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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frugalisten - Die Rente mit 40


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crazymind
2019-03-29, 23:10:21
Es redet hier auch niemand von "uebermaessigem konsum", alter, hast du den thread gelesen? Es geht beim thema frugalisten primaer darum, wie man das ZUR VERFUEGUNG STEHENDE kapital/einkommen einsetzt.

Mal angenommen jemand arbeitet 20 Jahre wie verrückt und hat dann ne Million gespart und auf dem Konto. Wo genau ist das denn nun so schlimm, wenn man versucht von Zinsen und Dividenden zu leben?
Ist das wirklich nur assozial weil es nicht alle machen können / wollen? Oder zu wenig Steuern abgedrückt werden?

Finde ich dann doch etwas too much, dann schimpf doch erstmal über die, die absichtlich auf Staatskosten leben, oder Hausfrauen oder Leute die schon reich geboren wurden.

GSXR-1000
2019-03-29, 23:42:55
Mal angenommen jemand arbeitet 20 Jahre wie verrückt und hat dann ne Million gespart und auf dem Konto. Wo genau ist das denn nun so schlimm, wenn man versucht von Zinsen und Dividenden zu leben?
Ist das wirklich nur assozial weil es nicht alle machen können / wollen? Oder zu wenig Steuern abgedrückt werden?

Finde ich dann doch etwas too much, dann schimpf doch erstmal über die, die absichtlich auf Staatskosten leben, oder Hausfrauen oder Leute die schon reich geboren wurden.
1. Sagte ich nicht das dies generell asozial sei. Asozial ist es allerdings, diese passiven einkommen zu nutzen, und gleichzeitig sich ueber die vielen dummen hamster zu belustigen und sich in jeder hinsicht ueber diese zu erhoehen, obwohl genau diese und deren masse das wohlige passive einkommen erst ermoeglichen.
2. Ist dieses passive einkommen eine idee, die systembedingt nur fuer wenige funktionieren kann, weil eine vielfaches von "hamstern" dieses passive einkommen erwirtschaften muessen. Man kann bei einem solchen modell also zumindest kritisch die legitimationsfrage stellen.
3. Es ist wohl auch zumindest anzumerken, das das hierzu zwingend notwendige zinseszins system fuer viele verwerfungen und probleme heutiger gesellschaften und wirtschaftssysteme verantwortlich ist.
Auch darf man wohl die einseitige verteilung von produktivitaetsgewinnen auf das kapital zuungunsten des produktivkapitals in den letzten jahrzehnten kritisieren, ebenso die bevorteilung von kapitalertraegen gegenueber erwerbseinkommen. Alles vorraussetzungen fuer das hier so gelobte passive einkommen.
Inwiefern sind diese aussagen fuer dich nicht zulaessig?

Daredevil
2019-03-29, 23:54:10
Aber die Herangehensweise kannst du doch bei allem nehmen, wenn du jedes Thema bis in den Grund analysierst. Was nicht bedeutet, dass das nicht falsch ist, was du sagst.

Selbst wenn ich mit hunderten Sonnenkollektoren Mining Rigs in Südafrika betreibe, bin ich letzten Endes doch für dich ein Umweltschwein, weil die Kollektoren mit nicht grüner Energie erschafft wurden, die Materialien aus Qualarbeit kommen, die Autos der Mitarbeiter mit Diesel fahren und die Mitarbeiter gerne mal im Sommer grillen, was das Klima nachweislich killt. Natürlich grillen die mit Kohle.

Ich bin mir fast sicher, dass du bei jedem Thema etwas gegensätzliches findest, das ist wirklich eine beachtliche Stärke von dir.

GSXR-1000
2019-03-30, 00:09:02
Aber die Herangehensweise kannst du doch bei allem nehmen, wenn du jedes Thema bis in den Grund analysierst. Was nicht bedeutet, dass das nicht falsch ist, was du sagst.

Selbst wenn ich mit hunderten Sonnenkollektoren Mining Rigs in Südafrika betreibe, bin ich letzten Endes doch für dich ein Umweltschwein, weil die Kollektoren mit nicht grüner Energie erschafft wurden, die Materialien aus Qualarbeit kommen, die Autos der Mitarbeiter mit Diesel fahren und die Mitarbeiter gerne mal im Sommer grillen, was das Klima nachweislich killt. Natürlich grillen die mit Kohle.

Ich bin mir fast sicher, dass du bei jedem Thema etwas gegensätzliches findest, das ist wirklich eine beachtliche Stärke von dir.

Waere doch klasse, wenn du und andere die threads nicht staendig dazu nutzen wuerdet, mich oder meine vermeintlichen intentionen zu analysieren, sondern beim threadthema bleiben wuerdet und euch an den inhalten abarbeiten wuerdet.
Auch waere es sinnvoll, wenn du differenzen aus anderen theads in vollkommen anderen kontext nicht hier zwanghaft weiterfuehren wollen wuerdest.
Hier gehts nicht um miningfarmen ganz gleich welcher art, also diskutiere derlei dort wo es hingehoert.
Das ist zudem der letzte post dieser art auf den ich antworte, zukuenftiges wird kommentarlos als OT gemeldet.

RattuS
2019-03-30, 03:42:50
Ich habe vom Begriff "Frugalist" vor einem Jahr zum ersten Mal gehört. Als ich mir das anhörte, wurde mir klar, dass ich mir selbst bereits einen so ähnlichen Weg überlegt und vorgelegt habe:

Ich habe mit Mitte 20 von 40 Stunden auf 20 Stunden reduziert, meine zusätzliche Zeit genossen. Nach einem Jahr wurde mir langweilig, also bin ich wieder auf 30 Stunden rauf. Perfekter Sweetspot für mich. Mittlerweile habe ich meine Position beim Arbeitgeber so weit ausgebaut, dass ich in selbstbestimmend weitere Stunden arbeiten kann und diese für gleichen Stundenlohn bezahlt bekomme. HomeOffice selbstverständlich auch möglich (und genutzt), ich mag es aber im Büro für Kollegen anwesend zu sein. Fußweg zur Arbeit, versteht sich. Könnte ich als Informatiker mehr verdienen? Zweifellos, aber [aktuell] sind mir die erarbeiteten Freiheiten wichtiger.

Ich lebe genügsam, weil ich von meinen Eltern so erzogen wurde. Viel Geld hatten wir nie, also hat man den Konsum sinnvoll eingeschränkt (aber nie verkrüppelt und sich durchaus auch mal etwas gegönnt). Ich habe das in mein Erwachsenalter übernommen. Ich spare nicht wie ein Fuchs, aber überlege mir vor jeder Anschaffung, ob es notwendig und mittel- oder langfristig eine sinnvolle Investition ist. Meine Hobbies sind kostengünstig - hier spare ich allerdings nicht bewusst. Hobby ist Hobby, ich lebe. Auslandsreisen bzw. "Strand-Urlaube" sind mir nicht wichtig (komme beruflich ohnehin mal raus). Ein Auto brauche ich nicht, denn ich wohne stadtnah (Großstadt), aber immer noch abseits genug, um keine Megamiete zahlen zu müssen. Ausgaben für Kinder oder Unterhalt habe ich nicht.

Generell halte ich meine finanziellen Verpflichtungen möglichst gering. Keine Kredite, keine Zusatzversicherungen, keinen aufgeschwatzten Finanzmodelle oder Umwandlungen. Unabhängig und flexibel bei meinen getroffenen Entscheidungen. Meine Sparquote liegt bei 500-600 EUR im Monat (der Spielraum ergibt sich aus den variablen zeitraumabhängigen Freizeitausgaben, abhängig von Jahreszeit/Wetter/Anlässen also mal mehr, mal weniger). Ich regele meine Depotentwicklung selbst, informiere mich, lasse mich aber nicht steuern. Portfolio nicht zu risikolastig, aber auch keine Anleihen-Galore. Wie viel Rendite ich durchschnittlich über die nächsten 30 Jahre heraushole? Keine Ahnung, aber ganz sicher mehr als 0,1 % oder das, was ich für herumliegendes Kapital erwarten kann, jetzt und wahrscheinlich auch in 20 Jahren.

Bin ich nun ein "Frugalist"? Weiß ich nicht und ist mir auch egal. Mein Konzept ist:

- zufrieden im Job sein und so viel arbeiten, wie man arbeiten möchte
- genügsam konsumieren, aber nie aus Prinzip verzichten
- eine finanzielle Strategie verfolgen

Ich erhoffe mir davon, dass ich, was das Arbeiten angeht, immer unabhängig bleibe und nicht bis 60+ aktiv bleiben muss. Ich denke zwar, dass ich auch später noch arbeiten möchte, aber womöglich mit anderen Schwerpunkten und mit weniger Zeitaufwand, vielleicht sogar in einem anderen Berufsfeld. Wunschvorstellung wäre, dass ich mit 50+ sagen kann: Ich mache jetzt nur noch, worauf ich Lust habe. Ich bin nicht mehr gezwungen ein regelmäßiges Einkommen aus Arbeit zu generieren.

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Unabhängig davon, sehe ich bei der Machbarkeit des Frugalismus folgende Kritikpunkte:

- Einkommen muss mindestens durchschnittlich/"mittelschichtig" sein und bleiben (Berufsgruppen mit geringem Verdienst sind chancenlos)
- Kinder, Immobilienkauf oder andere langfristige finanzielle Verpflichtungen passen schlecht (bzw. erhöhen die Distanz zum Zielalter deutlich)
- börsenabhängige Kapitalvermehrung ist eine unzuverlässige Grundlage, ohne Alternativen kann das zur Sackgasse werden
- das Zielalter 40 halte ich für schwer erreichbar, 50 erscheint mir realistischer

Oder anders formuliert: Das Modell funktioniert nur für wenige Menschen mit konkreten Vorstellungen, worauf sie sich einlassen.

Lokadamus
2019-03-30, 04:03:57
Immer wieder das gleiche schwachsinnsargument.
Es wird lediglich der KapitalERTRAG!!!!! besteuert. Nicht die Investition selbst. Ergibt sich ein negativeetrag kann es sogar zur Steuerminderung fuehren.
Jeder Konsum hingegen fuehrt zu direkter Besteuerung von 19%. Auch von bereits versteuertem Einkommen.Da hat aber jemand den wirtschaftlichen Kreislauf richtig verstanden.

Wir müssen Investitionen unterbinden, damit weniger Neues erschaffen wird und Altes länger bestehen bleibt. Hauptsache es ändert sich nichts.
Dieses Konzept, was GSXR-1000 hier verteidigt, wird von den ÖRs praktiziert.

Jeder, der sich ein bischen mit dem Prinzip von Aktien beschäftigt hat, weiß, dass Aktien im Prinzip ein Vertrauensvorschuß für Investitionen in Firmen sind. Die Firmen sollen schließlich praktische Investitionen tätigen, um ihre Produktivität und damit den Gewinn zu steigern. Tesla ist ein einfaches Beispiel dafür.

Um von diesem Kreislauf selber Geld abschöpfen zu können, muss man selber investieren und hoffen, dass es eine gute Investition war. Kann auch nach hinten losgehen. Und ja, dieses Konzept kann von jedem umgesetzt werden. Ob es sinnvoll ist, hängt von den möglichen Aktienkäufen ab. Werden diese zum falschen Zeitpunkt gekauft ist es wie bei Bitcoins ein reines Verlustgeschäft.

Edit: Um es ganz einfach zu sagen: Selbst bei einer Bank ist das Geld nicht sicher.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/probleme-bei-online-bank-n26-haeufen-sich-a-1260154.html