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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ÖL-Heizung austauschen


Lowkey
2019-09-10, 15:54:23
Hallo,

jeder hier hat die Nachrichten verfolgt. Die SPD/CDU wollen 2030 ÖL-Heizungen verbieten. Die Grünen wollen sie 2020 abschaffen.

Nur haben 99% alle Bekannten und Verwandten eine ÖL-Heizung und fragen sich, was man da als Alternative nehmen soll. Denn das wird nicht gesagt. Ich fasse die Meinungen mal zusammen:

1. Holzpellet oder Holzöfen stehen ebenfalls kurz vor einem Verbot, da die Pelletproduktion entgegen allen Erwartungen nun auch komplette Bäume verwertet und nicht die sogenannten Reste. Der Feinstaub ist beim Holz immer noch ein großes Problem, gerade wenn die Nachbarn ihren fancy Holzofen anmachen oder Grillen.

2. Wärmepumpen kann man nachträglich nicht installieren und deren Effizienz und Stromverbrauch machen es sowieso zur suboptimalen Lösung auch bei Neubauten.

3. Erdgas: Erdgas soll auch teuer werden und soll die Käufer zum Umrüsten bewegen.

4. Solarenergie: hier haben die Leute auf dem Dach als Unterstützung für Warmwasser ein paar Felder verbaut. Für die Heizung im Winter reicht es nicht.


Wie seht ihr das?

Henroldus
2019-09-11, 08:41:17
zu 1. stimme ich zu, damit will sich keiner mehr abgeben, zu Wartungsintensiv und finanziell lohnt sich Pelletheizung auch nicht
zu 2. Wärmepumpen sind nur effizient bei gut gedämmten (also neuen) Häusern mit geringer Vorlauftemperatur, sprich Fußbodenheizung oder falls die Regierung hier den Strompreis mal massiv subventionieren würde
zu 3. kurzfristig gute Lösung wenn Gasanschluss, aber ich fürchte hier das gleiche Schicksal wie bei Öl vielleicht 10 jahre später
zu 4. als Unterstützung immer gut, vor allem im Sommer Verbrauch quasi 0 aber im Winter scheint die Sonne zu selten, allein reicht es nie

guter Rat ist teuer für Altbauten

GBWolf
2019-09-11, 08:45:16
Das Umweltschonendste wäre sie zu behalten

Trap
2019-09-11, 08:50:07
Sind die diskutierten Gesetzideen nicht nur für neu installierte Heizungen?

Wenn die Heizung im Altbau kaputtgeht hätte man dann natürlich ein Problem, aber vorher erstmal nicht.

Zephyroth
2019-09-11, 08:54:10
Hier ist guter Rat wirklich teuer. Vor 10 Jahren haben wir das Elternhaus von Öl- auf Pelletsheizung umgerüstet und die Heizkosten so in etwa halbiert. Funktionieren tut das ganze klaglos, die angesprochenen Probleme bleiben natürlich.

Das sauberste ist definitiv Gas, aber eben fossil. Mit Solar kommt man im Winter nicht weiter, bleibt also nur die Wärmepumpe.

Die ist zwar effizient und wäre in unserem Fall sogar billiger als Gas gewesen (so ungefähr 100€/Jahr) rentiert sich aber überhaupt nicht, da die Anlage um die 20k€ kostet. Hinzu kommt, das im Falle eines kaputten Kompressors massive Kosten auf einen zukommen (~8000€).

Bleibt eigentlich unter Abwägung aller Vor- und Nachteile nur die Pelletsheizung. Die ist zwangsläufig CO2-neutral, auch wenn man ganze Bäume dafür verfeuert.

Wie auch immer, es zeigt sich wieder, völlig egal was man nimmt, am besten wäre es davon so wenig wie möglich zu verbrauchen, deswegen ist die Wärmedämmung so ziemlich das wichtigste am Haus.

Grüße,
Zeph

Lowkey
2019-09-11, 09:02:23
Mit den kommenden Gesetzen sollen Bürger gezwungen werden, auf umweltfreundliche Heizungen zu setzen. Nur was bedeutet das?

Nur a.) auf der Pumpe der Ölheizung stand der Durchschnittsverbrauch. Heute steht ECO drauf und es wird der Minimalwert angegeben. Das ist also dieselbe Pumpe, nur anders deklariert.

b.) der Holzpelletofen kostet mittlerweile am Ende dasselbe Geld, außer man spart ein paar Cent mit günstigen, minderwertigen Pellets. Der Ofen meiner Tante hatte nun nach 6 Jahren den bekannten Fehler mit der Zufuhr, also hat der Ofen in Abwesenheit mal eben alle Pellets am Stück verbrannt und die Zimmerpflanzensammlung gehimmelt. Die Serviceleistungen kosten in jedem Fall eine Menge Geld und reparieren nicht, sondern flicken.



Ich habe immer noch keinen Ersatz für eine Ölheizung im Altbau gesehen.


PS: Gas soll ebenfalls als fosiler Brennstoff preislich unattraktiv gemacht werden.

Trap
2019-09-11, 09:05:10
Wie auch immer, es zeigt sich wieder, völlig egal was man nimmt, am besten wäre es davon so wenig wie möglich zu verbrauchen, deswegen ist die Wärmedämmung so ziemlich das wichtigste am Haus.
Die beste Wärmedämmung ist eine Nachbarwohnung. :tongue:

Eisenoxid
2019-09-11, 09:05:39
Ich verlinke hier mal einen mMn. gut geschriebenen Kommentar von heise: https://www.heise.de/tp/features/Die-Versaeumnisse-der-Energiewende-4516438.html
Der Autor plädiert dafür, Gebäude mit Ölheizung zusätzlich mit einfachen Luft-Luft-WPs nachzurüsten.
Die WP heizt wenn möglich, die Ölheizung springt bei zu kalten Temps mit ein.

noid
2019-09-11, 09:19:01
Warum denken die Leute immer bei Solar an den Winter? Auch im Sommer wird warmes Wasser verwendet! Hier und in der Übergangszeit kann diese Art der Energie _unterstützen_.
Dazu eine WP, oder Gas.

Frage ist: wer sagt, dass man sowas nicht nachrüsten kann?

derF
2019-09-11, 09:22:57
Im Einfamilienmiethaus meiner Eltern wurde die wunderbar funktionierende Ölheizung (alle Messwerte eingehalten) jetzt durch eine neue Gasheizung ersetzt. Grund: "Besitzer von Altbauten sind verpflichtet, ihre Heizkessel, die 30 Jahre und älter sind, von 2015 an auszutauschen." (https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.heizungsmodernisierung-30-jahre-alte-heizungen-muessen-erneuert-werden.07f6cf75-633a-4245-afea-a34c3014fae0.html)
Das gilt allerdings nicht, wenn der Besitzer die Immobilie selbst nutzt...

Naja, dafür ist jetzt mehr Platz im Keller.

Cyphermaster
2019-09-11, 09:50:43
Nur haben 99% alle Bekannten und Verwandten eine ÖL-Heizung und fragen sich, was man da als Alternative nehmen soll. Denn das wird nicht gesagt.Wie auch? Was sich eignet, hängt ja auch am Wesentlichsten vom Fall bzw. der Bausituation ab, man wird sich also genauer damit auseinandersetzen müssen.
Ich fasse die Meinungen mal zusammen:
1. Holzpellet oder Holzöfen stehen ebenfalls kurz vor einem Verbot, da die Pelletproduktion entgegen allen Erwartungen nun auch komplette Bäume verwertet und nicht die sogenannten Reste. Der Feinstaub ist beim Holz immer noch ein großes Problem, gerade wenn die Nachbarn ihren fancy Holzofen anmachen oder Grillen.Für Staubminderung bei Holzöfen gibt es seit langem Filter (u.a. auch E-Filter). Die werden aktuell nur nicht standardmäßig verbaut, weil die Holzheizungen dann nicht mehr so schön billig wären. Holz kann man also schon nutzen, aber das ist dann auch nix für jedermann.
2. Wärmepumpen kann man nachträglich nicht installieren und deren Effizienz und Stromverbrauch machen es sowieso zur suboptimalen Lösung auch bei Neubauten.Das ist ziemlicher Unfug. Außer natürlich, man nimmt die allerbilligste Luft-WP in Mindestdimensionierung und flanscht die an einen alten Hochtemperatur-Heizkreis oder dergleichen. Wärmepumpen eignen sich da gut, wo man Gartenfläche oder -noch besser- eine Möglichkeit zur Schachtbohrung hat. Idealerweise noch mit Niedertemperatur-Heizkreisen (Flächenheizungen wie die bekannte Fußbodenheizung).
3. Erdgas: Erdgas soll auch teuer werden und soll die Käufer zum Umrüsten bewegen.Als fossiler Energieträger ist da die übliche Preissteigerung kaum zu vermeiden, ja. Geht dafür praktisch immer und überall (notfalls mit Tank), ist kompakt und billig in der Anschaffung. Kann man auch gut als "Backup" zu anderen Systemen verbauen.
4. Solarenergie: hier haben die Leute auf dem Dach als Unterstützung für Warmwasser ein paar Felder verbaut. Für die Heizung im Winter reicht es nicht.Für die Heizung im Winter reicht es, wenn man Speicher verbauen kann. Die sind auch nicht unbedingt teuer. Allerdings würde ich da nicht ohne eine "Backup"-Heizung für ganz schlechte Jahre fahren wollen (Gas?).

5. Für große Gebäude kann man sich noch überlegen, ein BHKW zu verwenden. /edit: Ich finde das als "Brückentechnologie" nicht schlecht, da es sowohl Gas- als auch Öl-BHKWs gibt, d.h. der Nachrüst-Aufwand erst einmal begrenzt sein kann, und man die E-Installation für Einspeisung usw. dann in einem zweiten Schritt für einen Zubau von PV mit-/weiternutzen kann.

Wichtig auch: Man sollte neue Heizungen nicht ohne vernünftige Dämmung kalkulieren. Jede kWh die nicht verloren geht, muß man nicht erneut bereitstellen.

Palpatin
2019-09-11, 10:51:57
Wenn eine alte Ölheizung verbaut ist, diese einfach vor einem kommenden Verbot nochmal erneuern und man hat bis 2050 Ruhe.

sun-man
2019-09-11, 11:44:39
https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/abwrackpraemie-fuer-alte-oelheizungen-eine-umstrittene-idee/150/3095/392249?fbclid=IwAR00ABj206XHxoTr7dUmwhAL80poyEx6DtwJg9J0MOi37wSwXAHDZTr-cPg

Mr.Fency Pants
2019-09-11, 12:09:16
Wenn eine alte Ölheizung verbaut ist, diese einfach vor einem kommenden Verbot nochmal erneuern und man hat bis 2050 Ruhe.

Das schützt einen aber nicht vor extra Abgaben in Form von Steuern auf fossile Brennstoffe. Bei dem aktuellen Klimawahn kann man sicher sein, dass so etwas in jüngerer Zeit kommt.

Geächteter
2019-09-11, 13:02:55
Das schützt einen aber nicht vor extra Abgaben in Form von Steuern auf fossile Brennstoffe. Bei dem aktuellen Klimawahn kann man sicher sein, dass so etwas in jüngerer Zeit kommt.
Vor allem wegen bald drastisch klammer Staatskassen.

Cyphermaster
2019-09-11, 13:43:08
Das schützt einen aber nicht vor extra Abgaben in Form von Steuern auf fossile Brennstoffe. Bei dem aktuellen Klimawahn kann man sicher sein, dass so etwas in jüngerer Zeit kommt.
Es schützte einen bisher ja auch niemand vor drastischen Preissteigerungen aus irgendwelchen anderen Gründen.

Wer beim Öl bleibt, um Geld bzgl. größerer Umrüstungen zu sparen, erkauft sich diese Einsparungen natürlich mit entsprechendem Risiko gegenüber anderen Lösungen (die dann wieder eigene, andere Risiken haben können).

Roadrunner3000
2019-09-11, 14:13:34
Das sauberste ist definitiv Gas, aber eben fossil. Mit Solar kommt man im Winter nicht weiter, bleibt also nur die Wärmepumpe.

Nicht ganz.
Mini-BHKWs werden immer interessanter.
Die ersten, die es vor 11 jahren auf dem Markt versucht haben, hatten noch mit argen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Selbst Marktführer wie Viessmann waren davon nicht verschont. Doch mittlerweile sind die durchaus haltbar und die benötigenten Laufzeiten tatsächlich im Bereich des Bedarfs eines Einfamilienhauses.

Argo Zero
2019-09-11, 14:16:25
Es schützte einen bisher ja auch niemand vor drastischen Preissteigerungen aus irgendwelchen anderen Gründen.

Wer beim Öl bleibt, um Geld bzgl. größerer Umrüstungen zu sparen, erkauft sich diese Einsparungen natürlich mit entsprechendem Risiko gegenüber anderen Lösungen (die dann wieder eigene, andere Risiken haben können).

Und was ist mit den Leuten, die sich eine Aufrüstung nicht leisten können?
Mal eben 10-15T Euro hinlegen, juhu.
Wenn der Staat so etwas fordert sollte er es auch bezahlen.

Henroldus
2019-09-11, 14:17:33
Warum denken die Leute immer bei Solar an den Winter? Auch im Sommer wird warmes Wasser verwendet! ?
der Aufwand zum Heizen von Wasser in einen Speicher ist minimal.
Führt bei unsere Gasheizung mit solarunterstützung aber dazu, dass im Sommer quasi kein Gas verbraucht wird.
der Großteil des Bedarfs an Wärme entsteht jedoch zur Heizung des Gebäudes also im Winter. dort sind aber die Tage kurz und seltener sonnig so daß die Solarunterstützung wenig bringt.
Das selbe Problem wäre eine Wärmepumpe, die im Winter ihren Strom vom Dach beziehen soll.

noid
2019-09-11, 15:01:49
der Aufwand zum Heizen von Wasser in einen Speicher ist minimal.
Führt bei unsere Gasheizung mit solarunterstützung aber dazu, dass im Sommer quasi kein Gas verbraucht wird.
der Großteil des Bedarfs an Wärme entsteht jedoch zur Heizung des Gebäudes also im Winter. dort sind aber die Tage kurz und seltener sonnig so daß die Solarunterstützung wenig bringt.
Das selbe Problem wäre eine Wärmepumpe, die im Winter ihren Strom vom Dach beziehen soll.

Kommt natürlich viel auf Lage des Haus sowie der Technik an. Für meine Eltern ist sogar im Winter der Hauptertrag über Solar. Nein, die wohnen nicht in Kalifornien.

Fusion_Power
2019-09-11, 15:14:55
Bevor die irgend was verbieten, müssten sie Alternativen erst mal ordentlich fördern. Und da ist der Staat wie immer knausrig.
Wir haben hier Gas, weil ist überall in der Stadt verlegt und quasi jeder nutzt es. Wird sich vermutlich auch so bald nicht ändern.
Mein Kumpel hats gut, der hat Photovoltaik und Solarthermie aufm Dach und Holzheizung und eigenen Wald. Viel autarker gehts wohl kaum. Aber sowas ist natürlich noch ehr die Ausnahme.

Dr.Doom
2019-09-11, 16:04:11
Und was ist mit den Leuten, die sich eine Aufrüstung nicht leisten können?
Mal eben 10-15T Euro hinlegen, juhu.
Wenn der Staat so etwas fordert sollte er es auch bezahlen.Das interessiert doch niemanden.
Strasse vor dem Haus wird saniert, bitte beteiligen Sie sich mit 20.000€.
Wie, Sie können nicht zahlen, dann verkaufen Sie ihr Haus.

PacmanX100
2019-09-11, 16:42:44
Richtig, erst kommt die Rechnung/Bescheid, danach das Problem. ;)

Ganz ehrlich: Nichts machen. Erst warten bis es kurz vor knapp ist. Es ist jetzt noch nicht abzusehen wie diese Gesetze aussehen werden und ob überhaupt eine einfache Umrüstung reicht. Es könnten noch weitere Dämmvorschriften kommen und die ganzen Zeitungsschreiber meinen auch schon keine Sanierungen mehr durchzuführen weil nicht lohnenswert bzw. die Ziele sehr wahrscheinlich nicht erreichbar. Politiker in ihrer besten Rolle: Unsicherheit stiften. ;)

MSABK
2019-09-11, 17:03:16
Das interessiert doch niemanden.
Strasse vor dem Haus wird saniert, bitte beteiligen Sie sich mit 20.000€.
Wie, Sie können nicht zahlen, dann verkaufen Sie ihr Haus.

Ist das echt so heftig?:eek:

PacmanX100
2019-09-11, 17:11:39
Ja, ist es. Bei uns hängen gelbe Westen an den Straßen wo das passiert ist. Die Anwohner müssen blechen ob sie wollen oder nicht sonst kommt der Vollstrecker :)
https://rp-online.de/nrw/landespolitik/aerger-um-strassenbaubeitraege-in-nrw-der-zorn-der-anlieger_aid-37585685

Ich finde es höchst ungerecht da es nicht planbar ist und schon genug Steuern und Kfz und Mineralöl.. eingezogen wird. Außerdem gab es sogar schon versuche Straßen zu sanieren die gar nicht kaputt waren ;)

MSABK
2019-09-11, 17:19:09
Ich finde es höchst ungerecht da es nicht planbar ist und schon genug Steuern und Kfz und Mineralöl.. eingezogen wird. Außerdem gab es sogar schon versuche Straßen zu sanieren die gar nicht kaputt waren ;)

Ich glaube die Co2-Steuer muss kommen, damit endlich Geld in die Kassen kommt. Dann ist das Problem gelöst.:freak:

Schockt mich echt, wusste nicht, dass das so läuft.

WTC
2019-09-11, 17:54:39
Ist mittlerweile in sehr vielen Gemeinden in Hessen abgeschafft, gerade weil es ungerecht ist. Was kann ich dafür wenn die Strasse auf einmal mehr frequentiert ist weil dahinter ein Neubaugebiet entstanden ist und jeden Tag die 40t da lang fahren und die Straße zerstören. Bei uns wurde es letzten Monat abgeschafft...

Cyphermaster
2019-09-11, 18:47:50
Ich glaube die Co2-Steuer muss kommen, damit endlich Geld in die Kassen kommt. Dann ist das Problem gelöst.:freak:

Schockt mich echt, wusste nicht, dass das so läuft.
Ist mittlerweile in sehr vielen Gemeinden in Hessen abgeschafft, gerade weil es ungerecht ist. Was kann ich dafür wenn die Strasse auf einmal mehr frequentiert ist weil dahinter ein Neubaugebiet entstanden ist und jeden Tag die 40t da lang fahren und die Straße zerstören. Bei uns wurde es letzten Monat abgeschafft...
Gesetze sind nun mal änderbar, im Positiven wie Negativen. Das ist ein Risiko, daß sich nicht ändert. Für irgendwas muß man sich aber halt entscheiden, wenn es eine neue Heizung braucht. Und zumindest die grobe Richtung, in die die Politik strebt, scheint für die nächste Zeit doch relativ klar.

Yggdrasill
2019-09-11, 22:52:40
Bei der aktuellen Politik ist überhaupt nicht klar in welche Richtung die geht und wie langfristig Investitionen in neue Technik sind.
Wir haben vor ~5 Jahren das 1890er Mehrfamilienhaus meines Vaters (endlich) mit einer Pelletzentralheizung ausgerüstet. Die Entscheidung für Pellets fiel zum Teil weil wir uns nicht auf die anderen Alternativen einigen konnten (Unwirtschaftlich, Gasanschluss, Öllager), zum Teil wegen dem Preis für Pellets und zum Teil wegen dem Umweltgedanken. Damals habe ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht das man bestimmte Heizungsarten verbieten zu wollen könnte, da war noch keine Rede davon.

Heute bin ich einigermaßen ernüchtert was einem teilweise für eine Ablehnung und Hass einem für eine moderne Heizung entgegengeschleudert wird weil man im Zuge der Feinstaubdebatte gleich mit an den Pranger gestellt wurde. Davor wurde man als Öko verspottet und dann kamen die DUH und die Grünen und haben das ganze mal rumgedreht. Muss schon toll sein wenn man genug Geld hat um seine ökologische Meinung alle zehn Jahre zu ändern und die davor propagierten Werte plötzlich zum Feindbild zu erklären.
Langfristig sehe ich nur das die günstigen Alternativen wie Pellets und Holzheizungen aus fadenscheinigen Gründen mit beliebig niedrig gewählten Grenzwerten und Ölheizungen wegen dem CO2 verboten werden. Bei Strom erwarte ich das dieser sich noch deutlich verteuert, lediglich Gas schätze ich als eine relativ stabile Größe ein was sich aber auch ändern kann wenn die Ölheizungsbesitzer dorthin wechseln. BHKW lohnen sich halt auch erst aber einer bestimmten Gebäudegröße und sind damit für die meisten keine Option.

Meine Meinung aufgrund dieser Erfahrungen und Abschätzung lautet: Abwarten und kurzfristig vor 2030 entscheiden. In zehn Jahren wird sich besser zeigen wie die Preisanstiege und Steuern wirklich ausfallen. Jede Prognose jetzt ist nur Stochern im Nebel.

Cyphermaster
2019-09-11, 22:57:41
Effizienz und Nachhaltigkeit sind Trends, denen sich langfristig Politik nicht entziehen kann. "Kurzfristige" (3-5 Jahre oder so) Hypes oder Shitstorms sollte man sich bezüglich einer Investition mit 15+ Jahre Horizont nicht zu sehr zu Herzen nehmen, imo.

Yggdrasill
2019-09-11, 23:10:51
Und was ist an an einer modernen Pelletheizung nun denn bitte nicht effizient oder nachhaltig?
Abgesehen davon haben wir da grade so noch einen Scheitholzkessel genehmigt bekommen, im nächsten Jahr wäre das wegen niedrigerer Feinstaubgrenzwerte nicht mehr möglich gewesen. Da verbrennen wir Holz aus dem eigenen Garten oder was wir sonst so bekommen. Ist das auch nur ein Hype und nicht effizient und nachhaltig?

Entschuldige, aber wenn der "Shitstorm" plötzlich meine für ~25 Jahre geplante Investition in Frage stellt nehme ich mir das schon erheblich zu Herzen, ganz besonders dann wenn mich plötzlich die gleiche Gruppierung von Leuten anpissen will, die mich vorher in meiner ökologischen Einstellung bestärkt hat.

Cyphermaster
2019-09-11, 23:24:12
Was willst du denn? Du hast eine effiziente Heizanlage auf nachhaltiger Basis. Mach dir doch nicht ins Hemd wegen dem Feinstaub. Dafür gibt es -sogar im Falle eines Falles- Filter. Bei den Diskussionen wird aktuell alle Nase lang eine neue Sau durch's Dorf getrieben. 90% davon ist einfach unreflektiert heiße Luft, wie immer - nur die Tonlage wird bei den Leuten zusehends aggro.

Jupiter
2019-09-11, 23:25:42
Pelletheizungen verursachen hundert- bis tausendfach mehr Feinstaub als Ölheizungen. Feinstaub ist in der Tat ein Gesundheitsproblem, welches reduziert werden sollte. Damit kehren wir wieder zu dreckiger Luft zurück. Wenn einer mit Holz heizt verseucht der gleich die gesamte Nachbarschaft

Cyphermaster
2019-09-11, 23:31:02
Trotzdem wird die Regierung niemanden verpflichten, so eine Heizung nach 5 Jahren wieder rauszureißen. Genau wie seit Ewigkeiten niemand Ölheizungen mal eben so verboten hat.

Lowkey
2019-09-11, 23:33:15
Mein Bekannter will von Öl auf ? umstellen und hat es durchgerechnet. Daher musste ich mal fragen, was das soll, wenn die Regierung die Bürger zu besseren Heizungen zwingen will?

Also eine moderne Ölheizung und eine Pelletheizung kosten derzeit ungefähr dasselbe. Also denkt man sich: "Toll, ich heize mit erneuerbaren Energien". Nun kosten die Pelletheizung samt Pellets mit höherem Brennwert in der Summe dasselbe wie eine neue Ölheizung. Und dann bekommen wir auf Öl und andere Dinge eine höhere Steuer, aber die Experten sagen vorraus, dass Pellet und Holz in Zukunft auch verschwinden werden, da sie nicht besser sind. Mit Alternative meinen sie eben nicht Holz als Heizmittel.

Und heute sehe ich im Wald die neuen Lücken. So viel Holz wie in diesem Jahr wurde dort noch niemals geschlagen. Es geht nicht um kranke Bäume oder Waldpflege: der Bedarf an Brennholz steigt und keine Forstwirtschaft hält sich an irgendwelche Umweltvorschriften oder betreibt Waldpflege. Wo sind die Tankautos, die im Sommer den Wald wässern sollen?

Vorzeigeprojekte auf dem Land gibt es auch. Doch die sind stark subventioniert. Viele Menschen nehmen den Ökostromtarif und wägen sich auf der sicheren Seite. Es sind nunmal alles Seifenblasen. Die Bürger wollen alle umweltfreundlich und bezahlbar heizen. Es gibt kein Angebot. Es gibt wieder viele Leute, die machen sich Solarzellen auf das Dach und kalkulieren mit Gewinnen und rechnen diese bis zum 10jährigen Austausch gegeneinander auf - erfahren dann, dass sie nicht 100% des erzeugten Stroms einspeisen dürfen. Wenn nun der Strompreis sinken würde, gehen 100.000 und mehr private Personen am Ende in die Privatinsolvenz. Die Wirtschaft fordert mal wieder Nachlässe beim Strompreis und der Bürger denkt, dass die Energieumlage aka hohe Strompreise die Energiewende bezahlen würde.

Und dann fordern die Grünen die schnelle Abschaltung der Braunkohlekraftwerke...

Wohin führt das? Momentan sehe ich keinen Plan was da genau gemacht werden soll. Und selbst wenn alle Bürger umstellen und abschalten, so würde sich nicht viel ändern, da der CO2 Verbrauch der relativ sparsamen Bürger einen Bruchteil ausmacht, was an CO2 produziert wird.

Alexander
2019-09-11, 23:56:19
Es gibt wieder viele Leute, die machen sich Solarzellen auf das Dach und kalkulieren mit Gewinnen und rechnen diese bis zum 10jährigen Austausch gegeneinander auf - erfahren dann, dass sie nicht 100% des erzeugten Stroms einspeisen dürfen. Wenn nun der Strompreis sinken würde, gehen 100.000 und mehr private Personen am Ende in die Privatinsolvenz.
Quelle?

Und wieso sollte der Strompreis sinken?

BlacKi
2019-09-12, 05:38:32
Mein Bekannter will von Öl auf ? umstellen und hat es durchgerechnet. Daher musste ich mal fragen, was das soll, wenn die Regierung die Bürger zu besseren Heizungen zwingen will?

Also eine moderne Ölheizung und eine Pelletheizung kosten derzeit ungefähr dasselbe. Also denkt man sich: "Toll, ich heize mit erneuerbaren Energien". Nun kosten die Pelletheizung samt Pellets mit höherem Brennwert in der Summe dasselbe wie eine neue Ölheizung. Und dann bekommen wir auf Öl und andere Dinge eine höhere Steuer, aber die Experten sagen vorraus, dass Pellet und Holz in Zukunft auch verschwinden werden, da sie nicht besser sind. Mit Alternative meinen sie eben nicht Holz als Heizmittel.

Und heute sehe ich im Wald die neuen Lücken. So viel Holz wie in diesem Jahr wurde dort noch niemals geschlagen. Es geht nicht um kranke Bäume oder Waldpflege: der Bedarf an Brennholz steigt und keine Forstwirtschaft hält sich an irgendwelche Umweltvorschriften oder betreibt Waldpflege. Wo sind die Tankautos, die im Sommer den Wald wässern sollen?

Vorzeigeprojekte auf dem Land gibt es auch. Doch die sind stark subventioniert. Viele Menschen nehmen den Ökostromtarif und wägen sich auf der sicheren Seite. Es sind nunmal alles Seifenblasen. Die Bürger wollen alle umweltfreundlich und bezahlbar heizen. Es gibt kein Angebot. Es gibt wieder viele Leute, die machen sich Solarzellen auf das Dach und kalkulieren mit Gewinnen und rechnen diese bis zum 10jährigen Austausch gegeneinander auf - erfahren dann, dass sie nicht 100% des erzeugten Stroms einspeisen dürfen. Wenn nun der Strompreis sinken würde, gehen 100.000 und mehr private Personen am Ende in die Privatinsolvenz. Die Wirtschaft fordert mal wieder Nachlässe beim Strompreis und der Bürger denkt, dass die Energieumlage aka hohe Strompreise die Energiewende bezahlen würde.

Und dann fordern die Grünen die schnelle Abschaltung der Braunkohlekraftwerke...

Wohin führt das? Momentan sehe ich keinen Plan was da genau gemacht werden soll. Und selbst wenn alle Bürger umstellen und abschalten, so würde sich nicht viel ändern, da der CO2 Verbrauch der relativ sparsamen Bürger einen Bruchteil ausmacht, was an CO2 produziert wird.
100 experten 100 verschiedene meinungen. die leute machen sich zuviel gedanken. ist doch klar, das da nicht nur eine richtung dabei rauskommt.

langfristig glaub ich an eine reduzierung des strompreises, wird zb. auch von den grünen gefordert. damit ist eine WP wieder im rennen.

pellets gehen in der innenstadt imho garnicht. teureres gas, mag sein, aber um wieviel reden wir da? ölheizung wirds leider noch sehr lange geben, so ein gesetz geht eh nicht so per se durch, da wirds ausnahmen geben, zb. für altbauten.
aktuell gibts nur diskussionen zum verbot, die leute schieben einfach nur panik. wer heute ne neue ölheizung verbaut wird sie wohl auch noch sehr lange betreiben dürfen.

fake1955
2019-09-12, 06:55:13
Quelle?

Und wieso sollte der Strompreis sinken?

Es gibt eine 70% Grenze was du einspeisen darfst.
Soll angeblich zur Entlastung der Netze in Spitzenzeiten dienen.
In den meisten Fällen kommt diese Grenze gar nicht aktiv zum tragen, weil du zwei Seiten des Hauses belegt hast und eben selten 100% des möglichen produzierst.

Henroldus
2019-09-12, 08:17:49
Und wieso sollte der Strompreis sinken?
die EEG Umlage(aktuell etwa 6,5ct+MWST) erreicht etwa 2021 ihren Höhepunkt, weil die alten hoch subventionierten Anlagen (40ct/Kwh) nach ihren 20 Jahren aus der Förderung fallen. wie sich die anderen Bestandteile des Strompreises entwickeln weiß nur die Glaskugel

downforze
2019-09-12, 13:11:11
Du hast geschrieben, dass die wenigste Energie für Warmwasser draufgeht. Das kann ich genau bestätigen. Unsere Temperatur lag bei 60°C. 3/4 des Öls ging für das Beheizen der Räume drauf und davon 1/2 allein im Wohnzimmer. Am ehesten spart man meiner Meinung nach, wenn man sich zur Heizung einen Kamin setzen lässt. Holzscheite bekommt man überall teils kostenlos hinterhergeworfen. Damit kann man locker 30 m² heizen.

Cyphermaster
2019-09-12, 13:19:28
Holzscheite bekommt man überall teils kostenlos hinterhergeworfen.Höchstens, wenn du die Leute entsprechend nervst... :biggrin::wink:
Ich denke, da muß man etwas aufpassen. Realistisch gibt es derzeit wegen dem riesigen Anfall von Schadholz ein Überangebot, das die Preise drückt. Das wird nicht ewig halten (sonst wären irgendwann die Wälder weg), und tendenziell schlägt's danach dank Verknappung eher ins Gegenteil um. Für wie lange welche Phase anhält, ist dann die Frage.

Lowkey
2019-09-12, 13:33:22
Quelle?
Und wieso sollte der Strompreis sinken?

Mein Cousin hat sich dieses Jahr auf das Elternhaus eine Solaranlage gebaut (selber!). Vor dem Haus musste dazu der Verteilungskasten extra erneuert werden. Und als alles fertig war, da sagte der Nachbar, ebenfalls mit Solarzellen, dass er nicht 100% einspeisen dürfte, sondern nur maximal 50%. Das wußte niemand vor dem Bau und daher steht die Finanzierung nicht mehr ganz fest, denn man hat ja mehr als 50% einkalkuliert. Im schlimmsten Fall wird es ein Nullsummenspiel.

Und dann wäre da noch der Strompreis, der in Deutschland so hoch ist, dass er nur noch sinken kann. Und im Zuge der E-Mobilumstellung müßte der Preis über kurz oder lang auch sinken. Alle neuen Häuser haben Wärmepumpen, die ebenfalls mit Strom laufen. In Süddeutschland bieten sie nun laut einem Bekannten Strom ohne EEG Umlage an. In dem länderübergreifenden Projekt kommt der Strom von Staukraftwerken. Ich bin mal gespannt ob das legal ist... jedenfalls schlagen da schon einige Großunternehmen zu.

Man ließt viel über Costa Rieca, dass zu 100% Ökostrom produziert. Das ist zwar kein Märchen, aber man stelle sich vor, dass man den Rhein auf den Schwarzwald pumpt und dort riesige Staubecken herstellt.


Also mein Onkel hat dieses Prinzip aus Holzofen und Ölheizung probiert. Die Kosten sind auf den ersten Blick günstig, aber ein guter Heizofen ist nicht umsonst. Zweitens ist das Brennholz auf 30cm in hoher Qualität nahezu unbezahlbar. Interessant wird es erst, wenn man mit 50% Rabatt ein paar Stämme bekommt und selber zerkleinert. Das kostet aber etwas Freizeit.
Der Höhepunkt war dann der neue Schornsteinfeger, der der den Ofen nach 2 Jahren stillgelegt hat, denn jedes Jahr gibt es neue Normen für Öfen. Nach erneuten Investitionen läuft der Ofen wieder. In der Summe bleibt nichts außer etwas Bewegung und ein gesunder Rücken durch das Holzspalten ;)
Man hätte das Geld in eine bessere Steuerung der Ölheizung stecken sollen bzw. ein komplette Wartung. Die Heizung fiel dann komplett aus und der Service-Mensch hat die Platine geröstet. Dann verschwand er, holte defekten Ersatz, überbrückte die Steuerung und ward nie wieder gesehen. 6 Wochen ohne Ersatzteil und dann kommt natürlich eine fette Rechnung ;)


Wirklich effizient laufen Ölheizungen nur nach Handbuch. Da steht drin wie man die Heizung einzustellen hat. Das dauert in der Regel 2-3 Tage. Die Zeit hat kein Heizungstechniker bzw. die Kosten wären unverhältnismäßig. Also wird die Heizung Pi mal Daumen eingestellt. Eigentlich müßte sich dann der Besitzer der Heizung um die richtigen Einstellungen bemühen. Stattdessen wird meistens nur am Luftventil gedreht und auch noch Premium Öl mit Zusatz gekauft.

Eisenoxid
2019-09-12, 13:46:25
Mein Cousin hat sich dieses Jahr auf das Elternhaus eine Solaranlage gebaut (selber!). Vor dem Haus musste dazu der Verteilungskasten extra erneuert werden. Und als alles fertig war, da sagte der Nachbar, ebenfalls mit Solarzellen, dass er nicht 100% einspeisen dürfte, sondern nur maximal 50%. Das wußte niemand vor dem Bau und daher steht die Finanzierung nicht mehr ganz fest, denn man hat ja mehr als 50% einkalkuliert. Im schlimmsten Fall wird es ein Nullsummenspiel.
Moment. So wie du es schreibst, könnte man es falsch verstehen.

Man darf bei Neuanlagen (bis 10kWp) maximal 70% der Spitzenleistung nach EEG einspeisen. Das bedeutet, dass wenn man bspw. eine 10kWp-Anlage hat, zu keinem Zeitpunkt mehr als 7kW ins Netz gehen. Die Spitzenleistung erreicht die Anlage aber ohnehin kaum - insbesondere wenn es sich um nicht perfekt nach Süden ausgerichtete Anlagen handelt.
Hat man einen Speicher und wurde dieser durch das Kfw gefördert (evtl. auch bei Kfw-Förderung ohne Speicher - da bin ich mir nicht sicher), sinkt die max. Einspeiseleistung auf 50% (was aber nicht so tragisch ist, da der Speicher dies mit "intelligenter" Regelung zum Teil abfangen kann).

Es bedeutet aber nicht, dass du immer nur die Hälfte deines erzeugten Stroms einspeisen darfst - es bezieht sich (wie gesagt) auf die theoretische Maximalleistung der Anlage.
Bei unserer 9,3kWp-Ost-West-Anlage griff diese 70%-Regelung (wenn überhaupt) nur für ein paar Minuten diesen Sommer.

Nochmal etwas mehr @Topic:
Ist es theoretisch nicht möglich, eine Wasser-WP mit einer Solarthermieanlage zu kombinieren? --> ST bringt einen Speicher auf Mindestemperaturniveau und die WP zieht daraus ihre Wärme ab. Effizient wärs aber natürlich dennoch nur mit niedrigen Vorlauftemps (also bspw. mit FBH).

Lowkey
2019-09-12, 14:13:00
So genau habe ich mich damit nicht beschäftigt, weil es einfach dann ein Thema wird, wenn es sich lohnt. Konkret hat mein Cousin die hauptsächlichen Ersparnisse durch Eigenleistung so weit es ging. Wie du schon schreibst ist die Berechnung der Gewinne im Vorfeld nicht so leicht.

Bis jetzt sind die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Techniken auf den ersten Blick vielversprechend, aber werden nicht direkt angeboten. Mit 2-3 Techniken scheint man am Fortschrittlichsten zu sein.

Cyphermaster
2019-09-12, 14:28:16
Nochmal etwas mehr @Topic:
Ist es theoretisch nicht möglich, eine Wasser-WP mit einer Solarthermieanlage zu kombinieren? --> ST bringt einen Speicher auf Mindestemperaturniveau und die WP zieht daraus ihre Wärme ab. Effizient wärs aber natürlich dennoch nur mit niedrigen Vorlauftemps (also bspw. mit FBH).Theoretisch ist so eine Überhitzerstufe natürlich machbar, aber in der Umsetzung nicht so ganz einfach, weil du ja im Speicherlimit hängen kannst (= mehr Bedarf, als die ST an Unterstützung leisten kann --> Speicher unterkühlt, d.h. entweder geht dir der WP-Output in die Knie, oder der Speicher friert dir kaputt.). Außer natürlich, du hängst einen vergleichsweise riesigen Speicher dran. Insgesamt macht es das dann halt in Relation vermutlich uninteressant teuer/aufwendig gegenüber z.B. dem Einsatz von Vakuumröhren-ST und mehr Kollektoren.

Eisenoxid
2019-09-12, 22:08:14
Also bräuchte man am besten trotzdem noch bspw. einen Gas-Spitzenlastbrenner. Was das ganze wieder entsprechend unentabler macht....
Wir haben auch dieses Jahr unsere Ölheizung durch Gas-Brennwert ersetzt (mit Wärmespeicher für wasserführenden Kaminofen) und ich fragte auch nach einer Ergänzung durch Solarthermie...Aussage: Lohnt finanziell nicht (trotz Förderung durch KfW und eh vorhandenem Wärmespeicher). Die Kollektoren wären nichtmal das Problem, aber die Kosten der Installation sind einfach so hoch, dass es sich nicht mehr rechnet.
Heizungsinstallateur meinte: Er kennt niemand, der ST wegen wirtschaftlicher Aspekte installiert hat. Es wäre quasi immer ein Minusgeschäft. Was mMn. wirklich traurig ist. Vor allem in Anbetracht der 6000€ KfW-Förderung für heizungsünterstützdende Anlagen.

Bis jetzt sind die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Techniken auf den ersten Blick vielversprechend, aber werden nicht direkt angeboten. Mit 2-3 Techniken scheint man am Fortschrittlichsten zu sein.
Scheint tatsächlich so, dass man am Besten eine fossile Quelle für den Extremfall immer noch in der Hinterhand hat. Und damit rechnen sich die nachhaltigeren Heizmethoden nur extrem selten (weil man mind. 2x Installationskosten aufbringen muss).

Cyphermaster
2019-09-13, 08:51:00
Scheint tatsächlich so, dass man am Besten eine fossile Quelle für den Extremfall immer noch in der Hinterhand hat.Daß eine Reserve IMMER besser ist, ist ein No-Brainer, gilt doch für Alles. :rolleyes: Aber die Reserve MUSS nicht fossil sein, und auch nicht zwingend ein anderer Energieträger. Macht man ja bisher auch nicht.
Und damit rechnen sich die nachhaltigeren Heizmethoden nur extrem selten (weil man mind. 2x Installationskosten aufbringen muss).Muß man nicht zwingend, wie gesagt: Man kann auch mit entsprechender Überdimensionierung als Reserve arbeiten, was i.d.R. billiger ist, aber wieder etwas mehr Platz benötigt (bei vielen Fällen, in denen "Regenerativ einfach nicht reicht", liegt es meiner Erfahrung nach einfach an einer Ganz-knapp-auf-Kante-Dimensionierung!). Das ist wie bei Ölanlagen einen etwas größeren Tank als das Minimum zu nehmen, ist auch üblich. Was bei welcher baulichen Lage und Bedarf besser/wirtschaftlicher ist, muß man dann halt am konkreten Fall sehen/rechnen, das ist nicht pauschalisierbar. Wer z.B. mit der Ölheizung einen >5-Kubikmeter-Öltank aus dem Keller reißt, den juckt ein um ein paar hundert Liter größerer ST-Speichertank oder mehr Lagerfläche für Pellets eher nicht - wer aber einen kleinen Bungalow bewohnt, hat damit ein Problem.

Ich verstehe die Erwartungshaltung eh nicht, daß neue Heizanlagen notwendig billiger sein müßten, als alte. Natürlich schön, wenn das geht; aber ich wüßte nicht, woher man das ableiten sollte.

Khaane
2019-09-16, 09:13:15
Hallo,

jeder hier hat die Nachrichten verfolgt. Die SPD/CDU wollen 2030 ÖL-Heizungen verbieten. Die Grünen wollen sie 2020 abschaffen.

Nur haben 99% alle Bekannten und Verwandten eine ÖL-Heizung und fragen sich, was man da als Alternative nehmen soll. Denn das wird nicht gesagt. Ich fasse die Meinungen mal zusammen:

1. Holzpellet oder Holzöfen stehen ebenfalls kurz vor einem Verbot, da die Pelletproduktion entgegen allen Erwartungen nun auch komplette Bäume verwertet und nicht die sogenannten Reste. Der Feinstaub ist beim Holz immer noch ein großes Problem, gerade wenn die Nachbarn ihren fancy Holzofen anmachen oder Grillen.

2. Wärmepumpen kann man nachträglich nicht installieren und deren Effizienz und Stromverbrauch machen es sowieso zur suboptimalen Lösung auch bei Neubauten.

3. Erdgas: Erdgas soll auch teuer werden und soll die Käufer zum Umrüsten bewegen.

4. Solarenergie: hier haben die Leute auf dem Dach als Unterstützung für Warmwasser ein paar Felder verbaut. Für die Heizung im Winter reicht es nicht.


Wie seht ihr das?


Warum immer diese "Schwarz-Weiss" Logik?
Ein Verbot bis 2030 ist erstrebenswert, in einer meiner Immobilien ist eine Ölheizung verbaut und wartet auf den Brennertod.��

Im anderen Objekt habe ich kombiniert Solar, Holzvergaser und Gas - Enorme Ersparnis.

Das Gesetz kann doch ganz einfach umgesetzt werden, alle Grundstücke mit strassenseitigen Gasanschluss werden zur Umrüstung verpflichtet und bei Gaswahl mit einem KFW Kredit unterstützt, regenerative Energien erhalten zusätzlich einen Bafa Zuschuss.
Für alle anderen Anschlüsse bleibt alles beim Gleichen.

Normalerweise müsste jede Gemeinde einfach ein großes BHKW und Solarfeld betreiben, dann wären alle Energiesorgen zügig gelöst.

Lowkey
2019-09-16, 10:21:10
Müßte, Könnte, sollte...


Diese Schwarz-Weiß-Logik stammt nicht von mir, auch wenn ich sie so wiedergebe. Es will jeder Bürger im Vorfeld wissen, was auf ihn zukommt. Denn die Heizung kostet Geld. Und jeder Bürger ist komischweise auch kein Verschwender. Alle Menschen sind irgendwo sparsam bei Dingen, die sie brauchen, aber nicht wollen.

Gas: wir geschrieben wird Gas als fosiler Brennstoff wie Öl und Holz verteuert und am Ende verboten.

Wärmepumpe: laut meinem Handwerker bauen sie zwar in jeden Neubau Wärmepumpen, aber er wartet auch nur auf den Rekordwinter mit -30°, worauf die Pumpen (und eventuell auch das Stromnetz) nicht mehr ausgelegt sind. Beim ICE waren die Klimaanlagen auch nicht auf den deutschen Rekordsommer ausgelegt... will sagen: im aktuellen Trend wird jeder Cent nicht in Nachhaltigkeit gesteckt, sondern für kurzfristige Gewinne herauszogen. Zudem müssen die Häuser stark isoliert sein und der Mieter darf jeden Tag lüften bzw. braucht im Urlaub jemanden zum Lüften.

Solaranlagen: lohnt sich, wie Eisenoxid oben schon schrieb, nur dann, wenn du es selber installieren kannst.

Ich sehe das nun so, dass die Entsorgungskosten bzw Instandhaltungskosten für Holzpelet oder gerade Solarpanels oder auch die Hausisolierung in naher Zukunft die Umwelt mehr belasten als das CO2 oder der Feinstaub. Im Grunde steigen die Kosten, aber es wird nur im Teilaspekt eine umweltfreundlichere Lösung.

Und der Witz ist doch der, dass der Anteil an CO2 und Feinstaub durch private Heizung in der Klimabilanz kaum eine Rolle spielen wird. Von den 20-30% kannst du es nachher auf 10-15% reduzieren, was in der Summe auf Deutschland die Bilanzen verschönert, aber nichts mit Klimaschutz zu tun hat. Es wird also von der aktuellen Politik eine Nebelkerze kommen. Ich erwarte puren Aktionismus und keine Lösung. Es folgt lediglich eine neue Steuer als Ausgleich für den Soli.

Cyphermaster
2019-09-16, 11:09:45
Gas: wir geschrieben wird Gas als fosiler Brennstoff wie Öl und Holz verteuert und am Ende verboten.Hat mit Fakten nichts zu tun, das sind Absichten. Wie man weiß, kann sowas schneller, langsamer, oder gar nicht kommen. Mit der Restunsicherheit, daß die Politik es sich anders überlegt, mußt du leben. Ist doch nix Neues.
Wärmepumpe: laut meinem Handwerker bauen sie zwar in jeden Neubau Wärmepumpen, aber er wartet auch nur auf den Rekordwinter mit -30°, worauf die Pumpen (und eventuell auch das Stromnetz) nicht mehr ausgelegt sind. Beim ICE waren die Klimaanlagen auch nicht auf den deutschen Rekordsommer ausgelegt... will sagen: im aktuellen Trend wird jeder Cent nicht in Nachhaltigkeit gesteckt, sondern für kurzfristige Gewinne herauszogen. Zudem müssen die Häuser stark isoliert sein und der Mieter darf jeden Tag lüften bzw. braucht im Urlaub jemanden zum Lüften.Auslegung ist Sache des Auftraggebers, also kann man das als Hausbesitzer durchaus selber steuern - genau wie, falls wirklich nötig, eine Lüftungsautomatik einbauen.
Ich sehe das nun so, dass die Entsorgungskosten bzw Instandhaltungskosten für Holzpelet oder gerade Solarpanels oder auch die Hausisolierung in naher Zukunft die Umwelt mehr belasten als das CO2 oder der Feinstaub. Im Grunde steigen die Kosten, aber es wird nur im Teilaspekt eine umweltfreundlichere Lösung.Kosten belasten die Umwelt? :| Und falls du von den Aufwendungen sprichst: Feinstaub und CO2 sind in ihren Auswirkungen nicht vergleichbar, und Hausisolierung, Solaranlagen usw. können durchaus ok sein. Kommt halt stark drauf an, WAS man verbaut. Mit Flammschutz vollgepacktes Polystyrol als Isolation ist zwar schön billig, aber problematisch in der Entsorgung. Stein- oder Holzwolle hingegen nicht.
Und der Witz ist doch der, dass der Anteil an CO2 und Feinstaub durch private Heizung in der Klimabilanz kaum eine Rolle spielen wird. Von den 20-30% kannst du es nachher auf 10-15% reduzieren, was in der Summe auf Deutschland die Bilanzen verschönert, aber nichts mit Klimaschutz zu tun hat. Es wird also von der aktuellen Politik eine Nebelkerze kommen. Ich erwarte puren Aktionismus und keine Lösung. Es folgt lediglich eine neue Steuer als Ausgleich für den Soli.
1. Politik-Diskussionen sind PoWi-Angelegenheit, und 2. ist eine Halbierung des Impacts imho durchaus eine ordentliche Hausnummer. Stell dir einfach mal vor, man würde deine Steuerlast halbieren... ;) Spätestens, wenn du gegenrechnest, wie viel Geld wir über Steuern für die Nichteinhaltung der zugesagten Klimaziele bezahlen (aktuelle Schätzung: ca. 100 Millionen jährlich für die letzten 3 Jahre), wird das Einsparen von CO2 auch im Geldbeutel interessant - wenn auch "um's Eck".

Isogul
2019-10-09, 18:30:10
Wie alt oder von wann ist den die Ölheizung?

Von mir folgendes.
Ölheizungen ab 1994 ca, sind ansich alles Blaubrenner(Sieger, Buderus etc) und wohl mit einer der besten meiner Meinung die es gab, sehr effektiv und trotzdem Umweltbewusst, hatten damals schon den Blauen Engel. Blaubrenner gabs wohl ca bis wenigstens 2005.
So, wenn diese auch noch einen Gußkessel haben, sind die bei regelmäßiger Wartung fast nicht kaputt zu bekommen und halten ewig.Da auch nicht so komplizierter Aufbau wie spätere Öl Brennwert Kisten. Hier sind viele Kleinteile und Schnick Schnack, wo ich bezweifel das die überhaupt 20 Jahre halten!^^

Also, ich würde wenn bei so einer Anlage mich lieber mich noch ein paar Ersatzteilen eindecken, die halten sich ja in Grenzen, also Zündtrafo, Ölansaugpumpe, Steuergerät und die Mischeinheit. So kann man das bestimmt noch 10-20 Jahre nutzen ohne weitere Probleme. Vorallem habe aktuelle Ölheizungen viel Elektronik die rumspinnt. Auch ist der Sparwert, wenn man von Blaubrenner auf aktuelle Systeme wechselt, nicht sehr hoch, evtl. 20% wenn überhaupt, selbst das entsteht eher durch die halt genauere Regelung der Elektronik und den muß man dann erstmal wieder reinholen vom Anschaffungspreis und wie gesagt, wer weiß ob die aktuellen Systeme so lange gehen. Viele Gastherme haben nur 10 Jahre Laufzeit! ^^
Wenn man bei seiner Heizung noch die alten Umwälzpumpen raushaut und aktuelle Grundfos mit Automatikregelung reinsetzt, die super wenig Strom verbauchen, erhöht man damit auch nochmal die effektivität der alten Ölheizung genauso eben wie mit zusätzlichen Warmwasserkollektoren.

Weiterhin zu beachten, bei neueren Ölheizungen muß der Schornstein nochmal angepasst werden bzw. hier kommt ein Plasterohr rein, auch saugt die neue Ölheizung die Luft über den Schornstein an, das Rohsystem von den Öltanks muß auch umgebaut werden.

Als Hinweis noch, seit einigen Jahren gibt es nur noch schwefelarmes Heizöl, tja hier kommt der Teufel durch die Hintertür, denn deswegen faulen/rosten bei einigen älteren Ölheizungen nun auf einmal die Mischeinheit vorne weg, wo die Düse sitzt nach Jahrzehnten, schon mit diesen Trick wurde einige gezwungen ein neue Heizung einzubauen, da es bei manchen kein Ersatzteil mehr gab. Nun gibt es aber viele im Nachbau und auch in besserer Qualität, die dem Stand halten.


Und weiterhin, es gibt nunmal Wohngegenden wo es kein Gas etc. gibt, da ist Ölheizung die beste Wahl, wenn man das noch kombiniert mit Warmwasser auf den Dach, kommt man gut hin. Es wird sicherlich somit auch Ausnahmeregelungen geben in Zukunft und mir ist es auch lieber volle Öltanks zu haben die über ein Jahr reichen und somit unabhängig zu sein, das ist weiterhin ein großer Vorteil gerade im Bezug auf ein baldiges, überlastetes Zappelstromnetz, was uns in Zukunft blüht.

Kurzum, wenn es evtl. in ein paar Jahren soweit ist, dann muß man Entscheiden was man macht, alte Heizung drinlassen, sich mit Ersatzteilen eindecken oder 2 . Ofen als Ersatz schon deponieren oder eben nochmal ein neues System einbauen.

Wegen Öl ansich mach ich mir überhaupt keinen Kopf, Öl werd es immer geben, wenn Öl knapp wäre würde die ganze Industrie zusammenbrechen, überlegt mal für was alles Öl gebraucht wird! ;)
Steuern weggerechnet ist Öl noch mit der billigste Rohstoff und da wird die nächsten Jahrzehnte auch nichts passieren.
Falls es denn mal kommen söllte das man in DTL nicht mehr so leicht Heizöl bekommt oder das dann zu teuer wäre, wenn überhaupt. Dann lass ich mir das eben aus Polen oder Tschechen anliefern,die freuen sich dann, da ist die Anfahrt sicherlich noch billiger als der Kauf in DTL mit Pseudo CO2 Steuer! :D

sun-man
2019-10-09, 18:58:48
Wegen Öl ansich mach ich mir überhaupt keinen Kopf, Öl werd es immer geben, wenn Öl knapp wäre würde die ganze Industrie zusammenbrechen, überlegt mal für was alles Öl gebraucht wird!
Dann überleg mal wer der letzte in der Liste ist der es kriegt. Sicher nicht Hänschenklein mit seiner Ölheizung.

Grendizer
2019-10-09, 19:09:18
Und was ist mit den Leuten, die sich eine Aufrüstung nicht leisten können?
Mal eben 10-15T Euro hinlegen, juhu.
Wenn der Staat so etwas fordert sollte er es auch bezahlen.


Also eigentlich gibt es immer Programme die zumindest unterstützen, extrem günstige Zinsen bzw. zuschüsse haben. Einfach mal bei der KFW oder beim örtlichen Energieversorger nachfragen.

sun-man
2019-10-09, 19:11:06
Naja, das Problem kriegen die die das Haus knapp auf Kante finanziert haben und kurz vor der Rente fertig sind. Du kriegt mit 60 ja kaum noch nen Leihwagen :D

...oder halt demnächst die denen ein paar hundert Euro fehlen wegen der gestrichenen Kilometerpauschale ;)

Heelix01
2019-10-09, 23:39:25
Wir haben hier eine sehr große Öl Zentralheizung versorgt 6 Häuser als Quelle für „Fernwärme“.
Ehrlich ? Hab mir vom „Verwalter“ erst heute den Wartungsbericht geben lassen. Top in Schuss, Service Techniker meinte die rennt noch 20 weitere Jahre.

Grundlegend ist es mir egal was im Versorgungshaus für ein Tank steht oder was ein Brenner die Wärme erzeugt. Jedoch ist die Öl Anlage halt einfach da und bevor es nicht verboten wird oder das Ding ein Wirtschaftlicher Totalschaden ersetzt werden muss bleibt die.

][immy
2019-10-10, 00:20:28
Also eigentlich gibt es immer Programme die zumindest unterstützen, extrem günstige Zinsen bzw. zuschüsse haben. Einfach mal bei der KFW oder beim örtlichen Energieversorger nachfragen.
???
So was hilft aber nur bedingt. Ja es gibt eventuell Zuschüsse & Kredite. Trotzdem musst du den Kredit auch bedienen können. Und diese Zusatzbelastung können sich viele einfach nicht leisten.

btw, muss wohl auch bald meine Heizung tauschen. Ist ne Gasheizung ~19 Jahre hat die auf dem Buckel. Der Typ fällt aber seit 2 Jahren reihenweise hier in den Häusern in der Umgebung aus.
Aber gegen was tauschen? Gas Brennwert-Heizung ist relativ Wartungsintensiv (intensiver als jetzt), echte Stromheizung, die eigentlich die "Umweltfreundlichere" Alternative sind, sind in den Unterhaltskosten sehr, sehr viel teurer, da es keine entsprechenden Stromtarife mehr gibt. Aber eigentlich sollte der Staat doch genau zusehen, das wir besonders da ausbauen, damit nachts die Windenergie auch genutzt werden kann (z.B. Nachtspeicherheizung, …). Aber da kommt hierzulande einfach überhaupt nichts.

Z.B. in Dänemark (ich weiß, sehr viel weniger Einwohner) sind seit Jahren neue Ölheizungen verboten. Vor kurzem wurden auch neue Gasheizungen verboten, geheizt wird nur noch Elektrisch (bei Neubauten).
Und bei uns gibt es eigentlich nur die Wahl auf einen anderen Fossilen Brennstoff umzusteigen (wenn man von Öl kommt) von dem man ebenfalls weiß, das man diesen in ein paar Jahren vermutlich auch wieder austauschen darf, zumindest wenn wir bis 2040/50 Klimaneutral werden wollen.

Fernwärme ist natürlich auch ganz nett, wenn man entsprechende Anbieter in der nähe hat.

Heelix01
2019-10-10, 00:36:26
Naja Strom heizen geht schon, keine Wartungskosten, Reparaturen auch nach vielen Jahren unwahrscheinlich und Anschaffung auch ziemlich günstig. Also als Besitzer gibt es da einige Vorteile, Mieter geht Strom garnicht in Deutschland. Leider ist Strom in Deutschland sowas von teuer das es einfach kaum wirtschaftlich ist, auch als Eigentümer nicht.

N0Thing
2019-10-10, 00:43:21
[immy;12113789']Gas Brennwert-Heizung ist relativ Wartungsintensiv (intensiver als jetzt), echte Stromheizung, die eigentlich die "Umweltfreundlichere" Alternative sind, sind in den Unterhaltskosten sehr, sehr viel teurer, da es keine entsprechenden Stromtarife mehr gibt.


Es gibt doch Heizstromtarife, kann man sich z.B. bei den Preisvergleichsseiten anzeigen lassen. Sind pro kWh aber immer noch 3x so teuer wie Gas.

PacmanX100
2019-10-10, 01:10:16
Heizstrom kannst du vergessen, so etwas gibt es in vielen Kommunen schon gar nicht mehr weil zu wenige Kunden und die Nachtspeicher sowieso bereits entsorgt wurden und werden. ;)
Außerdem ist es normal das dann 120-200 € Monatskosten auf einen zukommen die mit Gas vielleicht bei 45-70€ liegen würden. Es lohnt sich einfach nicht auf Dauer. Nichtmal mit Abschaffung der EEG Umlage wäre das rentabel:rolleyes: Laut Verivox wäre es nächstes Jahr im Schnitt wieder 1-2 Ct teurer und danach weiß noch niemand wie es weiter geht. Übrigens interessant, wenn CO2 besteuert wird, was passiert mit diversen Kraftwerken, werden die nicht auch teurer und somit steigen die Preise weiter? :crazy:
Auch noch ein Problem, gerade Wohngeld und Co berücksichtigen diese abartigen Stromkosten nicht, du gehst dann einfach pleite.

Isogul
2019-10-10, 01:17:07
Also, wenn es mal soweit käme, das Öl rationiert werden würde und der Ölheizungshausbesitzer nichts mehr bekommt, dann gibts in den Moment ganz andere Probleme, das sollte klar sein! ;)
Mindestens die nächsten 20 Jahre wird sich daran nichts ändern, das ist meine Meinung und maximal der Ölpreis steigt leicht an, das ist klar, aber andere Dinge dann auch und wenn wird dem dt. Bürger dies nur versaut durch CO2 Pseudosteuer oder irgendwelche Verboten, aber nicht durch Ölknappheit, das sollte jedem klar sein, so naiv kann man nicht sein! ;)
Wie gesagt, wenn würde ich mir mein Öl aus den Nachbarländern liefern lassen, wenn die Besteuerung hier ins Maximum steigt! ;)
Außerdem lacht man dann alle aus, die mit Strom heizen und zukünftig im Winter öfters Probleme bekommen werden, bezüglich Stromnetz, das wird so kommen, wenn diese fatale Entwicklung hier so weiter geht, man sollte sich lieber darauf vorbereiten. Darum mit Öl ist man unabhängig, hat immer einen Puffer und kann das gerne noch mit einen Kamin oder ähnliches kombinieren, solange das noch nicht verboten wird, dann kommt man immer gut übers Jahr und den Winter, so wenn die denn noch kalt werden, aber auch hier sehe ich das weiter kommen, es wird auch wieder strenge Winter geben, ihr werdet es schon noch merken! ;)

Stormtrooper
2019-10-10, 08:44:59
2. Wärmepumpen kann man nachträglich nicht installieren und deren Effizienz und Stromverbrauch machen es sowieso zur suboptimalen Lösung auch bei Neubauten.

Das Problem ist doch eher, dass Wärmepumpen nur ordentlich bei einer Fußbodenheizung funktionieren.
Hast du Heizkörper und brauchst Vorlauftemperaturen von 60-70° ist die Wärmepumpe uneffektiv hoch 3.

Khaane
2019-10-10, 10:00:19
Das Problem ist doch eher, dass Wärmepumpen nur ordentlich bei einer Fußbodenheizung funktionieren.
Hast du Heizkörper und brauchst Vorlauftemperaturen von 60-70° ist die Wärmepumpe uneffektiv hoch 3.

Eine Luftwärmepumpe macht imho sogar gar keinen Sinn, wenn nicht eine große PV-Anlage auf dem Dach installiert ist, man bleibt am Ende eine Geißel der Stromlobby.
Meine Wahl bei einem aktuellen Haus wäre LWP mit PV, sowie wassergeführten Kamin.

Isogul
2019-10-11, 00:54:53
Vorallem bei der niedrigen Vorlauftemperatur maximal für von Dämmwahn betroffenen Neubauten interessant. Ansonsten, wer will sich so ein Krawallmacherkasten mit um die 60dba Lärm freiweillig hinters Haus stellen + Infraschallprobleme??? Also ich nicht! Mit teuren Dämmhauben soll man wohl knapp unter 50dba kommen,aber das löst das Infraschallproblem auch nicht.

Was immer noch vergessen wird, sind Holzvergaser Öfen als Alternative!

Stormtrooper
2019-10-11, 06:40:10
Was immer noch vergessen wird, sind Holzvergaser Öfen als Alternative!

Sorry, aber wo soll das für eine Alternative sein, wenn ich per Hand Holz in die Heizung legen muss.

Ben Carter
2019-10-11, 08:44:15
Interessant, was hier alles über Wärmepumpen geschrieben wird.

Man muss mal ganz deutlich zwischen den Typen Luft-Wärmepumpe und Erdwärmepumpe unterscheiden. Auch wenn das Prinzip gleich ist, macht das einen sehr großen Unterschied.

Luftwärmepumpen sind meiner Meinung nach nicht sonderlich sinnvoll. Sie bringen keine so große Ersparung, kommen selbst bei großer Dimensionierung in Schwierigkeiten, wenn es richtig kalt wird. Und obendrein machen sie Lärm, wenn sie richtig Leistung liefern müssen. Und sobald der Strompreis ein wenig nach oben geht, sind sie auch nicht mehr günstig.

Erdwärmepumpen sind da auf einem ganz anderen Level. Aber auch hier gibt es zwei Unterschiede. Einerseits die Flächenkollektoren, andererseits die Tiefenbohrungen. Letztere brauchen deutlich weniger Grundfläche, sind aber auch wegen der Bohrarbeiten deutlich teurer und auch weniger effizient. Zwar steigt die Temperatur im Boden noch etwas, wenn man weiter runterkommt, doch die Kollektoren sind um ein Vielfaches kleiner. Bei uns ist es außerdem noch so, dass man keine Tiefenbohrung genehmigt bekommt, wenn ein Nachbar bereits eine hat.
Flächenkollektoren sind da nochmals ein anderes Kaliber. Im Regelfall sollte man die doppelte bis dreifache beheizte Fläche auslegen. Ab einer Tiefe von 1,2m - 1,6m (hängt immer ein wenig von der Bodenbeschaffenheit ab) ist man auch in richtig kalten Wintern sicher. Aber man benötigt auf jeden Fall eine Menge Platz am Grundstück und muss bei diversen Dingen darauf achten. Zum Beispiel kann man nicht einfach einen Tiefwurzler dort pflanzen oder einen Pool ausheben. Und auch einfach Überbauen kann blöd sein, falls es mal ein Leck gibt.

Wir selbst haben eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektoren und die läuft seit 2005 tadellos. Es gab einen einzigen Defekt am Sanftanlauf. Der musste getauscht werden (€ 170,-) und ist für die Wärmepumpe gar nicht notwendig, sondern nur bei uns in der Gemeinde vorgeschrieben. Wir beheizen 150m² Wohnraum plus 75m² Keller und haben auf 450m² 1km Flächenkollektoren ausgelegt. Das ganze bei einem Niedrigenergiehaus (20cm Ziegel, 15cm Außenisolierung, keine kontrollierte Raumlüftung) braucht im Jahr rund 3500-4000 kWh.

lg Ben

Henroldus
2019-10-11, 09:01:10
....Wir beheizen 150m² Wohnraum plus 75m² Keller und haben auf 450m² 1km Flächenkollektoren ausgelegt. Das ganze bei einem Niedrigenergiehaus (20cm Ziegel, 15cm Außenisolierung, keine kontrollierte Raumlüftung) braucht im Jahr rund 3500-4000 kWh.

lg Ben
Alles schön und gut aber neben der teuren Anschaffung ist man da immernoch bei einem angenommen Preis von 25ct/kwh bei 1000€ im Jahr. :eek:

wir zahlen mit Gas nur die Hälfte(KFW55 Haus mit 17cm beton und 15cm Aussendämmung) bei zugegebenermaßen kleinerem Haus(125qm ohne Keller) mit Solarunterstützung beim Warmwasser.

Strom muss einfach deutlich billiger werden bzw Gas/Öl teurer damit sich das ganze auch finanziell lohnt

Ben Carter
2019-10-11, 10:35:10
Wir zahlen nicht ganz 15 Cent pro kWh und kommen so auf unter 600€ im Jahr. Dabei null Wartungs-/Überprüfungsgebühren, kein Kamin, entsprechend kein Rauchfangkehrer. Die Anschaffung (Fußbodenheizung, Verlegung der Kollektoren und Wärmepumpe selbst) belief sich auf ~ 16.000 € im Jahr 2004.

lg Ben

Isogul
2019-10-11, 11:25:40
Hi!

Ja, das ist klar bei Holzversager ;) Trotzdem noch besser als der Pelletschrott, das, doch das ist ansich schon seit Jahren durch und will keiner mehr.

Anschaffung von 16000euro ist natürlich der Hammer und braucht ewig eh sich das armotisiert, wenn man jetzt das nicht bei einem neuen Haus betrachtet.

Unterm Strich ist es so, wenn eine Ölheizung eingebaut ist und diese noch funktioniert, sollte man die einfach weiterbetreiben solange es geht, das ist am wirtschaftslichsten und wenn diese entweder noch mit Warmwassersolar optimieren und ein paar andere Dinge.

Ben Carter
2019-10-11, 11:28:51
Man darf nicht vergessen, dass man bei einer Ölheizung/Gasheizung auch einen Tank/Tankraum sowie einen Kamin benötigt. Das ist auch nicht gerade kostenlos. Und wenn man ebenfalls eine Fußbodenheizung haben will, dann kostet die gleich viel, wie bei Erdwärme. Heizkörper sind natürlich etwas günstiger. Der Raum, in dem die Wärmepumpe bei uns steht, ist absolut sauber und da können auch andere Sachen drin stehen.

Stormtrooper
2019-10-11, 12:48:36
Man darf nicht vergessen, dass man bei einer Ölheizung/Gasheizung auch einen Tank/Tankraum sowie einen Kamin benötigt.

Wo brauchst du bei einer Gasheizung ein Tankraum?
Entweder du hast nen Gasanschluß oder einen Außentank, aber ganz sicher steht der Gastank nicht im Gebäude.

Und ne Gasheizung ist auch absolut sauber und hat eigentlich null Wartungsaufwand.

Für ein fertiges Haus mit Heizkörpern und Ölheizung gibts keine Alternative, außer eine Gasheizung wenns nen Erdgasanschluß gibt.

Ben Carter
2019-10-11, 13:03:12
Darum auch Tank/Tankraum. Gut, mit einem direkten Leitungsanschluss spart man sich diesen. Und bei der Gasheizung musst du keinen Kamin reinigen lassen? Soweit ich weiß, ist es bei uns in Österreich so, dass man einen Kamin reinigen lassen muss, sobald man einen hat, egal ob er verschmutzt oder nicht. Aber gänzlich sicher bin ich mir da jetzt nicht.

N0Thing
2019-10-11, 13:43:52
Ist evtl. von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In NRW muss der Schornstein bei einer Gasheizung zumindest nicht gereinigt werden, wohl aber, wenn man einen Kamin (Holzofen) hat.

Eisenoxid
2019-10-11, 14:01:34
Das Problem ist doch eher, dass Wärmepumpen nur ordentlich bei einer Fußbodenheizung funktionieren.
Hast du Heizkörper und brauchst Vorlauftemperaturen von 60-70° ist die Wärmepumpe uneffektiv hoch 3.
Bei einer hydraulisch abgeglichenenen Heizung brauchst du auch mit Heizkörpern keine so hohen Vorlauftemperaturen. Bei ganz kalten Tagen kann eine WP (insbesondere Luft-WPs) natürlich trotzdem an ihre Grenzen kommen.

Stormtrooper
2019-10-11, 14:24:45
Bei einer hydraulisch abgeglichenenen Heizung brauchst du auch mit Heizkörpern keine so hohen Vorlauftemperaturen.
Erklär mir mal bitte was der Abgleich mit der Heizleistung zu tun hat?

Ein Kermi Heizkörper Bauhöhe 605 mit 1000mm Länge hat bei 70°C rund 1200 Watt und bei 55°C nur gut 700 Watt.
Da spielt der hydraulische Abgleich gar keine Rolle. Nun brauchst du für ein Haus, je nachdem wie gut es gedämmt ist X Watt/m².

Da nützt dir dein hydraulischer Abgleich erstmal gar nichts.
Was natürlich sein kann, ist das du ohne hydraulischen Abgleich mehr Leistung (höhere Temperaturen) brauchst um "unterversorgte" Zimmer warm zu kriegen.

Aber ein Meter Lange Heizkörper ist etwa Standard bei den Heizkörpernischen und da macht es schon ein gewaltigen Unterschied ob man mit 1200Watt heizt oder nur mit 700Watt.

/dev/NULL
2019-10-11, 15:04:46
Der hydraulische Abgleich bewirkt doch, dass ich die Durchflüße passend eingestelle und die gewünschten Volumenströme erreiche.
Das kann auswirkungen auf die Vorlauftemperatur haben -> Ich habe eine nHK der zuwenig abbekommt -> Ich stelle den Vorlauf an der Heizung höher, damit das wenig ausreicht, um warm zu machen -> Ich habe einen höheren Vorlauf als ich bei einem abgeglichenen Setup hätte.

Habe ich bei einer bestimmten Vorlauftemperatur eine zu geringe Heizleistung hilft ein hydraulischer Abgleich nichts.
Ein hydraulischer Abgleich macht aus einem ungedämmten Altbau kein "28°C Vorlauf-reichen-Passivhaus"

60°C-65°C habe ich bei -18°C Aussentemperatur auch... i.d.R. aber weniger.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulischer_Abgleich

Eisenoxid
2019-10-11, 18:22:20
Erklär mir mal bitte was der Abgleich mit der Heizleistung zu tun hat?

Ein Kermi Heizkörper Bauhöhe 605 mit 1000mm Länge hat bei 70°C rund 1200 Watt und bei 55°C nur gut 700 Watt.
Da spielt der hydraulische Abgleich gar keine Rolle. Nun brauchst du für ein Haus, je nachdem wie gut es gedämmt ist X Watt/m².
Das stimmt. Aber ich kann bei einem ordentlich abgeglichenen System die Heizungselektronik auf die niedrigst nötige Vorlauftemperatur (abhängig von der Außentemp.) regeln lassen. In vielen Heizsystemen ist die Vorlauftemperatur viel höher als eigentlich nötig.
Theoretisch geht das auch bei nicht abgeglichenen Heizungen, aber dann hast du das Problem, dass ein Raum zu warm wird und andere zu kalt bleiben...

Klar - wenns draußen -15°C hat (wo btw. eh kaum noch eine Luft-WP funktioniert), brauche ich natürlich trotzdem hohe Vorlauftemperaturen bei kleinen Heizkörpern um die nötige Leistung zu erreichen. Aber während des Großteils des Jahres kommt man mit sehr niedriger Vorlauftemp. aus.

Philipus II
2019-10-11, 19:16:58
Ich persönlich würde aktuell Modernisierungen im Bereich Gebäudeheizung vertagen. Die Unsicherheit, welche Sau als nächstes durchs Dorf getrieben wird, ist einfach viel zu groß, um eine funktionierende Heizung zu ersetzen.