Risiko dass einer der Züge verspätet ist/ausfällt.

Beide Probleme sind (teilweise) systembedingt und somit auch kaum lösbar. Bei den Kosten könnte man noch mit Subventionen gegensteuern. Bei der Flexibilität kann nur ein Mix aus mehreren Systemen funktionieren.